Papst Benedikt XVI. in der Türkei: „Kreuzritter ohne Kreuz“

Papst Benedikt ohne Kreuzpapst_mit_kreuz.jpgDie ersten zwei Tage des Türkei-Besuchs von Papst Benedikt werden in der türkischen Presse durchweg positiv gesehen. Aufmerksam registrierten die Zeitungen, dass Benedikt das Kreuz am Hals nicht offen trug, als er bei der Ankunft in Ankara aus dem Flugzeug stieg (Foto l.). "Ein Kreuzritter ohne Kreuz", titelte die Zeitung Vatan. Und in der Tat: Noch kurz vor der Landung hatte der Papst im Flugzeug das Kreuz sichtbar um den Hals getragen (r.).

Bei der heutigen Papstmesse in Ephesus ist unserem befreundeten Videoblog Outcut noch etwas ganz anderes aufgefallen:

Ein Lied sagt mehr als tausend Worte, sagt eine Binsenweisheit, die sich heute bei der Papstmesse in Ephesus bestätigte. Während Christen der kleinen Gemeinde die Opfergaben zum Altar brachte, sang die Gemeinde das vielleicht bekannteste Kirchenlied der Welt: "Nearer my God to thee" in türkischer Sprache. Das ursprünglich amerikanische Kirchenlied vom Beginn des 19. Jahrhunderts wurde wohl in alle Sprachen übersetzt, in denen Christen sprechen, und bedeutet diesen ein Lied, das bedrängte Christen in höchster Not singen. Selbst Nichtchristen ist der Choral bekannt als das letzte Lied, das das Bordorchester der bereits sinkenden Titanik im Angesicht des Todes intonierte.

Das nachfolgende Video von Outcut zum Kirchenlied "Nearer my God to thee" stimmt traurig. Nur wenige Christen haben sich um den Altar des Papstes versammelt, kein Wunder – ist doch die Zahl der Christen in der Türkei in den vergangen 20 Jahren auf unter 1% der Gesamtbevölkerung gesunken. Trotzdem, der Gesang der türkischen Frauen verursacht Gänsehaut:

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Die subtile Zensur übler Nachrede

Wer es im gegenwärtigen, vom Multikulturalismus dominierten Gesellschaftsklima noch wagt, dem Dogma des „Islam heißt Frieden“ zu widersprechen und die Gegensätze der Kulturen darstellt, zieht mit Sicherheit den Zorn islamophiler, inquisitorisch anmutender Intoleranz auf sich. So ergeht es auch dem Buchautor und ZDF-Korrespondenten Ulrich Tilgner.

Der taz-Rezensent findet:

‚Zwischen Krieg und Terror‘ wiederholt die Klischees von Islam und Christentum als unverbesserliche Antipoden. Die Ideologie von der Unvereinbarkeit der Kulturen aber führt zu Rassismus.

Eigentlich könnte man eine taz-Rezension auch ignorieren, aber diese hier zeigt exemplarisch die argumentative Methodik und faktenresistente Dogmentreue einer Denkweise, die zwar sehr überzeugt von sich selbst ist, doch im Kontrast dazu kaum Argumente aufbieten kann. Diesen Mangel aber kompensiert mit einem umso ausgeprägteren moralischen Deutungs- und Überlegenheitsanspruch. Gleichsam der Gruft mittelalterlicher Kirchendogmatik entstiegen, kommt in zeitgeistlichem Gewand ein moralischer Deutungstotalitarismus daher, der an die Denkweise inquisitorischer Prozessführung etwa gegen Galilei erinnert.
Dem eigenen Weltbild widersprechende Fakten werden ignoriert. Statt dessen werden Horrorsphantasien entworfen, für die man den Ketzer verantwortlich macht. Und überhaupt – entsetzlich, daß es noch andere Information und Meinungen gibt, als die pro-islamischer Verharmlosung. Denn nur die böse Islamkritik steht scheinbar dem Weg in eine bessere Welt entgegen.

Betritt man dieser Tage eine Buchhandlung, bekommt man es mit der Angst zu tun. Denn glaubt man den marktschreierischen Buchtiteln, die sich dort unter Schlagwörtern wie „Krisenherd“ oder „Brennpunkt Nahost“ versammelt finden, dann tummeln sich da draußen „Schreckensmänner“ und „Kinder des Dschihad“ auf ihrem „islamischen Weg nach Westen“, um mit ihrem „Sprengstoff für Europa“ dem dank „tödlicher Toleranz“ ohnmächtig zusehenden Westen einen „Kampf der Kulturen“ zu liefern, der sich gewaschen hat.
(….)
Es handelt sich dabei aber keineswegs um ein publizistisches Kavaliersdelikt, sondern um das Symptom eines gravierenden Problems: Tilgners Buch und all die anderen Bücher dieses Genres, sind Teil des Problems, das sie zu beschreiben vorgeben. Sie tun genau das, was sie nicht müde werden, dem Islam vorzuwerfen, nämlich nicht klar zwischen Religion, Politik und Gesellschaft zu unterscheiden.

Hier kommt der Glaubensdogmatiker im taz-ler durch. Schließlich ist es der Islam selbst, der die Verschmelzung von Religion, Politik und Gesellschaft festlegt. Gemäß Prophetenvorbild, Scharia und Djihad. Der taz-ler sieht seinen Einfluß schwinden wenn sich herumspricht, daß seine unwissende Weltsicht aus nichts als hohlen Sprüchen besteht, während die von ihm geschmähten Islam-Analytiker substanzielles Material vorlegen. Folglich kann und will er nicht trennen zwischen Fakten und eigener Fiktion. Auf seinem eigenen Realitätsverlust basiert sein Vorwurf gegen andere. Darum gibt sich der moderne Glaubensdeuter auch gar nicht erst damit ab, Fakten für seine Sicht einzubringen. Er würde sich selbst nur als argumentativen Zwerg bloßstellen. Darum geht er sogleich über in seine Lieblingsrolle, die des Anklägers:

(Islamkritische Literatur) muss im Zusammenhang mit einem Besorgnis erregenden Befund gesehen werden: Umfragen ergeben mittlerweile hohe Werte auf die Frage nach der vom Islam ausgehenden Gefahr und konstatieren damit eine grassierende Islamophobie, von der es zum offenen Rassismus nicht mehr weit ist. Wer in einer derart gefährlich aufgeheizten Atmosphäre öffentlich über den Islam redet, muss sich seiner besonderen Verantwortung bewusst sein.

Je schrecklicher der taz-ler die Folgen der Islam-Information aufzeigt, umso mehr diffamiert er sie zugleich. Daß seine Horrorfiktion der eigenen Informationsphobie entspringen, die er Andersdenkenden als Islamophobie vorwirft, ist eine schon fast pathologisch anmutend Projektion der eignen Gefühlslage auf seine Opponenten. Zugleich verteufelt er eine rationale, objektive Bestandsaufnahme islamischer Gesellschaften, die allesamt fern westlicher Demokratiestandards und äußerst diskriminierend strukturiert sind, als islamophob. So als gäbe es keinen vernünftigen wie legitimen Grund, den Islam abzulehnen. Daß die Islamskepsis zunimmt ist in diesem Zusammenhang erfreulich, und nur für Multikulti-Priester von den taz-ler „Besorgnis erregend“. Denn Informationsfreiheit bedroht ihn in seinem Bestreben Gefolgschaft mit Desinformation zu gewinnen. Wer nicht ihm folgt, sondern sich jenen Autoren anschließt, die Ehrenmorde, Diktatur, Zensur, Diskriminierung, Krieg, Attentate, Mord an Apostaten, Mord an Schwulen, Mord an den islamisch definierten Minderwertigen generell, Unterdrückung und Benachteiligung des nicht-islamischen, Zwangsehen, Judenhaß, Pädophilie, usw. usf. ablehnen, dann droht was ganz arg schlimmes: Offener Rassismus.

So nennen die Islamophilen das Eintreten für die Menschenrechte, während sie zugleich am Islam nichts auszusetzen haben, weil am Islam für so mache einfach nichts falsch ist. In Ermangelung von Argumenten wird nun verteufelt mit einem der schwersten und belastendsten Vorwürfe, die man in der heutigen Zeit benutzt um unliebsame Personen negativ zu stigmatisieren und durch diffamierende Ausgrenzung gesellschaftspolitisch wirkungslos zu machen. Dem angeblichen Schüren von Vorurteilen und Klischees in rassistischer Manier.

Es wäre aber so billig wie vermutlich wirkungslos, sich allein über die dezidiert islamophoben Scharfmacher zu echauffieren, die uns ernsthaft weismachen wollen, der Islam sei seinem Wesen nach gewalttätig, habe sich mit Feuer und Schwert verbreitet, friedfertige Völker reihenweise unterjocht, ihnen seine barbarische Religion aufgezwungen, und sei, da er nun einmal Renaissance, Reformation wie auch Aufklärung fahrlässigerweise verschlafen habe, hoffnungslos rückständig und zur Moderne weder fähig noch willig.

Eine klassische, Fakten leugnende Aussage einer Person, die ihr Weltbild verteidigt. Prinzipiell nicht unähnlich neonazistischen Holocaustleugnern, werden die Aussagen des Koran, die Überlieferungen des Propheten mit seinen ca. 70 Angriffskriegen, seinen Massenmorden, Attentaten, sowie nachfolgend jahrhunderte langer Expansions- und Ausbeutungskriegen als Falschinformation hingestellt. Fakten werden schlicht geleugnet, wo sie mit der eigenen auf Illusion beruhenden Weltsicht kollidieren. Garniert mit dem Wunschgedanken, der Islam wäre doch reformfähig, obwohl die islamische Welt genau dies letztlich immer abgelehnt hat. Reformansätze gab es wohl, aber alle sind gescheitert, und aktuell erleben wir am Beispiel Türkei die Re-Islamisierung. Grundlage für Reformen ist die Bereitschaft zur Selbstkritik. Doch da der Islam beansprucht, die einzig legitime und zugleich perfekte Gesellschaftsform überhaupt zu sein, würde die Billigung von Kritik am Islam die Preisgabe des Überlegenheitsgefühls seiner Anhänger bedeuten. Und wäre zugleich das Eingeständnis eines seit Entstehung des Islam eingeschlagenen Irrweges, der sinnlos Leid über die Menschheit gebracht hat.

Ein weiterer Diffamierungstrick ist der Analogschluß:

Das Problem beschränkt sich nicht auf die Hassprediger hüben wie drüben.

Die Gleichsetzung als Hassprediger von korantreuen Djihad-Apologeten und Personen, die genau deren Tun und Motivation aufzeigen, zielt erneut auf die Befürchtung seine elitäre Position der Deutungshoheit zu verlieren. Wer derart diffamierend mit anderen umgeht, sollte sich fragen, welche degradierenden Bezeichnungen auf ihn passen. Als jemand, der sich für eine Kultur stark macht, die Zwangsehen, Massaker an widerspenstigen Juden und lebenslange Inhaftierung für das Verbrechen sexueller Selbstbestimmung, gewaltsamem Erzwingungsrecht zum Geschlechtsverkehr (alles im Koran verankert) für richtig hält.

Der taz-ler als selbsternannter Hohepriester der Moral nimmt für sich wie selbstverständlich in Anspruch, andere nach belieben diffamieren zu können. Wie würde wohl er reagieren, wenn man ihn so nennt, wie er es gemäß seiner moralischen Schirmherrschaft für obige Verbrechen verdient ? Eventuell ausgesprochen intolerant ? Schließlich basiert seine Argumentation auf dem Nimbus moralischer Überlegenheit, die er sich selbst andichtet, und nicht auf Fakten. Würde er erstmal genauso schonungslos attackiert wie er es bei anderen tut, müsste er mit substanziellen Argumenten dagegen halten. Die haben unsere Islamfreunde aber nicht. Entsprechend versuchen diese islamophilen Moralpriester ihren Standpunkt dadurch zu retten, indem sie die Argumente der Gegenseite primär durch die Diffamierung der Person schwächen. Sowie Falschinformation, die einfach mal in Umlauf gebracht wird. Wird diese oft genug wiederholt bleibt immer etwas im kollektiven Gedächtnis hängen.

Genau das ist die Strategie der islamophilen Lobby, die nur funktionieren kann, wenn niemand dazwischen funkt. Die diffamierende Gehäßigkeit, mit welcher Dogmatiker wie dieser taz-ler hierbei gegen Andersdenkende vorgehen, offenbart zugleich deren Machtwillen. Basierend auf der Strategie der Abschreckung und Angstmache kann jeder, der sich öffentlich islamkritisch äußert damit rechnen, Ziel einer Rufmordkampagne zu werden. Viel zu lange haben solche Charaktere deutlich prägenden Einfluß auf unsere Gesellschaft gehabt. Soll unsere Kultur gegen die expandierende Intoleranz des Islam bestehen, muß sie sich zugleich den Dogmatikern und dem Moral-Totalitarismus in den eigenen Reihen bewusst werden, und sich aus deren geistiger Zwangsjacke befreien. Fakten müssen wieder als solche benannt werden können, ohne daß man Diffamierung, Ausgrenzung oder gar Drohungen riskiert. Das ist eine Grundvoraussetzung für eine funktionierende Demokratie, die leider deutlich gelitten hat in den letzten Jahrzehnten.

» taz: Die Welt hat mehr als zwei Lager




EKD erteilt Toleranzgedusel eine deutliche Absage

Die evangelische Kirche in Deutschland hat neue Leitlinien für den Dialog mit den Moslems herausgegeben, und die haben es in sich! Man will zukünftig eindeutigere Position beziehen und eigene theologische Unschärfen korrigieren. Gemeinsame christlich-muslimische Amtshandlungen werden kategorisch ausgeschlossen und von moslemischen Gesprächspartnern wird eine Distanzierung von Haltungen gefordert, die einem konstruktiven Zusammenleben unter einer gemeinsamen Wertordnung entgegenstehen.

Die EKD, erklärte ihr Ratsvorsitzender, Bischof Wolfgang Huber (Foto), gehe vom Respekt für den Glauben und die Überzeugungen von Menschen aus. Doch Überzeugungen, auch Glaubensüberzeugungen, könnten es nicht rechtfertigen, „dass man anderen den Respekt versagt, grundlegende Menschenrechte in Frage stellt und die Achtung der eigenen Überzeugung durch Einschüchterung, Drohung oder Gewaltanwendung einfordert“ – eine deutliche Mahnung auch an die Adresse der islamischen Gemeinschaften, mit denen die EKD seit zwei Jahren Gespräche führt. Die Schrift soll eine „Handreichung“ aus dem Jahr 2000 ergänzen. Sie trägt den Titel „Klarheit und gute Nachbarschaft“ und nimmt Themen wie die Gewaltproblematik auf, wie sie nach den Anschlägen in den USA vom 11. September 2001 diskutiert werden. Der evangelischen Kirche, heißt es darin, wäre es willkommen, wenn der Islam als eine Religion mit mehr als drei Millionen Anhängern in Deutschland als humanisierende Kraft wirksam würde. Alle religiösen Gemeinschaften sollten sich in die Pflicht nehmen, ihre Irrtümer, ihre Gewaltbereitschaft und ihre Schuld selbstkritisch zu prüfen und glaubhaft zu überwinden: „Islamische Gruppierungen, die derartige Belastungen bis in die Gegenwart hinein mit sich führen und Selbstkorrekturen mit dem Argument zurückweisen, dies verstoße gegen Glaubensgebote, dürfen von Forderungen zur Änderung und Neuformulierung ihrer Grundsätze nicht freigestellt werden. Ihre Uneinsichtigkeit ungerügt zu lassen, entspricht weder den Grundsätzen der Verfassung noch der christlichen Toleranz.“

Das wirklich erfreuliche ist, dass die evangelische Kirche offensichtlich die Ansicht von Autoren wie der Islamkritikerin Christine Schirrmacher ernstgenommen und ihre Haltung danach ausgerichtet hat, statt sich von Multikulti-Schwärmern und Islam-Verklärern beraten zu lassen.

„Wahrhafte Toleranz gedeiht nach evangelischer Überzeugung nur im Vertrauen auf die konkrete Wahrheit Gottes, nicht durch ihre Verleugnung“, schreiben sie. Die Feststellung des „Glaubens an den einen Gott“ trage nicht sehr weit. Am rechten Glauben entscheide sich, und hier wird Martin Luther zitiert, wer für die Menschen überhaupt Gott heißen dürfe: „Woran der Mensch sein Herz hängt, da ist sein Gott.“ Ihr Herz würden Christen jedoch schwerlich an einen Gott hängen können, wie ihn der Koran beschreibt und wie ihn Moslems verehren, resümieren die Verfasser der „Handreichung“. Für sie gehört Mission zum Wesen einer christlichen Kirche.

Wer hätte solche Aussagen heutzutage noch erwartet? „Christen können ihr Herz schwerlich an einen Gott hängen, wie ihn der Koran beschreibt und wie ihn Moslems verehren.“ Das ist wohltuend nach dem ewigen „Wir beten alle zum selben Gott“-Geschwafel, das man sonst üblicherweise von den Kirchen – und zwar von beiden! – zu hören bekommt. Das ist wie ein reinigendes Gewitter!

„Christliche Mission bedeutet jedoch mehr als respektvolle Begegnung: Sie umfasst das Zeugnis vom dreieinigen Gott, der den Menschen durch Jesus Christus zu wahrer Menschlichkeit befreit. Es ist für die evangelische Kirche ausgeschlossen, dieses Zeugnis zu verschweigen oder es Angehörigen anderer Religionen schuldig zu bleiben. Das würde die Begegnung auch mit Muslimen von vornherein unwahrhaftig machen.“ (…) Bekräftigt wird das kategorische Nein zu Überlegungen, nicht mehr genutzte Kirchen Moslems zu überlassen. Unmissverständlich heißt es, an die Pfarrerschaft gerichtet: „Gemeinsame christlich-muslimische Amtshandlungen sind nicht möglich.“

Die evangelische Kirche geht mit wirklich gutem und hoffnungsvollem Beispiel voran. Wenn diese Vorgaben auch umgesetzt werden, sind wir auf dem richtigen Weg.

(Spürnase: FreeSpeech)

» Leitlinien der evangelischen Kirche (pdf-Datei) mit Dank an Mir Klarheit und gute Nachbarschaft – Christen und Muslime in Deutschland




Deutsche sollen gegenüber dem Islam mehr Toleranz zeigen

Wir höhlen unsere Grundrechte aus, indem wir Moslems das Schächten erlauben und die Unterdrückung ihrer Frauen und Mädchen zulassen. Deutsche Kinder müssen auf Klassenfahrten verzichten, weil moslemische Eltern ihren Nachwuchs nicht mitreisen lassen und daher die erforderliche Quote nicht erreicht wird. Lehrer nehmen Rücksicht auf den Ramadan und im Fernsehen und Radio wird in speziellen Sendungen der Islam in ein nettes Licht gerückt. Alles zu wenig, Moslems in Deutschland fühlen sich laut Faruk Sen (Foto) unverstanden und ausgegrenzt.

Das ergab eine jetzt veröffentlichte Studie des Zentrums für Türkeistudien. Völlig unverständlicherweise wird der Islam mit Terror in Verbindung gebracht, und Moslems fühlen sich in Deutschland einem Rechtfertigungsdruck ausgesetzt. Wir sind betroffen!

Für die Studie wurden Bundestagsprotokolle sowie Medienberichte aus den Jahren 2000 bis 2004 ausgewertet sowie Gespräche mit Islamvertretern geführt. Insbesondere im Bundestag seien die Debatten nach den Anschlägen vom 11. September 2001 häufiger von einer Verbindung von Islam und Terrorismus geprägt gewesen und seltener durch ein Eintreten für religiöse Toleranz. In den Medien seien Berichte mit Fragestellungen zu Ausgrenzung und Terrorgefahren nach den Anschlägen gestiegen. Gleichzeitig sei aber auch weniger von einer Unvereinbarkeit von Islam und dem Westen die Rede. Institutsdirektor Faruk Sen appellierte an die gesamte deutsche Öffentlichkeit mehr Rücksicht und Toleranz gegenüber den Muslimen und dem Islam zu üben. „Von der Politik erwarten wir, dass der Islam in Deutschland nicht überwiegend als ein Sicherheitsproblem betrachtet wird und ihm kein Stempel des Terrors aufgedrückt wird“, sagte Sen. Um den Islam aus der Sicht der Muslime beschreiben zu können, sollten Bundesregierung und insbesondere die nordrhein-westfälische Regierung den Verbänden mehr Möglichkeiten geben, gemeinsam aufzutreten. Die Vertreter der Verbände hätten massiv einen Verlust der Deutungshoheit über den Islam beklagt.

Kurz zusammengefasst: Es wird beklagt, dass der Islam nach dem 11. September mit Terror in Verbindung gebracht wurde. Wir verstehen auch nicht, wie dieser Eindruck entstehen konnte. Stattdessen hätte Herr Faruk Sen lieber ein Eintreten für religiöse Toleranz gesehen. Etwa so nach dem Motto: „Jetzt seid doch mal tolerant, die führen gerade einen Heiligen Krieg“? Und er beklagt, dass der Islam in Deutschland als ein Sicherheitsproblem betrachtet und ihm ein Stempel des Terrors aufgedrückt wird. Es liegt an den Moslems, Herr Sen, diesen Eindruck zu verbessern – durch Taten allerdings, nicht durch Deutungshoheit!




Wie die Islamisten den Türkei-Besuch des Papstes für sich nutzen

Boris KalnokyDie Islamisten in der Türkei ziehen Vorteile aus dem Türkei-Besuch des Papstes. Täglich werden Proteste organisiert, in denen der Papst mit „Schlamm“ und die Muslime mit der „Sonne“ verglichen werden. Boris Kalnoky (Foto) erklärt in der Welt, welche Allianzen sich bilden.

Für die Verfechter des politischen Islam ist Benedikt XVI. ein Segen des Allmächtigen, denn der Papstbesuch, so hoffen sie, wird ihren schwindenden Einfluss in der Gesellschaft wieder stärken. Auch Ministerpräsident Erdogan versucht nach Kräften, aus der Visite Kapital zu schlagen. „Eine Million Menschen“, so tönte die Glückseligkeits-Partei, würden in Istanbul gegen den Papst demonstrieren. Daraus wurden mühsam organisierte 10 000 bis 15 000 mit vorgedruckten Schildchen auf Englisch, für die Kameras: „Aggressiver Schlächter und Ausbeuter“ wurde der Papst da genannt und als Kreuzfahrer abgebildet. Täglich organisiert die SP weitere Proteste, textet „Milli Gazete“ mit Schaum vor dem Mund Artikel, in denen der Papst mit „Schlamm“ und die Muslime mit der „Sonne“ verglichen werden. Im Hintergrund scheint es der frühere Ministerpräsident Necmettin Erbakan zu sein, der die Offensive leitet. Das Ergebnis ist ein Schlagabtausch zwischen ihm und Ministerpräsident Erdogan, der bis Ende der 90er-Jahre selbst ein Anhänger Erbakans war. (…) So kommt es zu den eigenartigsten Kombinationen. Erbakan steht als verurteilter Betrüger unter Hausarrest, aber niemand verhinderte, dass er über den von ihm kontrollierten Fernsehsender TV 5 auf der Kundgebung am Sonntag live als Redner dazugeschaltet wurde. Da rief er die AKP mehrfach auf, den Papstbesuch zu verhindern. Die Antwort Erdogans: „Was soll das Geschrei?“ Der Papst sei willkommen und damit basta. (…) Aber auch die AKP hat beschlossen, den Papstbesuch für den beginnenden Wahlkampf zu nutzen. Nur wie? Anfangs hielt man Benedikt XVI. offenbar für einen Mann, dessen Hand zu schütteln Stimmen kostet. Ministerpräsident Erdogan und Außenminister Gül meinten, ihn nicht treffen zu können. Nun traf Erdogan ihn nicht nur, sondern machte es so öffentlich wie möglich, direkt am Flugzeug, und gab anschließend auch noch eine Pressekonferenz, auf der er Benedikt XVI. zum Verfechter eines türkischen EU-Beitritts erhob. (…) Der Papst als „Vorkämpfer“ eines türkischen EU-Beitritts, just in dem Augenblick, da die EU selbst den Beitrittsprozess teilweise suspendieren will – das wäre wirklich unverhoffter Rückenwind für Erdogan, der sich vor den im nächsten Jahr anstehenden Wahlen einigermaßen bedrängt sieht. …

Die türkische Bevölkerung interessiert sich indessen nicht besonders für die Show, die ihre Politiker um den Papstbesuch veranstalten. Und so wurden eben auch die großartig organisierten Proteste relativ spärlich besuchte Veranstaltungen.

Soll der Papst sich doch um seine christlichen Sachen kümmern, scheinen die Türken zu denken, und sollen die Politiker sich doch im Kreise drehen – wir haben andere Sorgen.

Sehr sympathisch!