Die FAZ hat einen interessanten Bericht über den Umgang mit religiösen Symbolen im Vereinigten Königreich veröffentlicht. Unschwer werden gut vorgebildete PI-Leser sich denken können, welche Religionszugehörigkeit die meisten Vorteile für ihre Angehörigen bringt.

Wenige Beispiele sind derart exemplarisch für die Verwirrung, welche die Mixtur aus politischer Korrektheit und multikulturellem Idealismus geschaffen hat, wie der Beschluß von British Airways, eine Angestellte zu suspendieren, weil sie sich weigerte, eine Kette mit einem kleinen Kreuz als Anhänger zu verbergen. Der Kleiderordnung zufolge dürfen Mitarbeiter der Fluggesellschaft ihre religiösen Überzeugungen nicht sichtbar machen aus Rücksicht gegenüber Angehörigen anderer Glaubensrichtungen. Nadia Eweida, die am Abfertigungsschalter von British Airways in London Heathrow tätig war, wurde im Oktober von ihren Vorgesetzten gebeten, ihre Halskette mit dem Kreuzanhänger zu entfernen. Als sie sich widersetzte, wurde sie ohne Bezüge nach Hause geschickt. In ihrem Einspruchsverfahren wies die gebürtige Ägypterin darauf hin, daß British Airways Sikhs den Turban und muslimischen Frauen das Kopftuch gestatte. Das Kreuzverbot empfinde sie somit als diskriminierend. Aber die Geschäftsführung beharrte auf ihrem Standpunkt: Die Angestellte dürfe ihre Arbeit nur wiederaufnehmen, wenn ihr Kreuzanhänger nicht sichtbar bleibe.

Nadia Eweida hatte bereits im Mai auf sich aufmerksam gemacht, als sie an einer Schulung teilnahm mit dem zeitgeistigen Titel „Vielfalt und Würde am Arbeitsplatz“. Ziel war es, die Mitarbeiter aufzuklären über andere Kulturen und Religionen. Nadia Eweida nahm Anstoß daran, daß vom Christentum nicht die Rede gewesen sei. Ihr Fall wirkt um so grotesker, da eine muslimische Lehramtsanwärterin zur selben Zeit 1100 Pfund Schmerzensgeld erhielt, weil ihr Arbeitgeber ihre Gefühle verletzt habe mit der Forderung, daß sie ihren Schleier im Unterricht ablege.

Anders als Nadia Eweida war Aishah Azmit mit vollen Bezügen zu Hause geblieben. Sie hatte sich ohne Schleier für die Stelle beworben und erst hinterher behauptet, ihr Glaube verlange, daß sie ihr Gesicht in männlicher Gegenwart verhülle. Ähnliche Werteverwirrung herrscht offenbar bei der BBC, wo Führungskräfte zwar erwägen, muslimischen Nachrichtensprechern das Tragen des Kopftuchs zu genehmigen, es jedoch für unangemessen halten, daß eine Moderatorin ihren Kreuzanhänger sichtbar macht, weil es das Ideal der Unabhängigkeit und Unparteilichkeit kompromittiere. …

Hatte jemand falsch gelegen mit seiner anfänglichen Vermutung?

(Spürnase: bad skin)

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