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Die Selbstverbrennung Roland Weisselbergs wirft die Frage auf, in welcher Weise die evangelische Kirche den Dialog mit unterschiedlichen Meinungen innerhalb ihrer eigenen Organisation pflegt. Der Vorgesetzte von Pfarrer Weisselberg, Bischoff Noack (Foto), zeigt im Spiegel-Interview (wohl) unabsichtlich, was Pfarrer Weisselberg zu seiner Verzweiflungstat trieb.

Auszüge des Interviews (inhaltlich teils gekürzt):

SpOn: Als Motiv gab er (Weisselberg) Sorge vor Ausbreitung des Islams an. Können Sie Weisselbergs Sorgen verstehen?

Noack teilt diese Sorge nicht, denn

Noack: ( … ) wer sich seiner eigenen Heimat bewusst ist und sich dort zu Hause fühlt, hat allen Grund, gelassen mit den Anderen umgehen zu können.

Judenhaß, Ehrenmorde und deren Androhung, Zwangsehen, Kopftuchzwang, Fremdenfeindlichkeit, die Etablierung islamischer Meinungs- und Informationstabus, sind also Anlass zur Gelassenheit, so lange man sich nur seiner Heimat bewußt ist. In Frauenhäusern und bei Organisationen, die islamischen Frauen helfen, vor Zwangsehen und Ehrenmord in die Anonymität abzutauchen, sieht man die Resultate Noack´scher Gelassenheit. Dort beklagt man sich bitter über die fehlende Solidarität mit den Opfern islamischer Rechts- und Moralordnung.

Noack: Christliche Kirchen können ihr Verhältnis zu anderen Religionen nicht davon abhängig machen, wie diese sich in Teilen selbst verhalten. Für Christen ist die Wahrheit an die Nächstenliebe gekoppelt. Steile Wahrheiten zu vertreten und die Nächstenliebe außer Acht zu lassen, ist unchristlich.

Noack missbraucht den Begriff der Nächstenliebe, um das Anprangern der real existierenden Menschenrechtsverletzungen im Islam als Akt der „Nächsten-Nicht-Liebe“ zu diffamieren. Noack bindet moralisch eine Verhaltensweise (Nächstenliebe) an die Anerkennung von Fakten (islamische Inhumanität), als ließe sich Nächstenliebe nur bei gleichzeitiger Blindheit für islamisches Unrecht praktizieren. Steckte nicht Kalkül hinter dieser Aussage, könnte man sie als hirnverbrannten Schwachsinn verbuchen. Denn Noack will das Nennen von Fakten, die seiner Islamverharmlosung widersprechen, moralisch abwerten.

Das Verhältnis zum Islam soll keinesfalls leiden wegen Millionen Zwangsehen, Tausenden Ehrenmorden, allgegenwärtiger Repression und Gewalt unter Moslems und gegen Ungläubige. Verhalten aufgrund des Islam zählt für Noack nicht, um das Verhältnis zum Islam zu definieren. Noack will Fakten, die eine kritische Haltung zum Islam zwingend machen, nicht gelten lassen, und tarnt diese Absicht mit dem Begriff „Nächstenliebe“. Und wer ist schon gegen Nächstenliebe?

Noack: Wir sollten unsere christlichen, westlichen Werte nicht über Bord werfen. In Abu Ghureib und in Guantanamo wurden diese Werte ziemlich schnell verkauft. Außerdem will ich auf eine gehörige Portion Heuchelei hinweisen: In einem Land wie Saudi-Arabien werden Christen verfolgt. Doch Saudi-Arabien ist einer der engsten Verbündeten des Westens.

Noack will uns moralische Berechtigung zur Islamkritik absprechen, indem er auf Missstände im Westen verweist. Zugleich gibt er sich selbst aus als moralisch überlegene Instanz. Indem er westliche Beziehungen zu Saudi-Arabien kritisiert, täuscht er eine islamkritische Haltung vor. Noack selbst betreibt Heuchelei, wenn er die Verflechtungen mit Saudi-Arabien herausgreift, von dessen Öl wir leider abhängig sind. Er tut dies, um uns einen Vorwurf zu machen – nicht Saudi-Arabien. Würde er sein Anliegen im Sinne der Menschenrechte betreiben, müsste er den Islam generell angreifen – und zwar überall, nicht nur in Saudi-Arabien. Noack heuchelt selbst, wenn er westlicher Politik vorwirft, was er selbst betreibt: Beziehungen, und zwar wohlwollende, mit dem Islam zu pflegen.

SpOn: Die letzten Worte von Pfarrer Weisselberg sollen „Jesus und Oskar“ gewesen sein, in Anspielung an den Amtsbruder Oskar Brüsewitz. Der verbrannte sich 1976 aus Protest gegen das DDR-Regime – und aus Protest dagegen, dass er in seinem Kampf gegen den Kommunismus nicht genügend Unterstützung in der Kirche erfuhr. Ist die Kirche zu lax, wenn es darum geht, Widerstand gegen menschenverachtende politische oder religiöse Ideologien zu leisten?

Noack: Brüsewitz und Weisselberg kann man nicht vergleichen. Brüsewitz war während der Herrschaft des Kommunismus Verfolgter. Herr Weisselberg war nicht verfolgt. Der Glaube der Muslime ist keine totalitäre Diktatur.

Nebenbei deklassiert Noack Weisselberg gegenüber Brüsewitz und stellt das Anliegen Weisselbergs indirekt als illegitim dar. Noack bringt mit dem “Glauben der Muslime“ eine Verharmlosung des Islam ein, die sich nach argloser Privatsphäre anhört. Natürlich ist der Glaube selbst keine Diktatur, aber die Umsetzung des Islam mit seinen politischen, moralischen und juristischen Komponenten ist sehr wohl nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Noacks rhetorischer Trick: Der „einzelne Moslem“ und sein Glaube sind schwammig, nicht greifbar, ein Pseudofakt. Die islamische Lehre hingegen ist sehr konkret greifbar in Inhalt und Wirkung. Noack verdeckt mit seinem Pseudofakt die real existierenden Lehrschriften und konkrete Auswirkungen des Islam. Denn kein islamisches Land gesteht seinen Bewohnern die Menschenrechte zu. Darüber hinaus ist die „Diktatur des Islam“ dezentral. Statt dem Stasi-Angestellten machen Mitglieder der islamischen Gemeinden in unseren Großstädten Meldung an die Eltern, wenn deren Töchter heimlich das Kopftuch ablegen oder mit dem anderen Geschlecht „unsittlich“ in Kontakt kommen. Die islamische Diktatur hat in den Familien ihre Grundlage, und innerfamiliäre Gewalt wird schon in der Unterwerfungsbeziehung der Frau unter den Mann im Koran gerechtfertigt.

Will ein Moslem zum Christentum konvertieren, gilt gemäß Koran die Todesstrafe. Mehr zu einer Diktatur als zu einer Religion passt auch, wenn Opponenten eingeschüchtert, verfolgt und ermordet werden. Man denke nur an Hirsi Ali, van Gogh und viele andere. Eine Diktatur basiert meist auf einem Parteien- und Personenkult. Ein Mohammed, die Leitfigur des Islam, ist ebenso wenig kritisierbar, wo immer der Islam Einfluß hat, wie in repressivsten, sozialistischen Diktaturen ein Stalin, Mao, oder Kim. Noack täuscht uns also bewusst, wenn er lediglich die Organisationsstrukturen von Diktaturen zur Erkennung dieser verwendet, nicht aber deren Wirkungsziel und Wirkungsgrad, also deren Inhumanität.

Doch bei Noack passt alles zusammen: Er bildet sich auf seine Ignoranz gegenüber den Opfern islamischen Unrechts sogar noch etwas ein:

Noack: Wir haben als Christen ja auch einen klaren Wahrheitsanspruch. Doch gleichzeitig gilt es, tolerant zu sein. Tolerieren kann ich jedoch nur, was ich für falsch halte, sonst wäre es keine Toleranz. Wir wollen andere überzeugen, doch niemals mit Gewalt. Auch nicht mit Gewalt gegen den eigenen Körper.

Noack ist so perfide, dass er die Selbsttötung Weisselbergs zum Gewaltakt umdeutet! Er zieht damit sowohl Tat als auch Andenken Weisselbergs in den Dreck. Mit dem gewiss gewollten Nebeneffekt, sich selbst als gewaltfreien Toleranzfürsten zu feiern. Für Noack fängt die Toleranzprüfung ja grade dort an, wo Unrecht begangen wird. Noack deutet, wie es typisch ist für Islamfreunde, den Toleranzbegriff in eine Akzeptanzforderung gegenüber islamischen Interessen um. Ohne auf deren Inhumanität und Verfassungsfeindlichkeit auch nur einzugehen.

Noack: Die Tat Weisselbergs verurteile ich, den Menschen Roland Weisselberg dagegen nicht. Wir müssen uns fragen, warum es niemand gab, an den er sich hätte wenden können.

Diese Frage beantwortet doch Noack selbst mit jedem Wort. Von Schuldanerkennung seinerseits ist bei Noack nichts zu sehen. Noack geht sogar noch weiter, und dehnt seine Diffamierungen aus auf alle, die nicht bereit sind, unsere Rechte und Freiheiten aufzugeben.

SpOn: Der Papst hat sich nach scharfen Protesten von muslimischer Seite dafür entschuldigt, einen byzantinischen Kaiser aus dem Mittelalter zitiert zu haben, der sagte, aus dem Islam sei nur „Schlechtes und Inhumanes“ gekommen. Hätte Benedikt XVI. hart bleiben müssen?

Noack: Nein, sein Bedauern zeigt seine Größe. Wir konnten schon beim Karikaturenstreit nicht einfach unsere Maßstäbe anlegen. Bei uns gibt es geordnete Rechtsverhältnisse, die helfen, einen Ausgleich zwischen der Pressefreiheit und dem Schutz der Religion zu erreichen. Zwischen den Kulturen gibt es keine übergeordneten Gerichte, die so etwas entscheiden könnten. Daher muss man auch nachgeben können. Dies können nur Leute, die keine Angst haben und sich ihrer Sache sicher sind. Für Christen kann es selbst im heftigsten Streit nicht darum gehen, andere Menschen zu kränken.

1. Gemäß Noack sollen wir in unseren Ländern die Maßstäbe des Islam anlegen, wenn wir Karikaturen eines Massenmörders anfertigen, den der Islam als Vorbild verehrt.

2. Nebelkerze „fehlende, übergeordnete Rechtsverhältnisse“, als hätten in unseren Ländern nicht mehr unsere Rechtsverhältnisse Gültigkeit. Für Noack reichen diese offenbar nicht aus. Von der islamischen Welt im Gegenzug Respekt vor unseren Werten zu fordern, darauf kommt er nicht. Logisch – seine Werte beinhalten Meinungsfreiheit nicht, sondern die „Vermeidung von Kränkung“. Eine gutmenschlich klingende Umschreibung für eine Zensurforderung gemäß islamischen Kriterien.

3. Die Preisgabe elementarster Rechte feiert Noack als Tugend des „nachgeben können“, und die Verteidigung dieser Rechte geißelt er als charakterschwächliche Angst. Er setzt Andersdenkende moralisch wie persönlich herab – kein Zeichen von Nächstenliebe, sondern von Intoleranz und Ignoranz von Verbrechen.

4. Im Satz zuvor hat er Andersdenkende gekränkt, aber Noack geht es natürlich nur um mögliche „Kränkungen“ von Moslems, nicht aller Menschen. Doch das auch so klar zu sagen, dazu ist Noack zu feige.

Noacks muss auf weitere Diffamierungen zurückgreifen, um seine sachlich nicht haltbare, pro-islamische Position zu sichern:

Die Furcht vor dem Anderen und Fremdenhass kommt aus der eigenen Unsicherheit.

Eine nüchterne Analyse islamischer Gesellschaftsform am Maßstab von Grundgesetz und Menschenrechten kommt für Islamfreunde wie Noack als Motiv nicht in Betracht, den Islam abzulehnen. Es ist das beständig wiederkehrende Motiv dieser Lobby, ihren Opponenten Hassgefühle und Charaktermängel zu unterstellen, während sie selbst das Ausmaß der Menschenrechtsverletzungen aufgrund des Islam ignorieren. Pro islamische Argumentation basiert fast nie auf Fakten, sondern auf Moral und Diffamierung. So baut auch Noack auf die Systematik einer moralischen Gesinnungsdiktatur, an der Pfarrer Weisselberg schließlich verzweifelt ist.

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