Nach der verzweifelten Selbstverbrennung von Pfarrer Weißelberg ist wieder einmal die große Stunde der Dhimmis und Islamschönredner gekommen. Aus allen Löchern kommen sie gekrochen und verkünden das Märchen vom friedlichen, missverstandenen Islam, der vehement gegen jede Kritik verteidigt werden muss. Von seiner eigenen Kirche wird Weißelberg verraten und verhöhnt. Nun meldet sich der nächste Islamversteher zu Wort, wir hätten gerne verzichtet: Professor Udo Steinbach (63), seit 1976 Direktor des Deutschen Orient-Instituts in Hamburg. Was ihm zur Selbstverbrennung und zum Islam einfällt, verschlägt einmal mehr die Sprache.

Herr Professor Steinbach, in Erfurt hat sich ein ehemaliger evangelischer Pfarrer mit Benzin übergossen und selbst verbrannt. Als Motiv soll der 73-Jährige in seinem Abschiedsbrief die Ausbreitung des Islam und die Haltung der Kirchen dazu angegeben haben. Ein tragischer Einzelfall?

Es gibt schon einen größeren Zusammenhang. Denn von allen Ängsten gegenüber dem Islam ist die vor der Ausbreitung am größten: Der Islam wolle die Weltherrschaft. Europa sei auf diesem Weg soetwas wie der erste Schritt. Doch das sind Klischees. Dass sich jemand deswegen in Flammen aufgehen lässt, halte ich tatsächlich für einen Einzelfall. (…) Ich glaube, der Mann hat sich da über einen langen Zeitraum in etwas hineingesteigert. Möglicherweise hatte er keinen gefunden, mit dem er über seine Befürchtung sprechen konnte.

Muss sich die Kirche nun Vorwürfe machen?

Nein. Ich habe nicht das Gefühl, dass hier ein Defizit besteht. Manchmal wird eher bedauert, dass das Dialogangebot auf der muslimischen Seite nicht hinreichend angenommen wird. Es gibt seit Jahren einen Dialog der Kirchen mit dem Islam, der auch von der evangelischen Kirche geführt wird. (…)

Erst die Mohammed-Karikaturen, dann das Papst-Zitat, kürzlich der Skandal um die Mozart-Oper – verschärft der Selbstmord nicht die ohnehin angespannte Stimmung?

Ich denke, es ist wichtig, dass nun weder die Kirche noch die muslimische Seite überreagiert. Die Kirche muss deutlich machen, dass die dumpfe Furcht, die sich hinter der Selbstverbrennung des Pfarrers verbirgt, nicht die Haltung der Kirche ist.

Und die Muslime?

Es gibt immer mehr Muslime, die den Westen hassen. Dass sich dieser Hass in Einzelfällen auf die islamischen Gemeinden in Europa überträgt, ist ein fast zwangsläufiger Mechanismus. Die muslimischen Organisationen in Deutschland sind spürbar eingeschüchtert, weil man ja mittlerweile alles Schlechte über den Islam denken kann und sagen darf. Das könnte Überreaktionen auslösen. Wichtig aber ist, dass der durch die Islamkonferenz eingeschlagene Weg des Dialogs weitergeht. (…)

Wir haben das richtig verstanden: Missstände im Islam anzusprechen (‚weil man ja mittlerweile alles Schlechte über den Islam denken kann und sagen darf.‘), löst völlig verständlicherweise „Überreaktionen“ – sprich: Terroranschläge aus, und wahrscheinlich auch Ehrenmorde, Zwangsheiraten, Geschlechterdiskriminierung, Körperstrafen, Steinigungen … Uns würde interessieren, wodurch die erste und bisher größte „Überreaktion“ ausgelöst wurde, nämlich der 11. September 2001. Damals wurde ja noch nicht „so viel Schlechtes“ über den Islam gedacht und geredet ….

(Spürnase: Siddi)

» Kontakt zu Prof. Dr. Udo Steinbach: GIGA Deutsches Orient-Institut, Neuer Jungfernstieg 21, 20354 Hamburg, Tel.: 040 – 428 25-531/514, Fax: – 428 25-509, E-Mail: steinbach@giga-hamburg.de

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