Boris KalnokyDie Islamisten in der Türkei ziehen Vorteile aus dem Türkei-Besuch des Papstes. Täglich werden Proteste organisiert, in denen der Papst mit „Schlamm“ und die Muslime mit der „Sonne“ verglichen werden. Boris Kalnoky (Foto) erklärt in der Welt, welche Allianzen sich bilden.

Für die Verfechter des politischen Islam ist Benedikt XVI. ein Segen des Allmächtigen, denn der Papstbesuch, so hoffen sie, wird ihren schwindenden Einfluss in der Gesellschaft wieder stärken. Auch Ministerpräsident Erdogan versucht nach Kräften, aus der Visite Kapital zu schlagen. „Eine Million Menschen“, so tönte die Glückseligkeits-Partei, würden in Istanbul gegen den Papst demonstrieren. Daraus wurden mühsam organisierte 10 000 bis 15 000 mit vorgedruckten Schildchen auf Englisch, für die Kameras: „Aggressiver Schlächter und Ausbeuter“ wurde der Papst da genannt und als Kreuzfahrer abgebildet. Täglich organisiert die SP weitere Proteste, textet „Milli Gazete“ mit Schaum vor dem Mund Artikel, in denen der Papst mit „Schlamm“ und die Muslime mit der „Sonne“ verglichen werden. Im Hintergrund scheint es der frühere Ministerpräsident Necmettin Erbakan zu sein, der die Offensive leitet. Das Ergebnis ist ein Schlagabtausch zwischen ihm und Ministerpräsident Erdogan, der bis Ende der 90er-Jahre selbst ein Anhänger Erbakans war. (…) So kommt es zu den eigenartigsten Kombinationen. Erbakan steht als verurteilter Betrüger unter Hausarrest, aber niemand verhinderte, dass er über den von ihm kontrollierten Fernsehsender TV 5 auf der Kundgebung am Sonntag live als Redner dazugeschaltet wurde. Da rief er die AKP mehrfach auf, den Papstbesuch zu verhindern. Die Antwort Erdogans: „Was soll das Geschrei?“ Der Papst sei willkommen und damit basta. (…) Aber auch die AKP hat beschlossen, den Papstbesuch für den beginnenden Wahlkampf zu nutzen. Nur wie? Anfangs hielt man Benedikt XVI. offenbar für einen Mann, dessen Hand zu schütteln Stimmen kostet. Ministerpräsident Erdogan und Außenminister Gül meinten, ihn nicht treffen zu können. Nun traf Erdogan ihn nicht nur, sondern machte es so öffentlich wie möglich, direkt am Flugzeug, und gab anschließend auch noch eine Pressekonferenz, auf der er Benedikt XVI. zum Verfechter eines türkischen EU-Beitritts erhob. (…) Der Papst als „Vorkämpfer“ eines türkischen EU-Beitritts, just in dem Augenblick, da die EU selbst den Beitrittsprozess teilweise suspendieren will – das wäre wirklich unverhoffter Rückenwind für Erdogan, der sich vor den im nächsten Jahr anstehenden Wahlen einigermaßen bedrängt sieht. …

Die türkische Bevölkerung interessiert sich indessen nicht besonders für die Show, die ihre Politiker um den Papstbesuch veranstalten. Und so wurden eben auch die großartig organisierten Proteste relativ spärlich besuchte Veranstaltungen.

Soll der Papst sich doch um seine christlichen Sachen kümmern, scheinen die Türken zu denken, und sollen die Politiker sich doch im Kreise drehen – wir haben andere Sorgen.

Sehr sympathisch!

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37 KOMMENTARE

  1. Versuchen nicht Alle irgendwie den Papstbesuch für sich auszunutzen und Bestätigung der eigenen Standpunkte zu finden? Wer ohne Sünde ist…wie es weitergeht wissen Christen besser. 😉

  2. @: D.N.Reb: so ist es. Erstaunlich, wie PI mit den Begriffen „Islamisten“ und „Moslems“ jongliert. In diesem Falle wurde Islamisten in der Überschrift benutzt, schon ein Fortschritt.
    Ab vom Thema: in der heutigen FAZ, Seite 10, steht ein lesenswerter Artikel von Daniel Deckers über den Mohnanbau in Afghanistan. Vielleicht zieht sich der ein oder andere tapfere Afghanistankämpfer hier diesen zu Gemüte.

  3. Naja, D.N.Reb, PI hat aber nicht mit Steinen geworfen sondern lediglich berichtet, wie sowohl die türkischen Verfechter des slow jihad (Erdogan via EU-Beitritt) als auch die des fast jihad (Erbakan via Radikalisierung der Massen)den Papstbesuch nutzen.

    Das ist eine ganz normale Reaktion politischer Parteien auf ein Ereignis, das sich dazu eignet (Papstbesuch). Es ist für Europäer interessant, diese Türkei-internen Querelen zu verstehen. Sie sind nämlich nicht ganz einfach – es gibt keine „Guten Moderaten“ und „Bösen Islamisten“. Wenn sich die Gruppe um Erdogan durchsetzt, ist das u.U. verhängnisvoller für Europa als wenn die Türkei sich Richtung Scharia-Staat zurückentwickelt und sich damit selber ein für allemal aus der EU kickt.

    Letzteres ist aber auch nicht unbedingt eine reizvolle Variante – vor allem nicht für die atheistischen und alevitischen Türken, aber es könnte sich auch für uns negativ auswirken, es würde auch die Diaspora-Türken radikalisieren. Ich würde der Türkei mal wieder einen schönen Militärputsch gönnen – damit wäre der EU-Beitritt auch in der Tonne. Leider wird das nicht passieren, da die Kräfte, die das durchführen können vermutlich auch an einem EU-Beitritt interessiert sind ( wenn auch aus anderen Gründen als Erdogan)

    Man sollte das Bibelzitat vielleicht ein kleines bisschen wörtlicher nehmen: Sonst ist man ein für alle Mal mundtot und wehrlos.

  4. Naja, heute ist wohl ein schlechter Pressetag für unsere Hardliner, bzw. Bush – ah, pardon – Amerikafreunde.
    – Afghanistanfiasko
    – Iraq (El Anbar)- Fiasko
    und nun zu allem Überfluss die Handreichung der EKD zum Umgang mit dem Islam (Die Welt, Seite 4). Die steckt doch sicherlich voller Dhimmitum, man muss nur lang genug interpretieren.
    Vielleicht bringen diese Tatsachen den einen oder anderen zum Nachdenken, wie erfolgreich gegen den Islamismus zu kämpfen ist, anstatt von der „Rückentwicklung“ der Türkei in einen Schara´a-Staat zu faseln.

  5. Dass Du einen Kommentar meinerseits nicht sehen kannst, ohne wenigstens ein bisschen zu geifern, werter „rational“, war mir schon klar – ich habe darauf gewartet. Leider hast Du meinen Text nicht verstanden.

    Dein einziger Anwesenheitszweck hier ist ganz offensichtlich der, kindische herablassende Häme über die PI-Autoren und Kommentatoren ( keineswegs nur meiner Person) auszugießen.

    Du beschäftigst wesentlich mehr mit den Kommentatoren als mit den Inhalten.

    Ich wünsche einen schön misslaunigen Tag 🙂

  6. Ich lese die Worte von Benedikt XVI scheinbar etwas anders, weil „bedingt“:

    „Ich bin zwar kein Politiker, aber ich wünsche mir, dass die Türkei in die EU kommt“
    Damals hatte er gesagt, eine Aufnahme der muslimischen Türkei in die EU wäre ein „schwerer Fehler“.
    http://short4u.de/456d61ab9cfde

    … hört wer DAS bedingende Wort heraus?

  7. @ Eisvogel: Dein Kommentar (6) ist ja ein klassisches Bespiel, wie Du Dich mit Inhalten auseinandersetzt (Meldungen über Afghanistan, Iraq, EKD). Ich gebe ja zu, dass die Beschäftigung mit „schlechten Moderaten“, „guten Islamisten“ (von mir aus auch anders herum), „slow jihad“ des Erdogan oder Rückentwicklung in einen Schara´a Staat wesentlich einfacher und angenehmer ist, als mit der völlig gescheiterten Politik des Herrn Bush im Iraq und Afghanistan. Nun fällt auch noch der Sack (EKD) auf dem Esel (Deutschland) zum Draufschlagen aus…eine Horrormeldung nach der anderen.
    PS: das mit dem Militärputsch in der Türkei könnte eintreten, da bin ich mit Dir d´accord.

  8. @Eisvogel

    Sag ich doch. Jeder versucht irgendwie Honig aus dem Papstbesuch zu saugen. Sagt er Islam-kritisches, freuen wir uns. Betont er, dass Islam und Christentum im Prinzip dasselbe seien, friedliche grosse Weltreligionen, freuen sich wieder andere.
    So hat jeder Grund zur Freude oder zum Ärger. Aber wie sagte ein weiser Staatsmann? Entscheidend ist, was hinten rauskommt. 😉

  9. @rational: Ich habe mich unter #4 ausschließlich inhaltsbezogen geäußert. Ich lese häufig auch bei JihadWatch und finde es sehr traurig, zu sehen, wie die Kommentatoren dort im Ggensatz zu uns hier miteinander umgehen – nämlich sehr respektvoll, obwohl sie deutlich härtere Aussagen zum Thema machen als wir alle hier. Ich empfinde den grundlos aggressiven hämischen Umgangston, der sich hier eingeschlichen hat, als sehr störend. Und es tut mir sehr leid für die PI-Macher, dass sie so etwas anziehen. Sie haben das nicht verdient, denn sie machen großartige Arbeit.

    Ich sehe keine Veranlassung, zu einem Artikel über den Papst in der Türkei die Afghanistanpolitik der USA zu erwähnen. Wenn Du das für wichtiger hältst, wär’s vielleicht gut, Du machst es in einem Forum Deiner Wahl zum Thema?

    @Schoggo. Du denkst, der Papst habe gemeint „Erst christianisieren, dann in die EU“ 😉

    Falls ja, dann fürchte ich, dass das etwas zu subtil war.

  10. > Ich sehe keine Veranlassung, zu einem
    > Artikel über den Papst in der Türkei die
    > Afghanistanpolitik der USA zu erwähnen.

    Immer wieder amüsant. Es kommt ein Beitrag zum Thema XYZ, der nichts, aber auch gar nichts mit USA zu tun hat, und die Trolle schreiben: „aber Bush ist total doof“. Daran erkennt man stets, wie weit gesteckt der geistige Horizont des Diskutanten ist.

  11. >> Ich sehe keine Veranlassung, zu einem Artikel über den Papst in der Türkei die Afghanistanpolitik der USA zu erwähnen. Wenn Du das für wichtiger hältst, wär’s vielleicht gut, Du machst es in einem Forum Deiner Wahl zum Thema?

    Ein mehr als berechtigter Einwand. In anderen Foren mag es ja üblich sein, alle Probleme unter Hinweis auf tatsächliche oder erfundene Taten „der Amerikaner“ abzutun, zu relativieren oder zu verharmlosen. In diesem Forum ist das aber zum Glück nicht der Fall und es wird euch auch nicht gelingen. Nur fürs Protokoll: Die Politik des „Herrn Bush“ ist natürlich weder im Irak und erst recht nicht in Afghanisten gescheitert. Schade, daß manche Kommentatoren sich auf die Stufe der Diskussions-„Kultur“ begeben müssen.

  12. @ Eisvogel: ich gebe Dir ja im Prinzip recht, aber es ist ja nicht nur Häme, die sich manchmal austobt, sondern zu oft die Wertung a la „Dhimmi“, „taqiya“ etc., die dann wiederum zur Häme verführt. Diese, manchmal offen, manchmal subtile Abwertung von Kommentatoren, Politikern, Institutionen etc., hier vorschnell praktiziert, ist nicht nur ein Greuel, sondern auch extrem dumm (natürlich gibt es offensichtliche Fälle wie Beck/Roth). Und solange PI hier Meldungen Typ „Nikoläuse“ auftischt, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass mit jeder Nullität Propaganda gemacht werden soll. Da müssen die PI-Macher mit Kritik leben.
    Ich halte die Ereignisse im Iraq und Afghanistan für wesentlich wichtiger (auch auf lange Sicht) für unseren Kampf gegen den Islamismus, als Türkei, EU und Papst. Dieses Thema ist höchstwahrscheinlich mausetot, und Du weisst es.

  13. @ Mir,J_B: vielleicht stellt ihr mal die berechtigte Frage, warum diese Pressemeldungen (El Anbal, Afghanistan, EKD)hier nicht erscheinen. Nikoläuse, iranische Schüler und Popheulbojen scheinen wohl wichtiger zu sein? Dies zum Thema „geistiger Horizont“.

  14. @ rational

    Weil das Sache der privaten Blogbetreiber ist?
    Nikoläuse sind schon wichtig. Mein Nikolaus hat mich geprägt, wie auch der Vietnamkrieg. Jedenfalls die Berichterstattung darüber.

  15. #14 rational (29.11.06 12:41)

    „@ Mir,J_B: vielleicht stellt ihr mal die berechtigte Frage, warum diese Pressemeldungen (El Anbal, Afghanistan, EKD)hier nicht erscheinen. ….Dies zum Thema „geistiger Horizont“.“

    Vielleicht solltest Du Fragen, die Du für berechtigt hälts lieber selber stellen, dann würde dich mancher vielleicht ernst nehmen, von wegen dem „geistigen Horizont“.

  16. @ rational

    Eben, Pressemeldungen. Weil wir „Bush ist dumm!“, „Irak war völlig falsch (und dumm)!“, „In Afghanistan läuft alles schlecht (dumm, nicht zu vergessen)!“ in jeder Zeitung lesen und in jedem Fernsehsender sehen können. Das ist der politisch korrekte Mainstream, der meist mit der Realität eher wenig zu tun hat. Wer das lesen will, braucht keine Blogs. Und wer wie du schon wie unsere Medien mit Begriffen wie „Fiasko“ um sich wirft, scheint an einer Diskussion über Themen wie Irak eh nicht interessiert. Ich jedenfalls halte auch die meisten PI-Themen für sehr wichtig. So viel dazu. Wenn’s dir nicht paßt… und so weiter.

  17. „Bush ist dumm!“, „Irak war völlig falsch (und dumm)!“
    Das stimmt aber auch!
    Die Resourcen hätte man besser nutzen sollen um die Ayatollahs im Iran ins Meer zu treiben!
    Bush´s Fehler war net Irak, sondern dass er nicht in den Iran is!
    Saddam war soooooo klein mit Hut, der hätt nie mehr uffgemuckt, was stattdessen jetzt die Iraner machen. Und die dafür umso besser (siehe Hizbollah, Atomwaffenbasteln, Mittel-Langstreckenraketen, „Wipe Israel off the map“, Unterstützung Aufständischer im Irak….).

  18. So so. Nun, warum haben sich dann nicht die alten Europäer schon längst daran gemacht, die „Ayatollahs im Iran ins Meer zu treiben“? Schließlich wissen sie ja immer genau, was zu tun sei.

  19. @Mir
    Ich stimme dir zu, es gehört zum politischen mainstream, Irak und Afghanistan als gescheitert zu erklären. Mit der Realität hat das nichts zu tun, wohl aber mit der Absicht eines Amerika-bashing. Es fällt doch auf, daß keinerlei positive Entwicklungen aus diesen Ländern berichtet wird.
    Im übrigen ist es auch nicht Amerikas bzw. die Schuld von Bush, daß sich Sunniten und Schiiten gegenseitig die Köpfe einschlagen. Ja, ja unter Saddam war alles besser 😉

  20. @ Mir: ach so, Du stellst so mal eben fest, dass Meldungen aus dem „politisch korrekten Mainstream“ (wer ist das eigentlich?) eher weniger mit der Realität zu tun haben, und alles ist in Deinem Lot. Die EKD-Handreichung zum Islam, keine Realität? Der Weltbank/UN-Bericht zur Opiumproduktion in A., keine Realität? Der Bericht aus der CIA über El Anbar, keine Realität? Diese Haltung nennt man gewöhnlich Realitätsverweigerung, die Flucht in einen „Wunschblog“ ist eine normale Folge. Übrigens passt es mir sehr gut hier, mit dem und so weiter wird nix.

  21. @ Medea: auch Du gehörst zu der Spezies, die gerne Bush mit Amerika verwechseln.
    Dass sich Sunniten und Schiiten die Köpfe einschlagen ist mit Sicherheit weder Bushs noch Amerikas „Schuld“. Das hätten die früher oder später auch so getan. Im übrigen hält sich mein Mitleid darüber stark in Grenzen.

  22. @ rational

    Eigentlich gehe ich nicht gern auf Leute ein, die Aussagen absichtlich falsch verstehen. Daher in aller Kürze: Ja, die Berichte spiegeln reale Probleme wieder, teilweise sind sie aber auch in typischer Weise von den Medien an das gewünschte Bild angepaßt worden. Diese Dinge können wir gern diskutieren, aber bitte nicht auf dem Niveau „Bush ist ja so dumm“ oder „Fiasko! Fiasko!“.

  23. #6″Dein einziger Anwesenheitszweck hier ist ganz offensichtlich der, kindische herablassende Häme über die PI-Autoren und Kommentatoren ( keineswegs nur meiner Person) auszugießen.“

    Das ist die Strategie der Aushöhlung von innen heraus.

    Man legt sich einen Nick zu (Ich könnte mich sogleich als Nietsche, der Bischof von Mekka, oder Scheich-ul-Rasul nennen und jedes Mal würde ein anderes Bild von mir erzeugen)

    Nicht immer geht es um Realität oder um Vernunft, weil ein Nick das sugerieren will.

    Das Problem ist, dass sie damit recht erfolgreich sind. Einige vernünftige Kritiker bleiben weg, weil solche „vernunft“-Nicks zu viel Freizeit haben.

    Die andere Seite: Wenn ich mich nicht ständig damit aufhalte, mich mit solchen „vernunft“-Nicks abzugeben und den Dialüg hier zu führen, kann ich sinnvollere Arbeit anderswo machen. Ich hoffe, dass sich inzwischen neue Islamkritiker bei PI einfinden, die die Stellung im Dia-LÜG hier halten.

    Man soll sich von Nicks nicht täuschen lassen. Die sind ebenso wenig aussagekräftig, wie die personengerichtete Angriffe. Wie nennt man sie? Ad hominem Angriffe? Darin sind manche Islamfreunde gut. Kehrt man den Spieß um, sind die beleidigt.

    Komisch,dass die Islamophilen so viel wert darauf legen, „vernunft“-Nicks zu haben. Wieso kommt keiner auf die Idee, das andere Schlüsselwort der Mohammedaner in seinem Nick aufzuführen. Wie wäre es mit einem Nick wie „Ehrlicher Moslems“ oder „Moslem mit Ehre“; oder „beleidigter Moslem“.

    „Vernunft“-Nicks sind im Grunde nichts anderes. Und ich gehe ihnen schon lange aus dem Weg. Meine Überzeugung ist: Wer dia-lügisieren wollte, hatte 40 Jahre Zeit. Ist nix gescheites rausgekommen. Jetzt ist die Zeit des Dia-lügs vorbei.

  24. @ Mir: so einfach gehts nicht. Die EKD-Handreichung, was ist die denn nun, ein reales Problem oder eine Realität? Ähnliches gilt für den Opiumbericht der Weltbank. Den Bericht aus der CIA über El Anbar lassen wir vorsichtshalber aussen vor, da für uns schwer überprüfbar. Und nun verrätst Du bitte dem staunenden Leser, wo diese Berichte teilweise von den Medien an das gewünschte Bild angepasst worden sind, und woher Du diese Erkenntnisse hast.
    Hic Rhodos, hic salta!

  25. @rational:
    ..immer wieder wie eine Schneefräse durch den Blog… betcha you love yourself… already couple of months ago I certified your status of „patronising arsehole“… should stick to your terrain: „Schuster bleib bei deinen Leisten“ = P.A.

  26. @ Leichengespenst: Schneefräsen werden bekanntlich dort eingesetzt, wo Schnee Verkehrswege behindert. Dein Vergleich wundert mich: bist Du der Ansicht, dass hier im Blog „ideologischer Schnee“ die klaren Wege gegen den Islamismus behindert? Hälst Du Deine Kommentare für „ideologischen Schnee“? Du könntest recht haben.

  27. im hinblick auf irak-afghanistan:
    iran liegt zwischen dem irak und afghanistan,mit anderen worten das egagement der usa in afghanistan und dem irak bezieht sich geostrategisch gänzlich auf den iran.

  28. IRAN
    Schöne Schande
    Von Dieter Bednarz

    Ein Schmuddel-Video bricht in Teheran alle Verkaufsrekorde – und lässt einen attraktiven TV-Star vor dem Karriereende und Peitschenhieben zittern.

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,450706,00.html

    TÜRKEIREISE
    Extremisten bezeichnen Papst als Kreuzfahrer
    Ein Ableger des Terrornetzwerks al-Qaida hat Papst Benedikt XVI. in einer Erklärung im Internet der Kreuzfahrerei bezichtigt. Der Pontifex sei in die Türkei gekommen, um dort den Islam auslöschen, hieß es. Die öffentliche Meinung im Land allerdings scheint eine andere zu sein.

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,451518,00.html

  29. @ Lutiwatz

    Bingo. Genauso ist es. Ich jedenfalls finde es witzig, wenn Menschen, Rational zum Beispiel, dauernd von einem Fehlschlag reden.

    Sie wissen gar nicht, was das ziel der Operation war. Können also gar nicht wissen, ob sie erfolgreich ist/war.

    Es gibt nämlich noch eine ganz andere Möglichkeit: Die nämlich, das der gegenwärtige Bürgerkrieg im Irak nicht nur Vorrausgesehen, sondern auch beabsichtigt war. Um, Strategisch korrekt, das angreifende Bündnis (Islam) zu schwächen. Und da bot sich am ehesten der Suniten/Schiiten Konflikt an. Und da war der Irak der ideale Ort, um diese alte Narbe wieder aufbrechen zu lassen. Und um, ganz nebenbei, ein bischen Öl ins Feuer zu geben. Nebeneffekt: Die Türkei wird geschwächt, (Durch die Kurden im Nordirak), Saudi Arabien muß beim Abzug der Amerikaner um sein Leben fürchten………

    Mohnanbau in Afgahnistan. Hat dazu geführt, das ein schuß Heroin in Teheran mittlerweile billiger ist, als eine schachtel Zigaretten. Und wenn sich die Usa aus beiden Ländern zurückziehen, sitzt der Iran an zwei Grenzen in der Scheiße.

    Ist eine Möglichkeit. Ich weiß es nicht, wir wissen es nicht. Aber, solange wir nicht wissen, können wir auch nicht sagen ob es ein Fiasko ist.

  30. @ Hawkeye: Deine Gedanken sind nicht neu und x-mal durchdiskutiert. Nur:
    Iraq: nach dem militärischen Sieg über Saddam, Aufrüstung der Kurden im Norden, Hinrichtung des Takriticlans hätten die USA den Bürgerkrieg wesentlich schneller, gründlicher und billiger haben können – nämlich durch Abzug. Und wozu dann das Geblubber über „Errichtung eines demokratischen Musterstaates“? Zur Täuschung der Weltöffentlichkeit und der eigenen Bevölkerung? Die Quittung hat Bush jetzt bekommen. Er müsste schon ein wahrer Masochist sein, um dies gewollt zu haben.
    Afghanistan: Völlig klar, Iran sitzt in der Zange, bekannt. Nur, mit den Taliban an der Macht in Afghanistan wäre die Zange mindestens ebenso gut. Taliban = extreme Sunnitenorganisation, die hassen die Schiiten mehr als alles andere. Den Mohnanbau hätten die genauso gefördert, sie finanzieren sich schließlich davon.
    Das Ziel wäre verständlich, leider hat es an der Durchführung gehapert, oder – es war eben nicht das Ziel.

  31. @ Rational

    Ja klar. Aber, deine Argumente sind eben auch nicht neu. Worauf ich hinaus wollte ist: solche Operationen dienen selten einem Ziel allein, Und, niemand hat gesagt, das sie es nicht versuchen, einen demokratrischen Irak aufzubauen.
    Denn, ein freier Irak wäre Strategisch ebenso nützlich wie ein BürgerkriegsIrak. von daher, ist es nicht ganz klar, was sie versuchen, denn sie können mit beiden fällen leben.
    (Müssen sich aber auch ein bischen an soetwas wie Timing halten, zu auffällig, Motto rein, chaos stiften und wieder verschwinden geht auch nicht. Der nächste Punkt, ich persönlich glaube, das mit ein Grund für die Präsenz der Truppen im Irak der Iran ist, es ist eine bequeme Art die Streitkräfte im Verfügungsraum zu halten, ohne das es als direkte Angriffshandlung wieder den Iran aussieht. Zweiter Trick: wenn es gegen den Iran heiß werden sollte, sind seine Gesamten kräfte entlang der Grenze zum Irak gebunden.

    Zu den Taliban. die mußten weg: sie waren die einzigen, die den Opium anbau halbwegs niedergehalten haben. und, wenn das Problem im Iran irklich der YouthBuggle ist, also unmengen an Perspektivlosen jungen Männern, ist billiges Heroin eine elegante Methode diesem Ins knie zu schiesen. Ausserdem sind Warlords besser und leichter zu kontrollieren als Taliban: da sie immer gegeneinander krieg führen, sind sie in viel größerem Maß von WaffenLieferungen, Geldzuwendungen und ähnlichem abhängig. Und können eine angenehme Drohkulisse wieder die Grenze zum Iran aufbauen, und so weitere Iranische Kräfte binden.
    (als letztes: Sunniten sind die Warlords auch, Radikal durch den Islam sowieso, da macht es keinen Unterschied, zu Mindest im Sunniten/Schiiten Mißtrauen/Hass, ob sie nun Taliban oder Warlord heißen.)

  32. q Hawkeye: interessant. Jedoch „Chaos stiften“ war nicht die Idee, sondern rein, siegen, für Ordnung sorgen (Takriticlan an die Wand), und dann via Übergangsregierung und Wiederaufbauhilfen etc. raus. Da hätten auch die restlichen Europäer mitmachen müssen.
    Militärstrategisch bin ich mir mit der Truppenbindung nicht so sicher. A) Ein Angriff auf den Iran ist höchstwahrscheinlich ein oder mehrere Luftschläge, keinesfalls ein Bodenkrieg. Wozu folglich eine Bindung der iranischen Bodentruppen? B) Die US-Bodentruppen wären im Falle eines Luftkrieges gegen den Iran massiv durch irakische Terroristen, Freischärler schiitischer und sunnitischer Natur bedroht. Für meine Begriffe ein etwas arg riskantes Manöver.
    Afghanistan: Deine Begründung halte ich für sehr weit hergeholt. Aufweichung durch Heroin, naja.

  33. Diese Theorien halte auch ich für etwas gewagt. Ich fürchte, daß man bisher keine echte Strategie für den Umgang mit dem iranischen Regime entwickelt hat, auch wenn ich natürlich hoffe, mich da zu täuschen. Allerdings kein Grund zu Überheblichkeit für die alten Europäer: Angesichts der Tatsache, daß die Islamisten uns mindestens (!) ebenso sehr bedrohen wie sie Amerika bedrohen, ist die typische Unfähigkeit zu konkreten Vorschlägen seitens Europas / Deutschlands mehr als kurzsichtig. Vielleicht wird ja ab 2009 in Amerika ein Demokrat Präsident sein, der hätte jedenfalls nicht den Großteil der Medien gegen sich und damit mehr Handlungsspielraum. Wenn wir so lange warten können, was auch umstritten ist.

    Eins dürfte jedoch feststellen: Wenn man jetzt aus dem Irak flüchtet, würde ein möglicher Konflikt mit dem Iran aus vielen Gründen ungleich schwieriger verlaufen.

  34. @ Rational

    Das Problem ist, mit ein paar Luftschlägen ist es nicht getan. das Hauptproblem, die Gaszentrifugen in Isfahan, sind in den Berg gebaut und zweitens mitten in dichtbesiedeltem Gebiet. Schau es dir auf Google Earth einmal an. BunkerBuster und ähnliches Funzt bei Betonarmierten Sheltern, oder Flach Unterirdischen Bunkern, nicht bei Anlagen die in einem Berg liegen. Da Hilft dir noch nicht einmal eine taktische Atomwaffe. da müsste es mindestens etwas im Megatonnen bereich sein. Da das aber aufgrund dichter besiedelung ausfällt, bleibt dir nicht mehr viel übrig.

    Wenn es mit ein paar Luftschlägen getan wäre, dir Israelis hätten es wie in Osirak schon längst in die Hand genommen. So aber ist es ein ziemliches Problem, und einer der Gründe, warum der Westen noch keine ahnung hat, wie er mit dem Iran weiter verfahren soll. Die militärische Karte ist eklig, und sonst gibt es nicht viel, was die Mullahs beeindruckt. sie wissen das natürlich. Nicht ohne Grund spielen sich diese cleveren kleinen Bastarde so auf. ihnen ist relativ klar, das wir ihnen im Moment nicht so Wahnsinnig viel können.

    Wenn sich die USA allerdings entschließen, Isfahan das Licht auszuschalten, dann müssen sie auf dem Landweg kommen, diese Option halten sie sich offen.

    Zum Heroin: Ich hab auch nicht gedacht, das es so ein Großes Problem im Iran ist: bis ich einen WHO Funktionär gesehen habe (selber Iraner), der gesagt hat, das die WHO von MINDESTENS 1,2 Millionen süchtigen ausgeht. Da das kaum die alten und Frauen sein Werden, sondern in der Masse junge, (eigentlich) Wehrfähige Männer, sollte man das nicht unterschätzen, wenn es um die Strategische Betrachtung der Iranischen kampfkraft geht.

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