Spiegel beklagt Rassismus in Südafrika

alexander_schwan.jpg"Spiegel-Leser wissen mehr" – heißt es immer so schön. Doch PI-Leser wissen längst, dass zumeist das genaue Gegenteil der Fall ist. Auch bei diesem Artikel hier von Alexander Schwan (Foto) – politisch korrektes SPD-Mitglied – über "Rassismus im Paradies" fragen wir uns: weiß der 21-jährige Student eigentlich, wovon er da redet? Oder entspricht der von ihm mokierte Rassismus-Verdacht nur seiner Wunschvorstellung? PI-Autor Jens, der seit über dreizehn Jahren in Kapstadt lebt, hat sich beim Durchlesen des SpOn-Beitrags jedenfalls des öfteren verdutzt die Augen gerieben…

Schwan ist seit fünf Monaten in Südafrika. Er hat sich, bewusst oder unbewusst, die Universität mit der besten Reputation gewählt. Das ist gut und richtig so. Und wenn er in Maastricht studiert, spricht er bestimmt auch etwas flämisch – das macht seine Wahl der Uni Stellenbosch noch logischer. Denn dies ist die einzige Universität in Kapstadt, an der noch zum großen Teil auf Afrikaans gelehrt wird, einer Sprache, die dem Flämischen ähnlich ist. Alexander beschreibt in seinem Artikel die Schönheiten der Kapregion, die Weinproben und majestetischen Berge.

“Abends bei Straußenfilet und Cabernet Sauvignon dem Plätschern des Wassers am Eerste River lauschen und den vom Sonnenuntergang rot erstrahlten Tafelberg am Horizont ausmachen – das ist der paradiesische Teil”.

Es geht ihm also gut. Wenn, ja wenn da nicht seine rassistischen Kommilitonen wären, die das beschauliche Bild störten. Nein, sie mögen keine Rapmusik, weil die von Schwarzen gemacht wird. Ich stell mir grad vor, wie die Unterhaltung gewesen sein könnte: „No, don’t like it, its black music.” Zugegeben, ich mag auch keine Rapmusik und ja, diese wird vorwiegend von Schwarzen gemacht. Alexander allerdings hat ein festes Weltbild und dieses schreibt ihm vor, dass seine Kommilitonen Rapmusik aus rassistischen Gründen und nicht einfach wegen eines anderen Musikgeschmacks ablehnen. Basta. Denn sie sind weiß und die anderen sind schwarz – die Rollenverteilung gut und böse ist klar.

Ich lebe hier in Südafrika und ich bin begeistert von diesem, meinem Land. Seit den Wahlen 1994 hat sich vieles geändert – und Alexander, dies sind erst 12 Jahre. Was hast Du erwartet ? Du schreibst von einer ohnmächtigen Wut, wenn Du an den Townships vorbeifährst. Wusstest Du, dass unsere Regierung im nächsten Jahr 23 Milliarden Rand (€ 2.6 Milliarden) für den Bau von 500.000 Häusern für schwarze Südafrikaner ausgeben wird? Wusstest Du, dass unsere Regierung den Steuerfreibetrag für die unteren Einkommensschichten auf 40.000 Rand (€ 4500) erhöht hat? Wusstest Du auch, dass unsere Regierung trotzdem das Defizit vor Neuverschuldung auf 7.9 Milliarden Rand und somit auf ein halbes Prozent des Bruttozialproduktes verringern konnte? Dir als VWL-Studenten sollten solche Zahlen etwas sagen. Dir als Gast in unserem Land sollte mit den Erfahrungen, die Du hier machst, klar sein, dass die Lebensbedingungen ALLER Südafrikaner nicht in einer Dekade angeglichen werden können. Erwartest Du nicht etwas zuviel ? Um noch eine Zahl zu nennen: trotz all der Ausgaben und Steuersenkungen für untere Einkommensschichten ist unsere Inflationsrate stabil unter 4 %.

Unsere Regierung und die Menschen in unserem Land arbeiten an einem neuen Südafrika. Es werden Fehler gemacht, aber auch Fortschritte. Alles braucht eben Zeit. Gib uns doch eine Chance. Du schreibst von Deinen rassistischen Kommilitonen. Alexander, diese müssen ihr Studium selbst bezahlen, mit der Aussicht, danach in ihrem Heimatland keine Arbeit zu finden. Dies nennt man BEE (Black Economic Empowerment) und macht es einem Weißen so gut wie unmöglich, eine Anstellung in der Wirtschaft zu finden. Wie würdest Du Dich verhalten, wenn Du – der Du sicherlich Deinen Aufenthalt hier in Südafrika über ein Stipendium finanzierst – gezwungen wärst, Deine Heimat zu verlassen? Alexander, hast Du jemals versucht, Dein Weltbild in Frage zu stellen und die Situation der Weißen hier in Südafrika zu verstehen? Und vergiss nicht, es waren die Weißen, die beim Referendum 1993 für die Abschaffung der Apartheid gestimmt haben.

Die Uni in Stellenbosch versuche krampfhaft, Afrikaans als Lehrsprache zu behalten – schreibst Du. Ich frage Dich: Was ist falsch daran? Warum kann es neben zwei englischsprachigen Universitäten in Kapstadt nicht auch eine afrikaanssprachige geben? Afrikaans ist die am meisten gesprochene Sprache im Westkap. Haben die Menschen hier nicht ein Recht darauf, eine Hochschulausbildung in ihrer Muttersprache zu absolvieren ?

Die Townships haben es Dir ja besonders angetan. Alexander, es gibt solche Siedlungen auch in Brasilien oder Asien. Dies hat mit Landflucht und dem Streben nach einem besseren Leben zu tun. Warst Du je in einem Township hier am Kap ? Weisst Du, dass – im Gegensatz zu vergleichbaren Siedlungen in Brasilien – diese alle Strom, fließendes Wasser und städtische Dienstleistungen wie Müllabfuhr etc. haben. Übrigens zum großen Teil nach einer Gemeindestrukturreform – mitfinanziert durch die wohlhabenden Gegenden um Camps Bay. Wusstest Du, dass zum Beispiel Helen Zille, unsere (weiße) Bürgermeisterin, eigentlich lieber Häuser für die Armen bauen wollte, als Milliarden für die Fußballweltmeisterschaft 2010 auszugeben? Alexander, ich möchte das Leben in den Townships nicht schönreden. Aber gib uns Zeit, die Lebensbedingungen auch dieser Menschen zu verbessern.

Du schreibst, dass Du hier an der Uni in Stellenbosch unter anderem an einem Seminar Probleme bei der Errichtung einer demokratischen Nation in Südafrika seit 1994 teilnehmen konntest. Eigentlich hättest Du unser Land, unsere Probleme und unsere Perspektiven besser verstehen sollen, als Du dies in Deinem Artikel zum Ausdruck gebracht hast.

Wenn Du das nächste Mal bei Straußenfilet und Cabernet Sauvignon dem Plätschern des Wassers am Eerste River lauschst, versuch doch mal, die Menschen in Südafrika zu verstehen – alle Rassen – denn wir sind eine Nation und haben bisher viel erreicht, von dem man vor dem Abschaffen der Apartheid noch nicht einmal träumen konnte.

» Blog von Alexander Schwan in Südafrika




Kurt Becks erhobener Zeigefinger: Waschen und rasieren

beck_erhobenerzeigefinger.jpgEs rauscht gewaltig im deutschen Blätterwald. Nach dem Rohrkrepierer der Geschichte mit den Schädelspielchen deutscher Bundeswehrsoldaten versuchen die Medien erneut aus nichts eine Story zu machen. Der Chef der traditionellen Arbeiterpartei SPD hat angeblich einen Arbeitslosen beleidigt – empörend, schließlich versteht die SPD sich selbst als ausgewiesener Schutzpatron der Arbeitslosen.

Für SpOn ist es momentan die wichtigste Nachricht überhaupt. Nichts kann der „unglaublichen Entgleisung“ den Rang ablaufen, dass der SPD-Chef einem äußerst ungepflegt aussehenden 37-jährigen Mann den Rat gab, sich zu waschen und zu rasieren, dann würde es auch mit dem Job klappen:

Kurt Beck hatte gerade auf dem Wiesbadener Sternschnuppenmarkt für ein Foto mit Andrea Ypsilanti und drei Nikoläusen posiert, da begann ein Mann in der Menge lautstark zu schimpfen. In einem zwanzigsekündigen Monolog machte er den SPD-Vorsitzenden für sein Schicksal verantwortlich und bedankte sich ironisch für „Hartz IV“. „Pöbelig“ und „leicht angetrunken“ sei er gewesen, berichten Augenzeugen. Das ist Alltag für einen erfahrenen Marktplatz-Händeschüttler wie Beck. Normalerweise bleibt er freundlich und unverbindlich. Doch diesmal reagierte der SPD-Chef ungeduldig. Er sehe nicht so aus, als ob er in seinem Leben schon viel gearbeitet habe, blaffte er den Mann an und gab ihm noch einen guten Rat: „Wenn Sie sich waschen und rasieren, haben Sie in drei Wochen einen Job“. (…) Nach Becks Entgegnung war F. zunächst still. Der SPD-Chef fuhr mit dem Händeschütteln fort. Hundert Meter weiter, an der Marktkirche, tauchte F. wieder auf und versprach: „Ich wasche und rasiere mich und komme dann bei Ihnen in der Staatskanzlei vorbei.“ Beck antwortete: „Okay, machen Sie das.“

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Kriegt von der SPD als Wiedergutmachung einen Job: Henrico F.

Meine Güte, was hat den SPD-Chef denn da bloß geritten, fragt sich erschüttert SpOn. Er wusste doch, dass ihn Kameras umgeben und seine empörende Äußerung über die Nachrichtenagenturen tickern würde…

…der Rat, dass es reiche, sein Äußeres zu verändern, um einen Job zu bekommen, auf manche wie blanker Hohn wirken. Die SPD stellt sich denn auch schon auf hässliche Boulevard-Schlagzeilen ein. Im Bemühen, ein PR-Desaster zu verhindern, versucht man es im Willy-Brandt-Haus jetzt mit der Vorwärtsverteidigung. „Wenn der Betroffene sich meldet, dann wird Kurt Beck ihm helfen, einen Job zu finden“, sagt Parteisprecher Lars Kühn.

Peinlich ist die ganze Sache für die SPD, würde sie doch mit Vergnügen Politiker anderer Parteien für eine solche Bemerkung fertigmachen. Nun aber, wo das „Schwarze Schaf“ der eigene Vorsitzende ist, ist gegenüber den Medien Schadensbegrenzung angesagt. Und was würde da besser helfen als ein Job für Henrico F.?

(Spürnase: Reinhard P.)




Türkei: Kamel-Opfer schützt vor Flugzeugabstürzen

Einen wahrhaft mittelalterlichen Brauch haben Mitarbeiter einer türkischen Fluglinie vollzogen. Mitten auf dem Rollfeld des Atatürk-Flughafens in Istanbul schlachteten sie ein Kamel, weil angeblich ein Fluch auf einigen Maschinen der Fluglinie liegt. Allah wird sicher ein Einsehen haben!

Einen bizarren Brauch haben Mitarbeiter einer türkischen Fluglinie wieder aufleben lassen. Sie schlachteten ein 700 Kilo schweres Kamel – mitten auf dem Rollfeld des Atatürk-Flughafens in Istanbul. Grund für die rituelle Opferhandlung: Ein Fluch lastet angeblich auf einigen Maschinen der Linie. Mit der Schlachtung eines Kamels auf einem Rollfeld des Atatürk-Flughafens in Istanbul hat das Wartungspersonal der türkischen Fluglinie Turkish Airlines die Rückgabe eines letzten aus Großbritannien geleasten Flugzeugs gefeiert. Das hatte Folgen für den Chef: Der für die Wartung der Flotte zuständige Direktor wurde vom Dienst suspendiert, wie türkische Medien berichteten. Wie bei Dankesopfern nach muslimischem Brauch üblich war das Kamel zunächst festlich herausgeputzt und dann geschlachtet worden.

Die 700 Kilo Fleisch wurden anschließend an die Mitarbeiter verteilt. Kamele müssen in der Türkei nur bei ganz besonderen Anlässen als Opfertiere herhalten. In der Regel reichen, wie bei dem in zweieinhalb Wochen beginnenden islamischen Opferfest, kleinere Tiere wie Schafe und Rinder. Der besondere Grund für das Wartungspersonal von Turkish Airlines bestand darin, endlich das letzte von einem Dutzend geleaster Maschinen des Typs RJ100 und RJ70 „loszuwerden“. Eines dieser Flugzeuge war im Januar 2003 beim Landeanflug auf den Flughafen von Diyarbakir im Südosten der Türkei abgestürzt. Bei dem Unglück starben 75 Menschen.

Na, da müssen wir doch Verständnis haben, oder? Was ist schon ein Kamel, wenn Allah dafür die Flugzeuge in der Luft hält. Aber eine interessante Frage stellt sich hier schon: Wie kommt eigentlich ein 700 kg-Kamel in den hochsensiblen Sicherheitsbereich?




Studie: „Jeder zweite Deutsche ist fremdenfeindlich“

Alle paar Monate werden „Studien“ veröffentlicht, die die deutsche Bevölkerung solch übler Eigenschaften wie Fremdenfeindlichkeit oder Islamophobie überführen. Diese „Studien“ haben eine wichtige Funktion. Sie kommen in wissenschaftlicher Seriosität bemäntelt daher, und liefern den Fürsprechern des Multikulturalismus Scheinargumente, um deren Interessen besser durchzusetzen. Anhand eines aktuellen Beispieles kann man sehen, wie hahnebüchen, unseriös und auch böswillig solche „Studien“ erstellt werden. Sie dienen keineswegs einer Art von Wahrheitsfindung, sondern sind ausschließlich ein Instrument, das bestimmten politischen Interessen dient.

Es ist gar nicht so einfach, die Deutschen der Untugend der Femdenfeindlichkeit zu überführen. Schließlich zahlen sie Milliarden an Steuergelden und teilen ihre Arbeitsplätze mit Ausländern. Lassen zu, daß überall Moscheen gebaut werden und Moslems Sonderrechte eingeräumt bekommen. Doch mit ein paar unverfänglichen Fragen, und der dringend notwendigen Interpretation der Antworten kommt man doch zum gewünschten Ergebnis: Die Überführung der Deutschen als Fremdenfeinde.

Als Zeichen für Fremdenfeindlichkeit galt in der Studie eine Zustimmung zu den Aussagen „In Deutschland leben zu viele Ausländer“ und „Wenn Arbeitsplätze knapp werden, sollte man die in Deutschland lebenden Ausländer wieder in ihre Heimat schicken“. Befragt wurden knapp 10 000 Bürger. Leiter der Studie ist der Bielefelder Sozialwissenschaftler Wilhelm Heitmeyer. Er betonte, das Ausmaß an Fremdenfeindlichkeit in Deutschland habe in den vergangenen Jahren „kontinuierlich“ zugenommen.

Das Ziel einer solchen Studie ist den Einheimischen jegliches moralisches Mitspracherecht über Zuwanderung und Aufenthalt von Migranten zu entziehen, bzw. daß nur die Sichtweise der Multikultis Gültigkeit haben darf. Legitime Eigeninteressen zu vertreten soll diffamiert werden. Etwa das berechtigte Interesse des Steuerzahlers, Personen aus fremden Ländern nicht über die Sozialkassen finanzieren zu müssen. Oder bei einem knappen Angebot an Arbeitsplätzen auch noch mit Migranten zu konkurrieren.

Dieses legitime Interesse wird verteufelt, und der Focus schreibt als Bildtext: „Fremden ist fast jeder zweite Deutsche feindlich gesinnt“. „Feindlich“ – das hört sich wirklich übel an.

Fragt sich umgekehrt, woran man eine moralisch akzeptable, nicht fremdenfeindliche Haltung erkennt. Natürlich am Gegenteil: Um nicht fremdenfeindlich zu sein, muß man Ausländer auch dann noch ins Land lassen oder dulden, wenn diese den Sozialstaat überfordern und ein schrumpfender Arbeitsmarkt nicht nur für Ausländer immer schlechtere Perspektiven bietet und die Integration immer deutlicher scheitert. Ein moralisch legitmer Standpunkt ist somit zugleich ein solcher, der massiv den eigenen Interessen in wirtschaftlicher wie kultureller Hinsicht schadet. Wer dieser selbstzerstörenden Sicht widerspricht muß mit negativsten Stigmatisierungen rechnen. In sofern ist diese „Studie“ ein weiterer Beleg für die Einschüchterungsstrategie der Multikulturalisten, die auch nicht vor Verteufelung Andersdenkender zurückschrecken.

Besonders perfide ist die Art der Fragestellung:

„In Deutschland leben zu viele Ausländer“
und
„Wenn Arbeitsplätze knapp werden, sollte man die in Deutschland lebenden Ausländer wieder in ihre Heimat schicken“

Die Wortwahl in der Frage ist bewußt (und via Veröffentlichung) so gewählt, daß sie an Losungen aus der rechtsextremen Ecke erinnern. Die verdutzen Befragten durchschauen diese Hinterhältigkeit im Regelfall nicht, und antworten mit ja oder nein.

Welche Motive für die Antwort „ja“ Ausschlag gebend sind, bleibt bewußt im Dunkeln. Dies können Gewalterfahrungen mit Migranten sein. Speziell als Frau. Unangenehme Begegnungen am Arbeitsplatz, z.B. aufgrund von Mehrarbeit wegen Ramadan für die ungläubigen Kollegen. Gewalterfahrungen der Kinder mit Migrantenkindern, die selbst besonders als Moslems sehr oft innerfamiliäre Gewalterfahrungen gemacht haben. Oder schlicht eine nüchterne Bilanzüberlegung von Steuerbelastungen aufgrund von Steuerausgaben wegen Migranten.

Es wird auch nicht erhellt, ob ALLE Ausländer gemeint sind, die heimkehren sollen. Oder nur solche, die die Sozialkassen belasten. Oder nur solche, die sich der Integration verweigern. Diese Differenzierungen sind durchaus vorhanden in der Bevölkerung – doch diese „Studie“ unterschlägt sie gezielt, um ein möglichst negatives Bild von den Deutschen zu zeichnen. Mit dieser Negativdarstellung können die Multikulturalisten dann ihren „Aufklärungsbedarf“ begründen und sich staatlich finanzierte Jobs schaffen im „Kampf gegen Rechts“.

Unfreiwillig zeigt diese „Studie“ zugleich, daß ihr eine gradezu rassistische Intention zugrunde liegt. Denn Ausländern, speziell Moslems, werden keine Fragen gestellt, um sie der Fremdenfeindlichkeit zu überführen. Heitmeyer hat hierzu in den 90iger Jahren zwar eine Studie zur stark erhöhten Gewaltbereitschaft unter jungen Moslems vorgelegt. Die Ergebnisse hatte es in sich – und seitdem ist man sehr zurückhaltend mit Befragungen bei Ausländern, speziell Moslems. Nicht umsonst. Denn es ist eine Strategie des Multikulturalismus, an den Westen allerhöchste, nahezu unerfüllbare Maßstäbe anzulegen. An Migranten, speziell Moslems, dafür völlig andere im Namen der Religionsfreiheit, oder belastende Daten erst gar nicht zu erheben.

In der Studie von 1997 hieß es noch:

«Als Gesamtergebnis wird hier festgehalten, dass es ein erhebliches Ausmaß an islamzentriertem Überlegenheitsanspruch und religiös fundierter Gewaltbereitschaft zu registrieren gibt.» In der Hauptsache gründet dieses Gesamtergebnis auf den ermittelten Zustimmungen zu Aussagen wie: «Wenn es der islamischen Gemeinschaft dient, bin ich bereit, mich mit körperlicher Gewalt gegen Ungläubige einzusetzen» oder: «Wenn es der islamischen Gemeinschaft dient, bin ich bereit, andere zu erniedrigen» oder: «Gewalt ist gerechtfertigt, wenn es um die Durchsetzung des islamischen Glaubens geht» und schliesslich: «Wenn jemand gegen den Islam kämpft, muss man ihn töten». Die Anteile der Zustimmung zu den aufgeführten Items des Fragebogens liegen zwar nur zwischen 32,2 Prozent für die zuletzt genannte und 35,7 Prozent für die erste Position; dennoch kommen die Wissenschafter zu dem Schluss, dass ihre «Berechnungen auf einen überaus starken Zusammenhang zwischen einem islamzentrierten Überlegenheitsanspruch mit einer vorwiegend konservativ-traditionellen Sichtweise und einer religiös fundierten Gewaltbereitschaft» hinweisen.

Der religiös fundierten Gewaltbereitschaft liege «ein hochaufgeladenes Ursachenbündel aus individualbiographischen, sozialen und politischen Aspekten» zugrunde. Als einzelne Ursachen in diesem Bündel wären beispielsweise zu nennen: erfahrene fremdenfeindliche Gewalt, Verweigerung der Anerkennung einer kollektiven Identität durch die Mehrheitsgesellschaft, Diskriminierungen im privaten Bereich, negative Folgen gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse. Als zentral für die fundamentalistischen Orientierungsmuster sind außerdem anzusehen: Rückzugstendenzen in die eigenethnische «Wir»-Gruppe, die Betonung einer auf Abgrenzung ausgerichteten national und religiös begründeten Identität, die Ablehnung moderner Erziehungswerte und innerfamiliale Konfliktpotentiale. Es sind freiwillige oder erzwungene Desintegrationserfahrungen, auf die die türkischen Jugendlichen mit ihren Antworten reagieren. Die Autoren der Studie vertreten die These, dass es sich bei diesen Desintegrationsprozessen «um ein dauerhaftes Problem handelt, dessen [. . .] Schärfe in den nächsten Jahren noch deutlicher hervortreten wird». Für die Integration der Gesamtgesellschaft wäre es eine gefährliche Entwicklung, wenn eine weitgehend enttraditionalisierte, säkularisierte und funktional differenzierte Mehrheitsgesellschaft, wie sie in Deutschland existiert, in Konfrontation geriete mit retraditionalisierten, religiös-politisch ausgerichteten Teilgruppen einer sich entwickelnden «Parallelgesellschaft» von Minderheiten. Dann könnte es auch zu Revitalisierungen religiös-kultureller Ressourcen in der Mehrheitsgesellschaft kommen.

Wie würden wohl Moslems solche Fragen beantworten? Sind andere Religionen mit dem Islam für sie gleichberechtigt und gleichwertig? Ist der Djihad des Propheten genauso zu verurteilen wie die Kreuzzüge? Sind die Menschenrechte höherwertig und universell einzuschätzen gegenüber den Gesetzen Allahs? Oder wie stehen sie dazu, wenn ein Moslem den Glauben wechselt? Halten sie Religionskritik für ein essentielles und elementares Recht innerhalb einer freiheitlichen Demokratie – oder nicht?

In der Präsentation solcher Studien liegt zugleich die Manipulation. Man lenkt den Blick auf vermeintliche oder tatsächliche Mißstände im Westen, und vermeidet jegliche Betrachtung unter den selben Maßstäben an Fremdkulturellen, speziell Moslems. Die Einheimischen werden verteufelt, Ausländer, insbesondere Moslems, werden idealisiert. Ihre Fragwürdigkeiten kaschiert.

Man wird von dieser „Studie“ in nächster Zeit hören. Von der Moslem-Studie von 1997 hingegen nichts. Im Machtkampf um die Deutungshoheit des moralisch Akzeptablen bleiben logischerweise die Fakten unberücksichtigt. Darin zeigt sich der totalitär anmutende Machtanspruch des Multikulturalismus, der immer weniger gewillt ist einen anderen Standpunkt neben sich zu dulden, und diesen mittels Diffamierungen sofort sanktioniert und letztlich mundtot macht.




Gewalt an Berliner Schulen in fünf Jahren versechsfacht

In Berlin gibt es einen erschreckenden Anstieg von Gewalttaten an Schulen. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass in einigen Bezirken die Schulen längst zu rechtsfreien Räumen verkommen sind. Die am häufigsten betroffenen Bezirke sind – wie kommt das wohl?- diejenigen mit einem hohen Migrantenanteil. Das sagt der Artikel so direkt natürlich nicht.

Im Gegenteil, man erwähnt den Bezirk Mitte als denjenigen mit den häufigsten Gewalttaten. Mitte liegt im ehemaligen Ost-Berlin, wird also vom plitisch korrekt geprägten Bürger eher mit rechter Gewalt und nicht mit Ausländerkriminalität assoziiert. Ausländer trauen sich da ja nicht hin, wie man weiß. Allerdings wurde Mitte mit den Bezirken Wedding und Tiergarten fusioniert, die ihrerseits einen sehr hohen Migrantenanteil aufweisen. Und zwei weitere Bezirke auf den vorderen Plätzen, nämlich Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln, weisen eine ähnliche Problematik auf.

An Berliner Schulen nimmt die Gewalt dramatisch zu. Im Schuljahr 2005/06 sei die Zahl der Gewaltvorfälle im Vergleich zum Schuljahr 2004/2005 um mehr als 75 Prozent auf 1573 gestiegen, erklärte Schulsenator Jürgen Zöllner (SPD). Im Vergleich zur Gewaltbilanz vor fünf Jahren ist es sogar eine Zunahme um mehr als das Sechsfache. Zöllner sagte, dass vor allem das Ausmaß an Körperverletzungen und Gewalt gegen Lehrer deutlich gestiegen sei. „Jeder Gewaltvorfall ist einer zu viel.“ Gewaltvorfälle sind insbesondere Bedrohungen, Beleidigungen, rechtsextremistische Ausfälle, Erpressungen sowie Körperverletzungen und Raubtaten. (…) Im Bereich Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung seien knapp 1000 Fälle gemeldet worden. Die meisten Berichte von Schulen über Gewalttaten kamen aus dem Bezirk Mitte mit 300 Fällen. Es folgen Lichtenberg, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln ebenfalls im dreistelligen Bereich. Im Zusammenhang mit Rechtsextremismus habe es 80 Fälle gegeben, im Schuljahr davor waren es 62. Der Anteil der Fälle mit Migrationshintergrund stieg von knapp 36 Prozent auf mehr als 54 Prozent. Lehrerinnen und Lehrer werden fast doppelt so häufig wie im Vorjahr als Geschädigte und Beleidigte genannt. 374 Pädagogen waren betroffen, 2004/05 waren es noch 196. Besonders bedrohlich erscheint hinter den nackten Zahlen die Verschärfung der Aktionen. In einem Fall war eine Lehrerin auf dem Schulhof von Schülern einer benachbarten Schule krankenhausreif geschlagen worden. Häufig, so heißt es in den Einzelberichten, seien volle Wasserflaschen Lehrerinnen in den Rücken geworfen worden. Andere Delikte: bespucken, beleidigen, bedrohen, erpressen.

Komisch, im Zusammenhang mit den Vorfällen an der Neuköllner Rütli-Schule erklärte uns der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e.V, Christian Pfeiffer, im April dieses Jahres erst, dass Gewalt an den Schulen rückläufig sei. Wie immer trüge uns unsere Wahrnehmungsfähigkeit.

Mehr als die Hälfte aller gemeldeten Fälle hat bereits heute einen Migrationshintergrund. Das nennen wir dann wohl „Bereicherung durch Zuwanderung“. Lehrerinnen berichten, dass sie von ihren männlichen Schülern aus dem moslemischen „Kultur“kreis schon in zartem Alter von Erstklässlern nicht für voll genommen würden, weil sie als Frau nichts Wert seien. Beleidigungen und Unverschämtheiten seien an der Tagesordnung und oft das einzige, was die Jungen an Deutschkenntnissen mitbringen würden. Die Reaktionen von Politik und Gesellschaft offenbaren wieder die bekannte Hilflosigkeit: Beklagen zu vieler aggressiver Computerspiele sowie Forderungen nach mehr Schulpsychologen und Projekten zur Vorbeugung.

Wenn die Gesellschaft nicht zu der Erkenntnis bereit ist, dass das größte Gewaltpotential im Koran liegt, werden die Zustände sich weiter verschlimmern. Wer den Islam hier einbürgern will, der öffnet der Gewalt alle Türen. Da helfen weder Schulpsychologen noch ein Verbot von Gewaltspielen für den PC!

(Spürnase: spital8katz)




Weibliche Genitalverstümmelung – kein islamisches Problem?

Gestern veröffentlichte SpOn einen Beitrag zum Thema „weibliche Genitalverstümmelung“ und die große Betroffenheit, die das Thema bei uns auslöst, immerhin sollen auch in Deutschland 19.000 Frauen und Mädchen mit verstümmelten Geschlechtsorganen leben. Dabei schafft es SpOn den ganzen Beitrag, ohne auch nur einmal das I- oder das M-Wort zu erwähnen.

Genitalverstümmelung an Frauen. Hintergrund

Die Verstümmelung der weiblichen Geschlechtsorgane wird in typischer Gutmenschenmanier als traditioneller afrikanischer Brauch beschrieben. Unerwähnt bleibt, dass die Beschneidungen fast vollständig auf islamische Gemeinschaften beschränkt bleiben. Es ist leider tabuisiert und von den meisten Medien verinnerlicht, die islamische Lehre in Zusammenhang mit Menschenrechtsverletzungen bringen. Auch Organisationen, die sich dieser Verbrechen annehmen, verschweigen den Islam als Ursache, um Verluste bei Spendeneinnahmen, Rufmordkampagnen und generell ein Zugangsverbot in die islamische Welt für ihre Hilfsprojekte zu vermeiden. Im persönlichen Gespräch mit Aktivisten, die Vorort aktiv sind und die Lage genauer kennen wird jedoch klar, daß sich einige der Problematik durchaus bewußt sind. So ist z.B. in Kenia die Repression gegen Frauen im islamischen Bevölkerungsteil besonders stark ausgeprägt. Diese Differenzierungen werden in den Medien meist nicht vorgenommen.

Daß Genitalverstümmelung an Frauen (FGM) kein Topthema bei allen sonst über Menschenrechtsverletzungen Klagenden ist, hat drei Gründe:

1. Mißhandlung und Gewalt gegen Frauen wird primär NICHT als Menschenrechtsverletzung wahrgenommen, sondern als Kulturform eingeordnet. So hat z.B. Amnesty International dieses massivste Verbrechen bis um das Jahr 2000 weitgehend „übersehen“.

2. Die Täter sind keine Weißen. Hätten Weiße Kolonialisten/Imperialisten 140 Millionen schwarze und arabische Frauen die Genitalien verstümmelt, ginge ein permanenter Aufschrei um die Welt. Man erinnere sich nur an die entschiedene (und berechtigte) Ablehnung des einstigen südafrikanischen Apartheidstaates. Sind die Täter Nicht-Weiße, bleiben Menschenrechtsverletzungen, selbst bei dem unfaßbaren Ausmaß von 140 Millionen verstümmelter Frauen nur ein Randthema.

3. FGM findet ganz überwiegend im islamischen Kulturkreis statt, bzw. in dessen Umfeld. Mit wenigen Ausnahmen, wie ostafrikanischen Nomadenvölkern. Menschenrechtsverletzungen in der islamischen Welt unterliegen völlig anderen Bewertungskriterien, als die westlichen Kultur. Das Dogma „der Islam ist gut“ hat bisher erfolgreich verhindert, die islamische Welt realistisch zu sehen.

Während die Neigung groß ist, jede Handgreiflichkeit und jeden Interessenskonflikt zwischen Einheimischen und Migranten zum Beleg für Rassismus der Einheimischen aufzubauschen, wurde bisher nahezu vollständig ignoriert, daß auch in Deutschland geschätzte 19000 Frauen FGM durchleiden. Der gewaltigen Dimension dieses Leidens steht eine ebenso gewaltige Ignoranz gegenüber. Nicht ohne Grund: Denn eine öffentlich anklagende Debatte über FGM beinhaltet zugleich eine Anklage gegen den Islam. Und es ist bezeichnend, daß ein Leitmedium wie SpOn sich grade dann für dieses Thema „hergibt“, nachdem man zuvor unkritisch und lobhudelnd den Islam als Religion der Frauenbeschützer hingestellt hat.

Erst mit dieser Entkoppelung von Islam und FGM wagt man nun dieses Verbrechen offener zu thematisieren. Denn es habe eine „kleine Revolution in Kairo stattgefunden: Eine Konferenz höchster muslimischer Theologen ächtet weibliche Genitalverstümmelung und erklärt sie als mit dem Islam unvereinbar.“

Diese „Revolution“ wird nun suggestiv als Beleg für die Reformfähigkeit des Islam verwendet werden. Und mit Sicherheit läßt sich die Fatwa dieser obersten sunnitschen Kleriker gut gebrauchen für Kampagnen gegen FGM.

Nur: Aus Eigeninitiative kam diese Konferenz erst garnicht zustande. Sondern aufgrund von öffentlichem Druck, welcher der anti-FGM-Kampagne von Rüdiger Nehberg zu verdanken ist. Es bedurfte des Engagements dieses Ungläubigen, in der islamischen Welt erst einmal bewußt zu machen, daß die Legitimation für FGM in den islamischen Quellentexten relativ schwach ist. Von selbst ist man darauf in der islamischen Welt seit 1600 Jahren erst vereinzelt in jüngster Zeit gekommen. D.h. der islamische Klerus hat 1600 Jahre lang diese angeblich „unislamische“ Verstümmelungspraxis zumindest geduldet !

Nehberg hat mit seiner initierten „Konverenz der Hoffnung“ großes geleistet. Dies war ihm letztlich aber nur möglich, weil er sich ansonsten sehr unkritisch gegenüber dem Islam zeigt. „Mit dem Islam gegen weibliche Genitalverstümmelung“ – muß zwangsläufig Nebergs Motto lauten, da in der islamischen Welt „Reformen“ nur dann möglich sind, wenn sie sich auf die islamische Lehre berufen können.

Einen negativen Aspekt beinhaltet Nebergs Motto deshalb, weil er „den Islam“ als gegen FGM gerichtet darstellt. Wie uns Islamfreunde ständig erklären, gibt es „den Islam“ doch garnicht. Man müsse differenzieren, dürfe nicht pauschalieren. So wird jeder Opfersolidarität aufgrund islamischer Verbrechen entgegen gehalten. Betrachtet man nun die „Konverenz der Hoffung“ einmal differenziert, so stellt sie sich keinewegs als repräsentativ für „den Islam“ heraus.

Denn ein Konverenzteilnehmer, immerhin Jussuf Al-Karadawi, der populärste Prediger der sunnitischen Welt, erläßt gleichfalls eine Fatwa pro FGM die ganz anders klingt:

Da heisst es, “die gemäßigte und wahrscheinlich korrekte Meinung spricht für den gemässigten islamischen Weg bei der Beschneidung, wie er in manchen Hadithen des Propheten angedeutet ist – obwohl diese Hadithe nicht als authentisch bestätigt sind: ‘Reduziere die Grösse der Klitoris, aber überschreite nicht die Grenze, denn das ist besser für ihre Gesundheit und wird von Ehemännern bevorzugt.’ Der Hadith bedeutet, dass Beschneidung besser für die Gesundheit der Frau ist und ihre ehelichen Beziehungen mit ihren Mann verbessert… Wie auch immer, es ist keine Pflicht, doch wer auch immer glaubt, es diene den Interessen seiner Töchter, soll es tun, und ich persönlich unterstütze dies unter den gegenwärtigen Umständen in der modernen Welt. Wer sich entscheidet es nicht zu tun, hat keine Sünde getan, denn es dient hauptsächlich dem Zweck, die Würde der Frauen zu fördern, wie die Gelehrten sagen.”

(Sehr aufschlußreich ist zu diesem Link aus der „Zeit“ die nachfolgende, kurze Diskussion, wo offenbar ein Moslem kein Wort der Verurteilung dieser Verberchen findet, sich dafür aber über mangelnde Differenzierung des Textautors Lau ausläßt.)

Die von islamischer Dominanz zwangsläufig mit geprägten koptischen Christen in Ägypten vermochten es schon vor fünf Jahren, durch die Ächtung von FGM dieses Verbrechen in ihrer Gemeinde praktisch verschwinden zu lassen, so die NZZ. Die weiter über die „Konferenz der Hoffnung“ schreibt:

Die Sache hatte nur einen Haken: Wegen ihrer Unabhängigkeit wird die Azhar-Universität von vielen Muslimen nicht ernst genommen. Sie hören lieber auf die Erklärungen freier Prediger wie Yussuf Karadawi oder Amr Khaled.

Es war deshalb eine kleine Sensation, dass der populäre Ägypter Karadawi, der in Katar lebt und predigt, zur Konferenz kam. Die Veranstalter schlossen daraus, dass er die Genitalverstümmelung verdammen werde. Doch Karadawi machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Er bemängelte, dass der Titel der Konferenz nicht neutral sei. Erst müsse untersucht werden, ob der Islam die Beschneidung wirklich fordere, sie verbiete oder nur gewisse Formen ablehne.

In seiner Analyse legte Karadawi dar, dass es im Koran keinen Vers zur Beschneidung der Frau gebe. Nur zwei «schwache» Überlieferungen des Propheten Mohammed würden sie befürworten. (….) Deshalb, so schloss Karadawi, solle die Beschneidung nicht gänzlich untersagt, sondern nur ihr maximales Mass festgelegt werden. Er sprach sich gegen die «pharaonische Beschneidung» aus, bei der nicht nur die Klitoris, sondern auch die kleinen Schamlippen entfernt und die grossen zugenäht werden. Richtungsweisend solle die Überlieferung «Schneide nicht zu tief! Das ist schöner und stellt den Ehemann zufrieden» „und gereiche zur Zierde der Frau“.

Und weiter meint Kardawi:

Auch diese Konferenz werde die Beschneidung nicht ausrotten, sagte Karadawi. Manche Frauen seien einfach «anders», hätten eine übergrosse Klitoris oder allzu starke sexuelle Bedürfnisse. Sollte ein Verbot beschlossen werden, müsse für sie eine Ausnahmeregelung geschaffen werden. Da erhob sich Mushira Khattab, die Vorsitzende des ägyptischen Council for Motherhood, und sprach ein Machtwort: «Muslimische Familien brauchen eine klare Anweisung, ob sie ihre Töchter beschneiden lassen sollen oder nicht. Von den Ärzten haben wir sie längst. Ich rufe alle einflussreichen Ulema auf, sich deutlich gegen die Genitalverstümmelung auszusprechen. Wenn ihr das nicht tut, verpassen wir abermals die Chance, uns von mittelalterlichen, sehr schädlichen Bräuchen zu trennen.»

Die geforderte Anweisung hat Khattab nun bekommen. Leider wird sie von den beliebtesten Predigern, denen Millionen Muslime per Satellitensender al-Jazira lauschen, nicht unterstützt.

Die islamische Debatte um FGM zeigt überdeutlich: In der islamischen Welt findet nichts statt ohne Bezug auf islamische Schriftquellen. Islamische „Reformfähigkeit“ findet dort ihre Grenzen, wo die Schriften diese festlegen. Nehberg kann etwas gegen FGM tun. Nicht aber gegen den Minderwertigkeitsstatus der Frauen und Ungläubigen aufgrund des Islam.

Mit dem wachsenden Einfluß des Islam hat im Namen der viel gepriesenen kulturellen Bereicherung auch FGM in Deutschland Einzug gehalten:

So habe fast die Hälfte der Ärzte, die sich an der Umfrage zu dem Tabuthema beteiligten, bereits eine an ihren Genitalien verstümmelte Patientin in der Praxis gehabt.

Darüber hinaus gab eine Reihe von Ärzten an, von in Deutschland vorgenommenen Beschneidungen gehört zu haben oder selbst gefragt worden zu sein, ob sie eine durchführen könnten.

So hat ein aus einem arabischen Land stammender „Arzt“ in Berlin bereits solche Verstümmelungsverbrechen vorgenommen, bevor ihm das Handwerk gelegt wurde. Im islamophilen Frankreich wurden in den vergangenen Jahren (Quelle datiert auf 2003) wiederholt lediglich Bewährungsstrafen für diese grausigen Verbrechen verhängt. Die lieben Verstümmler können ja nicht wissen, daß dieses Verbrechen in Frankreich verboten ist. Zugleich wird hier deutlich, wie gut man bei der „Integration“ von Moslems vorankommt:

Die Staatsanwaltschaft warf der Angeklagten vor, sie habe ihren Töchtern «grauenhafte Verstümmelungen» zufügen lassen. Die 38-Jährige, die seit 20 Jahren in Frankreich lebt, ließ nach den Feststellungen des Gerichts vier ihrer fünf Töchter in ihrer mauretanischen Heimat beschneiden.

Kein Einzelfall, wie uns islamophile Multikulturalisten immer erzählen. 19000 FGM-Opfer sollen laut gestrigem Spiegel in Deutschland leben. Allerdings machen multikulturelle Gutmenschen, die sich immerhin für die Opfer von FGM engagieren, natürlich bei uns bösen Deutschen eine Mitschuld aus: Kerstin Lisy von der GTZ:

„Integration muss als Chance dafür genommen werden, weibliche Genitalverstümmelung zu verhindern. Wenn Migranten sich nicht willkommen fühlen, kann es passieren, dass diese Praktik hier in Deutschland an Bedeutung gewinnt“

Ausdruck von klassischem Rassismus, der sich einst gegen Fremde richtete, wird umgelenkt auf die eigene Kultur. Diese Genitalverstümmeler fühlen sich doch wohl grade dann nicht willkommen, wenn man ihnen ihre grausigen Bräuche nicht zugesteht. Gutmenschenlogik. Keine Anklage ohne Selbstanklage. Und die Schuld liegt mit bei uns, aber niemals beim Islam.

Fakt bleibt, daß es Überlieferungen gibt, die FGM legitimieren, und vor allem auch, daß es kein Verbot durch den Propheten gibt. Dem waren die Waschungen vor dem Gebet wichtiger, oder die Todesstrafe beim Übertritt zu anderen Religionen. Um jedes Detail im Alltag hat sich der Prophet gekümmert – aber die Genitalverstümmelung bei Frauen war für ihn akzeptabel.




„Recht auf Verstandenwerden sollte rechtlich gesichert werden“

ramazan_salman.JPGIn deutschen Arzt-Praxen kommt es bei der Behandlung von Moslems immer wieder zu sprachlichen Problemen. Ramazan Salman (Foto), Mitarbeiter für Migrationsforschung der Abteilung Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover, weiß Rat. Nein, nicht etwa, dass die moslemischen Migranten endlich Deutsch lernen sollten. Im Gegenteil.

Salman fordert in einem Interview mit dem medizinischen Portal Medikit.de für Deutschland das schwedische System. "Das Recht auf Verstandenwerden ist dort rechtlich gesichert. So sieht man die Bringschuld beim System und hat einen telefonischen Dolmetscherdienst eingeführt, der innerhalb nur weniger Minuten für jeden Arzt verfügbar ist."

Hier das komplette Interview:

Herr Salman, denkt man an das Verhältnis zwischen Arzt und ausländischem Patienten, so gibt es eine Vielzahl von Herausforderungen zu meistern. Fangen wir beim Offensichtlichen an – der Sprache.

Ramazan Salman: Daran scheitert in der Tat viel, das ist sehr grundlegend. Und in der Frage der Sprache habe ich manchmal das Gefühl, dass die Diskussion sehr politisch geführt wird. So nach dem Motto „Wer was will vom System, der soll gefälligst deutsch lernen.“ Falsch! Es geht meines Erachtens nicht darum, dass Migranten alles herangetragen bekommen. Aber sie müssen die Chance bekommen, das System kennen zu lernen und dabei benötigen sie Hilfe. Ansonsten ist eine Integration nicht möglich und wir kommen in einen schlimmen Kreislauf. Denn Integration und z.B. beruflicher Erfolg sind ohne Gesundheit nicht möglich. Insofern sehe ich unsere Arbeit als Brückenbau – zwischen den Kulturen, aber auch für jeden einzelnen Patienten mit Migrationshintergrund. Aber das Verstehen oder Nichtverstehen hat auch eine andere wichtige Implikation, und zwar für die Seite der Behandler. Denn durch Missverständnisse verursachte Fehldiagnosen oder unangemessene Behandlungen können ja durchaus rechtliche Folgen haben. Oder denken Sie an die ärztliche Aufklärungspflicht, z.B. vor operativen Eingriffen… Daher bin ich davon überzeugt, dass wir denjenigen, auch Hilfe anbieten müssen, die die „Last“ übernehmen, Patienten zu behandeln, mit denen sie nicht gut kommunizieren können. Offen bleibt leider gerade in der niedergelassenen Praxis die Finanzierung derartiger Leistungen. Bis heute gibt es m.E. kein Urteil, das das regelt. Das ist nicht in Ordnung!

Konkret: Wie könnte eine solche Hilfestellung aussehen? Sollen Patienten z.B. Angehörige mit zum Arzt bringen, die der deutschen Sprache mächtig sind?

Bloß nicht! Bzw. nur in Notfällen, in denen eine Verständigung sonst nicht möglich ist! Auch die Reinigungskraft oder Küchenhilfe einer Klinik dürfen nicht als Dolmetscher eingesetzt werden. Denn dann können sie weder sicher sein, dass der Patient offen über seine Beschwerden spricht, noch dass die Empfehlungen des Arztes originalgetreu wiedergegeben werden. Übersetzer sollten besonders geschult sein, damit sie sich abgrenzen und nicht einmischen, wie das vielleicht bei Verwandten der Fall sein könnte. Übersetzungsqualität, Anonymität und Distanz – nur so können sie den Arzt professionell unterstützen. Das Ethno-Medizinische Zentrum in Hannover unterhält einen medizinischen Dolmetscherdienst, den wir über die Jahre aufgebaut haben. Mit 200 Dolmetschern können wir so gut 50 Sprachen abdecken. Diesen Service können Kliniken und Praxen in der Region abfordern, in Berlin, München und Hamburg sind mit unserer Hilfe und nach unserem Schulungs-Konzept bereits ähnliche Modelle etabliert. Wer von uns geschulte Experten anfordert, kann sich sicher sein, dass er professionelle Dienstleistungen zu einem guten Preis bekommt.

Klingt vernünftig und nachahmenswert. Aber ist das eine Lösung, die flächendeckend implementiert werden kann?

Ein vorbildliches System gibt es in Schweden. Das Recht auf Verstandenwerden ist dort rechtlich gesichert. So sieht man die Bringschuld beim System und hat einen telefonischen Dolmetscherdienst eingeführt, der innerhalb nur weniger Minuten für jeden Arzt verfügbar ist.

Aber selbst wenn beide Seiten vermeintlich eine Sprache sprechen, kann es ja noch zu Missverständnissen kommen.

Ganz klar – bedingt durch kulturelle Aspekte. Türkische Patienten beispielsweise beschreiben ihre Beschwerden sehr ganzheitlich. Für einen mitteleuropäischen Arzt ist die Aussage eines Patienten, dass dieser sich „am ganzen Körper“ krank fühlt, eine unpräzise Aussage oder er hält es für eine Übertreibung. Was wir als Krankheit empfinden, wird andernorts als Lebensstil betrachtet, z.B. Übergewicht. Dick = gesund = wohlhabend. Das kriegen Sie so schnell nicht aus den Köpfen raus. Wir wissen auch, dass z.B. das Rauchen anders bewertet werden kann. Eher als Kultur, nicht als Suchterkrankung. Aber denken Sie mal in Deutschland 10, 20 oder 30 Jahre zurück. Da gab es auch andere Schönheitsideale und ein anderes Gesundheitsverständnis. Die Annäherung an das, was Sie heute als normal verstehen, braucht für Menschen aus anderen Kulturkreisen Zeit. Ein anderes Beispiel: Wir wissen, dass gerade ältere Türken eine zu große Scham empfinden, um über seelische Befindlichkeiten zu reden. Das kann die Diagnose und Anamnese des Arztes erschweren. Auch hier steht eine Kultur im Hintergrund, die familiär, weniger individuell geprägt ist. Gerade für Migranten aus so genannten Kollektivstrukturen fällt es da mitunter schwer, sich von diesen Tabus frei zu machen. Auch ist unser Krankheitsbegriff ja insgesamt durchlässiger geworden. Was heute Depression heißt, wurde früher oder wird woanders noch heute u.U. als Melancholie gedeutet. Der Arzt, der das weiß, kann besser helfen. Und Hilfe ist wichtig! Wir wissen, Menschen in der Migration insgesamt psychisch verletzlicher und anfälliger sind. In Deutschland beschäftigt sich das „Interkulturelle Bündnis gegen Depression“ ausschließlich mit dieser Frage. Ziel der ärztlichen Ausbildung muss es daher auch sein, mehr interkulturelles Verständnis zu vermitteln. An der Hochschule hier in Hannover gehören Module wie „Gespräch mit und Diagnose bei Migranten“ oder auch „Kulturelle Aspekte von Krankheit“ bereits zum Curriculum der Studenten. Ärztekammern bieten vereinzelt Fortbildungen zu diesen Themen an. Und es gibt schon viele Angebote für Lehrer, Sozialarbeiter usw. Für Ärzte allerdings ist nicht alles geeignet. Dabei muss gerade die interkulturelle Kompetenz des medizinischen Dienstleisters geschult werden. Unsere Stärke ist es, das „Migrationsmodul“ in bestehende Ausbildungsangebote einzubauen. So geschehen u.a. beim „Fachpfleger Psychiatrie“. Wir bieten aber auch vor Ort-Schulungen für Kliniken an.

Viel liest man über religiöse Hürden. Dass alkoholhaltige Medikamente oder das Herzklappenimplantat vom Schwein für Muslime unvorstellbar sind.

Das mag zutreffen. Aber am Ende des Tages verfolgen alle Patienten ein übergeordnetes Ziel nämlich gesund zu werden. Das wird in der Regel auch auf den tief religiösen Muslim zutreffen. Aber diese Entscheidungen sind immer sehr individuell und müssen kommunikativ vorbereitet und gelöst werden. Dabei müssen auch Patienten mit Migrationsintergrund einbezogen werden: Gibt es Alternativen? Wenn ja, welche? Und mit welchen zu erwartenden Folgen? Für die Wahl der Medikation, den sinnvollen Umgang mit Medikamenten und nicht zuletzt die Compliance spielt Kommunikation eine zentrale Rolle. Patienten müssen informiert werden, um bewusst eine Entscheidung mit zu treffen.

Gibt es da auch eine andere Erwartungshaltung?

Es ist sicher übertrieben, zu sagen „Ein türkischer Patient will Tabletten, keine Psychotherapie“. Aber wir wissen, dass in einigen Regionen der Türkei deutlich mehr Medikamente und signifikant weniger ärztliche Leistungen in Anspruch genommen werden. Und obgleich das Ansehen des Arztes sehr hoch steht, erwarten einige Migranten mehr, wenn sie ihn aufsuchen. Frei nach dem Motto „Gott gibt es, der Arzt nimmt es“. Auch erwarten einige, dass er ihnen die Diagnose auf den Kopf zusagt. Wenn er Symptome nachfragt, neigen sie dazu, ihm dies als Unfähigkeit auszulegen. Wieder ein Beleg für die Bedeutung eines besseren kulturellen Verständnisses. Der Arzt, der diese kulturellen Eigenheiten kennt, kann besser mit seinen Patienten umgehen.

Von der Diagnose und Behandlung hin zur Prävention …

Ein ganz großes Thema, vielleicht die wichtigste interkulturelle Herausforderung überhaupt. Gemäß der Maxime „Erst zum Arzt gehen, wenn man krank ist“ werden häufig Präventionsmaßnahmen, z.B. Impfungen ausgeschlagen. Wichtig, dass Kinderärzte auf die Einhaltungen der U1 bis U9 bestehen. In Deutschland ist die Idee von Gesundheit und Krankheit schon weiter entwickelt. Das hat ja auch wirtschaftliche Komplikationen, denn Krankheiten zu verhindern ist in der Regel billiger, als ihren Folgen hinterher zu laufen – denken Sie da nur einmal an Brustkrebsvorsorge. Wie aber wollen sie Menschen erreichen, die in der Regel. erst zu Ihnen kommen, wenn sie krank sind? Da müssen Sie statt der hergebrachten „Komm-Struktur“ über den „Setting-Ansatz“ Ihre Patienten in ihrer Alltagswelt abholen. Wir haben hervorragende Erfahrungen gemacht, indem wir „Gesundheitslotsen“ ausbilden. Beispiel Brustkrebs: Da haben wir zur Abgabe an Frauen deutsch-türkische „Tastkärtchen“ entworfen und sind mit einem Team Ärztin/Gesundheitslotsin zu den türkischen Frauen gegangen. Wir wollen doch, dass sie rechtzeitig zu uns kommen! Dann müssen wir sie auch motivieren und ihnen erklären, warum sie kommen sollen und ihnen ihre Angst nehmen. Wir müssen – wie zuvor schon für die Seite des Arztes und seines Teams gefordert – auch die kulturelle Kompetenz der Migranten im Gesundheitssystem stärken. Aus einer Untersuchung wissen wir, dass viele Migranten gerade einmal 10% der Gesundheitseinrichtungen des deutschen Systems kennen. Mir geht es einfach nur darum, Bestehendes transparent, Angebote bekannt zu machen. Also Brücken zu bauen, keine neuen Angebote zu schaffen! Wir wollen keine türkische Klinik, keine kroatische Brustkrebsberatung. Diese Anstrengungen machen sich am Ende des Tages für beide Seiten bezahlt, glauben Sie mir!

Und in der Klinik? Hierher kommen die meisten Patienten ja ohnehin nicht freiwillig. Die Ärzte Zeitung berichtete erst kürzlich von einem speziellen Betreuungskonzept für muslimische Patienten in Bad Oeynhausen. Neben der Beschäftigung zweier geschulter Sozialarbeiterinnen, die im Bedarfsfall das Ärzteteam bei der Visite begleiten, können sich muslimische Patienten dort auch Koran und Gebetsteppich ausleihen, um ihren religiösen Pflichten nachzukommen…

Sicher. Gerade in den Ballungszentren, wo wir in Deutschland schon heute gut ein Drittel der Bevölkerung mit Migrationshintergrund haben, müssen Brücken gebaut werden. Das fängt bei speziellen spirituellen Bedürfnissen von Migranten an oder bei so profanen Dingen wie dem Speiseplan oder anderen Zeitabläufen – z.B. während des Ramadans. Aber das sind Details. Alle Abläufe, bis hin zum Controlling und Qualitätsmanagement, müssen in diese Überlegungen einbezogen werden. Wichtig ist: Die Entscheidung der Verantwortlichen etwas zu tun, ist der Ausgangspunkt für die Entwicklung einer interkulturellen Qualität. Jede Institution des Gesundheitswesens, und nicht nur diese, sollte eine Arbeitsgruppe gründen, die einen Plan entwickelt und verantwortlich begleitet! Wir können da auch helfen und Tipps geben, durch Organisationsberatung, Fortbildung und Training weiterhelfen. Letztlich darf man aber nicht vergessen: Medizin war schon immer der multikulturellste Bereich der Welt. Seit jeher hat man sich gerade in der Medizin mit anderen Kulturen beschäftigt, um voneinander zu lernen und sich so gemeinsam weiter zu entwickeln. Die Früchte der Interkulturalität können nur reifen und geerntet werden, wenn wir uns wechselseitig an den Ressourcen des jeweils anderen orientieren und nicht verhaften bleiben in der Angst, welche Belastungen und Kosten Menschen aus anderen Kulturen womöglich mit sich bringen. Und das sollte auch in der Zukunft nicht nur unter dem Druck demographischer Entwicklung geschehen, sondern unser oberstes Ziel sein.

(Spürnase: Dr. Thomas F.)




Dialogvorschläge der Baker-Kommission sind unrealistisch

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Assad (l.) und Ahmadinedschad: Garanten für Frieden im Irak?

In der letzten Woche empfahl die Baker-Kommission den schrittweisen Rückzug der US-Army aus dem Irak und – ganz trendy – Dialoge mit Iran und Syrien. In der Welt von heute setzt Jeffrey Gedmin sich damit auseinander, wie realistisch Forderungen sind, die Präsidenten Irans und Syriens, Achmadinedschad und Assad, in den „Friedensprozess im Irak“ einzubeziehen.

Schon Laurent Murawiec hatte sich vor einigen Tagen seine Gedanken zu den „Lasst-uns-miteinander-reden“-Ideen gemacht. Wie soll das gehen, fragte er sich zurecht und ließ uns über Iran und Syrien wissen:

Die Kommission will vor allem Bedingungen für einen Rückzug aus dem Irak formulieren: Man müsse den Iran und Syrien einbeziehen, um die Gewalt im Irak einzudämmen, die Unterstützung der saudischen Königsfamilie erlangen und den bereits hirntoten „Friedensprozess“ zwischen Israelis und Palästinensern wiederbeleben. Syrien und den Iran einbeziehen? Syrien hat den irakischen Aufstand mit entfacht und am Lodern gehalten, ebenso wie es die Hisbollah unterstützt. Als Zentrum der „Ablehnungsfront“ gewährt Syrien auch der Hamas-Bewegung Unterschlupf, Material und Rückendeckung und heizt seit Jahrzehnten den Krieg der Palästinenser gegen Israel an. Zusammen mit dem Iran ist Syrien der größte Einzelfaktor, der zur Destabilisierung des Nahen Ostens beiträgt. (…) Das beklagenswerte Spiel, das Teheran mit den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde, UN-Vertretern und westlichen Diplomaten spielt, hat das Vertrauen der arabischen Welt in die Fähigkeit der „internationalen Gemeinschaft“, Irans Atomambitionen Einhalt zu gebieten, schweren Schaden zugefügt. Ahmadinedschads Drohungen, Israel von der Landkarte zu tilgen und so einen „echten Holocaust“ zu veranstalten, offenbaren Absicht und Strategie des Regimes.

Ähnlich äußert sich heute Gedmin:

Es überrascht nicht, dass die Veröffentlichung des Berichts der Iraq Study Group, die vom ehemaligen Außenminister James Baker geleitet wurde, die Anhänger einer interessengeleiteten Realpolitik begeistert – anscheinend sowohl auf der Linken als auch auf der Rechten. Wir stimmen alle überein, dass Syrien und Iran den Terror im Irak vorantreiben. Wir können uns darauf einigen, dass es keine unvernünftige Sache ist, mit dem Gegner zu reden. Wir haben auch mit der Sowjetunion geredet.

Was mir bei den so genannten Realisten hierzulande immer noch fehlt, ist ein kleines bisschen Realismus. Was wollen wir? Stabilität im Irak, eine gemäßigte Regierung in Bagdad und ein Land, das friedlich mit seinen Nachbarn lebt – auch mit Israel. Was wollen Syrien und Iran? Die Syrer wollen a) das Ende der UN-Untersuchung zum Mord des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri b) eine politische Einflusssphäre im Libanon c) keine weitere Einmischung in Menschenrechtsfragen d) kein Theater mehr wegen der Unterstützung von Hamas und Hisbollah und e) Israels Rückzug von den Golanhöhen. Was will Iran? a) Anerkennung seines Rechts auf Atomwaffen b) eine politische Einflusssphäre im Irak c) keine weitere Einmischung in Menschenrechtsfragen d) kein Theater mehr wegen Teherans Unterstützung von Terrorismus und e) die Tilgung Israels von der Landkarte.(…) Jeder räumt ein, dass eine iranische Atombombe zumindest mehr Terrorismus provozieren, einen gefährlichen Rüstungswettlauf in Gang setzen und den Ölpreis durch die Decke treiben würde. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad droht regelmäßig mit einer drastischen Erhöhung der Ölpreise. Nehmen wir an, wir erreichen tatsächlich eine Art von Übereinkunft in anderen Fragen. Wie würden wir dieses Regime jemals dazu bringen, sich an die Abmachungen zu halten?

Ein Freund von mir hat vor kurzem eine Gerichtsverhandlung in Syrien besucht. Die Behörden erlauben das anscheinend, um der Welt zu zeigen, dass Damaskus im Krieg gegen den Terror ein Verbündeter ist. Mitten im Verfahren allerdings verlor der Angeklagte die Kontrolle und schrie den Richter an: „Wie können Sie mich des Terrorismus verdächtigen? Ich bin von unseren Leuten trainiert worden, in syrischen Ausbildungslagern!“ Die Syrer und Iraner lügen und betrügen eben ein kleines bisschen.

Die Amerikaner haben den Kampf im Irak verloren. Es ist nicht möglich, in diesen mittalalterlichen islamischen Ländern eine Demokratie zwangsweise einzuführen. Das haben wir alle gelernt. Es ist auch verständlich, dass die Amerikaner angesichts der Ausweglosigkeit der Lage ihre Soldaten heimholen wollen. Was aber soll ein Dialog mit denen bringen, die alles darangesetzt haben, den jetzigen Zustand herbeizuführen und aufrechtzuerhalten? Aber mit Hitler hat man ja auch geredet. Schließlich sind wir zivilisierte Menschen …