Die Lage im Irak ist ein Desaster. Zu dieser Erkenntnis kommen sowohl der designierte Verteidigungsminsier Robert Gates (Foto) als auch die überparteiliche Baker-Kommission. Gates antwortete vor dem Streitkräfteausschuss in Washington des US-Senats auf die Frage, ob die USA den Krieg gewinnen könnten, mit „Nein“. Gates, der früher CIA-Direktor war, hatte in seiner Anhörung ein niederschmetterndes Bild über die Lage im Irak gezeichnet und vor der „sehr realen Gefahr eines regionalen Flächenbrandes“ gewarnt. Die überparteiliche Baker-Kommission empfiehlt einen schrittweisen Abzug aus dem Irak.

Nun ist der schlimmstmögliche Fall eingetreten: Die USA geben den Irak verloren und werden versuchen, das Land möglichst bald zu verlassen. Die Hoffnung, ein Abgleiten der Region ins totale Chaos zu verhindern, wird offiziell noch nicht aufgegeben, aber die Prognosen sind düster.

Gates warnte bei der fünfstündigen Anhörung vor einer Ausweitung des Konflikts. Wenn sich in den nächsten ein oder zwei Jahre die Lage im Irak nicht langsam bessere, müssten sich die USA „der sehr realen Gefahr und der möglichen Realität eines regionalen Flächenbrandes stellen“, betonte der Ex-CIA-Chef. Er teile mit US-Präsident George W. Bush die Sicht, dass die USA im Irak bleiben müssten, bis der Irak sich selbst schützen und regieren könne.

In einer mehrstündigen Anhörung zeigte sich Gates zu Änderungen der amerikanischen Irak-Strategie bereit. „Alle Optionen sind auf dem Tisch“, sagte er. Auf die Frage eines demokratischen Senators, ob die USA im Irak gewännen, antwortete der 63-Jährige: „Nein, Sir.“ Später relativierte er diese Aussage etwas und sagte, dies habe sich auf die Gesamtsituation im Irak bezogen. Er wolle nicht, dass die US-Truppen den Eindruck hätten, er halte sie für nicht erfolgreich. Bisher sei der Einsatz im Irak für die USA aber nicht zufrieden stellend gelaufen, räumte Gates ein.

„Die Entwicklungen im Irak über die nächsten ein oder zwei Jahre werden den gesamten Nahen Osten formen und die globale Politik auf viele Jahre sehr stark beeinflussen“, sagte Gates. „Wir müssen gemeinsam an der Entwicklung einer Strategie arbeiten, die den Irak nicht im Chaos versinken lässt und die unsere langfristigen Interessen in und Hoffnungen für die Region schützt“, forderte er.

Ähnlich düster sind die Erkenntnisse und Prognosen der Baker-Kommission:

Mit einer diplomatischen Offensive sollen die USA nach Ansicht der überparteilichen Baker-Kommission die Voraussetzung für einen baldigen Abzug ihrer Truppen aus dem Irak schaffen. Die ranghohe Expertengruppe warnte in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Bericht davor, dass der Irak ins Chaos abzugleiten drohe.

Erforderlich sei eine neue Strategie. Die US-Soldaten sollten sich zunehmend aus den Kämpfen heraushalten und auf die Ausbildung irakischer Kräfte konzentrieren. (…) „In unseren wichtigsten Empfehlungen fordern wir neue und verbesserte diplomatische und politische Bemühungen im Irak und der Region sowie einen Wandel der Hauptaufgabe der US-Kräfte im Irak, um es den Vereinigten Staaten zu ermöglichen, mit dem Abzug ihrer Kampftruppen aus dem Irak zu beginnen“, schrieb das mit Demokraten und Republikanern gleichmäßig besetzte Gremium, das die Irak-Politik Bushs unter Leitung des ehemaligen Außenministers James Baker neun Monate lang überprüft hatten.

Fast vier Jahre nach dem US-Einmarsch in den Golfstaat beschrieben die Experten die Lage als „schlimm und sich weiter verschlechternd“. Das Land drohe vollends ins Chaos abzugleiten, wenn diese Entwicklung anhalte. „Die Folgen können schwerwiegend sein. Ein Abrutschen ins Chaos kann den Kollaps der irakischen Regierung und eine humanitäre Katastrophe verursachen. Nachbarländer könnten eingreifen … al-Qaida könnte einen Propaganda-Sieg erringen.“ (…) Der Einsatz im Irak dauert inzwischen länger als die Beteiligung der USA am Zweiten Weltkrieg. Mehr als 2900 US-Soldaten sind seit März 2003 getötet worden. Der Aufstand gegen die US-geführten Truppen ist nach den Worten von UN-Generalsekretär Kofi Annan zu einem Bürgerkrieg unter den Irakern ausgeartet. Der Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten fallen UN-Schätzungen zufolge täglich 120 Menschen zum Opfer. Auch am Mittwoch starben bei Anschlägen und Zusammenstößen mindestens 13 Menschen.

Angesichts der vertrackten Lage hatte eine Gruppe von US-Abgeordneten vor neun Monaten die Baker-Kommission ins Leben gerufen. Sie sollte als unabhängige und überparteiliche Expertengruppe einen Ausweg aus einer der größten außenpolitischen Krisen der USA finden. Der 76-jährige Baker gilt als enger Vertrauter der Bush-Familie und hat bereits Bushs Vater als Minister gedient.

Ein schreckliches Szenario: 2900 getötete US-Soldaten, die Region in Anarchie versinkend und die Menschen in Hoffnungslosigkeit zurückbleibend. Der Iran wird begeistert seine Chance ergreifen, seinen Einfluss auf die schiitische Mehrheit im Irak auszudehnen, und das alles mit der Aussicht, bald im Besitz von Atomwaffen zu sein…

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29 KOMMENTARE

  1. Den Krieg hat die USA doch gewonnen. Was jetzt tobt, ist ein Bürgerkrieg. Entweder sie stellt sich richtig auf eine Seite oder sie strebt eine Vietnamisierung des Bürgerkrieges an, um anschliessend doch abzuziehen. Wie es sich aber anhört, will sie den Irakkrieg vietnamisieren oder irakisieren. Das hat ja auch hervorragend in Vietnam geklappt. Peter Scholl Latour ist übrigens ein falscher Prophet. Jawoll.

  2. Richtig, die USA haben den Krieg schon lange gewonnen. Nun bekriegen sich im Irak Ali-Verrückte und Mohammed-Verrückte. Die Alliierten dazwischen wie streitschlichtende Lehrer in einer Schule für Verhaltensgestörte.

    Sollen sie doch machen, die Iraker. Der Kampf Araber gegen Araber war schon immer eine der besten Waffen Israels.

  3. …ich hatte vor Jahren in einem Forum
    schon mal gefragt, was man mit einer
    Gesellschaft ,
    machen sollte, die die erste Gelegenheit der
    demokratischen Willensäusserung nutzt,
    um die Demokratie sofort wieder
    abzuschaffen.
    Man könnte sie eigentlich dann
    nur noch sich selber überlasse, damit sie
    sich ausbluten…Oder man führt einen
    richtigen Krieg gegen sie, bei dem
    ALLE überlebenden Männer entwaffnet werden und nach
    irgendwohin in Kriegsgefangenschaft wandern.
    Und die Blagen auch in Umerziehungsheime kämen.
    Hetz- und Faschosender würden
    dicht gemacht, wie auch bei uns nach dem 2. Weltkrieg und könnten sich nicht auf
    Pressefreiheit rausreden.
    Das halbherzige Kriegsgeführe
    bringt gar nichts.
    Die breite Masse der Zurückgebliebenen
    muss zu der Einsicht kommen, dass kein Krieg
    besser ist als andersrum und Demokratie
    auch nicht so schlecht ist….

  4. Wenn in einem Land, dem grosszügigerweise die Demokratie gebracht werden soll, nur ein Fitzelchen der Bevölkerung weiss, was Demokratie bedeutet und wie sie sich anfühlt, Deutschland hatte vom Ende des ersten Weltkrieges bis zu Hitlers Amtsantritt bereit demokratische Parteien und wusste, was Demokratie ist, dann kann man auch nicht darauf setzen, dass alle von dieser Herrschaftsform begeistert sind und in Freudentaumel ausbrechen. Wie kann man erwarten, dass Leute für etwas kämpfen, was sie nicht kennen? Die einzig feste Grösse im Irak ist Allah und der hält nun mal nichts von menschengemachten Gesetzen.

  5. @wolaufensie

    Richtig. Das Unterbleiben dieser Massnahmen kann ich nur auf typische Überheblichkeit zurückführen. Weder wurden die Waffen eingesammelt, Bewaffnung gehört da unten ja zur Folklore, wie in den USA ja auch, noch wurden die alten Regimetreuen Strukturen genutzt, um die Armeebestände zu sichern und einen geordneten Übergang zu vollziehen. Stattdessen hat sich alles gefreut, dass der Diktator weg ist ohne sich darum zu kümmern, wer jetzt gerade die Ordnung aufrecht erhält. O.K. das Gebäude des Ölministeriums wurde sofort besetzt. Hab ich auch nichts dagegen, nur der Rest eben nicht. Und nun haben wir den Salat.

  6. „Kein Volk hat das Recht, einem anderen seine Staatsform mit Gewalt aufzudrängen, und kein Volk tut klug, wenn es einen solchen Versuch unternimmt, weil diese Staatsform eben dadurch, dass sie bloß aufgedrängt wird, auch entwertet wird …“ (Friedrich Ebert im „Vorwärts“ vom 03. April 1917)

  7. Leider viel zu späte Einsicht der Amerikaner, das man Demokratie nicht exportieren kann, selbst wenn der Irak noch so ein westlich orientiertes Land gewesen ist. Die Kommunisten übrigens lernten wesentlich schneller das man irgendwelche Staatenmodelle nicht exportieren kann, das war mit dem Antitrotzkismus der Bolschewisten schon klar. Che Guevaras Scheitern lieferte nur noch die Bestätigung.

    Und was von den Begründungen für den Krieg übrig blieb war ja nur noch die katastrophale Menschenrechtssituation. Ich perönlich bin den Amis sauer, weil sie auch die Europäer die den Krieg nicht wollten letztlich auf ihre Seite zogen, denn ein Land der Anarchie zu überlassen, kann wohl keiner den Irakern ernsthaft wünschen.

    Ich halte den Konservatismus nicht für schlecht, aber der Irakkrieg möge den Konservativen eine gute Lehre sein. Jedenfalls sollte man den eigenen Kopf noch benutzen statt Powells billiger Powerpoint-Show auf den Leim zu gehen.

  8. Nach dem 2.Weltkrieg mußten schwarze US-Soldaten und weiße getrennt sitzen. Ein schwarzer Soldat sagte meinem Vater: Die USA bringen die Freiheit, die sich in ihren eigenen Land nicht haben.

    Genauso ist es heute: Der Saudische Freund Bush (die Saudis foltern Christen) will „Demokratie“ exportieren. Eine Lachnummer! Die USA sind doch bekannt, dass sie jede rechte Diktatur unterstützten (ganz Südamerika, Türkei, usw).

  9. Der Westen sollte aufhören, mit seinen Werten und seiner Lebensweise Länder beglücken zu wollen, die durch Religion, Geschichte und Entwicklungsstand bedingt garnicht so leben wollen oder können.

    Entweder diese Länder ändern sich aus eigener Kraft oder sie bleiben eben im Mittelalter.
    Also Schluss mit missionarischen Bemühungen im Irak, Afghanistan, Afrika und sonstwo. Handelsbeziehungen auf Cash-Basis, keine „Entwicklungshilfe“ (sogar an Atommächte), diplomatische Beziehungen o. k., aber ansonsten: Finger weg (und Grenzen zu!). Wünscht die Bevölkerung Änderungen, soll sie diese aus eigener Kraft bewirken. Sie wird für diese von ihr gewünschten Änderungen dann auch selbst kämpfen.

  10. Mr. Gates hat weder angedeutet oder gar impliziert, dass die USA den Krieg nicht gewinnen werden, dass sie ihn nicht gewinnen koennen, dass ein Sieg unter den gegebenen Umstaenden ausgeschlossen ist.
    Ein Blick ins Wortprotokoll hilft da weiter.
    Es geht um drei Passagen die hier wissentlich oder unwissentlich falsch uebersetzt oder unwissentlich falsch verstanden wurden.
    Hier die Drei Passagen:

    LEVIN:… Mr. Gates, do you believe that we are currently winning in Iraq?
    GATES: No, sir.

    Korrekte Uebersetzung

    LEVIN:…Mr. Gates, glauben Sie, dass wir im Augenblick im Irak siegreich sind?
    GATES: Nein, Sir.

    Man achte hier auf den Unterschied bei den Muttersprachlichen Feinheiten.
    Es wurde nicht gefragt „Can we win?“ oder „Will we win?“.
    Es wird sogar noch durch das currently hervorgehoben.

    MCCAIN:…. I’d like to follow on just what Senator Levin said. We are not winning the war in Iraq. Is that correct?

    GATES: That is my view, yes, sir.

    MCCAIN: And therefore, the status quo is not acceptable?

    GATES: That is correct, sir.

    Korrekte Ubersetzung

    MCCAIN:.. Ich moechte gern an das anknuepfen, was Senator Levin gesagt hat. Wir sind nicht dabei, den Krieg im Irak zu gewinnen. Stimmt das?

    GATES: Das ist meine Sicht, ja, Sir.

    MCCAIN: Und deshalb kann der jetzige Zustand nicht hingenommen werden?

    GATES: Das Korrekt, Sir.
    Hier zog auch Senator McCain aus der Antwort von Gates den Schluss, dass die gegenwaertige Situation (also der status quo) nicht hingenommen werden kann damit es nicht am Ende zu einer Niederlage kommt

    INHOFE:… you were asked the question, „Are we winning in Iraq?“ General Pace was asked that question yesterday. He said, no, we’re not winning, but we’re not losing. Do you agree with General Pace?
    GATES: Yes, sir, at this point.

    INHOFE:.. … Ihnen wurde die Frage gestellt: „Sind wir dabei, im Irak zu gewinnen?“ General Pace wurde gestern, diese Frage gestellt. Er sagte, nein, wir sind nicht dabei, zu gewinnen, aber wir sind auch nicht dabei, zu verlieren. Stimmen Sie mit General Pace ueberein?
    GATES: Ja, Sir, in diesem Punkt.

    Hier stimmte Gates der Aussage von General Pace zu, man sei nicht am Gewinnen, aber auch nicht am Verlieren.

    Aus dem Rest des Protokolls ergibt sich nirgendwo das von der deutschen Presse kolportierte im Gegenteil, es geht Zweifellos daraus hervor das Mr. Gates es fuer ausgeschlossen haelt diesen Krieg zu gewinnen.

    Wobei wir auch hier beim Wort Krieg (War) vorsichtig sein muessen da er hier auch fuer Kampf steht.
    Es ist also wie so oft zum kotzen, der deutsche Leser wird falsch informiert.

  11. Kampf. Hört sich also an, wie sportlicher Wettstreit weil, militärische Mittel werden im Irak ja nicht eingesetzt.

    „Krieg ist ein militärisch ausgetragener Konflikt zwischen Staaten und/oder planmäßig vorgehenden, bewaffneten nichtstaatlichen Kollektiven. Seine Formen sind vielfältig und nicht unbedingt an Staatssysteme gebunden: Er kann z.B. als Bürgerkrieg, Unabhängigkeitskrieg oder bewaffneter Konflikt auch innerhalb von Staaten stattfinden, zum Weltkrieg oder zum Völkermord werden.“

    Willkommen im Club der Beschöniger und Relativierer. Islam ist Frieden, und Krieg ist Kampf und Kampf ist Wettbewerb und Wettbewerb ist immer etwas erstrebenswertes. 😉 Vielleicht finden da unten auch nur ganz gewöhnliche Counter Strike Spiele statt und keiner hat es gemerkt?

  12. Es wäre doch schön, wenn sich wenigstens ein Blog, das sich erfreulicherweise das Attribut „proamerikanisch“ auf die Fahnen geschrieben hat, in wichtigen Fällen wie diesen nicht wiederum dem vorgebeteten Meinungsmonopol folgen würde, sondern sich an die Fakten halten würde:

    >> Gates antwortete vor dem Streitkräfteausschuss in Washington des US-Senats auf die Frage, ob die USA den Krieg gewinnen könnten, mit „Nein“.

    Die Realität sieht etwas anders aus:

    >> “Do you believe that we are currently winning in Iraq?” asked Mr. Levin, who has pushed for announcing a date to begin withdrawals of American troops from Iraq. “No, sir,” Mr. Gates replied, adding that he did not believe the United States was losing, either.

    Aber wie dem auch sei: Wahlen haben Konsequenzen. Alles, von John Boltons Rückzug bis zur Ernennung des neuen Verteidigunsministers, war eine Folge der Entscheidung der amerikanischen Wähler. Es ist in der Tat wahrscheinlich, daß in Folge dessen jetzt der Wunsch vieler erfüllt wird, der ja auch hier bereits wieder geäußert wurde: Daß man nämlich die Schurkenstaaten „in Ruhe läßt“, ihnen nicht unser „System“ aufzwingt. Ganz so, als ob nicht erst dieses Verhalten zu 9/11 geführt hätte.

    Völlig unabhängig von der Frage, ob Irak richtig oder falsch war: Man muß schon sehr naiv und blind sein, um nicht zu erkennen, daß das Problem der Ausbildung und Finanzierung von Terroristen und der Herstellung von WMDs durch feindliche (nicht nur islamistische) Staaten in Zukunft noch größer werden wird. Und es wird sich sicher nich dadurch lösen lassen, daß wir „Grenzen dicht machen“.

    Übrigens empfahl ja die Baker-Komission auch, mit Ländern wie Iran und Syrien zu verhandeln. Ich bin sicher, die Europäer werden sich über diesen wunderbar diplomatischen Ansatz freuen. Sollten sich die Amerikaner sogar (womöglich dann unter einem demokratischen Präsidenten) stärker isolieren oder ausgerechnet auf die UNO setzen, so wird man im alten Europa vermutlich erst recht jubeln – bis zum bösen Erwachen. Abschließend muß man – wiederum unabhängig von der Frage, ob Irak richtig oder falsch war – feststellen, daß die freie Welt nicht mehr in der Lage und bereit zu sein scheint, sich selbst zu verteidigen. Ich fürchte, wir (und das heißt ganz sicher nicht nur Amerika und Israel) werden den Preis dafür in Form weit größerer Anschläge zahlen. Dann werden wir einmal mehr reagieren müssen, weil wir nicht agieren wollten.

    Aber wer sich allen Ernstes auf diese Bedrohungen mit einer rein defensiven Strategie einstellen will, sollte wenigstens:

    1 Sein Abschreckungspotential gegen Regime und seinen Willen, es im Falle eines Angriffs oder Anschlags einzusetzen, deutlich machen.

    2. Baldmöglichst einen umfassenden Raketenschild errichten.

    3. Hoffen, daß es nicht eines Tages trotzdem kracht.

    Freilich müßte man dafür überhaupt erst mal diese Gefahren erkennen. Aber wie ja jeder weiß, wurden sie alle von den Neokonservativen erfunden.

  13. @D.N.Reb
    Sorry das ich mich in meiner Muttersprache besser auskenne als im deutschen und so besser die Feinheiten begreife.
    Wir fuehren naemlich auch Kriege gegen Krebs, Armut besser Schulen. Manchmal erdreistet sich sogar einer und nennt diese dann auch noch Crusades, was ja bei Europaern aus dem Linken Spektrum dann gleich ekelpickel hervor ruft weil sich da Christliche Eiferer einmischen 😉
    Mal so am Rande erwaehnt die von Praesident Bush so kritisierte Rede ueber den Kreuzug gegen den Terror, war sowas von geklaut und zwar aus General Eisenhowers Rede zum D-Day 😉

  14. @D.N. Reb
    Rechtschreibreform?
    Keine Chance bei mir, ich bin ja froh das ich es so hinkriege ohne gleich Word benutzen zu muessen. 😉
    Deinem Link entnehme ich das Du Gods and Generals gesehen hast, ich klau mir mal den Link

  15. @ DN Reb

    „““““““Den Krieg hat die USA doch gewonnen.“““““““

    Korrekt.

    „“““““Was jetzt tobt, ist ein Bürgerkrieg.“““““““““

    Nicht ganz – ein Bürgerkrieg ist ein konventioneller Krieg – mit Soldaten, nicht Terroristen – unter verschiedenen Bevölkerungsteilen eines Staatsgebildes.

    Von einem Bürgerkrieg im Irak kann man auch deshalb nicht sprechen, da es an Versöhnungsgesten beider Seiten nicht mangelt, z.B. gemeinsame Demonstrationen von Shiiten und Sunniten gegen den Terror, freundschaftliche Haltung der Vertreter der beiden Gruppen zueinander, etc. Beide Seiten , bzw. deren Mehrheiten, wollen ganz offensichtlich gut miteinander auskommen und in Frieden miteinander leben.

    Die Situation ist folgende:
    Terroristen versuchen mit aller (Medien-)macht, den Anschein eines Bürgerkrieges zu erwecken, und mit den tausenden Toten durch ihre Terroranschläge die beiden großen ethnischen Gruppen gegeneinander aufzuhetzen.

    Das ist ihnen bislang noch nicht gelungen.

    Aber sie werden es weiterhin probieren … es sei denn die USA und das irak. Parlament könnten sich zu einer Teilung des Iraks entlang ethnischer Linien entschließen. Damit wäre den Terroristen die Aktions- und Argumentationsgrundlage gleichermaßen entzogen, ihr Bluff würde schlagartig für alle – Iraker und die Welt – offensichtlich werden, und die Bekämpfung der Terrorzellen dürfte sich durch die neuen ethnischen Staaten ebenfalls sehr viel einfacher gestalten. Wodurch wiederum die Amis schneller abziehen könnten … die Teilung des Iraks ist die Lösung zu allen Problemen in der Region.

  16. @D.N.Reb
    Thanks for sharing, im uebrigen einer der Grandiosesten Filme die zu diesem Thema gedreht wurden, leider wurde der Dritte Teil bis heute nicht verwirklicht.

  17. @Axel Bavaria

    Ich habe erst letztens wieder über die Aufstände in der Vendee zu Zeiten der französischen Revolution gelesen. Waren die Königstreuen Terroristen oder Soldaten? Es ist jedenfalls keine Gotcha-Austragung, was im Irak passiert. Es gibt militärisch organisierte religiöse Gruppen, die gegeneinander kämpfen und gemeinsam gegen die Regierung. Und wer dazwischen gerät, stirbt kollateral. Ich sehe keinen Grund, das irgendwie zu beschönigen. Beschönigung ist immer der Anfang vom Ende. Letztens lief doch mal wieder „Good morning Vietnam“. Da nannte Nixon das amerikanische Engagement eine Polizeiaktion.

    @Auslaender. Stimmt, das bedauere ich auch.

  18. Tja. So ist das im Irak. Und wieder gilt: man tut Menschen nichts Gutes, wenn man Dinge für sie erledigt, die sie selbst erledigen sollten.

    Der Krieg ist gewonne, Sadams Armee zerschlagen, Sadams selbst gefangen genommen, Organisierte Gegenwehr oberhalb BattalionsGröße findet nicht mehr statt, Strategisch wichtige Punkte wurden besetzt und werden bis heute gehalten. Militärisch ein Sieg auf ganzer linie. Frieden und Phantastische Zustände jedoch kann das Militär nicht herstellen. Falsche ausrüstung, Falsche Aufstellung, falsche Ausbildung.

    Um Sicherheit zu gewährleisten, braucht es vor allen dingen eines: eine vernünftige Polizei und Geheimdienstruppe. Diese wiederum braucht vor allen dingen: Mitarbeiter die 1. die Landessprache sprechen. 2. Loyal zu den Gesetzen und der Regierung ihres Landes stehen. 3. Residents sind („Mustafa, wie geht es deiner Frau?““Irgendetwas verdächtiges geshen, in letzter zeit?“) Aber, all das können nur die Iraker selbst aufbauen. Wenn sie das nicht wollen oder können, ihr Problem.

    Es ist ihr Land, und je länger die Amerikaner Drin bleiben, umso mehr setzt sich in deren köpfen fest, das andere Dafür verantwortlich seien. Da solches ohnehin schon eine grassierende Krankheit in den MuslimLändern ist, empfiehlt es sich nicht, noch länger dort zu bleiben. Frieden kann es nur geben, wenn man sich zurückzieht, und es den Menschen Selbst überlässt, denn nur sie selbst können für Frieden und Sicherheit in ihrem Land sorgen.

    Was mich aber auf jeden Fall nachdenklich stimmt, ist die berichterstattung in den Medien, die solche einfachen Wahrheiten nicht aussprechen will: Ergo, die Amerikaner sind schuld. Wenn Iraker Iraker umbringen, wer ist daran Schuld? Na sicher. Die USA. Haben es ja nicht verhindert. Meine Mama ist schuld, das ich Schnupfen habe, Hat mir ja keine Mütze aufgesetzt.

    Eltern haften für ihre Kinder. und die USA für die Iraker. zumidest aus sicht der MSM.

    Nur leider ist beides völlig falsch.

  19. Es ist schon ätzend wenn man feststellen muß für 3 Jahre an einem bunten Strohhalm festgehalten zu haben, trotz unserer eigenen Einstellung im Frühjahr 2003: Das wird doch nichts! Also sind wir genauso blöd wie diese saudummen Politiker auf die wir schimpfen…

  20. #23(Hawkeye):
    „Frieden und Phantastische Zustände jedoch kann das Militär nicht herstellen. Falsche ausrüstung, Falsche Aufstellung, falsche Ausbildung.“

  21. @ Ausländer, Kommentar 13:

    Sie waren so freundlich, mit miminmalen Veränderungen aus meinem Blog zu zitieren. Das freut mich.

    Daß Sie die Quelle verschweigen, freut mich allerdings nicht.

    Sie haben freilich abgeschrieben, bevor ich einen Übersetzungsfehler korrigiert hatte. ;-))

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