Wie wir wissen, hat Ex-Cat Yusuf beschlossen, dass Allah seinem Gesang gnädig gegenübersteht und diesen wohlwollend toleriert. Nun aber wurden wir durch eine unserer phantastischen Spürnasen auf einen Beitrag zum Thema „Islam und Musik“ aufmerksam gemacht und fragen uns, ob Yusuf wirklich weiß, was er tut.

Seit den Anfängen des Islam im siebten Jahrhundert streiten sich Rechtsgelehrte und Theologen, ob und wie sich Musik und Religion vereinbaren lassen. Kritiker behaupten: Musik stehe im Widerspruch zu islamischen Prinzipien von Bescheidenheit und Sittsamkeit. Sie verlocke zu Trinkgelagen, verbotenen sexuellen Beziehungen und Prostitution. Außerdem halte sie die Gläubigen von ihren religiösen Pflichten ab. (…) Musik gilt in fundamentalistischen Kreisen der islamischen Gesellschaft als „Haram“, also als Sünde. Denn in der Sunna Mohammeds – den Überlieferungen der Aussprüche und Taten des Propheten – soll es der Teufel gewesen sein, „der die Menschen zum Singen anstiftete“, weiß die Islamwissenschafterin Stefanie Gsell. Insgesamt aber gäbe es genau so viel negative wie positive Meinungen dazu. (…) Die Kontroversen um die Frage der Vereinbarkeit von Islam und Musik halten darum bis heute an. Besonders deutlich wird dies im Iran, Saudi-Arabien, Sudan und Algerien. Im Iran durften nach der Revolution fünfzehn Jahre lang nur Kriegshymnen, traditionelle Lieder und seichte Instrumentalmusik gespielt werden. Heute hat sich die Situation gebessert, auch wenn Radio und Fernsehen gelegentlich vor der Verwässerung revolutionärer und islamischer Prinzipien warnen.

Am schlechtesten erging es jedoch Musikern in Afghanistan, wo die Taliban seit 1996 jegliche Art von Musik und Unterhaltung verboten hatten. Die strengen Religionshüter kannten kein Pardon, wenn es um ihre Auslegung des Koran ging. Die meisten Musiker flohen aus Angst vor Folter ins Ausland. Mittlerweile kehren einige langsam wieder in ihre Heimat zurück. Die Streitfrage nimmt in manchen Fällen extreme Ausmaße an. So mussten beispielsweise in Algerien die Raï-Legende Cheb Hasni und der kabylische Protestsänger Matoub Lounés ihr öffentliches Auftreten 1994 und 1998 mit ihrem Leben bezahlen. Auch der im französischen Exil lebende Hit-Produzent Cheb Khaled verliess nach Morddrohungen das Land. Der gegen ihn erhobene Vorwurf lautete, er habe „gesellschaftliche Tabus verletzt“ und Algeriens Jugend „zur Revolution angestachelt“.

In mehreren Ländern – etwa in Libanon und Ägypten – hat sich die Situation allerdings entschärft: Trotzdem muss sich ein Sänger noch immer an Spielregeln und Tabus halten, wenn er als Musiker nicht nur finanziell überleben will.

Ach ja, so einfach scheint es gar nicht zu sein, das korantreue Leben eines guten Moslem zu führen. Da ist er nun in die vollständige Entmündigung überführt, und trotzdem sagt ihm keiner, was erlaubt und was verboten ist. Und mit was für ‚wichtigen‘ Fragen Islamgelehrte sich so herumschlagen müssen! Ein wahrhaft schwieriges Leben.

Ist Yusuf jetzt ein besonders liberaler Moslem, weil er singt und Gitarre spielt, oder ist er am Ende bloß ein besonders schlechter, der es mit seinem Glauben nicht so genau nimmt? Wir wissen es nicht, aber es scheint so, als wenn Yusuf sich die Entscheidung ein kleines bißchen zu leicht gemacht hat …

(Spürnase: Bernd v. S.)

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17 KOMMENTARE

  1. Dieser Kommentar berücksichtigt nicht, daß die islamischen Gelehrten auf Taqiyya setzen, die Verstellung zur Erreichung der Ziele des Islam. Yusuf Islam singt mit seinem Mickerstimmchen ja nicht in islamischen Ländern, gar in Saudi-Arabien, sondern bei den Kuffar. Die aber müssen einen Eindruck vom Islam bekommen, der es ihnen ermöglicht zu konvertieren, vom friedlichen Islam.

    Yusuf Islam ist Diener. Einer, der es wichtig findet, ob das Färben des Bartes halal oder haram ist, ein solcher wird nichts (!) unternehmen, ohne es vorher mit den Imamen abgeklärt zu haben. Die Muslimbrüder finanzieren den nicht, wenn sie nicht die totale Kontrolle über ihn haben. Vergeßt nicht: ein Sohn des Tariq Ramadan geht in einer von Yusuf Islams Schulen.

    Deshalb meine ich auch, daß die ganze Geschichte von der gitarre seines Sohnes, nun wieder Lust am Spielen etc. eine einzige Heuchelei ist. Yusuf Islam ist für die Islamisierung Europas und der USA unterwegs, und das ZDF hilft ihm dabei. ist doch nett, oder?

  2. Wer mal wieder so richtig multi-kulti-mäßig unterhalten werden möchte, sollte sich die Sendung Cosmo TV, das „interkulturelle“ Magazin im WDR ansehen. Da gibt es alles, was das gutmenschliche Herz begehrt: Edle Gläubige, böse Nazis, brave deutsche Dhimmis, total dumme Islamophobe und vor allem – gerade passend zur vorweihnachtlichen Zeit – süße Märchen von der heilen Multi-Kulti-Welt. Schade, daß man gar nicht so viele Plätzchen futtern kann, wie man k*tzen möchte. Leider kann man sich die Sendung wohl nicht nachträglich über Internet ansehen – es würde sich „lohnen“.

  3. „Ist Yusuf jetzt ein besonders liberaler Moslem, weil er singt und Gitarre spielt, oder ist er am Ende bloß ein besonders schlechter, der es mit seinem Glauben nicht so genau nimmt?“

    vermutlich hat er sich einfach der möglichkeit erinnert, mit seinem ehemals guten namen ein paar schnelle dollars für den jihad zu machen, nachdem er die kohle, die wir ihm einst für die musikalische untermalung unserer gänzlich unislamischen schäferstündchen gezahlt haben verbraten hat. ein ähnlicher fall wie axel schulz, nur das der letztere sein geld nicht an gemeingefährliche mörderbanden weiterleitet und, das ist der vorteil der comebackenden boxer gegenüber den musikalischen kollegen, für seine frechheit wenigstens ordentlich prügel bezieht. wenn schlechte musik dem urheber ähnlich wehtun würde wie eine gebrochene nase, wäre die welt schöner.

  4. Der Penner ist doch nicht der Rede wert!
    Kein Döner, kein Gemüsemusel am Eck, keine Yusuf-CD, nix eben.

  5. Die Sache ist etwas anders. Yussuf sagte in einem TV-Interview vor nicht allzulanger Zeit, das er im Laufe der Zeit merkte das er nur mit Musik die Menschen am besten erreicht. Das war auch u.a. ein Grund wieder zur Gitarre zu greifen. Ich will da jetzt nicht so ungerecht sein und dahinter einen Missionierungsdrang nach dem Motto „der Zweck heiligt die Mittel“ entdecken. Eher würde ich sagen, das er sich selbst wieder entdeckt hat. Jedenfalls machte er im Interview den Eindruck, das er von seinem früheren Fanatismus abgewichen ist und auch die persönliche Erfahrung als seinen Weg zulässt.
    Und noch was Leute, macht nicht immer den Fehler, nur den anderen was anzukreiden. Die Hauptschuld an der Islamisierung Europas liegt an uns und zwar nur an uns. Wenn wir mit unserer freiheitlich demokratischen Ordnung nicht mehr in der Lage sind genug selbstbewusste eigenständig denkende und handelnde Menschen hervorzubringen dann haben wir es auch nicht anders verdient als von einer kaputten Massenideologie vereinahmt zu werden.

  6. Ja, Stalker, genauso ist es. Das ZDF hilft ihm, habe ich ja deshalb geschrieben. Das ZDF kann ihm aber nur helfen, wenn das mit der Gesellschaft, die Wetten, dass…? erreicht, in Einklang ist. Yusuf Islam hat das nicht allein gemerkt, daß er mit seiner Musik etwas erreichen kann, das haben seine islamischen Führungsoffiziere ebenfalls bemerkt. Die jetzige CD ist ja nicht die erste, sondern schaut mal bei Amazon – und die Rezensionen dazu. Yusuf Islam wird eingesetzt, wie schon hier geschildert:

    Article Nineteen

    Art has regulations and measures by which it can be determined whether it is Islamic or pre-Islamic (Jahili) art. The issues of Islamic liberation are in need of Islamic art that would take the spirit high, without raising one side of human nature above the other, but rather raise all of them harmoniously an in equilibrium.

    Man is a unique and wonderful creature, made out of a handful of clay and a breath from Allah. Islamic art addresses man on this basis, while pre-Islamic art addresses the body giving preference to the clay component in it.

    The book, the article, the bulletin, the sermon, the thesis, the popular poem, the poetic ode, the song, the play and others, contain the characteristics of Islamic art, then these are among the requirements of ideological mobilization, renewed food for the journey and recreation for the soul. The road is long and suffering is plenty. The soul will be bored, but Islamic art renews the energies, resurrects the movement, arousing in them lofty meanings and proper conduct. „Nothing can improve the self if it is in retreat except shifting from one mood to another.“

    All this is utterly serious and no jest, for those who are fighters do not jest.

    Hamas Covenant

  7. Noch was die Sufis (islamische Mystiker, deren Wurzeln übrigens möglicherweise nicht islamisch sind) haben eine sehr lebendige Musiktradition und werden deswegen auch von anderen Muslimen angfeindet. Näheres hierzu entnehme man der Wikipedia.

  8. Macht Yusuf Islam es sich zu leicht?

    Natürlich macht er es sich zu leicht. Bin Laden und die Taliban stehen für den reinen Islam. Die Regeln der Taliban verbieten das Lachen, das Tanzen, das Musizieren, das Singen, das Essen und das Trinken. Montags wird ausgepeitscht und freitags gibt´s kein Fisch. Fazit: Yupp Islam ist selbstverständlich kein wahrer Moslem!

  9. Stevens islamische Überzeugungen dürften auch in erster Linie dafür verantwortlich sein, dass er 25 Jahre kein Musikinstrument angefasst hat. Aus der Sicht des Djihad dürfte allerdings die Verletzung islamischer Vorschriften in Kauf genommen werden, wenn das Resultat der Ausbreitung des Islam dient, die immer Priorität geniesst. Der Zweck heiligt die Mittel, in der Tat. Und zu nichts anderem als der Ausbreitung des Islam in Europa dient Stevens Comeback.
    Ich habe noch ein besonderes Schmankel zum Thema Islam und Musik gefunden:

    „It is a very ignorant and misguided attitude to percieve music as a form of pleasure and passing of time, since the messages of today`s music follow a general theme of love, fornication, drugs and freedom.“

    Richtig gelesen, der nette Herr bzw. die nette Dame verortet die Liebe als größte Gefahr, die von der zeitgenössischen Musik ausgeht. Die Liebe, nicht etwa Sex!

    „We find that the whole world is obsessed with the kufr idea of freedom, i.e. freedom of speech, freedom of movement, etc. In western schools and universities, we observe independence, free expression and secular thinking being encouraged. This idea of freedom, “ It`s my life, I`ll do what I want” is a predominant, underlying theme of today`s music. It is being used as a means for drilling western ideologies, which are totally contrary to Islamic Shariah and values, into the minds of Muslims.“

    Besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können!

    http://www.inter-islam.org/Prohibitions/Mansy_music.htm

  10. Nur ein absoluter Menschenfeind kann auf die Idee kommen, der Satan hätte uns zum Singen agestiftet – spricht doch der Gesang (ich meine den ohne Mikrophon und ohne kommerziellen Bezug) das Beste in uns an. „Wo man singt, das lass dich ruhig nieder – böse Menschen haben einen MP3-Player“ sagt (wenn auch nicht ganz so) der Volksmund, und der Psalmist singt: „Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder“ (wunderbar vertont unter anderem von Heinrich Schütz). Ich habe in meinem Leben immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die A**l**cher sich vor allem auch dadurch „auszeichnen“, dass sie nicht singen. Wie muss es in den Seelen von Menschen aussehen, die eine der liebenswertesten Lebensäußerungen von uns Menschen für Teufelswerk halten!

  11. #8 Stalker (10.12.06 19:17)
    Noch was die Sufis (islamische Mystiker, deren Wurzeln übrigens möglicherweise nicht islamisch sind) haben eine sehr lebendige Musiktradition und werden deswegen auch von anderen Muslimen angfeindet.

    Ach ja, die Sufis! Das sind wohl die Moslems, denen am ehesten zuzutrauen ist, niemals ein Selbstmord – bzw. Mordattentat zu verüben! Das sind vielleicht die einzigen, deren muslimischen Charakter von einer Friedensreligion man ernstnehmen kann. Sie haben immerhin in Fernost durch hinduistischen Einfluss etwas Meditatives abbekommen. Deswegen sind die auch nicht so aggressiv-mörderisch wie die übrige Musel-Bande. Von denen kann man immerhin noch etwas lernen – wie z.B. das „Enneagramm“ – eine psychologische Typologie, die manche Therapeuten bei uns in der Psychodiagnostik einsetzen.

  12. Ich habe in dem obenstehenden Kommentar etwas emotional „argumentiert“ (und auch eine Reihe von Fehlern gemacht), weil ich noch ganz erfüllt von dem soeben beendeten Adventskonzert in unserer kleinen Dorfkirche bin, bei dem ich als Mitglied des Kirchenchores und des Posaunenchores in doppelter Hinsicht mirgewirkt habe.

  13. Mir ist es ja unbegreiflich, wie Menschen freiwillig auf Musik verzichten können. Das sind doch alles absolute Langweiler diese Taliban.

  14. @ Friedel #13

    Mach dir nichts draus, Friedel. Solche Adventskonzerte machen mich auch immer aggressiv.

  15. Er macht Werbung für den Islam. Zielgruppe: Sensible, eventuell religiöse Menschen, die unbedingt glauben wollen das der Islam gut ist, Menschen die nach Gerechtigkeit suchen, nach einer moralischen Ordnung der sie sich unterwerfen können, die ihrer vertrauten linken Ideologie ähnlich ist, auch musikalisch. Der Mann ist eine Gefahr.

  16. Wirklich eine extrem wichtige Frage, die allerdings bereits beantwortet ist, soweit ich weiß:

    „Yusuf Islam ist Diener. Einer, der es wichtig findet, ob das Färben des Bartes halal oder haram ist, ein solcher wird nichts (!) unternehmen, ohne es vorher mit den Imamen abgeklärt zu haben.“

    Ein Mann DARF den Bart färben, aber NICHT schwarz. Das ist keine politische Aussage, sondern HIERIN darf man keine taqqiya machen – man würde ja auf dem mohammedanischen Heiratsmarkt seine silbernen oder gar grauen Haare verbergen und sich damit jünger machen als man ist. Schröders Schläfe läßt grüßen!

    Die Folgen wären ja auch wirklich unabsehbar!

    Besonders opportun sind ROT gefärbte Barthaare:
    je Neonfarbe – desto Haß!

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