» Gudrun Eussner über Yusuf Islam, den Star des Osloer Nobel-Friedenspreiskonzertes 2006
» Lizas Welt zu den Kronzeugen gegen Israel bei der Holocaust-Konferenz in Teheran
» Outcut zum jüdischen Lichterfest Chanukka
» Der Düsseldorf Blog über den Kölner Islam-Propagandist Pierre Vogel
» James Whelan in The Australian zum Tod von Augusto Pinochet
» Die FAZ zum zweiten Fall Hohmann in der CDU
» Fakten & Fiktionen zu Heitmeyers Popanz-Studien
» Freedomwatch zum Christiansen-Skandal um den russischen Regimekritiker Gari Kasparov

image_pdfimage_print

 

48 KOMMENTARE

  1. Sorry eine Verteidigungsrede auf Pinochet kann ich hier nicht gutheissen.
    Allendes Regierung war frei gewählt und Allende war auch kein Kommunist. Mag sein das er sein Land runterwirtschaftete, aber das ist kein Grund eine unmenschliche Diktatur zu installieren, in der Menschen umgebracht und gefoltert werden. Ebenso will ich jetzt keine Aufrechnung mit der Zahl der Opfer linker Diktaturen.
    Es geht mir darum das der Blog für Demokratie und Menschenrechte ist. Andernfalls könnt ihr es sein lassen.

  2. PINOCHET – MÖRDER MIT VERDIENSTEN

    @Stalker

    Du täuschst Dich. Allendes Sozialisten waren, wenn ich mich recht entsinne, mit etwa 36 Prozent gewählt worden, weil die Konservativen gespalten waren. Und mit dieser Nicht-Mehrheit wollten sie – wohl gegen Allendes Willen, aber der hatte seine Sozialisten nicht im Griff – eine typisch sozialistische Enteignungs-Landreform durchziehen. Mit 36 Prozent geht das nicht und kann nur zu einem führen: Bürgerkrieg. Den hat Pinochet verhindert. Ein Verdienst. Daß er dann mehrere tausend Leute hat umbringen lassen – oder es waren seine underlings – war völlig überflüssig und war natürlich Massenmord. Wie das zu werten ist, weiß jeder.

    Zu einer Pinochet-Bilanz gehört aber auch: Heute hat Chile in Lateinamerika einen zehnjährigen Entwicklungsvorsprung. Die Weichen dafür wurden während der Pinochet-Zeit gestellt. Pinochet mag ein echter Unsympath gewesen sein. Aber etwas hat er richtig gesehen: Er wusste, „von Wirtschaft versteh ich nichts, also laß ich diejenigen machen, die etwas davon verstehen“. Und hat die Finger davon gelassen. Chile hat davon sehr profitiert. Zu solcher eigentlich recht schlichten Geistesleistung war nirgendwo auf der Welt ein sozialistischer Putschist noch je fähig. Im Gegenteil: Linke Putschisten putschen überhaupt nur, um irgendwelche wirtschaftlichen Gaga-Ideen durchzusetzen. Und ihre Länder bezahlen es mit unermesslichen Opfern. Überall. In Lateinamerika sowieso.

    Wenn schon Pinochet-Bilanz, dann bitte ehrlich und vollständig. Und keine sozialistischen Allende-Legenden. Der war drauf und dran, sein Land in den Abgrund zu fahren – und hätte sich dabei noch als Heilsbringer verstanden. Typisch. Wenn schon Diktatur, wenn es denn wirklich sein muß, und das muß es eigentlich nie – dann lieber Pinochet. Aber nicht die Linken. Denn die morden nicht „nur“, sondern ruinieren auch noch das Land.

  3. Seid ihr eigentlich noch recht bei Trost? 3000 Tote, 17 Jahre Diktatur ohne freie Wahlen, ohne freie Presse, Zahllose Fälle von Folter an Journalisten, Anwälten katholischen Priestern, Frauen, die vor den Augen ihrer Männer von Polizisten vergewaltigt wurden, Millionen von gestohlenen Dollars der Familie Pinochet auf ausländischen Konten….alles nicht der rede wert, immerhin hat er es den Linken mal so richtig gezeigt.

    Das ist wirklich zum kotzen! Und ihr wollt die Demokratie und die Werte des Westens gegen den Islam verteidigen? Welch ein Witz!
    Ihr seid doch selber keine Demokraten.

    http://www.spectacle.org/0501/kissinger.html

  4. ich fühle mich in meiner demokratischen grundhaltung gefestigt genug, um nach 30 jahren erstmals auch mal „die andere seite“ zu hören. die medien berichteten immer ausschliesslich aus sicht der allendeanhänger, und so hatte ich auch lange jahre das bild von pinochet als rechtsextremistischen monsterdiktator. allerdings fällt mir seit einiger zeit auf, dass er auch eine menge anhänger unter den chilenen hatte und hat, und nicht nur privilegierte superreiche.
    der verlinkte bericht bringt einige interessante fakten, die hier seit 30 jahren unerwähnt blieben.
    nach meinem gegenwärtigen kenntnisstand halte ich es für angebracht, viele der über jahre zum konsens in unserem denken gewordenen konventionen neu zu beurteilen. dazu trägt der artikel bei.

  5. Toll, Hitler hatte auch viele Anhänger unter den Deutschen und hat die schönen Autobahnen gebaut. Ist übrugens bekannt, dass die Schergen Pinochets es besonders auf Juden abgesehen hatten?

  6. Wir müssen nur genügend Deutsche in Stadien foltern und umbringen. Am besten die aktuelle Opposition. Dann geht es in 20 Jahren Deutschland so was von gut. Aber so was. Und ich wette, das hält tausend Jahre.

    @Willy

    Einige sind hier eindeutig Klapsmühlenreif. Du hast es richtig erfragt.

  7. Wassn das fürn blödes Forum bei Focus???

    Nur Nutzer mit besonderen Rechten dürfen auf Beiträge antworten.

    Dabei bin ich schon eingeloogt!!

    Was soll der Quatsch??????

  8. @willy: der vergleich mit hitler ist schwer daneben. selbst pinochetgegener kriegen in 17 jahren nicht mehr als 3000 tote zusammen. das ist, so blöd es klingt, verglichen mit anderen diktaturen nicht viel.
    wenn alles so war, wie du glaubst, bin ich ganz deiner meinung. aber wir erfahren täglich, wie in wissenschaftlichen studien und statistiken tatsachen verdreht werden, um eine erwünschte politische wirkung zu erzielen. das könnte ja immerhin auch schon zu zeiten der fall gewesen sein, als informationen schwerer zugänglich waren als heute.
    immerhin hat es mich immer schon gewundert, wie sehr die exilchilenen, die ich selbst für demokratische linke hielt sich mit winkelementen und „venceremos“ in die staatsdiktatur der ddr und sowietunion einbinden liessen, ohne dass sie sich an den menschenrechtsverletzungen der kommunisten störten. und viele der westdeutschen freunde hatten castro und mao in der wg-küche hängen. und zumindest letzterer hat ja eine ganz andere blutspur hinter sich hergezogen als pinochet.
    also: bei der ganzen ethischen diskussion hat immer die politische perspektive eine rolle gespielt, insbesondere bei den linken, deren paradepferd allende und der putsch in chile waren. die diskussion hier geht um die frage, ob man einen offenbar gut fundierten artikel verlinken darf, der einmal anddere aspekte des historischen falles aufzeigt, und da finde ich: ja, sollte man und muss man sogar. mehr nicht.

  9. Ja, es ist hart das einzusehen.
    Niemand nennt Pinochet einen Demokraten.
    Man sollte ihn aber fair beurteilen.

    Während z.B. ein Diktator wie der jordanische König heute noch tausende Gegner umbringen lässt, wird er vom Westen gefeiert als der tollste Demokrat im nahen Osten.

    Für islamische Länder halte ich momentan gemässigte Diktatoren für das geringste Übel, da nur sie einigermassen wirkungsvoll die sog. Islamisten im Zaum halten können.

    Genauso war Pinochet damals für Chile halt das geringste Übel, so nüchtern muss man das sehen.

  10. Nein, Pinochet war nicht das geringste Übel, und die USA hatten da nichts verloren. Die haben damals genauso einen schweren Fehler gemacht, wie heute im Irak!!!

    Unter Saddam Hussein wäre wenigstens der Iran neutralisiert, jetzt marschiert der Iran gegen Saudi-Arabien.

    Und wenn die sich an die Gurgel gehen, werden wieder deutsche Gutmenschen dazwischengehen.

    Unter Saddam wäre wenigstens ein Pari zwischen Iran und Irak gewahrt geblieben!!

    Bush ist einer der Dümmsten der Politiker, die unter der Sonne leben.

    Ach so: Die Stimmung in den USA gegen die Todesstrafe kippt auch, zum Glück.

    Von jedem Feld-, Wald- und Wiesenstaat, der in die EU will verlangen wir, dass er die Todesstrafe ächtet.

    Die USA dürfen legal morden wie sie wollen, da meckert keiner!!! Kotz, würg, spotz.

  11. Also halten wir mal fest. Es gibt gute Diktaturen die Menschen foltern, die Meinungsfreiheit einschränken und alle gleichschalten und es gibt böse Diktaturen. Die bösen Diktaturen sind Kommunismus, Sozialismus und SPD geführte Regierungen. Die sollen durch gute Diktaturen wie die von Pinochet verhindert werden. Dazu müssen auch Menschen gefoltert und ermordet und die bürgerlichen Freiheiten eingeschränkt werden aber es könnte ja schlimmer kommen. Der Hitler, das war ein ganz feiner. Der hat die Diktatur des Ernst Thälmann verhindert und die Enteignung von Krupp und IG-Farben. Na, da haben wir aber wirklich Glück gehabt. Der Thälmann hätte womöglich nicht nur nach der Weltherrschaft gestrebt. Nein, der hätte versucht den Mars zu erobern. Oh ja, willst Du die Demokratie erhalten, errichte eine Diktatur. Und morgen, ja morgen, da nehmen wir wieder unsere Psychopharmaka, nicht?

  12. nochmal zum mitschreiben: ist es legitim, nach 30 jahren auch mal die sichtweise der vielen chilenen anzuhören, die pinochet nicht so negativ sehen, wie dies europäische medien tun? oder muss man die beim blossen versuch niederbrüllen, wie das hier gerade passiert? und wenn das der fall ist, warum ist es so wichtig, dass man deren beurteilung nicht mal lesen darf?

  13. Das Begräbnis von Pinochet mit militärischen Ehren – das wäre genauso als wenn Adolf Hilter posthum ein Staatsbegräbnis bekommen hätte.

    Ach so, der Pinochet wusste ja auch von Nichts, genauso wie der Führer!1

    Na dann!!

  14. Natürlich ist es legitim auch mal die Sichtweise der viele Gauleiter, Blockwarte, Lagerkommandanten und der Nutzniesser aus der Enteignung und der Ermordung der Juden zu sehen. Von deren Warte aus war Hitler wirklich ein feiner Kerl. Er hat den Deutschen das Selbstbewusstsein wieder gebracht, den Versailler Schandvertrag beendet, die Querulanten und Volksschädlinge neutralisiert, den Arbeitslosen Arbeit gebracht, den Geschenke Süchtigen Kriegsbeute und den Bäuerinnen Polen zum Pflügen, weil der Wehrbauer schlimm im Abwehrkampf gegen den Bolschewismus in Afrika, Norwegen oder in Griechenland zu tun hatte. Klar kann man das lesen, man muss sogar. Ich, als Aufgewachsener in der Diktatur des Proletariats, kann gar nicht genug Diktatur kriegen und würde die Bundeswehr heute putschen und Andersdenkende(als wer?) abknallen, könnte ich gar nicht genug Beifall spenden. Endlich wieder wie in alten Zeiten. Und scheiss auf den Stauffenberg und seine Verräterclique. Na ist doch so oder nicht? Und die chilenische Präsidentin soll froh sein, dass sie nicht auch mit ihrem Vater abgeknallt wurde. Undankbare Tussi.

  15. Wenn schon Pinochet, dann auch Allende. Ein Blick in Wikipedia, und die Freuden des Sozialismus strahlen einem entgegen.

    Die arbeiterfreundliche Politik Allendes brachte dem arbeitenden Volk entscheidende Vorteile. So wurden die Löhne erhöht und die Preise für die Miete und für wichtige Bedarfsmittel eingefroren. Jedes Kind bekam täglich einen Liter Gratismilch, so dass die Kindersterblichkeitsrate sank. 1973 hatte Chile eine Arbeitslosenquote von nur 3,7 Prozent (8,8 Prozent bei Allendes Amtsantritt). Doch nur Parteimitglieder erhielten den sog. JAC-Ausweis, und ohne diesen Ausweis waren Grundnahrungsmittel (wie etwa Milch und Fleisch) nur schwer zu kaufen. Wie auch in anderen sozialistisch gesteuerten Volkswirtschaften, führten die zentrale Planung und die eingefrorenen Preise zu Knappheit und zum Schwarzmarkt.

    Durch die sozialistische Wirtschaftspolitik stürzte Chile in eine schwere Wirtschaftskrise. Da ein Teil der Wirtschaft verstaatlicht worden war, gingen die Privatinvestitionen aus Angst vor der Verstaatlichung zurück. Die Regierung druckte daraufhin neues Geld, und die Inflation erreichte über 300%. Die Regierung der USA verhängte ein Handelsembargo, das die Wirtschaft zusätzlich schädigen sollte.

    So kam es zu massiven Protesten im Lande und bei ausländischen Investoren, aber auch bei Lastwagenfahrern und Studenten. Diese wurden durch Allendes Gegner zusätzlich angeheizt. Ein Besuch Fidel Castros, der in Santiago de Chile eine revolutionäre Kampfrede hielt, verschärfte die Situation.

    Ohne zu übertreiben, Allende hat Chile in die Scheisse geritten und einer Figur wie Pinochet hat das sicher nicht geschadet. Ein paar hehre Vaterlandssprüche und schon hatte er eine Rechtfertigung für den Putsch.

  16. Oh mein Ackermann! Gratismilch! Pfui Deibel. Gut dass der Allende tot ist. Na klar hat Allende Chile in die Scheisse geritten. Pinochet hat Chile dann wieder rausgeholt, genau so wie Hitler Deutschland aus der Scheisse geholt hat. Heil Hinkel. Ich liebe die Verteidiger von Diktaturen, die sich Demokraten nennen und nichts so verabscheuen wie die Diktatur der EU, des Staates oder der Imame. Das bissel foltern und ermorden, was solls? Wenn es der Demokratie dient. Bah! Äks bäks.

  17. Natürlich war Pinochet kein Demokrat. Nur Allende war auch keiner. Lies nochmal:

    Doch nur Parteimitglieder erhielten den sog. JAC-Ausweis, und ohne diesen Ausweis waren Grundnahrungsmittel (wie etwa Milch und Fleisch) nur schwer zu kaufen.

    Da hiess es „Heil, Einparteienstaat“. Und wer nicht mitspielte, wurde ausgegrenzt, nix da mit klassenloser Gesellschaft.

  18. Ich unterstütze absolut den Link zu dem Pinochet-Artikel. Es ist bei fast jedem Thema so, daß in Deutschland eine politisch korrekte Meinung vorherrscht, die die Dinge vereinfacht, oft falsch, jedenfalls meist durch eine rote Brille betrachtet wiedergibt. Meistens ist die Realität aber komplizierter. Zur Meinungsbildung gehört eben auch, Gegenargumente zu hören.

    So ist es auch bei Pinochet, der natürlich ein Diktator war, der viele Menschen auf dem Gewissen hatte. Wäre eine Fortsetzung demokratischer Verhältnisse beser gewesen? Natürlich. Ist es realistisch, davon auszugehen, daß es ohne seinen Putsch so gekommen wäre? Wohl nicht, es wäre stattdessen ein kommunistisches Regime entstanden. Wäre das für Chile in jeder Hinsicht schlimmer gewesen? Meine persönliche Meinung, basierend auf der Beobachtung anderer Länder: Auf jeden Fall. Und es gibt genug Chilenen, die Pinochet ebenso zwiespältig sehen.

    Welches kommunistische Regime auf der Welt hat eigentlich bereits jemals freiwillig die Macht wieder abgegeben, demokratische Wahlen durchführen lassen und das Ergebnis dann auch akzeptiert? Ich wüßte keins.

    Überhaupt: Saddam ermordete 100 x mehr Menschen als Pinochet, trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, daß man in Deutschland allzu viel Anstoß daran nahm oder übermäßig begeistert davon war, daß er endlich gestürzt und später gefangen genommen wurde. Warum eigentlich? Vielleicht, weil immer noch die Meinung vorherrscht, er hätte für Stabilität gesorgt und hätte und nicht bedroht. Aha! Genau einer der Gründe, warum uns auch Pinochets viel harmlosere Diktatur recht sein konnte.

  19. Bei nochmaligem Durchlesen einiger Kommentare fällt mir das amüsante Phänomen auf, daß genau die Leute, die die Befreiung Iraks für unmöglich oder unnötig halten und die regelmäßig verkünden, daß die Befürworter es ja ohnehin nicht ernst meinten mit der Verbreitung von Demokratie und Freiheit, im Fall Chiles plötzlich selbst die größten Verfechter der Freiheit und Anhänger der Idee sind, daß undemokratische Regime nicht akzeptabel und Geschäfte mit denen unmoralisch seien. Wo bleibt denn da die stets beschworende und der „neokonservativen Ideologie“ entgegengehaltende Realpolitik?

  20. Hier habe ich einen Artikel aus dem Cicero, der vor über einem Jahr erschienen sein muss und der die übliche Legendenbildung um den „guevaristischen Heiligen“ Salvador Allende Lügen straft.
    Augusto Pinochet führte zwar ein hartes Regime, er ließ Oppositionelle verschwinden oder töten, und der Wirtschaftsliberalismus der „Chicago Boys“ hatte auch nicht nur Sonnenseiten. Andererseits hätte der wirtschaftliche Kollaps Chiles zu noch katastrophaleren Folgen geführt, und Chile wäre heute nicht das führende Land auf dem südamerikanischen Kontinent. Mich wundert es von daher nicht, dass er bis zuletzt viele Sympathisanten hatte – sicher mehr als die nichtmilitärischen Diktatoren nach 17 Jahren Herrschaft. Bei einem Referendum 1988 bekam er über 40% der Stimmen.
    Ironischerweise trug die „Härte“ von Pinochets Diktatur und die Nähe seiner Ikonographie zum europäischen Faschismus dazu bei, dass der Nimbus Allendes, der genauso „demokratisch“ gewählt war wie die Hamas, Ahmadinedjad oder Hugo Chavez heute, erst richtig glänzte.

    http://www.cicero.de/97.php?ress_id=1&item=440

  21. Sag ich doch. Diktaturen sind das, was wir nötig haben. Nicht dieser Quatsch von bürgerlichen Freiheiten und Demokratie, der jetzt vom ausufernden Islam bedroht ist. Wieso bedroht? Der hat hat doch auch nur eine andere Diktatur im Sinn. Die Diktatur Allahs. Ich versteh nicht, dass die, die vor der Diktatur der Korananhänger Angst haben, eine harte Hand Diktatur ala Pinochet befürworten. Oder ist der demokratische Lack da plötzlich abgeplatzt? Und dieses ganze Gefasel von wir müssen unsere Werte bewahren ist nur inhaltsleeres Getöse? Harte Hand ist gut. Einerseits immer darauf herumreiten, dass dem harthändigen Hitler niemand frühzeitig Paroli geboten hat als seine Schlachterliste noch nicht so lang war und andererseits die Verschleppung, Folterung und Ermordung von Menschen beklatschen. Liegt es an der Zahl der Opfer? Oder liegt es an den Langhaarigen, Bunthaarigen, Gepiercten, die dann von der Kommission der Kleingeister kurzerhand zu Kommunisten erklärt und entsorgt werden könnten? Ab wieviel tausend Toten fängt denn ein böser Diktator an? Ja und hätte Hitler nicht den Fehler mit den Juden und dem Zweifrontenkrieg gemacht, dann würden heute noch nette, saubere Jungs mit guten Manieren vom Winterhilfswerk an der Tür klingeln und der Blockwart lauschen, dass auch ja keiner BBC oder CNN hört und das Denunziantentum stünde in hoher Blüte. Hach wäre das schön.

  22. Er hätte einfach dem menschlichen Instinkt wiederstehen und die Linken wegsperren sollen. Das Getöse wäre heute aber genauso stark.
    Wie schon oben geschrieben wurde, es gab viele schlimmere Diktatoren die heute stärker verehrt werden. In Chile wird Pinochet auch teilweise positiv gesehen.

    > Mir: … die die Befreiung Iraks für unmöglich oder unnötig halten und die regelmäßig verkünden, daß die Befürworter es ja ohnehin nicht ernst meinten mit der Verbreitung von Demokratie und Freiheit, im Fall Chiles …

    Europäische Staaten und arabische Staaten mit gemischter Bevölkerung sind auf jeden Fall zwei ganz verschiedene Dinge! Wie soll ein Staat voller Muslime einfach so frei und auch noch demokratisch werden, und womöglich auch noch ungefährlich? Wie soll ein Staat aus drei Völkern mit solchen Problemen zusammenhalten?

    > D.N. Reb: Ja und hätte Hitler nicht den Fehler mit den Juden und dem Zweifrontenkrieg gemacht,

    Das NS-System war ausserdem auch noch totalitär und sozialistisch.

    > dann würden heute noch nette, saubere Jungs mit guten Manieren vom Winterhilfswerk an der Tür klingeln und der Blockwart lauschen, dass auch ja keiner BBC oder CNN hört und das Denunziantentum stünde in hoher Blüte. Hach wäre das schön.

    Glaube ich nicht, denn rechte Regime neigen immer dazu zur Freiheit zu streben. Freiheit ist gut für den Staat und gut für das Volk.

  23. @ European Patriot

    Eben. Auch mir ging es darum, daß vieles der scheinheiligen Entrüstung über das Pinochet-Regime in Wahrheit linker Ideologie und Anti-Amerikanismus entspringt. Einerseits finden Linke ja, wie bereits erwähnt wurde, für linke – weit brutalere – Diktaturen deutlich weniger Kritik, das gilt allgemein gegenüber Regimen, die sich „den Amerikanern widersetzen“. Konterfeis von linken Massenmördern auf Klamotten oder Symbole von barbarischen linken Regimen sind ja nicht von ungefähr immer wieder anzutreffen. Zweitens ist es doch offensichtlich, daß einerseits – begründet mit der Menschenrechtslage und den Untaten des Regimes – kritisiert wird, daß (in Wahrheit ja nicht nur, und angesichts des kalten Krieges wohl recht alternativlos) „die USA“ ein Regime mit geschätzt 3000 Todesopfern unterstützt hätten, gleichzeitig aber ebenso vehement protestiert wird, wenn sie ein Regime mit 300.000 Ermordeten stürzen (Irak) oder eine ebenfalls in jeder menschenverachtenden Hinsicht Pinochet übertreffende Diktatur boykottieren (Nordkorea). Typisch linke Widersprüche, typischer Anti-Amerikanismus.

    PS: Diese Aussagen sind nicht gegen Kommentatoren in diesem Beitrag gerichtet.

  24. Hier: http://www.memoriaviva.com/English/victims/victims.htm

    kann mna sich über die Opfer von Pinochet und seinen Folterknechten informieren und ihre Gesichter sehen. Viele davon waren Sozialisten und Kommunisten, aber auch katholische Priester, Gaststudenten und Sozialarbeiter aus Spanien, Deutschland und den USA. Ich empfehle auch den Film „MIssing“ von Costa Gavras, der beschreibt, wie ein Amerikaner, gespielt von Jack Lemon, in Santiago seinen von den Faschisten ermordenten Sohn sucht, eine realer fall, höchst eindrucksvoll.

    Wenn ich es recht sehe, halten Outvut Tv, Mir usw. es für legitim, Andersdenkende zu ermorden, zu Tode zu foltern, aus Flugzeugen ins Meer zu schmeißen oder in den Zement irgendwelcher Fundamente einzulassen, wenn
    es denn der Sache der freien Marktwirtschaft und dem kampf gegen die Linken dient.

    Solche Auffassungen sind ja in Deutschland nichts neuer. Ich denke mal, in der Weimarer Republik wärt ihr bei der Deutschnationaln Volkspartei gewesen, die in die erste regierung Hitler eingetreten ist. Ging ja nur gegen die Linken, da kann man nicht zimperlich sein.

    Irgendwie riecht es hier nicht gut….

  25. Ich gestehe, daß ich von Chile und von Pinochet nicht die geringste Ahnung habe, daher kann ich hier auch nicht mitreden. Aber mir fiel auch das auf, was „Mir“ in #18+20 beschreibt.

    Es gibt eine seltsame Ungleichverteilung der Empörung. Woher kommt das?

  26. „Es gibt eine seltsame Ungleichverteilung der Empörung. Woher kommt das?“

    Vielleicht, weil Du blind bist????

    Ich finde Stalin schei.., ich finde Mao war der größte und auch einer der dümmsten Massenmörder der Welt, Hitler genauso….

    Und ich finde genauso, der Vietnamkrieg war der zweitdümmste Krieg nach dem Irakkrieg…beide von Amerika eingeleitet, wobei der jetzige Präsident der USA kein Massenmörder ist, aber ein (wenn nicht sogar der größte) Dummkopf, der zur Zeit in der Politik rumläuft.

    Meine Empörung gilt sowohl links, obwohl Stalin und Mao, sind die links????

    Als auch rechts, Pinochet etc…..

    Im Falle Saddam Husseins urteile ich nur ganz pragmatisch: Der Mann war ein Stabilitätsfaktor im Nahen Osten und den hat Bush ohne ersichtlichen Grund beseitigt. Blöder kann ein Politiker nicht sein!!!

  27. Koltschak, es ist wirklich unnötig, mich hier so dumm von der Seite anzuqutschen.

    Es ist weniger die Frage, ob ich blind sei, sondern vielmehr, warum Du Dich angegriffen fühlst. In #26 hatte ich sehr verhalten eine dezente Anmerkung gemacht.

    Und dem Zitat von „Mir“ aus #18

    „Überhaupt: Saddam ermordete 100 x mehr Menschen als Pinochet, trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, daß man in Deutschland allzu viel Anstoß daran nahm oder übermäßig begeistert davon war, daß er endlich gestürzt und später gefangen genommen wurde. Warum eigentlich? Vielleicht, weil immer noch die Meinung vorherrscht, er hätte für Stabilität gesorgt und hätte und nicht bedroht. Aha! Genau einer der Gründe, warum uns auch Pinochets viel harmlosere Diktatur recht sein konnte.“

    habe ich nichts hinzuzufügen. Zumal Du den letzten Gedanken dort ja noch expressis verbis bestätigst:

    „…ganz pragmatisch: Der Mann war ein Stabilitätsfaktor im Nahen Osten…“

    *feix* …Mann, Du hast nichts begriffen. Hitler war auch mal ein Stabilitätsfaktor. Mao auch, usw usf.; so, und nun lies gefälligst nochmal die kluge Kritik von „Mir“. Wegtreten!

  28. Zum Zeitpunkt des Putsches in Chile war ich 12 Jahre alt. Und die Bilder von der brennenden Moneda wie die Bilder von den in Fussballstadien Inhaftierten hat mich ebenso berührt, wie „Missing“. Und ich kann nicht begreifen, wie Irgendjemand so etwas gutheissen kann. Wirklich nicht. Am wenigstenten vermag ich das bei Leuten nachvollziehen die sich Verfechter der bürgerlichen Freiheiten nennen. Es wurden menschen ermordet, die für Chile wertvoll waren. Was muss ein Sänger tun, damit man ihm erst die Finger bricht und dann ermordet? Das hat nicht mal die Diktatur Honecker gemacht.

  29. @ koltschak

    Worüber regst du dich dann auf? Urteile doch einfach über den Stabilitätsfaktor Pinochet genauso pragmatisch wie über Saddam.

  30. D.N.Reb, ich weiß nicht, wer das hier „gutgeheißen“ hat. Es ging um einen Vergleich, z.B. zu Taliban und Irak.

    „Es gibt eine seltsame Ungleichverteilung der Empörung. Woher kommt das?“

  31. D.N. Reb:

    Es behauptet hier doch niemand, dass Pinochet ein Heiliger war, niemand verteidigt ihn. Aber die verengte Sicht und die nachträgliche Glorifizierung des gestürzten Allende-Regimes ist teilweise unerträglich naiv.

    Che is dead, get over it!

  32. Es geht hier nicht darum, Pinochet zu rechtfertigen. Jeder vom Regime Ermordete ist einer zuviel, und diese teils barbarischen Mordtaten wie Einbetonieren oder ins Meer werfen sind absolut verwerflich. Niemand wird das bestreiten. Nur eine gerechte Würdigung von Pinochet erfordert es auch, dass man Allendes Regime, und auch seine seltsame Persönlichkeit (er lief mit einem Sturmgewehr in der Moneda herum, und als ihn seine Leibwache verließ, blies er sich damit das Hirn raus, was die Desinformierten bis heute nicht davon abhält, von „Mord“ seitens der Militärs zu schwadronieren) einer genauen und kritischen Betrachtung unterzieht. Es waren wilde Streiks, wilde Enteignungen und willkürliche Inhaftierungen an der Tagesordnung, revolutionäre Wirrköpfe aus Kuba, Vietnam und Deutschland gingen bei Allende ein und aus, niemand war mehr bereit, in die Wirtschaft des Landes zu investieren, und breite Schichten der Bevölkerung begannen bereits nach den Militärs zu rufen. Es gab einfach keine Sicherheit, keine Stabilität, keine Zukunft mit Allende. Selbst Pinochet musste man zum Putsch erst drängen.

    Zu der allgemeinen Frage hier, ob grausame Diktaturen, die eine Stabilitätsfunktion in der Region haben, im Gegensatz zu anderen Diktaturen erhalten bleiben sollten: Man überlege sich die Alternativen. In (West-)Deutschland und Italien wurde das Ziel, nach dem Krieg eine demokratische Regierung einzusetzen, erreicht – zwei von ganz wenigen positiven Beispielen. Im Irak lautete die Alternative zu Saddam ethnische Konflikte, die mit typisch islamisch-barbarischer Härte ausgefochten werden. In Palästina führte der Tod Arafats zur „sanften“ Regierung Abbas‘, was die Hamas erst groß werden ließ. George Bush als mächtigster Mann der Welt sollte sich die Konsequenzen und die Alternativen seiner Entscheidungen besser überlegt haben, statt texanisch aus der Hüfte zu schießen. Immerhin ist er ein grundehrlicher Mensch, der das, was er denkt, tatsächlich äußert – ein großer Vorteil gegenüber etwa unseren „Politikern“ in Deutschland und Europa.
    Und durch das katastrophale Scheitern des Irak-Feldzuges wie die Daueragonie in den Palästinensergebieten hat die Menschheit jetzt gelernt, dass der islamische Kulturkreis mit seinen fehlenden staatlichen Gewaltmonopolen ein Pulverfass ist, das nicht durch Demokratie zu entschärfen ist, sondern nur mit Gewalt am Explodieren gehindert werden kann. Eine Befriedung wie in Europa ’45 wird Illusion bleiben.

  33. „Eine Befriedung wie in Europa ’45 wird Illusion bleiben.“

    wahrscheinlich leider ja. es ist eben kein zufall, dass auch europa nicht mit demokratie geboren wurde, sondern eine tausendjährige undemokratische geschichte vorlauf hatte, bis nach den bisher einmaligen geistigen leistungen der aufklärung der boden für die demokratie bereitet war.
    wo diese geistigen voraussetzungen nicht auf breiter basis bestehen, bleibt demokratie eine illusion. sie basiert nämlich auf vernunft als konsens. wenn eine grosse mehrheit der bürger teil dieses konsens ist, kann der staat sich selbst beschränken und sich den luxus einer humanen behandlung auch solcher gruppen erlauben, die sich ausserhalb der regeln des zusammenlebens stellen. der bewaffnete rechtsbrecher befindet sich immer im momentanen vorteil gegenüber dem unbewaffneten bürger und sogar gegenüber der an legalität gebundenen staatsmacht. nur durch das zusammenwirken einer grossen mehrheit gesetzestreuer bürger mit dem staat, kann dieser den schutz vor kriminellen bewerkstelligen. wenn das verhältnis nicht gegeben ist oder kippt, bricht die demokratische ordnung zusammen und wird entweder durch eine diktatur ersetzt, oder die anarchie gesetzloser banden und die herrschaft der warlords. die mangelnde einsicht in die bürgerlichen pflichten schafft die situation im irak ebenso wie in palästina oder somalia oder vielen afrikanischen staaten, die nach dem rückzug der kolonialmächte rasch von einheimischen warlords übernommen wurden.
    das kippen vormals demokratischer ordnungen durch den umstand, dass sich immer mehr bewohner von staaten ausserhalb der geltenden ordnung stellen, steht uns in europa, hauptsächlich durch die entwickling von parallelgesellschaften bevor und ist ansatzweise regional schon zu beobachten.
    wer die geistige entwicklung der aufklärung nicht individuell nachvollzogen hat, und sei es durch die übernahme überlieferter verhaltensnormen („das tut man nicht“… dieser einfache grundsatz jeder erziehung wurde von den 86ern erfolgreich aus der sozialisation verbannt) und die grundwerte unserer zivilisation nicht teilt, wird auch durch gutes zureden von sozialpädagogen nicht zu bewegen sein, den objektiven vorteil kriminellen handelns zugunsten abstrakter wertvorstellungen aufzugeben.
    die einzig bislang wirkungsvolle gegenstrategie war die von „zero tolerance“ in der kippenden bevölkerung von new york: durch konsequentes staatliches handeln, oft an der grenze demokratischer vorstellungen, sorgt man dafür, dass die nachteile krimineller handlungen deren vorteile für den handelnden überwiegen. erst nach dieser erfahrung, wenn überhaupt, kann im sinne einer nacherziehung versucht werden, die gescheiterte sozialisation wenigstens bis zur neutralisierung der gesellschaftsschädlichkeit nachzuholen wo das nicht gelingt, muss auf weitere repression gesetzt werden.

  34. ich meinte natürlich nicht die 86er sondern die 68er und entschuldige mich für den verdreher in aller form bei allen 20-jährigen!

  35. @Thatcher

    Nun, ja, Allende war der gewählte Präsident. Und im Falle eines Militärputsches würde ich mir von meinen Staatsoberhäuptern wünschen, dass sie Luftwaffenbeschuss trotzen und mit einem Sturmgewehr herumlaufen. Aber so hat eben jeder seine Vorstellung von der Würde des Amtes. Dennoch Danke für die Unterstützung von Militärputschen. In diesem Sinne, retten wir die Demokratie in dem wir sie abschaffen. Nasdarowje. 🙂

  36. „Die Glorifizierung einer Diktatur ist aber o.k.
    Das habe ich richtig verstanden?“

    Nein.

    Ich mag weder Pinochet noch Allende.
    Weder den Schah noch die Mullahs.
    Weder Hitler noch Adenauer.

    Nun zufrieden?

  37. Nein, die Regierung Allende war keine Diktatur. Allende ist demokratisch ins Amt gewählt worden und mit einem Stimmenzuwachs von 6% darin bestätigt worden. Es gibt nicht den leisesten Hinweis darauf, dass er eine Diktatur einführen wollte, schließlich hatte er es nicht nötig, da die Mehrheit der Chilenen hinter ihm stand.

    Die „Ungleichverteilung der Empörung“ kommt daher, dass man von Menschen, die für sich beanspruchen, sich für Demokratie und Menschenrechte einzusetzen, etwas anderes erwartet, als die Befürwortung von faschistischen Diktaturen, die eben diese Ziele mit Füßen treten.

  38. „Nein, die Regierung Allende war keine Diktatur. Allende ist demokratisch ins Amt gewählt worden“

    Okay. Den Unterschied lasse ich gelten.

    Obwohl… – Hitler oder Hanija sind ja auch ganz demokratisch in ihr Amt gewählt worden.

    (:-(

  39. @D.N.Reb
    „Demokratisch gewählt“ zu sein sollte nicht die einzige Qualität eines Staatsoberhauptes sein. Es gibt auch noch so etwas wie die Staatsräson – ein insbesondere bei Linken verteufeltes Konzept. Demnach steht das Gesamtinteresse der Fortexistenz und Handlungsfähigkeit des Staates über den Interessen des Einzelnen und auch über dem Interesse der gewählten Regierung, wenn sie sich erkennbar durch ihre Entscheidungen disqualifiziert hat und vernünftigerweise angenommen werden darf, dass sie bei einer Neuwahl nicht wiedergewählt werden würde.
    Das hat nichts mit „Abschaffung der Demokratie“ zu tun, sondern mit der Erhaltung des Staatswesens als solchem, das eine demokratische Ordnung erst garantiert. Ohne Staat ist Anarchie die einzige denkbare Herrschaftsform.
    Insbesondere ist die demokratische Legitimation kein Argument, Gegenmaßnahmen nicht zu ergreifen, wenn das Regime offensichtlich in die falsche Richtung geht. Wer auf der Seite der Westalliierten hätte ’39 gesagt: „Die Nazis sind demokratisch gewählt, also darf man gegen Deutschland keinen Krieg führen“? Ich hätte es vermutlich sehr begrüßt, wenn die Wehrmacht rechtzeitig vor Kriegsausbruch geputscht hätte und mit den Nazis auch nicht zimperlich umgegangen wäre. Wenn jetzt Palästinenserpräsident Abbas gegen die wildgewordenen Hamas-Gangster an der Regierung putscht, dann begrüßen wir das doch auch, denke ich. Du etwa nicht?

  40. Klar. Allende hat ja auch die Folterlager eingeführt. Pinochet hat sie abgeschafft. Der Gute. Und ich sag noch mal. Die Demokratie in der Bundesrepublik gehört beseitigt. So retten wir sie. Hitler hat die Demokratie in Deutschland bewahrt in dieser Logik. Denn ehrlich, wer weiss, wieviele Juden Thälmann und Breitscheid hätten ermorden lassen? Oder wieviele Staaten Europas sie unter ihre Knute gezwungen hätten, mit massenhaft KZs? Da begreife ich in dieser Logik einfach nicht, was an Hitler so schlecht war. Schafft die Demokratie ab, damit sie erhalten bleibt. Jetzt. Und egal, wieviele scheussliche Verbrechen dabei geschehen und wieviele Leute ihr Leben mit Flucht ins Ausland retten müssen, es geschieht alles nur damit die bürgerlichen Freiheiten gerettet werden, irgendwann, später einmal. Militärputsch – jetzt!

  41. @D.N.Reb
    Wohl nicht lesen gelernt?

    P.S.
    Wenn es mit den gewählten Politikern in unserem Land so weitergeht wie bisher, werden wir in 25 Jahren als nationale Minderheit in einer Türkisch-Islamischen Republik Almanya leben. Vergleichbar den Griechen in Nordzypern, nur ohne die Möglichkeit, in einen anderen Landesteil zu fliehen. In Frankreich oder Großbritannien wird der point of no return wesentlich früher erreicht sein.
    Vorausgesetzt es gäbe in der Bundeswehr einen politisch denkenden General, der dieses Problem erkennt: Nähme dieser das Heft nach Artikel 20 GG in seine Hand, so wäre das zumindest aussichtsreicher, als wenn es ein Haufen versprengter Blogger ohne Waffen täte. Und gutartige Militärdiktatoren (zu denen ich Augusto Pinochet nicht rechne) sorgen für Ordnung, schaffen aber mitnichten die Demokratie ab, sondern lassen nach getaner Arbeit Wahlen abhalten.

  42. Nein. Schreiben auch nicht. Ausserdem bin ich blind, taub, habe nur noch ein Bein und keine Arme mehr. Auf mich kannst Du beim Demokratenmetzeln nicht zählen. Ich hab mich ja auch bei den Montagsdemos in Leipzig zurückgehalten. Sorry. Viel Spass beim Putschen. „Ab und zu muss die Demokratie in Blut gebadet werden.“ Das war glaube ich Dein Lieblingsdiktator, der diesen Satz geprägt hat. Du darfst ihn, nun da der Autor im Himmel Harfe lernt, sicher behalten und ihn über die Tür hängen.

  43. Allende hat sich weder vom Parlament zum regieren mit Sonderrechten ermächtigen lassen wie Hitler, noch hat er das Parlament aufgelöst. Er hat sich vielmehr der Wiederwahl gestellt und seine politischen Gegner geschlagen.

  44. „Also halten wir mal fest. Es gibt gute Diktaturen die Menschen foltern, die Meinungsfreiheit einschränken und alle gleichschalten und es gibt böse Diktaturen. “

    Du willst es nicht kapieren oder?

    Es gibt Diktatoren, aufgrund derer tausende von Menschen sterben.
    Und es gibt Diktatoren, aufgrund derer hundertausende von Menschen sterben.

    Ist dass das einzige was zur Auswahl steht, dann ist die erste Sorte vorzuziehen.

    Koennen wir soweit uebereinstimmen?

    Ich denke schon.

    Das einzige worueber man sich dann noch streiten kann, ist, ob in Chile 1973 nur eine solche Wahl bestand oder ob es eine 3. Alternative gab.(z.b. Allende haette nicht den Tod hundertausender durch eine voellig daemliche Wirtschaftspolitik verursacht.)

Comments are closed.