Der Konflikt in Somalia offenbart einmal mehr, wie stark Denk- und Deutungsmuster in den Köpfen von Medien und Politik verankert sind, die islamischen Interessen nützen. Pseudopazifismus und Antiamerikanismus kommen schon seit Jahrzehnten getarnt als „Friedensbewegung“ daher und beklagen immer dann Todesopfer besonders laut, wenn sie in irgend einer Form den USA anlastbar sind. Der Spiegel liefert einmal mehr ein klassisches Beispiel einseitiger, suggestiver Scheininformation mit der verklausulierten Botschaft, dass die Akzeptanz eines Scharia-Regimes gradezu eine bessere Lösung hätte sein können.

Auch wenn sich in der weltpolitischen Lage einiges geändert hat in den letzten Jahrzehnten. Der Antiamerikanismus und seine Strategie des Pseudopazifismus haben das Ende des Kommunmismus heil überstanden. Einst forderten die Pseudopazifisten eine Schwächung des Westens durch einseitige Abrüstung. „Frieden schaffen ohne Waffen“ – dieses Motto galt nur für die NATO, nicht für den Warschauer Pakt. Das Feindbild dieser zumeist dem politisch linken Lager Zugehörigen war und ist der Westen. „Personifiziert“ in den USA, und fast allem, wofür die USA stehen, wie Marktwirtschaft und individuelle Freiheit sowie dem Willen, die eigene Kultur zu verteidigen und zu bewahren.

Der kulturellen Autoagression der linken Wohlstandskinder seit ’68 kam mit dem Ende des Sowjetkommunismus der natürliche Verbündete abhanden. Im Islam hat man jedoch schnell Ersatz gefunden. So wie man einst den Sozialismus schönredete, tut man es heute mit dem Islam. Oft sind es exakt die selben Personen. Man war entsetzt über US-Napalm, nicht aber über den kommunistischen Aggressionskrieg eines Ho-Chi-Minh. Man warf dem us-gestützten Regime in Saigon moralische Verkommenheit vor, nicht aber den Kommunisten deren Verbrechen.

Der Spiegel liefert aktuell einen Artikel ab, der zeigt, wie tief verankert diese letztlich anti-westliche Denkweise inzwischen ist.

Schon die Überschrift:

Tausende bei Offensive in Somalia getötet

Versteckte Aussage: Ohne diese Offensive würden 3000 Menschen noch leben. Suggestive Botschaft: Die Offensive ist schlecht und böse.

Beim Marsch der Regierungstruppen auf Mogadischu wurden äthiopischen Angaben zufolge bis zu 3000 Islamisten getötet. Doch die Gotteskrieger sind längst nicht besiegt – Somalia steht ein grausamer Bürgerkrieg bevor, Experten warnen vor einem zweiten Irak.

Die versteckte Botschaft an die Spiegel-Leser lautet: Hätte man die Islamisten an der Macht belassen, wäre ein zweiter Irak erspart geblieben. Dafür hätte man ein Taliban-Somalia gehabt, bei dem es auch nicht zu der nun angeblich anstehenden „humanitären Katastrophe“ gekommen wäre. Als wäre die humanitäre Katastrophe in Somalia nicht permanent, und zwar auch unter dem Regime der Somali-Taliban.

Vor dem Einmarsch der Truppen der Übergangsregierung war es in Mogadischu nach Angaben von Augenzeugen auch zu Plünderungen gekommen. Kämpfer verschiedener Warlords bemächtigten sich vieler der von den Islamisten zurückgelassenen Waffen. Andere Gruppen hatten Straßensperren errichtet. (…) warnten Organisationen und Politiker vor einer humanitären Katastrophe und einer Destabilisierung der Nachbarstaaten.

Suggestive Botschaft: Unter dem Regime der Union der islamischen Gerichte hätte es wohl keine Destablilisierung der Region gegeben. Grade so, als würden die islamischen Fundamentalisten ihren Koran nicht kennen, der ihnen den Auftrag erteilt den Herrschaftsbereich des Islam auszudehnen.

Der schwedische Diplomat Jens Odlander – der an europäischen Vermittlungsbemühungen beteiligt war – berichtete dem Rundfunk seines Landes aus Kenia, es gebe nun Berichte über heftige Kämpfe zwischen den einzelnen Clans. „Die wenigen Krankenhäuser in Mogadischu und anderen Städten sind nach Tagen heftiger Kämpfe überfüllt.“

…und vorher war alles besser. Nachdem der Spiegel nun allerlei Schreckliches zu berichten wußte, was man auf die Invasion Äthiopiens zurück führen kann, kommt nun die Enttarnung des eigentlichen Bösewichts: Den USA.

Ein Ende des seit über 20 Jahren andauernden Bürgerkrieges ist mit dem Rückzug der Islamisten noch nicht in Sicht. Beobachtern zufolge beweist der von Washington unterstützte Armeeeinsatz Äthiopiens vor allem, dass die USA an einem weiteren Brandherd der Welt mit ihrer Strategie gescheitert sind, auf militärische Übermacht statt auf Diplomatie zu setzen.

Die üblichen Worthülsen, die man schon von Steinmeier und dessen Vorgänger Fischer kennt. Worin soll denn die „Verhandlungslösung“ mit der Union islamischer Gerichte bestehen? Dass man die Scharia aufgibt? Es gehört zur Strategie dieser Politiker, einfach mal zu behaupten, es gäbe überhaupt Verhandlungslösungen, um damit die eigene Schwäche und Untätigkeit zu tarnen. Zugleich heißt „Verhandlungslösung“ nichts anderes, als dass man ein grausames Scharia-Regime als Verhandlungspartner akzeptiert und natürlich nicht dessen Inhumanität aufgrund des islamischen Rechts zur Verhandlungsmasse macht. Sondern?

In Wirklichkeit ist die Betonung einer möglichen Verhandlungslösung ein rhetorischer Trick, um den Handelnden zu diffamieren. Das sind meist die USA, die nicht zulassen wollen, dass der Scharia-Islam sich in Somalia festsetzt, eine weitere Al-Kaida-Basis ausbildet und als Dominostein die Basis für eine weitere Islamexpansion in afrikanischen Ländern bildet.

Im weiteren Verlauf des Spiegel-Artikels wird noch gleich das Scheitern der Mission erklärt, in vorauseilender Vorwegnahme einer islamischen Terroroffensive. Die hätte vermieden werden können, hätte man die Union der islamischen Gerichte akzeptiert. Tatsächlich sind die Europäer gescheitert, die mit ihrer „Diplomatie“ die heraufziehende Schreckensherrschaft über die gewiß nicht ebenfalls schrecklichen Warlords nicht verhindern konnten.

Der Spiegel zitiert nun einen „Experten“, der anscheinend den vollen Durchblick hat:

Die USA verfolgten eine rein militärische Politik, die frei von jeglichen Frieden schaffenden Elementen sei, kritisiert John Prendergast, Afrika-Experte der International Crisis Group (ICG).

Damit ist gemeint, dass die USA Clans und deren Warlords finanziell unterstützten, wenn sie gegen das vermutete (und wahrscheinliche) einsickern von Al-Kaida vorgehen. Daraus entstand ein Kampfbündnis gegen die Union islamischer Gerichte, die in einem Angriffskrieg von Februar bis Juni 2006 die von den USA unterstützten Clans besiegten.

Gut möglich, dass es ein Fehler war, auf die Warlords zu setzen. Doch was wäre die Alternative gewesen? Die Scharia-Islamisten aufzuwerten als Verhandlungspartner?

Die ICG selbst hat eine naive Sicht auf die Bestrebungen islamischer Fundamentalisten:

The vast majority are non-violent and opposed to ideological extremism. The largest groups, notably Jama’at al-Tabligh and the Salafiyya Jadiida, practise missionary activism aimed at steering lax Muslims back towards the true path of their faith. A much smaller proportion, including Harakaat al-Islah and Majma’ ‘Ulimadda Islaamka ee Soomaaliya, are politically active but not extremist, struggling rather to influence the future of the Somali state and its political system.

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John Prendergast

„Lasche Moslems zurück auf den Pfad islamischer Tugenden zu führen“. Wenn man das nicht als ideologischen Extremismus erkennt, zeigt man unfreiwillig seine eigenen Maßstäbe, was man bereit ist, als nicht „extrem“ zu erkennen. Dass die Anwendung islamischen Rechts angestrebt wird, zeigt schon der Name Salafiyya. Salafisten sehen im Islam zu Zeiten des Propheten die Idealgesellschaft. Die Wahabiten in Saudi-Arabien sind Anhänger dieser Sicht des Islam. Prendergast von der ICG sieht in den Bestrebungen, islamisches Unrecht einzuführen, keine Form der Gewalt. Und auch keine „Elemente“, die einer Frieden schaffenden Gesellschaft im Wege stünden.

Weiter stellt der Spiegel Prendergast als Kronzeugen für den Sündenbock USA hin, so als gäbe es keine anderen möglichen Erklärungen für die Konflikt-Eskalation in Somalia:

Nur allzu deutlich sei die Abwesenheit von US-Diplomaten bei den meisten diplomatischen Initiativen für Friedensverhandlungen gewesen, die von der Europäischen Union in diesem Monat initiiert worden seien. „Das Ergebnis ist, dass sowohl Äthiopien als auch die Islamischen Gerichte glauben, die USA unterstützten eine militärische Lösung in Somalia“. Die Folge dieser Einschätzung: Die Spannungen würden weiter angeheizt und ein Frieden zu einem „entfernten Traum“, sagt Prendergast.

Warum wirft Prendergast nicht der EU diplomatisches Versagen vor? Warum kein Vorwurf an die islamischen Mächte, die die UIC – die Union der islamischen Gerichte – unterstützten? Warum wirft man den USA Desinteresse an ohnehin sinnloser Diplomatie vor, und nicht der EU Desinteresse, die USA an den Verhandlungstisch zu bewegen? Warum gelten für die USA so strenge Bewertungsmaßstäbe, dass sie gar nicht mehr erfüllbar sein können, während man das offensichtliche diplomatische Versagen der EU nicht einmal zur Kenntnis nimmt?

Hier geht es um einen Kampf um die Deutungshoheit: Pazifismus, Verhandlungslösungen, Appeasement sind letztlich Ausdruck von Unfähigkeit und Feigheit, faschistoiden, totalitären und kriegsbereiten Bewegungen nicht energisch entgegentreten zu müssen. Und wie eingangs bei den Linken und ihrer Sympathie für den Kommunismus erwähnt, zugleich trojanische Pferde, die die Widerstandskraft gegen totalitäre Ideologien schwächen wollen.

Seit Chamberlain und dem Münchner
Abkommen
weiß man, wohin Appeasement mit totalitären Ideologen führt. Es gehört zur „Kopf in den Sand-Strategie“ des Westens, die Menschenrechtsfeindlichkeit des Islam zu ignorieren. So lassen sich die offensichtlichen Parallelen in der Diplomatie mit dem 3. Reich vertuschen, weil man die aggressiven Ziele des Islam nicht erkennt. Und zugleich bietet die Idealisierung des Islam den anti-westlichen Kräften im Westen eine Steilvorlage, ihre Aversion gegen ihre eigene Kultur und deren primäre Repräsentanz, die USA. Es folgt die sofortige Verteufelung bei Wehrhaftigkeit gegen islamische Expansion.

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34 KOMMENTARE

  1. Wie immer ein tiefe Wohltat zu lesen, wie turmfalke das tägliche Lügengeschwätz auseinandernimmt.
    Und wie immer Respekt, daß einer es überhaupt über sich bringt, sich mit den ekelhaften Ausflüssen eines verrotteten Denkens überhaupt so detailliert zu befassen, statt es kurz zu überfliegen und sich angeekelt abzuwenden.

  2. @Willy

    Hä? Es gab eine Intervention durch die Muslime, die die woraus auch immer bestehende Übergangsregierung zu stürzen drohte. Die Muslime bedrohten auch Äthiopien. Die Übergangsregierung hat die Äthiopier um Hilfe ersucht.

    Inwieweit ist das mit dem Irak vergleichbar?
    Natürlich sehe ich auch, dass nun jeder Muslim, der sich 72 Jungfrauen verdienen will, nach Somalie geht, um dort schön Ungläubige zu morden, wie es so Art von Muslimen ist, die ihren Koran richtig gelesen haben. Das heisst, Somalia hat nur die Wahl zwischen einem Leben unter den Taliban oder einem fortwährenden Krieg.

  3. > Das heisst, Somalia hat nur die Wahl zwischen einem Leben unter den Taliban oder einem fortwährenden Krieg.

    Oder sie werden das einzigste islamische Land ohne islamistische Regierung und ohne Besatzung. Der Terror der Scharia funktioniert ausserdem so oder so, ob offiziell oder nicht. Und selbst die Türkei ist gefährlich, auch ohne Scharia.
    Man kann den Islam in Europa und USA kleinhalten, man kann aber nicht gegen jeden Staat Krieg führen der die Scharia einführen will. Aussenpolitik ist nicht Innenpolitik, ohne Kompromisse geht es halt nicht. Was Anderes ist es, wenn man einen Grund braucht, dann sehe ich es ein, aber als Ideologie – Nein Danke.

    > Natürlich sehe ich auch, dass nun jeder Muslim, der sich 72 Jungfrauen verdienen will, nach Somalie geht, um dort schön Ungläubige zu morden, wie es so Art von Muslimen ist, die ihren Koran richtig gelesen haben.

    Das Gute daran ist, dass viele von ihnen sterben werden, und keine westlichen Truppen oder Zivilisten dabei draufgehen.

  4. Turmfalke erarbeitet sich eine tiefe Sicht auf die Denk- und Deutungsmuster, die letztendlich auch islamistischen Interessen nutzen.

    Dazu gehört auch das Selbstverbot andere Kulturkreise kritisch betrachten zu dürfen. Das Selbstverbot muss irgendwann seit Mitte der 1980er eingetreten sein. In den 1970ern bis Ende der sozialliberalen Koalition jedenfalls war unter Anderem ein realistisches Bild vom Islam, dass dessen Ausbreitung mit dem Schwerte nicht verleugnete, noch vorherrschend. Im Gegensatz zu Teilen heutiger Linkskräfte hätte damals eine Solidarisierung mit dem fortschrittsfeindlichen Symbol islamisches Kopftuch, insbesondere die links angehauchten studentenbewegten Jugendlichen in Massen auf die Strasse getrieben.

    Ferner ist auch der subjektive Gratifikationsmechanismus zu betrachten, der mit dem Schönreden einst des Sozialismus und heute des Islams verbunden ist. Die Akteure glauben sich damit von – aus ihrer Sicht – dumpf-atavistischen Antihaltungen positiv abgrenzen zu können. Damit werten sie ihr Selbstwertgefühl bei gleichzeitiger antidemokratischer Herabsetzung Andersdenkender auf. Letztendlich reden wir von einer elitären Grundhaltung, die dem Träger das trügerische Gefühl eines erweiterten Bewusstseins und damit eigener Überlegenheit gegenüber dem als inferior eingestuften Andersdenkenden garantiert.

    Aus der elitären Grundhaltung folgt dann schliesslich auch die fatale Rolle des Aufklärers, der im Besitz einer höheren Wahrheit, stets advokatorisch die Interessen angeblicher Opfer missbrauchend, belehrend der thumben Masse entgegen tritt. Die Rolle des selbsternannten Aufklärers ist weitverbreitet in der BRD. Insofern unterscheiden sich Linke und Rechte in dem genannten Aspekt auch nicht. Insgesamt definiert sich mit dieser, insbesondere in der BRD weitverbreiteten Grundhaltung ein substanzieller Antidemokratismus.

    Gottseidank zählt die Stimme des selbsternannten Aufklärers nicht mehr als die jeden anderen Wählers. Falls der Ruf der Volksmassen nach Volksentscheid ein positives Resultat zeitigen sollte, dann dürften es die selbsternannten Aufklärer in Zukunft sehr schwer haben, ihre höhere Wahrheiten gegen das demokratische Wollen der Volksmassen politisch-praktisch durchsetzen zu können.

    Dem Ruf der Volksmassen nach Volksentscheid ist die allerhöchste Priorität im politischen Kampf einzuräumen, denn damit wird das Problem auf fundamentale Weise eine Lösung erfahren.

  5. Wenn ich etwas begriffen habe, dann das, dass es Muslime gibt, die den Koran so leben, wie sie es sollen, die werden dann Islamisten genannt, was eigentlich falsch ist, da sie nur gewissenhafte Muslime sind. Und Muslime, die den Koran nicht so genau nehmen und die sind dann eigentlich keine Muslime mehr.

  6. Die Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus passiert nur beim Betrachter. Und es ist nur eine kosmetische Unterscheidung, wenn der Betrachter Angst vor Terrorismus hat, oder davor, zu erkennen, dass es 1,5 Milliarden Moslems gibt, derer größte Zahl dem Westen gegenüber nicht ganz freundlich gesonnen ist – zumindest neidisch, wenn nicht gar haßerfüllt… (das, was du „gewissenhafte Muslime“ nennst). Und je näher politisch oder geographisch die Muslems uns sind, um so schneller schieben wir sie in die Kategorie „Islam“. Somalia ist weit genug, da nennen alle Medien sie „Islamisten“. Wenn aber die Kerle hierher kommen und Asyl beantragen, wird daraus „Islam“.

    Dasselbe bei diesen Terrororganisationen: Wenn sie irgendwo in Irak oder Pakistan operieren, dann sind sie Islamisten. Dieselbe organisation, wenn sie in Berlin oder Dortmund eine Ablegestelle unterhält, wird gehört zum dialogfähigen „Islam“.

    So ist der einzig relevante Unterschied: will ich in die Hose machen, oder nicht, wenn die Rede darauf kommt.

    Kein öffentlicher Reder kann diesen Fakt hinnehmen, dass die Masse der Mosleme dem Westen gegenüber nicht freundlich, ja nicht mal neutral gegenüber steht. Deswegen das ganze Trara mit dem Islam und Islamismus.

  7. der Spiegel ist nichts anderes wie früher im Ostblock die Prawda, Neues Deutschland und noch ein paar andere. Neulich wurden von Spiegel die Aufsteiger des Jahres kreiert: neben Hisbollah auch Schäuble „Er erntete Lob für eine reibungslose Fußball-WM und die erste Islamkonferenz der Regierung.“ Dem stimme ich zu. Schäuble mit seiner Islamkonferünz wurde Weltmeister in Eigentore schießen.
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,455774,00.html

  8. Es ist doch logisch dass die Linken gegen Äthiopien wettern müssen, würden sie das Vorgehen begrüßen, müssten sie auch das Vorgehen Israels gegen die Hisbollah als notwendig und gerechtfertigt akzeptieren. Die Linken sind in ihrer abstrusen Ideologie gefangen. Sie sind einfach nicht ernst zu nehmen.

  9. Linke, Grüne, Pazifisten, Ökos, Autonome sind im Wesen nichts anderes als Nazis. Die Linken haben schon immer mit der Gewalt geflirtet. Natürlich sind diese hinterhältige, linkische Gestalten, die einen auf ganz lieb machen.

    Und die Fixierung der Linken „gegen Rechts“ , der Aufschrei der Empörungsprofis gegen „rechte Gewalt“, ist nichts anderes als deren Projektion, Satan, das alter Ego, die Affinität des Blutes.

    Die Toleranz Andersdenkenden gegenüber galt nur so lange, wie sie sich in der Minderheit befanden.

    Deswegen überrascht es nicht, daß sie Regime hofieren, die mit Mord und Totschlag regieren.

  10. @kybeline: wenn demnächst islamische kämpfer aus somalia asyl in deutschland suchen, müssen sie sich keineswegs verstellen. das einzige kriterium ist, ob sie zuhause verfolgt werden. wir haben jede menge ausländische terroristen eben mit dem grund der verfolgung im heimatland aufgenommen, egal ob jihadist oder pkk-anhänger. das ist kein hinderungsgrund, sondern die eintrittskarte ins deutsche sozialsystem.

  11. @gw 15
    Du hast nicht verstanden, was ich meine. Die Moslems müssen sich nicht verstellen und sie tun es auch nicht. Verstellen müssen wir uns.
    Weil wir damit nicht klarkommen.

    Es ist einfach: wenn sie dort, weit weg von uns sind, dann sind sie Islamisten. Wenn man aber die Tür aufmacht und sie nach Deutschland holt, dann kann man nicht einfach sagen: „wir haben 50.000 Islamisten ins Land geholt“. Dann sagt man so: „50.000 islamische Flüchtlinge sind vor dem Krieg zu uns geflüchtet“ Damit haben die Äthiopier die Arschkarte und wir haben unsere Islamisten (nicht wegen dem Asylgesetz, sondern damit wir uns selber gut belügen und gut schlafen können) reingewaschen.

    Wenn sie nach ein paar Jahren doch noch zurück kehren, können sie wieder zu Islamisten werden – so wie die aus dem Kosovo, oder die Algerier (FIS) usw. Du wirst kaum je hören, dass diese Organisationen, die bei uns gemeldet sind, Islamisten sind. Dieselbe Organisation, wenn man berichtet, was FIS in Algerien macht, dann werden sie zu Islamisten und Fundamentalisten – ich habe das schon sehr oft beobachtet.

    Oder hast du z. B. Schäuble sagen gehört, mit dem und dem dialogisiert er nicht, weil der Islamist sei?

  12. Tja, was die Entschlossenheit der amerikanischen Regierung im Kampf gegen den Islam angeht, noch eine kritische Bemerkung dazu. Die amerikanische Regierung ist leider nicht entschlossen genug, die Zusammenarbeit mit den Saudis aufzukündigen.
    Würde dies feudalistische System verschwinden, würde auch der größte Finanzier islamischer Aktivitäten verschwinden. Die USA unterstützen das militärische Vorgehen Äthiopiens während ihr Verbündeter Saudi-Arabien den UIC mit Waffen, Geld und Djihadisten versorgt.
    Ziemlich schizoid.

  13. Führt mal eine Strichliste, wie oft in den Medien die Phrase „Experten warnen“ oder „Experten warnen schon lange“ verwendet wird. Buzzwords, die dem Text eine innere Tendenz geben: Diejenigen, die sich auskennen, wissen wie es geht. Weshalb sind diese „Experten“ nicht längst in der Politik? Wer sind diese „Experten“?

    BTW hat auch die Afrikanische Union (AU) Äthiopien das Recht zum Eingreifen zugestanden. Nur die EU verkennt wieder mal mit dickem Bauch die Schrift an der Wand nicht.

    Übrigens: Der Zweite Weltkrieg hätte auch verhindert werden können. Hätten sich nur die Engländer nicht gewehrt …

  14. @Cicero

    Die AU ist ein Witzhaufen. Die ändern ihre Meinung täglich.

    Die Afrikanische Union (AU): Vor wenigen Tagen noch erklärte die Afrikanische Union das militärische Eingreifen Äthiopiens für legitim. Am Mittwoch allerdings forderte die Union gemeinsam mit der Arabischen Liga einen Rückzug der äthiopischen Truppen. Ob die AU nach diesem diplomatischen Eiertanz allerdings noch als Vermittlungsinstanz akzeptiert wird, ist fraglich.
    http://www.tagesspiegel.de/fragen-des-tages/archiv/29.12.2006/2991217.asp

  15. Das sich in Somalia ein ähnlicher Zustand ergibt wie im Irak, ist durchaus möglich: ein Land unter Besatzung (wobei die frage ist, ob die Äthiopier aushalten können, was die USA bisher im Irak ausgehalten haben) mit einem ständige weitergehenden Guerillakrieg, Anschlägen usw.

    Es müsste doch almählich mal dämmern, dass der Kampf gegen den Islam nicht mit militärischen kitteln zu gewinnen ist. Musliem wollen keine Demokratie, und schon garkeine aufgezwungene.

    Nötig wäre vielmehr eine grundsätzlich neue Strategie, die nicht die einen Islamisten mit Bomben bekämpft und mit den anderen Geschäfte macht oder sich mit ihnen verbündet, wenn es grade mal opportun ist. Ich halte sehr viel von den Empfehlungen von Huntington: eine stärkere militärische und wirtschaftliche Integration der westlichen Länder (die nicht so aussehen kann, dasss die USA sagen was gemacht wird und die anderen nicken es ab), prowestliche Staaten in Osteuropa, Südamerika und Asien stärker an uns binden, die technische und militärische Überlegenheit des Westens stärken (was allerdings Geld kostet, dass man da eintreiben muss, wo es vorhanden ist), „und vor allem einzusehen, dass Interventionen des Westens in Angelegenheiten anderer Kulturkreise wahrscheinlich die gefährlichste Quelle von Instabilität und globalen Konflikten ins einer multikulturellen Welt sind.“ (Kampf der Kulturen, S. 514)

    Ich würde noch ergänzen: Unbedingt die Abhängigkeit vom Öl verringern, was die Bereitschaft zu einem weniger energiekonsumierenden Lebensstil voraussetzt, und neoliberale Politik da aufgeben, wo sie den Terroristen (und der organisierten Kriminalität) nutzt (dazu gibt es ein sehr gutes Buch: Die Ökonomie des Terrors, von Loretta Napoleoni. Darin wird gezeigt, wie die Handelserleichterungen und die neuen Technologien von Mafia und Islamisten für ihre Zwecke benutzt werden.

    Nicht weniger sondern mehr Kontrolle des Welthandels ist nötig, wenn man den politischen Islam besiegen will.

    Zu einer solchen Politik sind z.Z weder die USA nocht die EU bereit. Aus neoliberal-ideologischer Verblendung und Opportunismus.

  16. @ #6 D.N. Reb
    Sag mal schnell den Unterschied zwischen Islam und Islamismus. Damit ich Dich besser verstehe.

    …hmm, ja also, ich glaube, man kann den
    Unterschied irgendwo so etwa zwischen
    Rektum und Rektizismus festmachen …
    …interessiert aber eigentlich nur Leutchen, die auch Wert darauf legen, Merde durchdeklinieren zu können und meinen, es bei Debilen und Debilismus ganz
    genau nehmen zu müssen….

  17. @ Willy: Huntington wird hier viel zitiert, wenn es um Schlagworte geht, weniger seine Empfehlungen.
    Es ist leider zu befürchten, dass es in Somalia noch lange nicht zu Ende ist, besser gesagt, der Riesenärger wird jetzt anfangen. Das allfällige Gezeter werden wir hier später lesen.
    Huntingtons/Deine Empfehlungen den politischen Islam zu besiegen sind grundsätzlich richtig. Militärische Eingriffe nur dann, wenn nichts mehr läuft, zB Iran/Israel. Zuzüglich wäre zu empfehlen: massive politisch/ideologische Beeinflussung der islamischen Welt durch ein „gegen-AlJazeera“ (mit viel Porno!) zB auf Malta. Ebenso Sender am Rand des Mittelmeeres, um die real existierenden Spannungen in der arabisch/islamischen Welt zu fördern.
    Die wirtschaftliche Ausblendung der islamischen Welt wird nicht so schnell möglich sein. Die Abhängigkeit vom Öl ist fast überall noch zu groß.

  18. EP: „Oder sie werden das einzigste islamische Land ohne islamistische Regierung und ohne Besatzung.“

    #6 D.N. Reb (29.12.06 09:20)
    > Sag mal schnell den Unterschied zwischen Islam und Islamismus. Damit ich Dich besser verstehe.

    Ein Land voller Muslime könnte neben dem Islam auch anderere Regeln und Prinzipien haben, dann ist es nicht islamistisch z.B. Türkei. Das sowas aber kaum geht und nicht unbedingt weiter hilft, darum ging es mir ja. Die Islamisierung findet überall statt, und auch nicht-islamistische Staaten können ein Problem sein.

    #9 D.N. Reb (29.12.06 10:20)
    > Wenn ich etwas begriffen habe, dann das, dass es Muslime gibt, die den Koran so leben, wie sie es sollen, die werden dann Islamisten genannt, was eigentlich falsch ist, da sie nur gewissenhafte Muslime sind. Und Muslime, die den Koran nicht so genau nehmen und die sind dann eigentlich keine Muslime mehr.

    Es gibt aber auch Christen die nicht nach der Bibel leben und andere philosophische Prinzipien akzeptieren. Islamisten sind halt wie christliche Fundamentalisten, nur das der Koran natürlich viel barbarischer als die Bibel ist.

    #17 lebowski (29.12.06 12:52)
    > Die amerikanische Regierung ist leider nicht entschlossen genug, die Zusammenarbeit mit den Saudis aufzukündigen.
    Würde dies feudalistische System verschwinden, würde auch der größte Finanzier islamischer Aktivitäten verschwinden.

    Stimmt sicherlich, nur davor braucht man eine Alternative was die Ölversorgung angeht. Es gäbe dann auch wahrscheinlich ein weniger kooperatives Regime in SA. Die Saudis wollen ausserdem die Ölquellen sprengen, wenn sie die Macht verlieren.

    #20 Cicero (29.12.06 14:02)
    > Nur die EU verkennt wieder mal mit dickem Bauch die Schrift an der Wand nicht.

    Die AU ist dafür zuständig, die EU vertritt die Interessen Europas. Am Ende ist die EU der Vermittler, dass hat nicht automatisch was mit Dhimmitum zu tun.

    #23 Willy (29.12.06 16:37)
    > Ich würde noch ergänzen: Unbedingt die Abhängigkeit vom Öl verringern, was die Bereitschaft zu einem weniger energiekonsumierenden Lebensstil voraussetzt,

    Biomasse und verflüssigte Kohle sind Alternativen. Das Problem ist aber, die Kontrolle über das Öl und der Profite ist trotzdem wichtig.

  19. Hallo zusammen.

    Vielen Dank für die tollen, sehr informativen Kommentare. Äußerst interessant und anregend was ihr hier schreibt.

    Mit Begeisterung

    Turmfalke

  20. @kybeline: „wenn demnächst islamische kämpfer aus somalia asyl in deutschland suchen….. etc.“
    Nein, die kommen alle nach St. Paul, Min. und werden Taxifahrer…! (und nehmen dann keine Hunde oder Leute mit ner Pulle Rum mit)

    @nico44
    „..der Spiegel ist nichts anderes wie früher im Ostblock die Prawda, Neues Deutschland und noch ein paar andere.“

    Nico, dem Spiegel ist schon vor Jahren das Quecksilber hintendran abgeblättert. Wer da reinschaut sieht nur ne leere Wand…

    @Willi
    „…Es müsste doch almählich mal dämmern, dass der Kampf gegen den Islam nicht mit militärischen kitteln zu gewinnen ist.“

    Warum nicht? Wir haben’s ja noch nicht mal richtig versucht! Was die amerikanischen Politiker (rechts oder links oder in outer space) so als „Krieg“ bezeichnen (seit Vietman) ist doch nur Politik mit Platzpatronen. Erst Bomben und dann Bonbons abschmeissen ist pretty insane. Wartet mal ab bis der durchschnittliche Amerikaner von der Couch erwacht (d.h. is really getting pissed off) dann können wir uns Deine These mal wieder ansehen… Dann heißt’s frei nach dem PI Volksmund „the only good muslim is a dead muslim“… oy vay!

    Mein Eindruck von den meisten europäischen Politikern und Gutmenschen (denselben Typ gibt’s auch hier) ist wie folgt: (in English weil sich besser anhört) „They have a severe case of Optical Rectumitis….Their head is so far up their own butts that they can’t see for sh*t.“

    I pray for Ethiopia to prevail… Do the same to whatever „entity“ you owe allegiance…

  21. @ Willi
    …oder war „der Kampf gegen den Islam nicht mit militärischen „kitteln“ zu gewinnen ist.“ doch kein Typo? … 🙂
    Man könnte es im dem Falle doch probieren, indem man die „Kittel“ so kurz machte, daß sie sich alle die Ärsche verfrieren, ihre Eier und Heinis schrumpfen, und ihre Kapazität Kinder zu machen erheblich beschränkt würde…. ein teuflisch genialer Plan…. 🙂

  22. Lustig: USA ruft somalische Übergangsregierung zum Dialog mit den Islamisten auf. „Diese müssten in den politischen Dialog eingebunden werden“. Gerade im DLF. 😉 Was ich nicht verstehe, warum rufen die USA die Regierung in Afghanistan nicht auf, den Dialog mit den Taliban zu führen? Oder Putin, den Dialog mit den Beslanmörderbanden? Blair brauchen sie nicht mehr aufzurufen oder Schäuble, die dialügen schon kräftig. Ich lach mich schlapp. Die USA sucht den Dialog mit denen, aus deren Reihen sich die Flugzeugattentäter rekrutierten. Ist die Welt nicht lustig?

  23. @ DNReb
    Schau mal nach wer nun in den USA regiert…. nicht Bush. Er ist eine lahme Ente (lame duck). Außerdem, habt Ihr da drüben in Europa nicht das Monopol auf Weichhirne in der Politik, eh! Wir haben hier ein paar, die können es mit den Besten von Euren aufnehmen…

  24. @Caneel

    „Warum nicht? Wir haben’s ja noch nicht mal richtig versucht!“

    Weil es keinen entsprechenden Gegner gibt, keine Regierung, der man den Krieg erklären kann und die in Friedensverhandlungen eintreten könnte, keine Armeen, die irgendwo ihre Kasernen, Flugplätze und Waffenlager haben, die man angreifen könnte. Und keine fest umrissene und lokalisierbare Gruppe von Feinden, denn die Feinde sitzen über all unter uns.

    Die Auseinanderstzung ist eine geistige, es geht um Köpfe und herzen der Menschen, nicht um zu eroberndes Territorium und zu vernichtende Armeen.

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