Streit um’s Kopftuch: Messerstecherei vor Hamburger Schule

Auf „temperamentvolle“ Art hat ein gebürtiger 15-jähriger Afghane auf dem Parkplatz einer Gesamtschule in Hamburg versucht, eine Auseinandersetzung zu seinen Gunsten zu entscheiden. Er stach wie ein Wahnsinniger auf einen 17-jährigen Schüler ein und verletzte ihn schwer. Anlass war ein Streit um das Kopftuch einer muslimischen Schülerin.

Wie von Sinnen stach er immer wieder zu: Ein Gesamtschüler (15) hat gestern auf dem Parkplatz vor der Jenfelder Schule einen Mitschüler (17) mit einem Messer niedergestochen. Der 17-Jährige erlitt schwere Verletzungen im Rücken und an den Beinen. Hintergrund der Attacke: ein heftiger Streit um das Kopftuch einer muslimischen Schülerin. (…) Felix H. (15, Name geändert) beobachtet, wie sich Steven (17) und Nawid (15) streiten. „Es ging um den Glauben“, das will er gehört haben. Dann sieht er, wie Nawid auf einmal ein Messer aus der Tasche zieht. Was dann folgt, ist brutale Jugendgewalt – eine von den gefährlichen Körperverletzungen, die in der Hansestadt innerhalb eines Jahres um mehr als 20 Prozent gestiegen sind.

Auf dem Schulparkplatz will Steven flüchten, doch er schafft es nicht: Die Messerstiche des 15 Jahre alten Täters treffen ihn in den Rücken, ins Gesäß und in die Beine. Felix H., der mit dem Täter in eine Klasse geht, ruft per Handy einen Rettungswagen. Das blutende Opfer wird ins Krankenhaus nach Wandsbek gebracht. Auch der Täter kommt in die Klinik – er hatte sich bei der heftigen Attacke selbst mit dem Messer leicht an der Hand verletzt. Noch im Krankenhaus nimmt die Polizei Nawid fest. (…) Zum Motiv der Tat äußert sich der 15-Jährige, der aus Afghanistan stammt, aber inzwischen deutscher Staatsbürger ist, nicht. „Die Ermittlungen haben allerdings ergeben, dass es schon Tage vor der Tat heftige Auseinandersetzungen zwischen den Jugendlichen gegeben hatte“, so Polizeisprecher Andreas Schöpflin. Die Mitschüler, die den Streit vor den Messerstichen beobachtet haben, bleiben dabei, dass es um das Kopftuch einer Mitschülerin gegangen sein soll. Mohammed N. (12): „Steven hat das Mädchen verspottet, Nawid wollte es verteidigen.“ Nawid habe schon vor dem Tattag seinen Kontrahenten und dessen christlichen Glauben beschimpft, sagt Nina L..

Da wird ja bald der Ruf nach mehr Konfliktlotsen und Schulpsychologen ertönen …

(Spürnasen: Bernd v. S. und spital8katz)