Kaum etwas gibt einen besseren Einblick in die „Religion des Friedens“ als das Aschura-Fest der Schiiten. Allah, der „Allerbarmer“, der „Barmherzige“ mag es dabei blutig. Blut muss fließen, je mehr, desto besser. Man geißelt sich, bis es in Strömen fließt, für das tiefrote Outfit des Ganzen werden sogar Kleinkinder schon zur Ader gelassen. Den Rest müssen Tiere liefern, und als Sahnehäubchen gab’s noch einige Bombenanschläge mit etlichen Toten – Allah wird am diesjährigen Aschura-Fest im Irak seine Freude gehabt haben! Ein ganz besonderer „Genuss“ ist, wie über das Ganze als etwas offenbar völlig Normales und Selbstverständliches bei n-tv berichtet wird.

Bei den Feierlichkeiten zum schiitischen Aschura-Fest haben Extremisten am Dienstag im Irak mindestens 35 Pilger getötet. Ein Selbstmordattentäter riss in Balad Rus 80 Kilometer nordöstlich von Bagdad 16 schiitische Pilger mit in den Tod, 58 wurden verletzt. In Chanakin 160 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt starben bei einem Sprengstoffanschlag weitere zwölf schiitsche Pilger, 33 andere erlitten Verletzungen.

In West-Bagdad wurden laut Polizei sieben Pilger getötet, als Extremisten einen Bus mit Pilgern unter Beschuss nahmen.

Extremisten? Wenn man sich die Fotostrecke bei n-tv betrachtet, fragt man sich, wer von den Teilnehmern dieses rituellen Blutbades eigentlich kein Extremist ist .

Am Hauptwallfahrtsort Kerbela im Zentralirak blieb es hingegen ruhig. Rund 1,5 Millionen Gläubige konnten dort den religiösen Ritualen zum Todestag des von den Schiiten verehrten Imams Hussein in Frieden nachgehen.

Sie konnten ihr wunderschönes Fest in Frieden feiern, heißt in der Nicht-Dhimmi-Sprache, sie konnten in Ruhe in Blut baden. Oder anders gesagt, sie konnten ungestört von Bombenanschlägen ihre Babys anstechen und aufritzen.

20 Menschen kamen außerdem nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Arabija bei einem Anschlag auf einem Markt im Bagdader Vorort Adhamija ums Leben, der vorwiegend von Sunniten bewohnt wird.

Aschura ist der wichtigste Feiertag der schiitischen Muslime. Im Andenken an den „Märtyrertod“ des Imams Hussein, dessen Grabmoschee sie in Kerbela besuchen, fügen sich manche Gläubige an diesem Tag in religiöser Extase mit Schwertern und Eisenketten Wunden zu.

Manche? Nur manche? Auf den Bildern sieht es eher nach 100% aus, wobei sogar Kleinkinder verletzt werden. Kein Problem offenbar für n-tv, schließlich handelt es sich doch um den höchsten Feiertag der Schiiten. Bilder mit blutüberströmten Kindern, darunter ein Kleinkind von wenigen Monaten, sind folgendermaßen untertitelt:

Als Höhepunkt dieser ritualisierten Volksfrömmigkeit ritzen sich meist männliche Personen während der Prozessionen die Stirn mit Rasierklingen auf und verletzen sich mit Schwertern.

Vor allem Babys ritzen sich die Stirn auf!

Hier geht’s zur Fotostrecke bei n-tv.

(Spürnase: M.H.)

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