In einem Interview mit dem österreichischen Standard erklärt Hirsi Ali, dass wir uns bereits mitten im Kulturkampf mit den Islamisten befinden. Die Islamkritikerin wird von der Zeitung als „neokonservative Auslegerin“ bezeichnet. Was immer das auch heißen soll, positiv ist es nicht gemeint, ebenso wenig wie die Frage ob sie den Konflikt nicht anheize, wenn sie sage, dass wir uns im Krieg mit den Islamisten befinden. Die bekannte, weit verbreitete Gutmenschendenke: Nicht der ist das Übel, der dich angreift, sondern du selbst bist es, weil du darüber sprichst.

STANDARD: Der Karikaturenstreit, die Proteste gegen die Papstrede, die Debatte über das Kopftuch, die extremistische Gewalt – ist der „Kampf der Kulturen“ nicht längst Bestandteil unseres Lebens?

Hirsi Ali: Ja, wir stehen mitten in einem Konflikt der Wertesysteme. Tony Blair spricht von einem „unkonventionellen Krieg“, von einem „Krieg um Werte“ zwischen den Menschen, die die Freiheit lieben, die freie Individuen wollen, und denen, die die Welt dominieren wollen, in dem sie die Religion dazu nutzen.

Diejenigen, die die Freiheit wollen, müssen in letzter Konsequenz bereit sein, für die Verteidigung dieser Freiheit zu sterben. Dann können wir diesen Krieg gewinnen.

STANDARD: Wenn Sie von Krieg reden, arbeiten sie damit nicht genau den Radikalen zu, die sich selbst im Krieg wähnen?

Hirsi Ali: Der Konflikt existiert, ich rede ihn nicht herbei. Wir reagieren. Unsere Botschaft muss lauten: Ihr könnt unsere Werte teilen, aber wenn ihr sie zerstören wollt, dann werden wir uns verteidigen. (…) Wir stehen einer breiten totalitären Bewegung gegenüber, die versucht, überall reelle Macht zu bekommen: in den Regierungen, den Gewerkschaften, den Universitäten bis hinunter zu den Familien. Sie wollen die Menschen beeinflussen, damit sie einen Islam leben, der nach einem Staat strebt, der auf den islamischen Idealen basieren soll. Wir müssen dies stoppen.

STANDARD: Wie soll das gehen?

Hirsi Ali: Wir müssen ganz klar verteidigen, wofür wir stehen. Und dann können wir hingehen und sagen: Okay, ein Teil des Problems ist die Immigration. Also erlauben wir nur denen nach Europa zu kommen, die unsere Regeln und Werte verstehen und annehmen.

An diesem Beispiel erkennt man hervorragend, wie schizophren die Positionen sind, die von Gutmenschen des Schlages Roth, Beck oder der Hertener Schulleiterin Bock vertreten werden. Denn was die moslemische, farbige Migrantin Hirsi Ali hier sagt, ist nach deren Definition „Rassismus und Rechtsradikalismus“.

STANDARD: Und die radikalen Muslime, die bereits hier sind, sollen sie ausgewiesen werden?

Hirsi Ali: Wir können nur einen Teil ausweisen. Viele haben bereits die Staatsangehörigkeit. Das war bisher viel zu leicht. Die Staatsangehörigkeit muss künftig ein gesellschaftlicher Vertrag sein. Wer unseren Werten zustimmt, wer politisch loyal ist, sagt das. Andernfalls gibt es keine Staatsangehörigkeit. Und sobald sie beginnen, unser System auszuhöhlen, werden sie abgeschoben.

STANDARD
: Es ist viel von einem europäischen Islam die Rede. Ist der Islam reformierbar?

Hirsi Ali: Ja, wenn die Menschen, die sich als Muslime begreifen, willens sind, den Koran endlich als Buch zu akzeptieren, das von Menschen geschrieben wurde und nicht das Wort Gottes ist. Und wenn sie einsehen, dass der Prophet Mohammed im 21. Jahrhundert nicht für alles ein Vorbild ist – keinesfalls dafür, wie Frauen und Individuen im Allgemeinen behandelt werden.

Hirsi Ali könnte mit dieser Einstellung an der Hertener Martin-Luther-Schule nicht akzeptiert werden. Verlangt die Akzeptanz europäischer Werte, spricht davon, dass Islamisten überall nach der Macht greifen und von Selbstverteidigung. Wo kommen wir denn da hin, das ist ja reinstes rechtsradikales Herrenmenschengetue!

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