Wie Steinchen eines Mosaiks fügen sich die Vorfälle des Zurückweichens, Wegduckens und des Mitläufertums gegenüber der aggressiven Ideologie des Islam zusammen. Und je deutlicher die Zeichen an der Wand stehen, desto kompromissloser wird uns der Islam von den Multikultis als „Bereicherung“ verkauft. Der Fall der Berliner Anwältin Seyran Ates, die ihre Kanzlei wegen Drohungen und tätlichen Angriffen aus Angst um ihre und ihrer Tochter Sicherheit geschlossen hat, passt genau in dieses Puzzle.

Seyran Ates wurde von allen im Stich gelassen, von ihren eigenen SPD-Genossen, von den türkischen „Dialogpartnern“ und von den multikultiverliebten Gutmenschen sowieso. Nach dem Motto „selbst Schuld“ gab es allenfalls auf Nachfrage lauwarme Solidaritätsbekundungen. Dann hieß es, Seyran Ates würde ab Januar im Schutz einer großen Kanzlei weiterarbeiten, und alles wird gut. So ist es bisher nicht gekommen, von einer Rückkehr in einen normalen Alltag kann in einer Gesellschaft, die dem gewaltbereiten Islam mehr oder weniger freie Hand lässt, keine Rede sein. Ein trauriges Schicksal in der deutschen Hauptstadt des 21. Jahrhunderts.

Eine Weile lang deutete manches auf ein integrationspolitisches happy end hin. Seyran Ates, die deutsch-türkische Frauenrechtlerin, umstrittene Symbolfigur des Kampfes gegen Zwangsehen, Ehrenmorde und häusliche Gewalt in Migrantenfamilien, werde ab Januar wieder als Anwältin in Berlin tätig sein, hieß es zuversichtlich. Damit wäre ihr Rückzug im vergangenen Sommer, ihre Kapitulation vor fortwährenden Beschimpfungen, vor Morddrohungen und zuletzt vor einer massiven körperlichen Attacke, nicht ungeschehen gemacht. Der Schock aber, dass eine angesehene Juristin mitten in der deutschen Hauptstadt nicht ungefährdet ihrem Beruf nachgehen kann, dass sie, ein „Organ der Rechtspflege“ wie alle Anwälte, sich dem Druck von Extremisten beugen musste, dieser Schock wäre durch eine Wiederzulassung vielleicht abgeklungen. Die Entscheidung von Seyran Ates, im August ihre Anwaltszulassung zurückzugeben und mit ihrer kleinen Tochter unterzutauchen, hatte bundesweit Entsetzen und Empörung ausgelöst. „Das darf nicht wahr bleiben“, hieß es damals einhellig von Politikern und Kollegen. Aber es ist wahr geblieben. Immerhin, Frau Ates geht es besser. Sie war buchstäblich krank vor Angst geworden, kurz nachdem sie im Juni 2006 vor den Türen des Berliner Familiengerichts vom frischgeschiedenen Gatten einer Mandantin tätlich angegriffen worden war. Kreislaufzusammenbrüche folgten, Panik-Attacken, posttraumatisches Stresssyndrom. Das ist, sagt sie, vorbei. Seyran Ates, die 1963 in Istanbul geboren wurde und seit 1969 in Berlin lebt, sitzt in einem italienischen Restaurant am belebten Hackeschen Markt und trinkt Pfefferminztee. Sie traut sich wieder hinaus auf die Straße, sie hält Vorträge, ist Mitglied der Islam-Konferenz von Innenminister Schäuble, hat die „Idomeneo“-Aufführung in der Deutschen Oper besucht, schreibt an einem neuen Buch, ihrem zweiten nach der Autobiographie „Große Reise ins Feuer“. Aber immer noch zögert sie, ihre Wiederzulassung als Anwältin zu beantragen. Sie wisse nicht, wie es weitergehen soll. „Ich schiebe“, räumt sie ein, „die Entscheidung vor mir her.“ (…) „Furchtlos“ hatten wir Frau Ates vor knapp einem Jahr an dieser Stelle genannt. Aber die Angst hat die Anwältin eingeholt. Und sie weiß, was Angst ist. Vor mehr als zwanzig Jahren, im September 1984, wurde Seyran Ates in einer Kreuzberger Beratungsstelle für türkische Frauen Opfer eines Attentats. Nur um Millimeter verfehlte die Kugel aus der Waffe eines Mannes, der zum Umfeld der Grauen Wölfe gerechnet wurde, ihre Halsschlagader. Sie überlebte; eine andere Frau, die neben ihr gestanden hatte, starb ein paar Tage später an einem Bauchschuß. Noch Jahre danach wurde Seyran Ates von Depressionen gequält, hegte mitunter Suizidgedanken. Und der Mörder wurde wegen schwerer Ermittlungsfehler der Polizei auf freien Fuß gesetzt. Er lebt vermutlich immer noch in Berlin. (…) ist eine der prominentesten Streiterinnen für Frauenrechte in der Stadt, vielfach ausgezeichnet, und eben deshalb von vielen verachtet, ja gehasst. Wie immer sie sich entscheidet, es ist auch ein symbolischer Akt. Jeder Tag, an dem sie nicht arbeiten kann, ist ein Triumph für all jene, die die verhängnisvolle Vermischung von Gewalt und Sexualität in vielen türkischen und kurdischen Familien ignorieren oder totschweigen wollen. Jeder Tag, an dem Seyran Ates nicht als Anwältin praktiziert, ist eine Niederlage für den Rechtsstaat – und ein verheerendes Signal für alle, die verzweifelt auf seinen Schutz hoffen.

Eine Arbeit, vor der sich auch auch gutwillige Moslems scheuen.

Der Repräsentant eines größeren Verbandes habe ihr gar berichtet, an seiner Moschee sei die Ehe- und Familienberatung aus Sorge vor Ärger und Übergriffen gleich ganz eingestellt worden. Wer Ruhe haben wolle, lasse besser die Finger davon.

Kulturbereicherung, über die wir uns – politisch verordnet – gefälligst zu freuen haben.

(Spürnasen: Cay, Voltaire, Kreuzritter, Hojojutsu und Oriflamme)

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