Das hat uns gerade noch gefehlt, war aber leider zu befürchten: Murat Kurnaz (Foto) wird ein Buch schreiben über sein unermessliches Martyrium in Gefangenschaft des „Großen Satans“. Vielleicht fürchtet er, die von Amnesty International geforderte Entschädigung wird nicht gar so üppig ausfallen oder die Sozialhilfe wird nicht reichen. Wir werden in jedem Fall noch ein bißchen ergriffener zurückbleiben, als wir es ohnehin schon sind, wenn wir vom dem wohl genährten, haarigen Mann erfahren, wie schlecht die Amis zu ihm waren.

Schon die Ankündigung auf SpOn löst Würgereflexe aus:

Der autobiografische Text „Fünf Jahre meines Lebens. Ein Bericht aus Guantanamo“ werde am 23. April erscheinen, teilte der Rowohlt Verlag Berlin mit. Der aus Bremen stammende Türke beschreibe mit Hilfe des Co-Autors Helmut Kuhn sein viereinhalb Jahre währendes Martyrium in dem Lager im US-Militärstützpunkt auf Kuba. Das Buch enthülle Einzelheiten, die so noch nicht bekannt seien, hieß es.

Oh wir sind uns auch sicher, dass Kurnaz noch weitere Einzelheiten einfallen werden. Und wenn nicht ihm, dann seinem Co-Autoren. Nicht der leiseste Zweifel wird an der Geschichte auch nur vorsichtig angedeutet, obwohl inzwischen auch in den Spiegel-Redaktionsstuben bekannt sein dürfte, dass Kurnaz vom Bremer Verfassungsschutz beobachtet wurde und sich den Taliban anschließen wollte.

Bereits im Herbst 2006 haben Kurnaz und Kuhn die Arbeit an dem Buch begonnen.

Schnell erholt von seinen furchtbaren Qualen hat sich der bärtige Kurnaz, wenn er schon im Herbst mit dem Buch begonnen hat.

Der Verlag betonte, dass es sich bei dem 256 Seiten starken Werk um keinen „Schnellschuss“ handele. Es sei gründlich recherchiert und durchdacht. Die „Schilderungen gehen weit über das hinaus, was in der Öffentlichkeit bisher bekannt geworden ist“, erklärte der Verlag.

Ja klar, schließlich wollen die Leute auch was Neues bekommen für ihr Geld und nicht bloß Sachen lesen, die sie schon wissen. Und sicher kommen dem Autorenteam jeden Tag neue Einfälle – äh Erinnerungen.

(Spürnase: Manfred K.)

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