lueders.jpg"Der islamische Fundamentalismus ist natürlich nur eine Facette des Islam." Diesen Satz hört man von Islamvertretern immer, wenn sich mal wieder ein Selbstmordattentäter irgendwo auf der Welt im Namen der ‚Religion des Friedens‘ in die Luft gesprengt hat. Das gebetsmühlenartige Wiederholen dieses Satzes, der den Leser/Zuhörer bewusst irreführen soll, gehört auch zur Strategie des Islambewunderers Michael Lüders (Foto), seines Zeichens Islam-Experte, Orient-Experte, Terrorismus-Experte, Nahost-Experte, Sicherheits-Experte, etc. pp. in einer Person.

In Aachen versammelte Lüders jetzt im Rahmen der „Interkulturellen Vorlesungsreihe der RWTH Aachen Brücken in die Zukunft – Islambilder (be)denken“ 400 Gleichgesinnte und plädierte – wie könnte es auch anders sein – für "eine differenzierte Sicht auf den Islam". Unsere Zukunft wird islamisch geprägt sein, also sollen wir uns den Islam gefälligst recht freundlich ausmalen und unsere (rassistischen) „Vorurteile“ begraben. Zunächst lässt Lüders uns Folgendes wissen:

«Der islamische Fundamentalismus ist natürlich nur eine Facette des Islam. Das Problem ist, dass die Fundamentalisten den islamischen Diskurs prägen und der Westen diese Reduzierung auch noch übernimmt», sagt der Berliner Islamwissenschaftler Michael Lüders. Der Nahost-Experte plädierte an der RWTH Aachen vor rund 400 Zuhörern für eine differenzierte Sicht auf den Islam.

Die findet seiner Meinung nach aber weder in den Medien noch in der Politik statt.

Wenn man so etwas hört, denkt man unwillkürlich, unsere Medien würden Islam mit Terror gleichsetzen. Dabei ist – wie wir wissen – genau das Gegenteil der Fall. Bei jedem Terroranschlag überschlagen sich die Medien mit der Versicherung, dass das alles mit dem Islam nichts zu tun habe, weil der ja friedlich sei. Aber natürlich hat Herr Lüders Recht mit der Feststellung, dass es bei uns keine „differenzierte Sicht auf den Islam“ gibt, nur meint er es genau anders herum, als es tatsächlich der Fall ist.

„Eigentlich hatten die Fundamentalisten seit Mitte der 90er Jahre ihren Zenit überschritten», meint Lüders. «Sie waren ein Auslaufmodell. Dann kam der 11. September und die Reaktion der Amerikaner beziehungsweise des Westens darauf.“

Wirklich rücksichtlos vom Westen, den islamischen Fundamentalisten Flugzeuge zur Verfügung und Häuser in den Weg zu stellen, wo die doch gerade „ihren Zenit überschritten“ hatten.

Das Problem dieser Gesellschaften sei nicht etwa eine grundsätzliche Unvereinbarkeit von Demokratie und Islam, sondern eine verpasste Entwicklung, wie sie Europa genommen habe: heraus aus feudalen hin zu modernen Strukturen. „Eine oligarchische Elite von fünf Prozent ist superreich, ja obszön reich. Sie kontrolliert über ihre Clan- und Klientelpolitik den Staat und sieht das eigene Land als Beute an.“

Die Mittelschicht von 10 bis maximal 30 Prozent sei zu klein. Und für die 70 Prozent Unterschicht stehe als einziges Ventil gegen ihr soziales Dilemma der Islam bereit.

„In dieser ungebildeten Unterschicht haben es undifferenzierte Prediger leicht, Gehör zu finden. Für das Durchsetzen eines aufgeklärten Islam – einer liberalen Lesart – fehlt die gesellschaftliche Basis.“ Was den Westen, so Lüders, eigentlich um so mehr von einer Dämonisierung des Islam insgesamt abhalten müsse.

Eine besonders dreiste Lüge, die auch durch dauernde Wiederholungen nicht richtig wird. Wird aber immer wieder gern genommen, das Bild vom ausgenutzten, durch den bösen Westen in Armut und Unwissenheit gehaltenen Moslem, der gar nicht anders kann, als sich irgendwo aus Verzweiflung in die Luft zu sprengen. Mit diesem Mythos pflegen die linken Freiheitshasser in masochistischer Weise ihren Selbsthass und ihren Hass auf alles Westliche. Dabei ist die ganze Geschichte vom ungebildeten, armen Terroristen von vorne bis hinten gelogen, was wir hier durch die Aussagen eines Aussteigers aus der Terrorszene verdeutlicht haben.

Denn je konfrontativer die Realpolitik, desto einfacher falle es den Fundamentalisten, auf die Bedrohung durch den Westen zu verweisen und von der eigenen politischen Konzeptlosigkeit jenseits ihrer islamistischen Ideologie abzulenken. Je stärker das äußere Feindbild, um so schwächer die Neigung, die eigenen Regime in Frage zu stellen.

Mit anderen Worten: Je energischer der Westen seine Selbstverteidigung in die Hand nimmt, desto schlimmer wird der Terror, weil die Moslems uns dann noch weniger lieb haben? Was für ein Schwachsinn! Nicht der Westen betreibt „konfrontative Realpolitik“, der Westen wird angegeriffen. Er agiert ausschließlich defensiv, macht nie den ersten Schritt. Und selbst das wird ihm vorgeworfen! Er soll bei jedem Schlag noch die andere Wange hinhalten.

Angesichts der ernüchternden Analyse fällt die Suche nach Lösungen selbst dem Experten Lüders schwer. Ein Angriff der USA und/oder Israels auf den Iran würde nach seiner Überzeugung jedenfalls eine Katastrophe auslösen. Vielmehr müsse man den Iran, in dem es trotz der dort herrschenden Theokratie die pluralistischsten Diskussionen im ganzen Nahen Osten gebe, als Regionalmacht anerkennen und einbeziehen.

Die Katastrophe der Auslöschung Israels wäre natürlich das kleinere Übel.

Auch für eine Unterstützung der türkischen Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sprach sich Lüders aus: „Der türkische Islam ist der entspannteste, den ich kenne. Dort ist der Islam kaum mehr als ein moralischer Appell, wie das christliche C in unserer CDU.“

Wir haben erst vorgestern über den „entspannten türkischen Islam“ berichtet, den man unter anderem an der steigenden Zahl von Ehrenmorden erkennen kann. Ach nein, das war jetzt ein Denkfehler! Ehrenmorde haben ja mit dem Islam gar nichts zu tun. Und dann schlägt der „Experte“ vor:

Man sollte die Islamisten in der Region an der Macht beteiligen und damit entzaubern.

Das ist, als würde man Schwerverbrecher bei der Polizei beschäftigen, um Aufklärungsarbeit zu leisten und die Kriminalitätsrate zu senken.

Im arabischen Fernsehsender Al Dschasira wird laut Lüders eine für die Region unerhört offene Diskussion geführt – „absolut auf dem Niveau der britischen BBC oder ARD und ZDF“.

Beneidenswert diese Freiheit im arabischen Raum!

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