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Wolfgang Gores (l., CDU) vs. Ernst-Ewald Roth (r., SPD).

Auch in der SPD gibt es in Islamangelegenheiten vereinzelt vernünftige Stimmen, wie man sie sich auch in Berlin-Heinersdorf wünschen würde. Der Kandidat der Sozialdemokraten* für die Direktwahl des Wiesbadener Oberbürgermeisters am 11. März, Ernst-Ewald Roth, hat den CDU-geführten Magistrat kritisiert, sich um seine Verantwortung bei dem geplanten Bau einer Moschee für den islamistischen Verein Milli Görüs am Gräselberg (Stadtteil von Wiesbaden) zu drücken. Was den CDU-Stadtbezirksvorsitzenden von Gräselberg, Wolfgang Gores, sogleich zu der Aussage veranlasste: „Ich schätze Herrn Roth sehr. Aber es ist nicht in Ordnung, dass er dieses Thema für seinen Wahlkampf ausschlachtet.“

Das Wiesbadener Tagblatt berichtet:

„Die Menschen werden mit ihren Problemen alleine gelassen. Eine so brisante Frage wie die Errichtung einer Moschee durch einen vom Verfassungsschutz überwachten Verein darf nicht wie ein rein technokratischer Vorgang der Bauverwaltung überlassen werden“, erklärte Roth, der selbst auf dem Gräselberg wohnt. Dieses Vorgehen führe zu Wut und Unverständnis in der Bevölkerung am Gräselberg und sei eine Belastung für den sozialen und inneren Frieden.
Der OB-Kandidat der SPD fordert den Magistrat auf, alle rechtlich und politisch möglichen Schritte zu unternehmen, um den Bau beziehungsweise die Errichtung dieses Zentrums in dem ehemaligen Supermarkt zu verhindern.

„Standorte für Gotteshäuser müssen nach den Erfahrungen aus der Vergangenheit immer in gemeinsamer Verantwortung zwischen der Stadt und den Verantwortlichen der Kirchen oder Religionsgemeinschaften erarbeitet werden. Ein Gotteshaus oder ein religiöses Zentrum soll auch dem gegenseitigen Verständnis unter den Religionen dienen, es soll ein Ort der Andacht und des Friedens für die Menschen sein, die hineingehen – und nicht ein Objekt der Wut und der Spaltung der Menschen“, umriss Roth seine Kritik. Genau dies aber sei zu befürchten, wenn der Magistrat die bisher bekannt gewordenen Planungen einfach laufen lasse, statt die Verantwortung wahrzunehmen und aktiv nach anderen Lösungen zu suchen.

„Es wird höchste Zeit, dass der Oberbürgermeister und auch der Bürgermeister in einer Bürgerversammlung vor Ort aktiv werden und sich ihrer Verantwortung stellen“, so Ernst-Ewald Roth.

Der CDU-Kandidat für das OB-Amt, Bürgermeister Dr. Helmut Georg Müller, sagt lieber nichts und schlägt seinem Gegenkandidaten vor, sich über das Baurecht zu informieren. Den Vogel aber schießt der Biebricher Ortsvorsteher Wolfgang Gores (CDU) ab, der sich nicht entblödet, folgende Aussage von sich zu geben:

„Ich schätze Herrn Roth sehr. Aber es ist nicht in Ordnung, dass er dieses Thema für seinen Wahlkampf ausschlachtet.“

Seltsam, seltsam – normalerweise kommen solche Aussagen von links und gehen Richtung CDU. Und ein Thema, das die Menschen unmittelbar betrifft und interessiert, gehört nach Ansicht von Herrn Gores also nicht in den Wahlkampf. Ja, Herr Gores, was denn sonst?

* Aber Bürger, die sich politisch engagieren sind genauso wenig erwünscht, wie Politiker mit Nähe zum Volk. Und wie durch ungünstigen einen Wink des Schicksals ist der OB-Kandidat Roth plötzlich keiner mehr. Denn leider, leider hat die SPD Wiesbaden es versäumt,

rechtzeitig den Wahlvorschlag für unseren Kandidaten Ernst-Ewald Roth bei der Landeshauptstadt Wiesbaden einzureichen. Bei der kommenden Oberbürgermeisterwahl am 11. März wird daher Ernst-Ewald Roth definitiv nicht antreten können.

Sachen gibt’s …

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