Eisberg B-15A und Trojanow, der schriftstellernde Klimaforscher

b_15_a.jpgKennen Sie B-15A? Nein? Aber Sie kennen Luxemburg. Nicht die rote Rosa Luxemburg, sondern das Großherzogtum zwischen den Ardennen und Rheinland-Pfalz. Und so groß wie Luxemburg ist auch B-15A, ein Eisberg (Foto), der sich gelöst hat und im Arktischen Ozean treibt. Nun mag diese Information für jene Wissenschaftler interessant sein, über die im Frühstücksfernsehen abenteuerliche Reportagen zu sehen sind, Reportagen, in denen diese Experten auf High-Tech-Schiffen die Weltmeere durchpflügen und angestrengt auf blinkende Monitore schauen.

Der Laie hingegen muss sich mit dem Ergebnis einer mehr oder weniger hitzigen Debatte unter Wissenschaftlern zufriedengeben und kann nur auf einen Konsens hoffen, um sich am Ende entweder erleichtert oder mit schlechtem Gewissen in den Billigflieger zu setzen. Dass wir auf den Ausreißer B-15A jedoch unser ganzes Augenmerk richten sollen, schlägt Ilja Trojanow in der taz vom 18. Oktober 2006 vor. „Eisiges Zeugnis von Gewalt“ prangt in schnörkellosen taz-Lettern über dem Artikel, und Trojanow warnt davor, dass wir unseren Planeten vernichten. Jedoch ist Ilja Trojanow kein Klimaforscher, Geologe oder Meteorologe – er ist Schriftsteller. Dabei spielte Technik á la Crichton in Trojanows bisherigem Oeuvre keine große Rolle, er ließ lieber einen Engländer Welten sammeln. Warum also zieht es Trojanow in die unpoetischen Gefilde der Klimaforscher?

Weil es ihm gar nicht um das Schicksal des herrenlosen Eisbergs geht. Sondern darum, dass in Trojanows Welt die Öffentlichkeit der Debatte über den islamistischen Terrorismus mehr Platz zukommen läßt, als der drohenden Klimakatastrophe. Was erstens nicht stimmt, da allein die taz täglich mit dem Neuestem zur Apokalypse aufwartet, und Trojanows Artikel zweitens auf unappetitliche Weise mit zynischen Floskeln gespickt ist, die sich so lesen:

Die Einschätzungen der Klimatologen und anderer Wissenschaftler, die sich im Großen und Ganzen einig sind, werden in Zweifel gezogen, ihre Warnungen anhand kleinerer Ungewissheiten relativiert, während die Spekulationen und Übertreibungen der Sicherheitsexperten oft kritiklos wiedergegeben werden.

Zwar ist Trojanow noch nicht auf den Lehrplan deutscher Pisa-Schulen gehievt worden, doch was uns der Dichter damit sagen will, ist jetzt schon unklar. Denn liest man Trojanow so, wie Trojanow schreibt, stoßen Klimatologen vom Schlage eines glück- und farblosen Präsidentschaftskandidaten Al Gore überall, wohin sie ihre Flugzeuge tragen, auf taube Ohren. Deshalb gibt es in Deutschland auch keine Kuhns, Trittins und Gabriels. Während doch gleichzeitig finstere Geheimdienste, allen voran der berüchtigte BND, ihren Machtbereich auf unheimliche Weise ausbreiten und jetzt sogar planen, die Festplatten von möglichen Terroristen zu durchsuchen, wobei doch jeder weiß, dass Bin Laden mit Mohammed Atta in Hamburg nur mittels Brieftauben in Kontakt stand, weil man diese im Gegensatz zu E-Mails bei Überbringung schlechter Nachrichten gleich zum Mittagessen verspeisen kann.

Al-Qaida oder der islamische Fundamentalismus (oder wie auch immer dieser Gegner genannt wird) sei „die größte Herausforderung für die westliche Demokratie seit dem Ende des Kalten Krieges“, wird ebenso leichtfertig behauptet wie – vor allem in letzter Zeit unter Konservativen in den USA – dass all jene, die den Krieg gegen den Terror nicht mit allen Mitteln unterstützen, so verantwortungslos handelten wie einst all jene, die es nicht wagten, Hitler vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges Paroli zu bieten.

Vermutlich meint Trojanow an dieser Stelle renommierte Schriftsteller wie den Niederländer Leon de Winter, der den Satz prägte: „Nach dem linken Faschismus der Sowjets, nach dem rechten Faschismus der Nazis, ist der Islamismus der Faschismus des 21. Jahrhunderts…“. Aber für Ilja, den Weltensammler, ist dieser Vergleich nur „lächerlich“. Genau. Wie wäre es zum Beispiel mit folgender Milchmädchenrechnung? Die Gesamtsumme aller Opfer des Elften Septembers, Israels, der Türkei, Indonesiens Tunesiens, Londons, Madrids etc. ergibt nur den Bruchteil aller Gefallenen der Schlacht von Stalingrad. Dabei wohnen in Wolgograd, wie Stalingrad heute heißt, viel weniger Menschen als in New York, Israel, der Türkei, Tunesien, Indonesien, London und Madrid zusammen.

Trojanow, der schriftstellernde Klimaforscher, versucht sich auch als Mathematiker und rechnet uns vor,

dass bei der Bekämpfung des Terrorismus etwa 100.000 irakische Zivilisten sterben mußten.

Warum mussten sie denn sterben, Herr Trojanow? Weil es islamistische Organisationen nicht lassen können, fast jeden Tag auf einem anderen Gemüsemarkt im Irak Zivilisten mit feigen Selbstmordattentaten zu ermorden! Weil sie wissen, dass alle, die die Bilder im Fernsehen sehen, sowieso „Cowboy Bush“ die Schuld geben. Zu dieser Einstellung passt auch, dass Trojanow die Todesopfer im amerikanischen, britischen – und irakischen – Militär unerwähnt lässt.

Alleskönner Trojanow bewegt sich auf ausgefahrenen Bahnen. Viele Geistesgrößen vor ihm haben uns, mit Taschenrechner oder ohne, vorgerechnet, was alles zahlenmäßig mehr Todesopfer fordert als islamischer Terrorismus: Autounfälle, asbestverseuchte Schulen und Bananenschalen auf dem Gehweg. Die Logik dahinter ist nicht etwa der unerschütterliche Glaube an die Kunst von Adam Riese, sondern Appeasement des 21. Jahrhunderts. Möchte uns Trojanow etwa vordichten, er würde nicht bemerken, dass Terroristen, die keinen Skrupel davor haben, Unschuldige in Bahnhöfen, Hotels oder Synagogen zu ermorden, nicht in die Kategorie Blitzschlag fallen?

Hier könnte der Artikel schon enden, gäbe es da nicht einen kleinen Unterschied zwischen unserem Dichter und all den ehemaligen SS-Mitläufern dieser Welt. Ilja Trojanow ist nämlich vor einigen Jahren zum Islam konvertiert. Und 2004 veröffentlichte der frischgebackene Moslem ein Buch über seine Erlebnisse auf der Pilgerfahrt nach Mekka. Schon möglich, dass es einem da auf die Nerven geht, wenn immer nur von moslemischen Terroristen die Rede ist. Könnte man nicht die maoistischen Nepal-Rebellen überzeugen, auch mal irakische Zivilisten zu meucheln?

Trojanow besinnt sich zumindest an einer Stelle in seinem famosen Artikel seiner dichterischen Wurzeln und zeigt sich zartbesaitet:

Immerhin bricht ein Stück von der Größe Luxemburgs aus dem ewigen Eis, treibt umher und zerfällt dann in kleinere Stücke, bevor es sich schließlich in Wasser auflöst. Ist die Aufnahme von zergehender Ewigkeit, wenn auch nur im Eisbergformat, für halbwegs fantasiebegabte Menschen nicht ein grausiges Zeugnis von Gewalt?

Gewalt! Ob da noch Soziologen deeskalierend einschreiten können? In der Welt zumindest, die Trojanow gesammelt hat, verdecken die Wassermassen sich auflösender Eisberge die zerbombten und verbrannten Leiber der 191 Todesopfer von Madrid.

(Gastbeitrag von Martin G. R. Rudiger)




Dortmunder Kopftuch-Schöffin endgültig vom Amt entbunden

Wie angebracht Misstrauen gegenüber Frauen ist, die stolz und freiwillig ihr Kopftuch tragen, beweist der Fall der türkischstämmige Moslemin Güler Tirlak. Sie hatte sich, wie wir im November berichteten, geweigert, während ihrer Tätigkeit als Schöffin am Dortmunder Landgericht ihr Kopftuch abzunehmen.

Der Vorsitzende Richter Ulf Pennig setzte sie daraufhin vor die Tür. Er hielt die geforderte Neutralität bei der Kopftuchfrau für nicht gewährleistet hielt. Denn sie würde „mit ihrem Kopftuch ihre Weltanschauung offen zur Schau tragen“. Eine Weltanschauung, die nicht die unsere ist. Wie Recht Pennig mit dieser Ansicht hatte, zeigt sich jetzt:

Das Landgericht Dortmund hat eine Muslimin vom Amt als Schöffin entbunden, weil die Frau nach Ansicht der zuständigen Kammer nicht die Voraussetzungen für eine Laienrichterin mitbringt. In einer persönlichen Anhörung der Frau habe die Kammer festgestellt, dass die Schöffin nicht neutral und ohne Ansehen der Person entscheiden kann, erklärte eine Sprecherin des Gerichts am Donnerstag. So habe die Schöffin durch ihre Angaben deutlich gemacht, dass sie Aussagen von Männern und Frauen allein aufgrund des Geschlechts unterschiedlich bewertet.

Wie Necla Kelek sagte:

Sie missionieren, sie grenzen sich ab, sie sagen: Wir sind reine Frauen, glauben an Gott, und wir heiraten nur einen beschnittenen Muslim. Sie schminken sich noch dabei und halten aber die anderen Regeln ein. Wenn sie so aktiv sind, dann hat das einen politischen Charakter, um den Europäern zu zeigen: Wir sind anders.

Womit auch gleichzeitig die Lächerlichkeit von Forderungen, wie in der Stadt Wiesbaden erhoben,eine Akzeptanz islamisch gekleideter Frauen würde deren Integration verbessern, bewiesen wäre. Eine Frau, die freiwillig Kopftuch trägt, will keine Integration, sie will Abgrenzung.




Václav Klaus: „Global Warming ist ein Mythos“

vaclav_klaus.jpgEs scheint, als ob Tschechiens Präsident Václav Klaus (Foto) Europas einziger Staatsmann ist, der sich nicht der allgemeinen Klimakatastrophen-Hysterie anschließt. In einem Must-Read-Interview mit dem tschechischen Finanzblatt Hospodá?ské Noviny zweifelt Klaus die Glaubwürdigkeit der IPCC-Studie an: „Global warming ist ein Mythos, und ich denke, dass jeder ernsthafte Mensch und Wissenschaftler dies auch sagt. Es ist nicht in Ordnung, sich auf das UN-Gremium zu berufen. IPCC ist kein wissenschaftliches Gremium: es ist eine politische Institution, eine Art NGO mit grünem Charakter.“

Hier das komplette Interview:

Letzten Mittwoch hat die EU CO2-Emissionsgrenzen für neue Autos beschlossen. Eine Woche zuvor hat das UN-Klimapanel IPCC einen Report vorgestellt, der, wie die Reports zuvor, die globale Erwärmung als eine der großen Bedrohungen für die gesamte Zivilisation bezeichnet. Der Stern-Report war mit ähnlichen Bedrohungsszenarien bereits vorher erschienen. Gleichzeitig beschließen Sie zu verkünden, dass Globale Erwärmung ein Mythos ist. Versuchen Sie bitte zu erklären, wie Sie zu Ihrer Auffassung kommen!

Klaus: Das ist nicht meine Idee. Global warming ist ein Mythos, und ich denke, dass jeder ernsthafte Mensch und Wissenschaftler dies auch sagt. Es ist nicht in Ordnung, sich auf das UN-Gremium zu berufen. IPCC ist kein wissenschaftliches Gremium: es ist eine politische Institution, eine Art Nicht-Regierungs-Organisation mit grünem Charakter. Es ist kein Forum von neutralen Wissenschaftlern oder eine ausgewogene Gruppe von Wissenschaftlern. Seine Mitglieder sind politisierte Wissenschaftler, die sich mit einseitiger Meinung und mit einseitigem Auftrag dort einfinden. Somit ist es ein unwürdiger Unfug, dass die Leute nicht auf den fertigen Report warten, der Mai 2007 erscheint, sondern in solch übertriebener Weise auf die Zusammenfassung für Politiker SPM reagieren, bei dem alle wenn´s und aber´s herausgestrichen, gelöscht sind und durch übermäßig vereinfachte Thesen ersetzt sind. Das ist eindeutig ein unglaubliches Versagen vieler Leute, vom Journalisten bis zu Politikern… Wenn die Europäische Kommission prompt auf so einen Trick hereinfällt, ist das ein weiterer sehr guter Grund dafür, dass die Staaten selbst und nicht die Kommission über solche Dinge entscheiden sollten.

Wie erklären Sie sich, dass wir keinen anderen vergleichbaren großen Staatsmann in Europa erkennen können, der Ihren Standpunkt unterstützen würde? Niemand von denen scheint so ausgeprägte Meinungen zu vertreten.

Andere hochrangige Politiker drücken ihre Zweifel an der globalen Erwärmung nicht aus, weil die Peitsche der politischen Korrektheit ihnen die Stimme abwürgt.

Aber Sie sind kein Klimatologe. Haben Sie ausreichendes Wissen und genug Informationen?

Umweltschutzhysterie ist eine metaphysische Ideologie und hat als eine Weltanschauung nichts mit Naturwissenschaft oder dem Klima zu tun. Leider hat sie auch nichts mit Sozialwissenschaften zu tun. Trotzdem ist sie schick geworden, und diese Entwicklung macht mir Sorgen. Der zweite Teil meiner Antwort sollte sein: Wir haben auch jede Menge Reporte, Studien und Bücher von Klimaforschern, deren Ergebnisse genau entgegengesetzt sind. Natürlich habe ich nie die Eisdicke in der Antarktis gemessen. Tatsächlich weiß ich nicht, wie das geht, und ich habe nicht vor es zu lernen, und ich behaupte nicht, ein Experte in solchen Messungen zu sein. Trotzdem weiß ich als wissenschaftlich orientierter Mann, wie man wissenschaftliche Abhandlungen über diese Fragen liest, zum Beispiel über das Eis in der Antarktis. Dazu muss ich kein Klimaforscher sein. Die Papiere, die ich gelesen habe, führen einfach nicht zu den Schlussfolgerungen, die wir in den Medien sehen. Aber ich versichere Ihnen eines: dieser Punkt beunruhigt mich. Und daher habe ich vorige Weihnachten begonnen, einen Artikel darüber zu schreiben. Der Artikel nahm an Umfang zu und es wurde ein Buch daraus. In einigen Monaten kommt es heraus. Eines der sieben Kapitel wird meine Meinungen zum Klimawandel darlegen. Umwelthysterie und grüne Ideologie sind etwas ganz anderes als Klimawissenschaft. Von dieser Ideologie werden Mancherlei Geschrei und auch Erkenntnisse der Wissenschaft missbraucht.

Warum, glauben Sie, sind konservative Medien skeptisch, während die linksorientierte Medien die globale Erwärmung als eingeführte Tatsache ansehen?

Die Trennlinie verläuft nicht genau zwischen Linken und Rechten. Dennoch ist es offenkundig, dass die Umwelthysterie eine neue Verkörperung linker Ideologie ist.

Wenn Sie dies alles betrachten, selbst wenn Sie recht hätten …

…Ich habe Recht…

…Haben wir nicht empirische Erkenntnisse und Fakten, die wir mit unseren Augen sehen können, die belegen, dass der Mensch unseren Planeten und sich selber ruiniert?

Das ist solch ein Unsinn, einen größeren Unsinn habe ich wahrscheinlich noch nie gehört.

Glauben Sie nicht, dass wir dabei sind, unseren Planeten zu zerstören?

Das will ich jetzt überhört haben. Eigentlich kann nur Al Gore so argumentieren: ein vernünftiger Mensch kaum. Ich sehe keinerlei Zerstörung unseres Planeten, ich habe nie eine gesehen und ich glaube nicht, dass ein verständiger und ernsthafter Mensch sagen würde, er hätte sie gesehen. Schauen Sie, Sie gehören den Wirtschaftsmedien an, da sollte man eine gewisse ökonomische Grundausbildung bei Ihnen erwarten. Mein Buch wird diese Fragen beantworten. Zum Beispiel wissen wir, dass eine enge Korrelation besteht zwischen dem Aufwand, den wir auf unsere Umwelt verwenden einerseits und den technologischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten auf der anderen Seite. Es ist klar, dass, je ärmer die Länder sind, umso rauher behandeln sie die Natur. Und umgekehrt: je reicher die Gesellschaften sind, desto mehr tun sie für die Umwelt. Fest steht auch, dass es Gesellschaftssysteme gibt, die die Umwelt schädigen – indem sie das Privateigentum abschaffen und ähnliche Dinge – und zwar weit mehr als die freien Systeme. Dieser Zusammenhang wird auf Dauer entscheidend sein. Er zeigt sich ganz einfach darin, dass die Natur heute am 8. Februar 2007 unvergleichlich besser geschützt ist als am 8. Februar, zehn, fünfzig oder hundert Jahre zuvor. Aus diesem Grunde frage ich: Wie können Sie einen solchen Satz sagen, den Sie eben formulierten? Eigentlich nur, wenn Sie nicht bei Sinnen sind? Oder war es eine Provokation – und ich bin so naiv und lasse mich zu all diesen Antworten bewegen. Oder bin ich gar nicht naiv, und Sie gaben einfach Ihre ehrliche Meinung wieder. Letzteres ist wohl der Fall.

Warum gibt es in Deutschland keine Politiker mit Durchblick wie Václav Klaus? Tschechien, du hast es besser!

(Spürnase: Argus / Übersetzung: J. Herold)




Pöttering will „geistige Brücke übers Mittelmeer bauen“

poettering.jpgDie Deutungshoheit der Linken, Ökologen und Dhimmis festigt sich zunehmend. So findet sich im Arbeitsprogramm des Präsidenten des Europäischen Parlaments Hans-Gert Pöttering (Foto) eine Passage, die neben Paraphrasen auch Bemerkenswertes aufweist. Der CDU-Politiker sagte, kein Land, kein Volk der Europäischen Union dürfe mit seinen Problemen allein gelassen werden. Dieses schließe aber auch nationalen Egoismus aus.

Pöttering:

„Wer nur den Interessen seines eigenen Landes dient, wird am Ende auch diese verspielen, weil er die Solidarität zerstört, die zur Verteidigung der eigenen Interessen notwendig ist.“

Wenn wir Pöttering richtig verstanden haben, dürfen wir im Prinzip nach dieser Lesart den Bundestag schließen, da er auf keinen Fall die Interessen seines Landes vertreten darf. Die EU wird es schon richten.

Ein weiteres zentrales Thema der Rede des Präsidenten war der Dialog der Kulturen. Europa sei der Kontinent der drei großen Kulturen und Religionen, der christlichen, der jüdischen und der islamischen. Der Dialog der Kulturen könne nur gelingen, wenn er sich auf Toleranz und Wahrheit gründet.

Was wären die Osmanen froh gewesen, solch einen Verbündeten zu haben.

Er wolle nicht den „clash of civilisations“, sondern Frieden in Freiheit und Gerechtigkeit zwischen allen Völkern und Glaubensrichtungen. Dafür müsse „eine geistige und kulturelle Brücke“ über das Mittelmeer gebaut werden. Er rief dazu auf, alle Beispiele im europäischen Zusammenleben von Christen, Muslimen und Juden – „und natürlich auch allen, die sich nicht zu diesen Religionen bekennen“ – aktiv zu unterstützen.

Wir sollen also die Brücke schlagen oder wer? Zu wem sollen wir die Brücke schlagen? Man kann nur hoffen, dass auf Dauer kein Mensch in Europa dieses angeblich demokratische Europaparlament ernst nimmt.

(Spürnase: Thomas W.)




Fünf Gründe für ein NEIN zur EU-Verfassung

Weil eine EU-Verfassung das Ergebnis eines Prozesses sein muss, der von den Bürgern initiiert und unterstützt wird, hat sich jetzt die "European No Campaign" (ENC) gegründet. Sie ist ein unabhängiges und überparteiliches Netzwerk von Parteien, NGOs und Einzelpersonen, die die politschen Kräfte zusammen bringt, die für eine grundlegende Reform der EU und für ein Nein zur EU-Verfassung eintreten. Die Unterstützer der ENC repräsentieren verschiedene Ansichten, wie die Zukunft in Europa gestaltet werden sollte.

Hier fünf Gründe für ein NEIN zur EU-Verfassung:

Argument Nr. 1
Diese EU-Verfassung ist keine Verfassung der Bürger, sondern der Eliten! – Mit über 800 Seiten Text wird die EU weder transparenter noch einfacher zu verstehen. Wir brauchen aber eine EU, die von den Bürgern verstanden, getragen und demokratisch kontrolliert wird. Diese Verfassung hilft den politischen und bürokratischen Eliten, ihre Macht weiter auszubauen. Deshalb wollen sie sie um jeden Preis durchdrücken.

Argument Nr. 2
Diese EU-Verfassung löst keines der wirklichen Probleme! – Sie bringt nicht die Reformen, die wir dringend brauchen: Demokratisierung der EU-Institutionen, klare Gewaltenteilung, partielle Rückführung von Souveränität an Mitgliedsstaaten, echte Bürgerbeteiligung, Transparenz von Entscheidungen, mehr Kontrolle durch die Parlamente der Mitgliedsstaaten, stringente Verfolgung von EU-Korruption.

Argument Nr. 3
Diese EU-Verfassung schwächt die Demokratie in Europa! – Wenn wir Souveränität nach Brüssel abgeben, muss garantiert sein, dass diese Macht demokratisch kontrolliert wird. Der Einfluss des von Ihnen gewählten Parlamentes bleibt auf ein aufwendiges Verfahren beschränkt, in dem es als Bittsteller auftritt. Gleichzeitig können die demokratisch nicht kontrollierten EU Institutionen fast jeden Bereich an sich reissen.

Argument Nr. 4
Diese EU-Verfassung bringt uns den Vereinigten Staaten von Europa näher! – Die politischen Eliten wollen die Vereinigten Staaten von Europa – und zwar ganz nach ihrem Geschmack. Ob man das nun befürwortet oder nicht: Auf jeden Fall müssen grundlegende demokratische Spielregeln gelten.

Argument Nr. 5
Die praktischen Auswirkungen dieser EU-Verfassung sind unberechenbar! – Was macht die EU mit ihrer 80.000-Mann Armee? Wie wirkt sich die Verfassung auf Ihren Alltag aus? Wessen Interessen vertritt der mächtige EU-Außenminister? – Wissen Sie genug, um „ja“ zu sagen? Frankreich und Holland zeigen: Nur ein Nein führt zum Nachdenken über eine bessere EU.

Europäisches Demokratieverständnis: Nur zehn von 25 EU-Mitgliedstaaten gewähren ihren Bürgern, mittels eines Referendums der EU-Verfassung zuzustimmen oder sie abzulehnen. Auch Deutschlands Bürger durften nicht über die Zukunft Europas mitentscheiden.

(Spürnase: Thomas F.)




London: Ägyptens Botschafter verschenkt Landkarte ohne Israel

gehad_madi.jpgÄgyptens Botschafter in Großbritannien, Gehad Madi (Foto), hat seinem israelischen Kollegen Zvi Hefetz einen Kalender geschenkt, auf dessen ersten Seite eine Landkarte des Nahen Ostens abgebildet ist, auf der Israel fehlt. Zwischen dem Jordan und dem Mittelmeer war nur der „Staat Palästina“ zu sehen. Hefetz reagierte mit Humor: „Ich freue mich, dass wir beide in London sind, da ich entdeckt habe, dass es unmöglich wäre, sich in Israel zu treffen. Denn dieser Staat erscheint überhaupt nicht auf der Landkarte, die ich von Ihnen erhalten habe.“




Hans-Peter Raddatz kritisiert ZDF-Pläne für „Wort zum Freitag“

koran_wortzumfreitag.jpgDie Entscheidung von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender, ab Mai einen festen Sendeplatz für ein „Wort zum Freitag“ für Moslems einzuführen (wir berichteten), ist beim Orientalisten Prof. Hans-Peter Raddatz auf Unverständnis gestoßen: „Indem wir die eigentlichen Grundfragen verdecken und dafür Nebenpunkte wie so ein solches ‚Wort zum Sonntag‘ im Grunde ja missbrauchen. Solange wir also die Grundfragen nicht klären und solche Nebenpunkte in den Vordergrund stellen, machen wir uns selbst etwas vor.“

Und weiter:

„Wir bauen eine Illusion auf sozusagen. Wir behaupten, integrativ hier tätig zu sein, was im Grunde nicht möglich ist, solange eben das Bekenntnis der Muslime zum demokratischen Rechtsstaat nicht verbindlich vorliegt“

sagte Raddatz in einem Interview mit dem Deutschlandradio (hier als mp3).




Wintermode in Londonistan

Auf die Zukunft bereitet Designerin Louise Goldin schon mal das Publikum der Londoner Fashion Week mit ihren modischen Visionen der Herbst/Winter-Kollektion 2007 vor. Die Mode erinnert lebhaft an die in islamischen Ländern vorgeschriebene Kleidung für Frauen: Wenig Haut und das Haar bedeckt. Neben dem obligatorischen Kopftuch mussten die Models sogar Handschuhe tragen – Londonistan im Jahre 2007.




Nürnberg: Polizist von Schülern angegriffen

herschel_schule.jpgDie multikulturelle Bereicherung macht auch vor Bayern nicht Halt und so gibt es auch in Nürnberg inzwischen Berliner Verhältnisse. Dort wurde ein Polizist von Schülern der Herschel-Hauptschule Nürnberg (Foto) zusammengeschlagen als er versuchte, eine Massenschlägerei zu unterbinden. Die Schüler sprangen an ihm hoch und schlugen ihm mit der Faust ins Gesicht.

Erwachsene halfen ihnen dabei, es war das typische bandenmäßige und brutale Vorgehen arabischer und türkischer Jungmänner. Der Stadt Nürnberg fehlt allerdings eine Zeitung wie der Tagesspiegel und so kann man sich wie so oft den aus pc-Gründen unerwähnt gelassenen Migrationshintergrund der Täter nur selbst zusammenreimen.

Die Ereignisse lassen etwas anderes nicht zu. Alles spricht für Auseinandersetzungen von Arabern mit Türken oder Türken mit Kurden, verletzter Stolz, das rasche Zusammentrommeln einer großen Zahl von Helfern und die aktive „Mitarbeit“ von Erwachsenen.

Der Anlass war nichtig: Ein Junge hänselte einen anderen wegen seiner Frisur. Das war in der ersten Pause. In der zweiten Pause gab es die ersten Rempeleien und Faustschläge. Bilanz: eine blutige Nase, eine aufgeplatzte Lippe. Derweil alarmierten verfeindete Gruppen per Handy Helfer für eine Schlägerei nach der Schule. Als die Polizei auch in den folgenden Tagen schlichtend eingreifen wollte, wandte sich die Aggression gegen die Beamten. Vor der Attacke auf den 50 Jahre alten Beamten in Zivil war ein 13-Jähriger fünf Mal vergeblich mit einem Platzverweis belegt worden. Statt zu gehen, heizte er die Stimmung weiter an. Darauf brachten ihn die Polizisten in einen Streifenwagen, aus dem ihn seine Freunde sofort befreiten.

Als der Junge flüchtete, rannte ihm der Polizist nach und wurde sofort angegriffen. Ganz offenkundig, so Polizeidirektor Kurt Benisch, wollte er sich nicht mit vollem Einsatz wehren. Pfefferspray sprühte er auf den Boden statt auf die Angreifer. Auch junge Erwachsene mischten sich ein, brachten den Beamten zu Boden und hielten ihn im Schwitzkasten.

Die Verantwortlichen üben sich im Vermeiden der Ursachenbenennung. Stattdessen bekommt die Öffentlichkeit politisch korrekte Informationen wie diese:

Der frühere Nürnberger Polizeidirektor (Anm. Gerhard Schlögl) sagt (…), dass die Gewalt in der Stadt seit Jahren wächst. Quer durch alle Stadtteile rotten sich Jugendliche zusammen, mal nur zum Spaß, dann plötzlich extrem aggressiv.

Uns nebenbei erfahren wir:

Die Polizei traf bei ihren Ermittlungen auf bekannte Namen: So ist einer der besonders aggressiven 14-jährigen Haupttäter bereits durch etliche Straftaten aufgefallen, also «Intensivtäter». Der Herschelschule, die mit mehr als 60 Prozent Kindern aus Migrantenfamilien als Brennpunktschule gilt, stellt die Polizei ein gutes Zeugnis aus: «Bisher gab es hier kaum Aufregendes.»

Komisch, zwei Schülerinnen sehen das anders:

Der Schulleiter Jan Titgemeyer lässt bitten. Pech gehabt – er sagt, sehr höflich, nichts. Außer, dass wieder normaler Schulbetrieb herrscht, «wie Sie sehen». Er spricht von einer «Ausnahme». Dass es eine Pressekonferenz geben wird. Und dass das aufgearbeitet wird, «was gewesen ist». Was ist denn gewesen?

Eine Massenschlägerei. Zwischen Schülern. Schon am Freitag. Und am Montag ging’s weiter. Da sind Schüler auf Polizisten los gegangen. Die sprayten Tränengas. Zwei Schülerinnen sagen das, als sei es erschreckend – und doch Alltag. Herschelschule halt. Schulterzucken. «Die ist doch dafür bekannt.» Wie die Holzgartenschule. Und die Grund- und Hauptschule St. Leonhard.Natürlich, ohne einen Zusammenhang der Migrantenkids mit der Tat oder der allgemein wachsenden Gewalt herzustellen.

Und dann geht das übliche Gesülze los, über die Perspektivlosigkeit, die Frustration und das mangelnde Selbstwertgefühl der Täter, die doch eigentlich auch nur Opfer seien und über die vorbildliche Gewaltprävention an der Schule: Es gibt Sozialarbeiter, Schulpsychologen, Kriseninterventionsangebote, Integrationsprogramm, Ganztagsbetreuung, Frühstück. Und so weiter, man kann es nicht mehr hören. Dafür macht man sich Gedanken, wie der Vorgang in ein politisch korrektes Schema passt:

Die klassischen Erklärungsmuster für den Gewaltausbruch erklären wenig. Weder gibt es Indizien für einen ausländerfeindlichen Akt, noch Anzeichen für nationale Rivalitäten. Auch liegt kein Hinweis vor, dass Stadt oder Schule versagt haben. Im Gegenteil, an der Herschel-Schule gibt es Schulsozialpädagogen, ein umfangreiches Programm zur Gewaltprävention, zahlreiche Förderprojekte und engagierte Lehrer. Vielleicht gibt es aber bei einer Schule mit einem Anteil von über 60 Prozent von Kindern mit Migrationshintergrund einfach zu wenig von allem.

So ein Mist, was? Kein Hinweis auf einen ausländerfeindlichen Akt. Da wäre man dann mit den Täterinformationen auch weniger sparsam.

Die Polizei geht davon aus, dass es bei dem Hauptakteur eine Mischung aus schwieriger sozialer Herkunft, Erziehungsdefiziten, Perspektivlosigkeit und der Unfähigkeit, mit Konflikten umzugehen, war, die zu dem Gewaltausbruch geführt hat. Diese Mischung kann aber auch an anderen Orten und bei anderen Jugendlichen zu explosiven Situationen führen.

Bei welchen anderen Jugendlichen? Wir wissen noch nicht einmal, wer die Täter sind, aber man sagt uns schon mal, dass sowas auch andere machen können? Der Beratungsrektor Dr. Roland Storath meint, die Probleme erkannt zu haben. Dann müsste er klar sagen: Die Ursache der Misere ist die enorme Gewalt“kultur“, die in islamischen Familien Alltag ist und ein unglaubliches Machogehabe der männlichen Nachkommen, die sich permanent in ihrer Ehre verletzt fühlenm, sowie unser pathologisches Respektieren von Intoleranz und Gewalt, so lange sie von anderen „Kulturen“ ausgeübt werden und ein Quasi-Redeverbot für alle über Missstände aller Art im Migrantenmilieu. Aber er sagt es nicht. Also hat er nichts begriffen.

(Spürnase: Christian G:)




Jane Fleming und die verlogene Doppelmoral der Linken

jane_fleming.jpgAuf ein ziemlich entlarvendes Video der geschäftsführenden Vorsitzende der Jungen Demokraten Amerikas – Jane Fleming -, die wir alle noch aus dem Video von Sean Hannity und dem „durchgeknallten“ Imam Al-Husainy kennen, machte uns PI-Leser Rainer S. aufmerksam. Im Gespräch mit Bill O’Reilly bei Fox-News tritt deutlich erkennbar die verlogene Doppelmoral aller Linken zutage, in Amerika wie auch hier bei uns.

» LGF: Catholic Democrats: Edwards Should Fire Bloggers




Necla Kelek: „Der Islam ist nicht kompatibel mit der Demokratie“

n_kelek.jpgDer österreichische Standard ist heute sehr ergiebig mit Informationen zum Thema Islam und Zwangsehen. Vielleicht hat er auch auf sein Dhimmi-Interview von vorgestern, in dem der Wiener Imam Ali Eraslan unwidersprochen den größten Blödsinn verbreiten durfte („Zwangsehen haben nichts mit dem Islam zu tun“), viele wütende Zuschriften von Menschen mit Verstand und Durchblick bekommen. Heute jedenfalls kommen andere Stimmen zu Wort, die von Necla Kelek (Foto) und der österreichischen Landtagsabgeordneten Sirvan Ekici.

Sirvan Ekici kritisiert deutlich die „Verschleierung der Dramatik im muslimischen Milieu Wiens“:

„Es geht unter, dass wir in den letzten 18 Monaten fünf bis sechs Ehrenmorde nur in der türkisch-stämmigen Bevölkerung gehabt haben.“ Es seien alles Fälle im Vorfeld von Scheidungen gewesen, die auch unter Muslimen bereits sehr hohe Raten (Ekici: „Bis 50 Prozent“) aufweisen. Die damalige Frauenstadträtin Wehsely sei noch immer eine umfangreiche Studie zum Thema Zwangsheirat schuldig, die Stadtregierung versuche das Thema zu tabuisieren.

Unter der selben URL kann man rechts den Beitrag „Morgen musst Du heiraten“ sowie ein Interview mit Necla Kelek anklicken. Es sind erschütternde Dokumentierungen schwerster Menschenrechtsverletzungen, die wir im Zuge multikultureller Glückseligkeit zu tolerieren und zu respektieren und keinesfalls zu kritisieren haben.

Allein bei einer Wiener NGO sind 50 bis 60 Zwangsehen pro Jahr bekannt. Die jungen türkischstämmigen Mädchen fahren in die Heimat auf Urlaub und werden dort überfallsartig verheiratet. Nach der Rückkehr brechen sie Ausbildung und Außenkontakte ab. Die Organisation „Orient Express“ berät Migrantinnen. In den letzten Jahren ist man mit dem Phänomen Zwangsheirat vermehrt konfrontiert, sagt Mitarbeiterin Meltem Weiland:

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Sirvan Ekici

„Die Töchter von unseren Klientinnen haben nach der Sommerpause gesagt: ‚Ja, ich war jetzt im Sommer in der Türkei, und jetzt bin ich verheiratet. Meine Eltern haben mich gezwungen zu heiraten.'“ (…) Zwangsheirat sei, wenn „aus dem Nichts heraus über mich entschieden wird: Jetzt muss ich heiraten. Es gibt Mädchen, die hier schon etwas spüren oder die zu Hause mit den Eltern konfrontiert sind, die sagen: Diesen Sommer wirst du heiraten. Aber es gibt sehr viele Fälle, wo die Mädchen nichts wissen, davon erst im Heimatland erfahren. Sie fahren auf Urlaub, sie haben das Gefühl sie werden einen schönen Sommerurlaub verbringen, und irgendwann einmal steht wer da und sagt: Morgen musst du heiraten. Bei solchen Fällen ist die Hochzeit, das Fest schon organisiert. Wenn sie mal aus Österreich rausgebracht werden kann, dann ist es das Mädchen eigentlich schon verheiratet.“ (…) „Man darf auch nicht vergessen: Mädchen, die sich wehren, wehren sich bis zum Schluss. Sie weigern sich die Ehe zu vollziehen, sie weigern sich, mit dem Mann ins Bett zu gehen. Sie werden gezwungen, mit dem Ehemann Sex zu haben. Das endet sehr oft mit Vergewaltigung. Wenn es darauf ankommt, sage ich das auch den Eltern. Warum beschönigen die Eltern diese Dinge? Es gibt Fälle, wo die Eltern vor der Tür warten und sagen: Jetzt gehst du rein und schläfst mit ihm. Und da frage ich mich, wie kann eine Mutter vor der Tür warten, bis die Tochter vergewaltigt wurde?“

Da die türkischen Männer erst im Zuge der Familienzusammenführung nach Österreich kommen können, gäbe es eine Chance, die zwangsverheirateten Mädchen zu schützen, indem man den Männern das Visum verweigert und die Mädchen an einem sicheren Ort unterbringt. Die andere Variante bei der Zwangsverheiratung ist die sogenannte „Importbraut“, Mädchen, die aus ihrer türkischen Heimat gerissen und hier verheiratet werden. Anschließend leben sie abgeschirmt von der Gesellschaft ihrer neuen Heimat als Gefangene in der Wohnung der Schwiegereltern, müssen wie Sklaven arbeiten und ihrem Ehemann, der selbst alle Freiheiten behält, sexuell gefügig sein. Necla Kelek beschreibt diese Zustände sehr eindrucksvoll in ihrem Buch „Die fremde Braut“. Dem Wiener Imam Ali Eraslan und seiner Behauptung, Zwangsheiraten hätten nichts mit dem Islam zu tun, widerspricht sie vehement.

DER STANDARD: Das Argument, dass Zwangsverheiratungen, Ehrenmorde und die Diskriminierung von Frauen traditionell bedingt sind und nicht religiös, lassen Sie nicht gelten?

Kelek: Diese Meinung teile ich nicht, weil Religionen Traditionen bilden, bestätigen und ihnen auch abschwören können. Ich trenne das nicht voneinander. Wenn der Islam sagen würde, in unserem Glauben gibt es keine Beschneidung der Frau, dann müssten Muslime doch dafür sorgen, dass es nicht passiert, aber es passiert trotzdem. Sie legitimieren mit ihrer Religion diese Praxis. (…)

DER STANDARD: Sie schreiben, dass in Deutschland traditionalistische Verhaltensweisen eher zunehmen.

Kelek: Ich beobachte, dass in Deutschland traditionell islamische Familien mit ihrer Tradition der Verheiratung den Integrationsprozess bewusst verhindern. Sie wollen, dass ihre Kinder nach islamischen Gesetzen groß werden. Das verbietet, dass Jungen und Mädchen gemeinsam aufwachsen, sich kennen lernen und sich sexuell näher kommen. Das können Sie in der Schul-und Alltagspraxis in allen europäischen Ländern überall sehen.

Interessant auch Keleks Aussagen zum islamischen Kopftuch:

DER STANDARD: Nicht alle Kopftuchträgerinnen sind unterdrückte geschlagene Frauen. Was hat es mit den jungen modernen Musliminnen auf sich, die selbstbewusst das Kopftuch tragen und studieren?

Kelek: Mich interessieren die Motive dieser selbstbewussten Frauen. Ich sehe, dass der Islam hier als Modeerscheinung herhält, um sich von der Gesellschaft abzugrenzen. Sie missionieren, sie grenzen sich ab, sie sagen: Wir sind reine Frauen, glauben an Gott, und wir heiraten nur einen beschnittenen Muslim. Sie schminken sich noch dabei und halten aber die anderen Regeln ein. Wenn sie so aktiv sind, dann hat das einen politischen Charakter, um den Europäern zu zeigen: Wir sind anders.

Die wichtigste Aussage Keleks kommt am Schluss des Interviews:

DER STANDARD: Verhindert der Islam per se die Integration?

Kelek: Dann, wenn Muslime den Koran und die Hadithe (Sprüche des Propheten Mohammed, Anm.) als Grundlage nehmen und als unveränderbare Gottesworte akzeptieren. Gott hat keine Religion gemacht und zum Menschen geschickt, Religionen werden von Menschen gemacht und praktiziert. Solange der Islam eine kollektivistisch ausgerichtete Religion ist, ist er nicht kompatibel mit der Demokratie.

Vor diesem Hintergrund geradezu schwachsinnig erscheinen dann Seminare wie das 1. Islam-Seminar in der baden-württembergischen Stadt Backnang, zu dem interessierte Mitarbeiter der Behörden eingeladen waren. Vorurteile wollte man dort entkräften, sich interkulturell näher kommen und darüber nachdenken, wie „ein Islam deutscher Prägung aussehen kann, und inwieweit sich der Islam deutschen Gepflogenheiten anpassen muss und kann“. Andere wichtige Dinge waren der Kampf mit sprachlichen Ungenauigkeiten, wie der hohlen Phrase, dass es die Muslime gar nicht gebe.

Weil vermehrt Familien mit muslimischem Hintergrund Rat suchen, nahm Carola Kalisch von der Beratungsstelle für Familie und Jugendliche in Waiblingen am Seminar teil. Häufig sei sie mit den Themen Trennung und Scheidung konfrontiert. „Das Seminar hat mir mehr Klarheit und tiefere Einblicke vermittelt“, sagte sie. Das Verhältnis untereinander sei häufig von Vorurteilen geprägt, ist ihre Beobachtung. Der schlechte Ruf der arrangierten Ehen etwa werde in der öffentlichen Diskussion und in einigen Medien nicht richtig durchleuchtet. „Man weiß zu wenig voneinander.“ Sie erlebe es immer wieder, „dass dem Islam alles mögliche zugeschrieben wird, ohne den Hintergrund zu betrachten“. Toleranz entstehe durch Wissen und Information: „Man muss vieles differenzierter sehen“, so die Teilnehmerin.

Was meint die Teilnehmerin? Erst beklagt sie, dass der schlechte Ruf der arrangierten Ehen „in der öffentlichen Diskussion und in einigen Medien nicht richtig durchleuchtet“ werde und anschließend, „dass dem Islam alles mögliche zugeschrieben wird, ohne den Hintergrund zu betrachten“. Was soll das denn heißen? Doch wohl nichts anderes, als dass wir den Islam mitsamt seinen Nebenwirkungen wie Zwangsehen nicht positiv genug betrachten und arrangierte Ehen vor dem richtigen – also islamischen – Hintergrund wohl eigentlich so schlecht nicht sind. Jetzt sind wir verwirrt. Haben Zwangsehen etwas mit dem Islam zu tun oder haben sie nicht? Und ist das jetzt gut oder schlecht?

(Spürnase: Kunna)