fischer_dienstwagen.jpgDer Tagessspiegel ist in letzter Zeit immer für positive Überraschungen gut. Heute präsentiert er uns mit „Grün reden, schnell fahren“ die Verlogenheit der grünen Politiker auf einem silbernen Tablett. Sparsame Autos mit niedrigem Schadstoffausstoß sind fürs gemeine Volk. Die grüne Elite mags lieber spritzig und komfortabel. Vorreiter der grünen Verlogenheit war wie immer Ex-Taxifahrer Joschka Fischer (Foto), der während seiner Amtszeit als Außenminister grundsätzlich nicht auf seine spritschluckenden Luxus-Limousinen verzichten wollte.

Am Montag hat Grünen-Fraktionschefin Renate Künast die Deutschen zum Kauf von japanischen Hybridautos aufgefordert. Ihre Parteispitze verlangte von der Bundesregierung, nur noch verbrauchsarme Pkw anzuschaffen. Eines hatten die Ökologen offenbar übersehen: Der Grünen-Vorstand selbst nutzt als Dienstwagen zwei 530er Diesel-BMW. Die Wagen bringen rund 200 PS auf die Straße und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 240 Kilometer pro Stunde.

Wichtige Leute haben es eben eilig. Sie müssen schließlich überall sein, um den Planeten und das Klima zu retten! Besonderes
Umweltbewusstsein demonstrierten bekanntlich Jürgen Trittin und Renate Künast, die im Jahre 2003 eine Challenger der Luftwaffe eigens aus Deutschland nach Brasilien beordert hatten, um dort bequem in Sachen Planeten-Rettung reisen zu können und sich nicht mit dem niederen Volk in Linienmaschinen quetschen zu müssen.

Die Limousinen stellt BMW neben einem Fahrzeug der 1er-Reihe den Grünen als Parteispende zur Verfügung. Davon, dass sich seine Partei damit in der Klimadebatte selbst ausbremse, will Parteichef Reinhard Bütikofer freilich nichts wissen. „Ich verlange von anderen nicht mehr als von mir selbst“, sagte er dem Tagesspiegel. Zwar sei der Verbrauch des großen BMW mit 8,5 Liter auf 100 Kilometer „deutlich über dem Durchschnitt, den wir insgesamt hinbekommen müssen“. Doch appelliere er an BMW, „sich anzustrengen, um energieeffiziente Autos auf die Straße zu stellen“. Selbst klimaschonendere Wagen kaufen will die Umweltpartei offenbar nicht. Stattdessen sagt der Parteichef: „Ich bin ganz offen für Angebote von Automobilherstellern, die ökologisch günstiger fahren.“ Tatsächlich wundern sich auch Parteifreunde über die Botschaften von der Spitze. „Wir müssen zusehen, dass wir in Sachen Umweltschutz vorbildlich sind“, warnt der Verkehrspolitiker Winfried Hermann: „Das gilt auch für die Parteiführung.“

Bütikofer treibt die Verlogenheit auf die Spitze: „Klar fahre ich einen Spritschlucker, aber ich find’s echt nicht so gut. Die sollen den ruhig sparsamer machen. Dann fühle ich mich besser.“ Sehr treffend brachte es auch der Geschäftführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), der Grüne Rainer Baake, auf den Punkt, der bis vor acht Monaten Staatssekretär im Umweltministerium war.

In dieser Eigenschaft fuhr er einen BMW der 7er-Reihe, die es auf einen CO2-Ausstoß von 216 bis 330 Gramm pro Kilometer bringen. Sein Argument sei gewesen, er brauche hinten Platz.

Können wir nachvollziehen. Wir finden es in einem 7er BMW auch komfortabler als in einem Smart. Aber BMW könnte den echt sparsamer bauen…

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(Spürnase: Stephan)

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