juergen_ruettgers.jpegNRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers scheint von allen guten Geistern verlassen. In seiner Rede „Europas Rolle in einer neuen Weltordnung“ bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin verdutzte der Rheinländer die Zuhörerschaft mit obskuren Passagen wie dieser: „Der von der westlichen Zivilisation auf traditionalistische Gesellschaften und Kulturen ausgehende Anpassung- und Veränderungsdruck in allen Lebensbereichen provoziert Abwehrkräfte – eine davon ist der transnationale Terrorismus.“

Die Parteizugehörigkeit ist schon lange kein Kriterium mehr für eine bestimmte Weltanschauung oder Überzeugung – passenderweise benutzten auch Maxeiner & Miersch in ihrer Kolumne „Warum die Volksparteien nur noch Klone sind“ ein Bild von Rüttgers.

Peter Dausend schreibt in der Morgenpost über Rüttgers‘ Skandal-Rede:

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hat dem Westen vorgeworfen, den internationalen Terrorismus mitprovoziert zu haben. „Der von der westlichen Zivilisation auf traditionelle Gesellschaften und Kulturen ausgehende Anpassungs- und Veränderungsdruck in allen Lebensbereichen provoziert Abwehrkräfte – eine davon ist der transnationale Terrorismus“, sagte Rüttgers in einer Rede vor der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin.

Rüttgers hielt seine Rede zu dem Thema „Europas Rolle in einer neuen Weltordnung“ am vergangenen Montag. Sie verhallte bislang weitgehend ungehört – obwohl sie politischen Sprengstoff enthält.

Mit viel Blabla versucht jetzt NRW-Regierungssprecher Andreas Krautscheid zu bestreiten, dass sein Chef gesagt hat, was er gesagt hat, schon gar nicht, dass Rüttgers dem Westen eine Mitschuld am Terror gäbe.

Dieser Rückschluss ist weder intendiert noch zulässig – er ist absurd“, sagte Krautscheid der Berliner Morgenpost. In seiner Rede habe Rüttgers dargelegt, dass die Beschleunigungsprozesse in der westlichen Welt einen Veränderungsdruck erzeugten, mit dem viele traditionalistische Gesellschaften nicht zurechtkämen. Sie reagierten darauf mit Rückzug in die Tradition – und manche aggressiv. „Das bedeutet aber nicht, dass der Westen hierfür die Schuld trägt“, so Krautscheid weiter. In seiner Rede bezeichnete Rüttgers den internationalen Terrorismus als eine „Frucht der Ungleichzeitigkeit“. Und weiter: „In der einen Welt leben zwar alle Menschen zur selben Zeit, aber nicht in derselben Zeit und insofern auch nicht in derselben Welt.“ Aus diesem Gedanken entwickelt Rüttgers die These vom provozierten transnationalen Terrorismus.

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(Spürnasen: hojojutsu und Koltschak)

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