claus_malzahn.jpgAuf einen Must-Read im Spiegel zur Verlogenheit der deutschen Außenpolitik machten uns einige Leser aufmerksam. Und in der Tat: der Artikel „Böse Amis, arme Mullahs“ von Claus Christian Malzahn (Foto), Leiter des Politik-Ressorts und neben Henryk M. Broder einer der brillantesten Köpfe bei Spiegel-Online, hat es in sich. Hier ein kurzer Auszug: „Antiamerikanismus ist das Wundermittel der deutschen Politik. Wenn Dir keiner mehr was glaubt – hau einfach auf die Amis drauf, dann fährst Du in den Beliebtheitsumfragen nach oben wie im Turbolift. Das Praktische daran ist: Man kann sich als SPD-Chef mit antiamerikanischem Unsinn ins Herz der Partei schrödern und wird trotzdem wieder nach Washington eingeladen.“ PI-Leser, unbedingt den vollständigen Artikel lesen!

» an Claus Christian Malzahn
» Davids Medienkritik: Breathtaking Article on Anti-Americanism by C.C. Malzahn

(Spürnasen: Koltschak, Hendrik P., Dragono, Chrisian R., Patrick S., Kreuzritter, Oleg, Dirk V. und Bill D.)

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28 KOMMENTARE

  1. Sind wir undankbar, weil uns die USA zuerst vor den Viet Cong gerettet haben, die kurz davor standen, den pazifischen Raum, wie weiland Japan, zu erobern? Vielleicht gar Australien?

    Sind wir undankbar, weil Europa zum künftigen atomaren Schlachtfeld bestimmt wurde und wir immer noch Atombomben lagern dürfen?

    Sind wir undankbar, weil Sadam Hussein kurz davor stand, mit seiner Landungsflotte in Dover zu landen und die USA das verhindert haben?

    Sind wir undankbar, weil die USA verhindert haben, dass die Taliban den Hindukusch zu überschreiten, die sie zuvor hochgerüstet hatten, während wir im Inneren unsere eigenen Taliban züchten?

    Ja, das sind wir. Wir verdanken den USA soviel, dass wir unsere Schulden nie zurückzahlen können. Aber welcher Schuldner liebt schon den Gläubiger?

  2. @d.n.reb. der guten Freundschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika verdanken wir Westdeutschen sehr viel. Kritisieren kann nämlich jeder. Kritik wird zum Unwert, wenn sie keine sinnvolle Alternative nennen kann. Schildern sie uns doch einmal ihre aussenpolitische Alternative. Mit wem sollen wir Allianzen bilden?

  3. Der Artikel bringt es auf den Punkt. Die Amis sind immer die Bösen. Selbst viele in der 3. Generation nach dem 2. Weltkrieg glauben das gerne und werden darin täglich von den Medien (leider auch ständig vom Spiegel) und von der Politik bestätigt. So einfach ist das eben. Nur ist das nicht auf Deutschland beschränkt, sondern in allen Kreisen des westeuropäischen Auslandes ebenso. Offensichtlich braucht man einen Buhmann – der in einem in der Realität kaum was tun wird- um sich besser zu fühlen.

  4. da scheint der mehrheit der befragten der moralische gradmesser schlichtweg abhandengekommen zu sein.

    sehr guter kommentarartikel von malzahn.

  5. Ich stehe mit Sicherheit nicht alleine mit meiner Meinung, wenn ich sage, dass nicht alles was Amerika tut auch tatsächlich in Ordnung ist. Es gibt viele Sachen, bei denen man geteilter Meinung sein kann, ja vielleicht sogar sein muß. Aber … gerade Deutschland sollte sich darüber im klaren sein, dass Deutschland ohne Amerika heute nicht da wäre, wo wir jetzt sind. Ohne Amerikas vertrauen in Deutschland wäre die Mauer noch genau da wo sie war. Ich habe noch nicht vergessen, wer alles von unseren sogenannten „Freunden“ in Europa vor einem „neuen Großdeutschland“ warnte. Sicher muß man deswegen keine ewigen Dankbarkeitsbekundungen verlauten lassen. Freunde dürfen, ja sollen sogar manchmal streiten … aber, man muß sich auf sie verlassen können, wenn es darauf ankommt. Ich weiß, dass ich mich im Ernstfall auf Amerika verlassen kann. Bei den anderen Ländern bin ich mir da nicht so sicher. Ich wünsche unseren tapferen Soldaten im Irak, in Afghanistan und überall sonst auf der Welt viel Glück, viel Erfolg und gutes Gelingen im Kampf für eine freie Welt.

  6. Hat Nostradamus nicht vorausgesagt (Centurie IV. 22.), dass die Europäer die Schutztruppen heimgeschickt werden, weil wir die als überflüssig erachten. Aber im selben Augenblick werden die Davongejagten dringend benötigt. Aber die sehen sich nicht mehr an frühere Vereinbarungen gebunden. Es kommt zu Anarchie und Terror in Europa.

    (The great army will be chased out,
    In one moment it will be needed by the King:
    The faith promised from afar will be broken,
    He will be seen naked in pitiful disorder.)

    Hoffen wir mal, dass Nosti nicht doch recht gehabt hat…

  7. Ich muß zugeben, daß es mich auch manchmal peinlich berührt, wenn hierzulande undifferenziert (verbal) auf „die Amis“ eingedroschen wird, denn in der Tat: Vieles von dem was ich als meinen kulturellen Hintergrund betrachte ist original amerikanisch – am deutlichsten in der Musik, aber durchaus auch in der Literatur. Ich liebe Dashiell Hammet und Raymond Chandler, den schwarzen Blues, Jazzmusik, die Grateful Dead – die Liste ließe sich fortsetzen und mein Leben wäre nicht dasselbe ohne all das. Gleichzeitig machen die amerikanischen Regierungen seit ich denken kann eine Außenpolitik (die ja seit dem 2. Weltkrieg oft genug eine Kriegspolitik war), der ich mich beim besten Willen nicht anschließen will. In Vietnam werden infolge der chemischen Kriegsführung der US-Airforce immer noch Kinder mit schwersten Behinderungen geboren. Was die Invasion im Irak angerichtet hat, können wir jeden Tag in den Medien verfolgen (langsam sollte man dazu übergehen nur noch zu berichten falls in Baghdad mal KEIN Anschlag stattgefunden hat – man wird richtig zynisch wenn man das alles verfolgt).
    Nach allem was ich so lese, handelt es sich bei Guantanamo um ein Lager in dem Menschen tagein tagaus schikaniert und gequält werden. Niemand hat den Ausführungen von Murat Kurnaz über das was man dort mit ihm angestellt hat inhaltlich widersprochen, es scheint also was dran zu sein!
    Was haben diese Zustände mit Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu tun? Das möge Herr Malzahn mal erläutern, bevor er alle Kritiker dieser Veranstaltung pauschal als undankbare Amerikahasser abstempelt. Vielleicht eine Anregung für seinen nächsten Artikel. Es ist in meinen Augen nicht antiamerikanisch wenn man all diese Probleme benennt. Es richtet sich gegen eine falsche Politik und gegen eine (in meinen Augen) recht zweifelhafte Sicht auf die Welt, die Entscheidungsträger in Washington immer wieder offenbaren. Ich laß mich nicht als „Ami-Hasser“ in die Ecke stellen. Wenn man sich speziell die deutsche Geschichte anschaut, kann man dieses „wer nicht für mich ist ist gegen mich“ bzw. „der Zweck heiligt die Mittel“ glaub ich ganz gut einordnen und zwar in die Schublade mit der Aufschrift „gefährlicher Blödsinn“.

  8. Jap guter Artikel sehr gut auf den Punkt gebracht und mit dem Hinweis ausgestattet Germans: „Wenn Ihr euch mit den Mullahs einlasst habt Ihr euer 4tes Reich.“

    Hatte ich ja gestern schon in der Mail an P.I. hervorgehoben das Thema Unbelehrbarkeit der deutschen schon wunderlich das oben ausgerechnet ein „Oleg“ auftaucht – bei den Spürnasen –

    Also aufpassen der alte Spam Terror, bei myblog hat sich jetzt wohl ,in eine Unterwanderung verwandelt.

    ca

  9. O say, can you see, by the dawn’s early light,
    What so proudly we hail’d at the twilight’s last gleaming?
    Whose broad stripes and bright stars, thro‘ the perilous fight,
    O’er the ramparts we watch’d, were so gallantly streaming?
    And the rockets‘ red glare, the bombs bursting in air, *MUAHA*
    Gave proof thro‘ the night that our flag was still there.

  10. „Den Wilden Westen kennen wir von Karl May, den wilden Kapitalismus von Karl Marx“

    Wenn das nicht zum Brüllen ist 😀

  11. Ich dachte, das sich nach der Wahl, nach 7 Jahren Rot/Grün ,etwas im Bewusstsein der Bevölkerung in Bezug auf Anti-Amerikanismus ändern wird,doch leider schwelgen noch immer viele Deutsche und die meisten Einwanderer in dieser“Amerika“ist prinzipiell und immer für alles und jeden Verantwortlich Mentalität,so daß man in der Regel schon vor jedem Gespräch vorher weiß,daß die Amerikaner wieder mal die bösen sind und daraus jedes Handeln der armen US-Opfer rechtfertigen.Im Gespräch mit Muslimen entstehen dann die abstrusesten Verschwörungstheorien bei denen die“CIA“oder der“Vatican“immer die dunklen Hintermänner sind.

  12. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,474667,00.html

    Auch vom EU-Jubiläumsgipfel seien problematische Botschaften ausgegangen, klagte er. Europäische Führer – gemeint war insbesondere Merkel – sprächen noch immer von einer „christlichen EU“ und ignorierten „Millionen von Muslimen in Europa“, so Erdogan unter dem Beifall seiner Partei.

    __

    Mir sind die Amis beim Arsch lieber als die Türken beim Gesicht.

  13. Manchmal sieht es so aus, als ob Deutschland mit seiner „Grundverlogenheit“ und seiner naiven Realitätsverweigerung es nicht besser verdient hätte, als vom Islam übernommen zu werden.

  14. Das mit dem erhobenen (moralischen) Zeigefinger seitens vieler Deutscher ist so ’ne Sache. Bill O’Reilly hat es letzte Nacht gut auf den Punkt gebracht: Fast die ganze Kohle die in den Iran geht fließt durch Deutschland. Wenn man den Iran isolieren will muss man die Deutschen an Bord bekommen. Andererseits sind die deutschen Interessen dermaßen stark mit denen der Mullahs verquickt, dass das schwierig werden dürfte (Anmerkung von mir).

    Genaugenommen ermöglichen unsere Politiker erst das Überleben des Verbrecherregimes in Teheran. Bitte aufwachen, Frau Merkel…

  15. Übrigens sind die Deutschen – meiner Ansicht nach – schlechte Verlierer. Den Juden wird der Holocaust vorgeworfen und den USA und Großbritannien der Sieg im 1. und 2. Weltkrieg. Mit Niederlagen kommt die typisch deutsche Volksseele nicht klar. Auch beim Sport kann man das immer gut sehen. Abstoßend!

  16. Will der Spiegel alte Leser zurückgewinnen?
    Da muß er sich aber viel, viel mehr Mühe geben.
    Verbucht unter Eintagsfliege.

  17. Mit Niederlagen kommt die typisch deutsche Volksseele nicht klar.

    Jap und wie immer sucht sich die „VOLKSSEELE“ dann die falschen Freunde das war 14/18 so 39/45 und bald wieder ….WETTEN ???

    ca

  18. Der deutsche Antiamerikanismus hat vermutlich viele Wurzeln; manches ist vielleicht einfach nur Konditionierung: die unausbleibliche Wirkung Jahrzehnte langer medialer Propaganda.
    Seit ich denken kann, fällt mir auf, dass, was immer in der Welt geschieht, und was immer andere Staaten tun, die USA regelmäßig von weiten Teilen der deutschen Bevölkerung – und mit immer den selben stereotypen Argumenten – als die wahren Schurken identifiziert werden. Besonders krass war das z.B. angesichts des sog. NATO-Doppelbeschlusses zu beobachten, als die Sowjetunion eine größere Anzahl taktischer Atomraketen (SS-20) aufstellte und diese auf Ziele in Europa (vor allem in West Deutschland) richtete. Die NATO kündigte daraufhin an, im Gegenzug in Europa atombestückte Pershing II und Cruise Missiles zu stationieren, um das Kräftegleichgewicht wieder herzustellen, bot aber gleichzeitig an, auf die Aufstellung der Raketen zu verzichten, sollten die Sowjets ihre SS-20 wieder abbauen. Der Protest, den der Beschluss in der deutschen Öffentlichkeit auslöste, war – vorhersagbar und in nicht zu überbietender Einseitigkeit – so gut wie ausschließlich gegen die Nachrüstungsaktivitäten der USA gerichtet, denen ganz selbstverständlich und unhinterfragt nur unlautere Motive unterstellt wurden, während man an den zuerst aufgestellten sowjetischen Atomwaffen merkwürdigerweise nichts auszusetzen hatte.
    Es ist davon auszugehen, dass das Ministerium für Staatssicherheit der DDR bei der Konstituierung und Lenkung sog. „ ideologisch unabhängiger“ Bürgerbewegungen, die unter der irreführenden Sammelbezeichnung „Friedensbewegung“ (sic!) in die Geschichte eingehen sollten, gemäß ihrem Auftrag der aktiven Beeinflussung des öffentlichen Lebens im Westen durch Eindringen von MfS-Informanten in alle wichtige Bereiche (z. B. durch aktive Desinformation) damals eine entscheidende Rolle gespielt hat. Die DDR-Führung ließ bekanntlich keine Möglichkeit ungenutzt, auf die politische Entwicklung beim Klassenfeind im anderen Teil Deutschlands in ihrem Sinne Einfluss zu nehmen. Ein Großteil der Parolen, die von den Friedensfreunden auf ihren Demos so leidenschaftlich skandiert wurden, waren offenbar im Mielke Ministerium von Propagandaspezialisten kreiert und von getarnten Stasi-Agenten an die ahnungslosen Mitläufer der Bewegung ausgegeben worden.
    Dass die Stasi ihre Leute überall da platziert hatte, wo im Westen Meinung gemacht wurde, in den Medien, den Parteien, bei den Gewerkschaften usw., ja sogar bei den Kirchen, ist inzwischen zwar hinlänglich bekannt, spielt aber heute im öffentlichen Bewusstsein kaum eine Rolle. Kein Wunder, denn die Medien und alle anderen gesellschaftlichen Gruppen haben aufgrund ihrer jeweils eigenen Verstrickungen verständlicher Weise kein Interesse, das Thema an die große Glocke zu hängen.

  19. Ich lehne dumpfen Antiamerikanismus genauso ab wie Deutsche die sich als amerikanische Patrioten aufführen oder so argumentieren.

    Der wesentliche Teil des Antiamerikanismus in Deutschland sind Ressentiments gegen Freiheit, Kapitalismus und Konsum, Militär und europäisch-westliche Vorherrschaft. Das richtet sich also genauso gegen uns selbst. Das ist die Agenda der globalen Linken. Der linke Moralismus und auch die antikapitalistischen Ressentiments die die NPD pflegt, schaden unserem Land und Europa.
    Andererseits sind die transatlantischen Politiker ebenfalls ziemliche Verräter. Sie setzen sich kaum für ein eigenständiges Europa ein, aber für aufgezwungene Einwanderung und politischen Moralismus, sowie weitere EU-Erweiterungen.

  20. genauso ab wie Deutsche die sich als amerikanische Patrioten aufführen oder so argumentieren.
    Ach Sie sind das der das entscheiden darf muss ich jetzt meine US Flag wieder einrollen ??? (so Scherz beiseite, nicht aufregen…)

    Sie setzen sich kaum für ein eigenständiges Europa ein,….

    Tja dazu müsste auch erst ein mal klar sein, was Europa also dieses 27 Staaten, 2X Sprachen, 27 Identitäten Monster eigentlich sein soll ???

    Weil bisher, sehe ich die EU bestenfalls als Euro Basar an (ohne innerstaatliche Grenzen ja, aber ansonsten ist doch alles (im Kopf ) so wie vorher)

    Es ist noch ein wesentlich längere Weg als nur mal gemeinsames Geld (und so ganz toll kann ich das nun auch nicht finden Euro = Teuro )unters 500 Millionen Volk zu werfen.

    Und im Gegensatz zu den USA (one Nation under God) hat die EU keine wirkliche Identität.

    Das wird noch lange lange dauern…bis EUROPA eine hat wenn überhaupt jemals.

    ca

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