Fall Ermyas M.: Anklage stürzt in sich zusammen

Über den Fall Ermyas M., das dunkelhäutige Opfer eines „rassistischen“ Überfalls „rechtsradikaler“ Deutscher im letzten April in Postdam, haben wir auf PI schon mehrfach berichtet. Bekanntlich löste der Vorfall eine Reaktion aus, die nur auf den unmittelbar bevorstehenden Untergang des Abendlandes schließen ließ. Es war aber auch zu „schön“, um nicht bis an die Hysteriegrenze reichend ausgeschöpft zu werden: Opfer dunkelhäutig, Täter deutsch.

Die Gutmenschenfront stand fest in ihrer Empörung. Dass es von Anfang an erhebliche Zweifel an der verbreiteten Version der Tat gab, darüber erfuhr man wenig bis nichts. Die Beschuldigten waren immer höchst suspekt, an den Angaben von Ermyas M. gab es dagegen niemals irgendwelche Zweifel. Denn der war ja unschuldiges Opfer eines rassistischen Überfalls, bzw. hatte es zu sein. Auch die Staatsanwaltschaft tat alles, um den vorweggenommenen Tathergang zu bestätigen. Nun aber lässt sich wohl trotz aller Mühe die Story so nicht aufrechterhalten. Der Tagesspiegel schreibt:

Am siebten Verhandlungstag vor dem Landgericht Potsdam sagten mehrere Zeugen aus, dass die Stimme auf einem Mailbox-Mitschnitt des Streits zwischen Opfer und Angreifern nicht die von Björn L. sei. Der Hausarzt des inzwischen 30-jährigen Beschuldigten gab an, L. habe zur Tatzeit um Ostern 2006 eine Kehlkopfentzündung gehabt. Seine Stimme habe rau und kratzig geklungen. Die Verteidigung sieht bislang keine belastenden Beweise für den Hauptbeschuldigten und übte scharfe Kritik an der Staatsanwaltschaft.

In dem Verfahren müssen sich Björn L. wegen gefährlicher Körperverletzung und der 31-jährige Thomas M. wegen unterlassener Hilfeleistung verantworten. Beiden wird zudem Beleidigung vorgeworfen. Sie bestreiten die Tat. (…) Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil die Ermittler zunächst von einem rassistisch motivierten Mordversuch ausgegangen waren. Dieser Vorwurf ließ sich jedoch im Laufe der Ermittlungen nicht halten.

Nur, welche Medien berichten darüber?

Nach Einschätzung der Verteidiger haben die Kläger mit den Nachfragen lediglich „stümperhaft versucht“, die Glaubwürdigkeit des Zeugen in Frage zu stellen. Anwalt Matthias Schöneburg betonte, es gebe bislang überhaupt keine belastenden Beweise. Von der Anklage sei nichts übrig. Es sei „peinlich, was die Staatsanwaltschaft an angeblichen Beweismitteln vorlege“. Zugleich warf Schöneburg der Anklage vor, einseitig vorzugehen. So habe sie nur Zeugen benannt, die L. belasteten. Die Zeugen vom Freitag seien dagegen nicht von der Staatsanwaltschaft, sondern vom Vorsitzenden Richter Michael Thies geladen worden.

Unsere Spürnase fasst es kurz und prägnant zusammen: Wie nicht anders zu erwarten, fällt die hysterische Anklage zunehmend seifenblasenartig in sich zusammen. Passt aber in die EU-Strategie der präventiven Bestrafung jedweden Widerstands gegen die Eroberer, bei gleichzeitiger Immunität der Täter.

(Spürnase: b. jellyfish)