Die Auseinandersetzung um das wahre Gottesbild

Wir stehen gegenwärtig mitten in einer akuten Auseinandersetzung um das wahre Gottesbild. Wesenhaft und ursächlich damit verbunden ist die Frage nach dem Menschenbild und der Ethik des Menschen. Diese geistige Auseinandersetzung verschärft sich zusehends und spitzt sich zur weltweiten Konfrontation von Christentum und Islam zu. Der Kampf um die Dominanz und das künftige Überleben ist für das Christentum bereits verloren.

Die geistige Ursache dafür ist einerseits eine Erkenntnisblindheit oder Erkenntnisverweigerung der beiden Kirchen, die katholischerseits darin besteht, dass im II. Vatikanischen Konzil der islamische Allah als identisch mit dem dreieinigen Gott der Christenheit erklärt wurde. Dieser Jahrtausendirrtum der Kirche und das Abküssen des Korans durch Papst Johannes Paul II., sowie die Fortführung dieser Linie durch Papst Benedikt XVI., beinhalten den Keim für den Untergang der Kirche.

Die Muslime, die selbstverständlich nicht an diesen absurden Unsinn der Gottesidentität glauben und für die unumstößlich der Grundsatz gilt, dass Allah keinen Sohn hat, begreifen diese historisch einmalige Gelegenheit als ein Geschenk Allahs. Der Allmächtige gab ihnen, nach ihrer freudigen Erkenntnis, das Öl in ihren Ländern und beschenkte sie zusätzlich mit der Blindheit der Ungläubigen.

Der zweite grundlegende Irrtum, der ebenso verheerende Folgen nach sich ziehen wird, besteht nämlich darin, dass die westlichen Spitzenpolitiker einmütig beteuern, es bestehe kein Zusammenhang zwischen dem islamischen Terror und dem „authentischen“ Islam. Dieses Gerede ist ebenso dumm und naiv, wie etwa die Aussage wäre, die Ermordung der Juden im Dritten Reich habe nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun. Wenn der Präsident der USA lauthals verkündet, nachdem man ihm gerade zwei Türme in Schutt und Asche gelegt hat, der Terror sei der Missbrauch des friedlichen Islam, dann liegt hier bereits der Keim für den künftigen Untergang der westlichen Demokratie. Auch hier zeigt sich die gleiche Ahnungslosigkeit und dumpfe Verständnislosigkeit der Oberen. Die tödliche Gefahr bleibt unerkannt und die abgrundtiefe Bösartigkeit des Islam wird uns als Friede verkauft. Im Schutze dieser Verkennung kommt der Islam zu Macht.

Beide Grundirrtümer, auf geistlicher und politischer Ebene, eröffnen den Muslimen heute ungeahnte Möglichkeiten des Djihad, des Kampfes für die Sache Allahs mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, und führt sie zur angestrebten Dominanz und schließlich zur Weltbeherrschung. Dass dies das angestrebte Ziel ist, steht im Koran und lässt keinen Zweifel zu:

„Er (Allah) ist es, der entsandt hat seinen Gesandten mit der Leitung und der Religion der Wahrheit, um sie sichtbar zu machen über jede andere Religion, auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist“ (9/33).

Und der Prophet sagt von sich in einem Hadith:

„Ich wurde angewiesen, die Menschen zu bekämpfen, bis sie bezeugen, dass es keinen Gott außer Allah gibt und Mohammed der Gesandte Allahs ist, bis sie das Gebet verrichten und die gesetzlichen Abgaben zahlen“.

(Der Text von PI-Leser Helmut Zott erschien als Leserbrief zur aktuellen Ausgabe des christlichen Medienmagazins pro „Herausforderung Islam“)




Buchtipp: „Fortschrittliches“ jüdisches Denken und der neue Antisemitismus

cover_rosenfeld_250.gifEs hat schon immer fürsorgliche Nichtjuden gegeben, die genau wussten, was das Beste für die Juden wäre, die nicht in der Lage waren, für sich selbst zu sorgen: Mal war es die Konversion, mal die Deportation, heute ist es die Distanzierung von Israel, die öffentliche Selbst-Entzionisierung der Juden sozusagen. Um dieses neuerliche Assimilationsangebot geht es in Alvin H. Rosenfelds Essay »Fortschritttliches« jüdisches Denken und der Neue Antisemitismus, das zunächst in Amerika und jüngst auch in Deutschland aufschlussreiche Affekte provozierte.

Der Text ist gerade auf Deutsch im Ölbaum-Verlag in der Edition Pacific Palisades erschienen; das Vorwort von Leon de Winter stellt den europäischen Kontext her, Christian J. Heinrich und Robert A. Wiesengrund wenden Rosenfelds Überlegungen auf den deutschen Versuch zur Rettung der »Israelkritik« an.

Wer nun genau wissen will, was es mit dem »Alleinvertretungsanspruch des organisierten Berufsjudentums und seiner publizistischen Bannerträger« auf sich hat, und ob der Text Rosenfelds wirklich für einen »vorläufigen Tiefpunkt der Debatte sorgte« (taz vom 21. Februar 2007), sollte das Büchlein für einen Beitrag von fünf Euro direkt beim Ölbaum-Verlag ordern.

(Spürnase: Hector Calvelli)




SWR-Intendant Voss: „Muslime in Rundfunkräte“

prost_voss.jpgNach der Devise „nach mir die Sintflut“ will sich wohl der am 30. April 2007 aus seinem Amt als SWR-Intendant scheidende Peter Voß von seinem Sender verabschieden. Der 66-Jährige Journalist mit dem Hang zur „Religion des Friedens“, hat in den letzten Monaten vehement für die freitägliche Implementierung des „Islamischen Wortes“ im SWR gesorgt. Das ist ihm aber noch nicht genug an muslimischer Macht: Voß plädiert in einem Interview mit dem Spiegel nun auch für eine direkte Beteiligung von Muslimen an den Rundfunkräten der öffentlich-rechtlichen Sender.

Der scheidende SWR-Intendant Peter Voß hat sich für eine Beteiligung von Muslimen an den Rundfunkräten der öffentlich-rechtlichen Sender ausgesprochen. Nach der Gründung eines Koordinierungsrats der Muslime sagte Voß dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel»: «Auf Dauer gehören die deutschen, demokratisch orientierten Muslime selbstverständlich auch in die Rundfunkräte.»

Noch sei es dafür zu früh, dazu brauche es eine klare öffentlich-rechtliche Anerkennung. «Aber natürlich kann man auch über Zwischenlösungen nachdenken, beispielsweise über assoziierte Gesprächsrunden, wie wir sie im SWR etwa auch mit den Wirtschaftsverbänden und den Gewerkschaften unterhalten.» Es spreche nichts gegen den Rat von aufgeklärten, demokratischen Muslimen für die Programmarbeit, sagte Voß.

Das Viertele Weißwein, Herr Voß, ist dann aber demnächst gestrichen…

» an Peter Voß

(Spürnase: Ulrich F.)




Integration heißt Unterwerfung – unter islamische Vorschriften

Mit immer mehr Projekten, Seminaren und Vorträgen soll uns suggeriert werden, dass die Vereinbarkeit von westlichem Lebensstil und Islam kein Problem sei, wenn sich nur alle kräftig anstrengen. Vielleicht meinen die Verantwortlichen das manchmal sogar ehrlich, weil sie vom Islam nichts verstehen und daher nicht begreifen, dass die beiden Systeme sich gegenseitig vollkommen ausschließen und dass der Islam keine Mode ist, die man ein bißchen mitmachen kann. In Marl Aktuell wird uns die Koch-AG der Pestalozzi-Grundschule als prima Beispiel für den Mix aus Islam und westlicher Kultur verkauft.

Jana, Max und Lukas wollen Cheeseburger, Minnaz Akgün und Gülcan Kücük kümmern sich um die Einhaltung der islamischen Speisevorschriften – ein Widerspruch?

Keineswegs! Dass verschiedene Kulturen voneinander lernen können, zeigt kaum ein Projekt so schön – und lecker – wie die Koch-AG an Pestalozzischule in Marl. Zehn „Ganztags-Kinder“ und fünf Erwachsene bereiten abwechselnd deutsche und türkische Gerichte zu. Ziel ist dabei in erster Linie zwar, leckere Speisen zuzubereiten. Aber auch mehr: „Beim gemeinsamen Kochen und Essen geht es auch darum, Vorurteile abzubauen und Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Küchen zu entdecken“, erklärt Susanne Bee, eine der deutschen Mütter, die – ehrenamtlich wie alle Beteiligten – mitmache.

Natürlich hat keiner von uns etwas gegen gemeinsames Kochen und gegenseitiges Kennenlernen. Aber geht es wirklich um gegenseitiges Kenenlernen, geht es um Integration?

Und die Integration? Wieso funktioniert die hier so gut, will das Sonntagsblatt von Krause wissen. „Es kommt darauf an, wie man die Menschen anspricht – mit einem Elternabend samt Vorträgen spreche ich natürlich keine türkischen Mütter an.“ Hier seien zwei bis vier regelmäßig dabei, hätten Spaß und zudem wissen die anderen türkischen Eltern, dass beim Essen alles mit rechten Dingen zugeht,

Aha! Das gemeinsame Projekt läuft darauf hinaus, dass die türkischen Mütter eine Überwachungsfunktion ausüben können. Es geht also keineswegs um gegenseitiges Kennenlernen, sondern es geht ausschließlich um unsere Unterwerfung unter islamische Riten:

Dabei ist das gar nicht sooo kompliziert: Schweinefleisch ist den Muslimen bekanntlich tabu, zudem muss Fleisch von geschächteten Tieren stammen – der islamischen Schlachtart, bei der das Lamm oder Rind ausblutet. „Da gibt es keine Probleme“, berichtet Minnaz Akgün, die immer einen kessen Spruch auf der Lippe hat. „Schweinefleisch gibt es nicht, Rind holen wir beim türkischen Händler.“

So läuft das Prinzip der „Integration“: Wir essen kein Schweinefleisch und die anderen Tiere müssen betäubungslos niedergemetzelt worden sein. Das Ganze wird dann noch verniedlicht als „Schlachtart, bei der das Lamm oder Rind ausblutet“. Als wenn unsere geschlachteten Tiere nicht genauso ausgeblutet werden. So will man uns sagen, dass Schächten gar nicht so schlimm ist. Schließlich geht’s ja nur um’s Ausbluten, das Betäuben bzw. Nichtbetäuben kommt gar nicht mehr vor! Und warum essen die lieben integrationswilligen Muslime nicht mal das, was wir essen, wo man sich doch angeblich so lieb hat und sich gegenseitig kennenlernen will? Eine der Muttis trägt türkische Gewänder

und hat den Kopf, aber nicht das Gesicht, verhüllt. „Kann ich Euch einen Kaffee andrehen?“ fragt sie in die (erwachsene) Runde, sagt „sorry“ und scherzt lässig mit den Kindern. Das wirkt wie eine gelungene Symbiose zwischen westlichem Lebensstil und islamischer Tradition.

So einfach ist die Symbiose aus westlichem Lebensstil und islamischer Tradition: Kopftuchtragen und „Sorry“ sagen, und schon mixt sich alles wie von selbst: Umma und individuelle Freiheiten, Demokratie und totalitäres System, Gleichberechtigung und Männerherrschaft, Rechtsstaat und Scharia, Grundgesetz und Koran … in Guti-Land scheint nichts unmöglich.

» PI: Islam als Lifestyle – Die gefährliche Verharmlosung einer totalitären Ideologie




Necla Kelek: Koordinierungsrat der Muslime führt Scheindebatte

Die türkischstämmige Islamkritikerin und Buchautorin Necla Kelek hat dem neu gegründeten Koordinierungsrat der Muslime vorgeworfen, eine Scheindebatte zu führen, um von den wirklich wichtigen, den entscheidenden Fragen abzulenken. (Wir nennen diese Form der Gesprächsführung gerne DiaLÜG.) Es sei vollkommen zweitrangig, ob der Islam als Religionsgemeinschaft anerkannt würde. Es gibt grundlegende Dinge zu klären.

Auf der Islam-Konferenz müsse statt dessen etwa über die Voraussetzungen für den Bau von Moscheen, über die Möglichkeit eines Kopftuchverbots an deutschen Schulen oder darüber diskutiert werden, ob eine muslimische Frau frei und unbehelligt darüber entscheiden könne, wann und wen sie heiraten möchte. Kelek nannte es unakzeptabel, dass nach Auffassung der KRM-Funktionäre sich die deutsche Gesellschaft heraushalten solle, wenn es um elementare Aspekte von Familie und Gesellschaft gehe. Die fundamentalistischen Kräfte hierzulande wollten durchsetzen, dass ihre islamischen Traditionen gesellschaftlich wie auch privat gelebt werden könnten.

Grundsätzlich lobte Kelek das Konzept Islamkonferenz als einzige Möglichkeit, auf nationaler Ebene Gespräche zu führen.

Wir denken allerdings, wenn die „heißen Eisen“ zugunsten von allgemeinem Blabla geopfert werden, wenn die Gespräche also nicht Weg, sondern Ziel sind, dann ist das Ganze reine Zeitverschwendung und die wirklichen Probleme zementieren sich weiter.

(Spürnase: Urs Schmidlin)




„In jedem von uns steckt ein Pazifist“

PI-Leser Martin R. hat zur gutmenschlichen Plakataktion „In jedem von uns steckt ein Pazifist – Ich möchte in einer Gesellschaft leben, in der kein Mensch, egal ob Muslim oder Christ, Angst haben muss“ der Gesellschafter einen Eintrag in deren Gästebuch vorgenommen (27. April 13.03).

Denn er fragt sich zurecht, wo eigentlich sind die Juden geblieben? Steckt kein Pazifist in ihnen, sondern nur in denen, die sie angreifen? Ist es gegal, wenn Juden in Angst leben? Oder trauen sich die Macher der Aktion nicht, die Juden zu erwähnen, weil sie Angst vor dem pazifistischen Zorn der Muslime haben? Martin R. schreibt:

„Ich will auch keine Angst haben müssen. Ich will genauso mein Leben als Jude leben, wie jeder andere das auch für sich in Anspruch nimmt. Darf ich Neukölln oder Kreuzberg nicht mehr betreten, weil ich Angst haben muß, von Kulturbereicherern, die zwar meistens keine Juden kennen, aber uns dennoch hassen, angegriffen zu werden? Wo leben wir hier denn?

„kein Mensch, egal ob Muslim oder Christ“, Sind Juden keine Menschen? Warum werden sie in dem Plakat nicht einmal erwähnt? Oder sind Juden nach Ihrer Definition gar nicht zur Friedensliebe fähig?

Insoweit finde ich das Plakat „egal ob Muslim oder Christ“ unpassend und dringend überarbeitungsbedürftig.“

Wir auch!




BILD ehrt Prof. Liviu Librescu

librescuDer 76-jährige israelische Professor Librescu wurde zum Helden von Blacksburg. Als der jugendliche Mörder Cho Seung-Hui in sein Klassenzimmer eindringen wollte, hielt er die Türe solange zu, bis seine 20 Studenten aus dem Fenster geflohen waren. Als den alten Mann die Kräfte verließen, fand der Mörder den Raum leer und richtete Prof. Librescu mit fünf Schüssen hin. Ausgerechnet die vielgescholtene BILD-Zeitung widmet dem Helden von Blacksburg heute einen ausführlichen Beitrag und gehört damit zu den ganz wenigen deutschen Zeitungen, die sich dieser Geste des Anstandes fähig erweisen.

Präsident Bush lobt ihn in seinen Reden und Rumänien verleiht dem ehemaligen Staatsbürger einen Orden. Aber einen Helden zu ehren, zumal einen israelischen Juden, der freiwillig in den USA lebt und nicht vom CIA entführt wurde, übersteigt anscheinend die moralische Kraft der meisten deutschen Zeitungen. Wir Deutschen haben gelernt, Heldentum mit Misstrauen und Unbehagen zu betrachten. Eine der fragwürdigen aber äusserst bequemen Lehren, die wir aus dem Nationalsozialismus gezogen haben, und so kann man die Zeitungen, die dem Holocaustüberlebenden Professor Librescu ein angemessenes Andenken widmen, an einer Hand abzählen. Vorausgesetzt, man hat nur vier Finger.

Umso mehr ist die BILD-Zeitung zu loben, deren Leser heute tatsächlich mehr wissen als die der taz oder anderer Lieblingsblätter unserer Oberlehrer. PI gibt den lesenswerten Artikel von Julian Reichelt in voller Länge wieder.

Von JULIAN REICHELT und ANDREAS THELEN (Fotos)

Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt.“
(Jüdisches Sprichwort)

Ein Haus voller Menschen, voller Tränen, voller Stolz. Lichtscheiben fallen durch halb geschlossene Rollos. Die Menschen erzählen von einem Toten, der Leben gerettet hat. Die Erinnerung brennt länger als das beste Öl, sagt man hier.

BILD in Israel, bei der trauernden Familie von Professor Liviu Librescu (?? 76), in einem Vorort von Tel Aviv. Die Welt kennt ihn als „Held von Blacksburg“.

Als der Amokläufer Cho Seung-Hui (?? ) vor 12 Tagen auf den Fluren der Virginia Tech University wütete (32 Opfer), hielt Librescu die Tür seines Klassenraums zu, bis seine zwanzig Studenten durchs Fenster geflüchtet waren. Fünf Kugeln trafen den Professor.

„Wenn er nicht gewesen wäre, wären noch viel mehr Menschen tot“, sagt sein Sohn Joe (40). „Er war ein mutiger Mann, weil er das Schlimmste überlebt hat“, sagt seine Frau Marlena (72). An ihrer rechten Hand stecken zwei goldene Eheringe.

Das Schlimmste, das war der Holocaust.

„Die Zeit, in der man nur von morgens bis abends gelebt hat“, sagt Marlena Librescu. „Weil man nie wusste, ob es noch ein Morgen geben würde.“

1941. Britische Bomber zerstören Raffinerien bei Ploiesti (Rumänien). Juden hätten dem Feind die Koordinaten gegeben, sagen die Deutschen – und deportieren alle Juden im Ort in das Getto von Focsani. Unter ihnen ist auch Liviu Librescu, elf Jahre alt. „Dort wohnte er mit seiner Mutter in einem kleinen Zimmer“, erzählt Librescus Sohn Joe. „Es gab einen Befehl der Deutschen, dass vor jedem Haus im Getto jeden Tag ein Jude stehen musste – als Geisel. Wenn den Deutschen etwas nicht passte, gingen sie durch die Straßen und erschossen die Leute vor den Häusern.“

Der Junge Liviu gibt anderen Kindern im Getto Mathe-Stunden und wird dafür von den Eltern bezahlt. „Von dem Geld hat er Wehrmachtssoldaten ihre Essensrationen abgekauft und ins Getto gebracht“, erzählt sein Sohn. „Er musste früh lernen, seine Mutter zu ernähren, weil sein Vater in einem Arbeitslager war.“

Liviu Librescu lebt, er überlebt. Von Tag zu Tag. „Einer seiner Freunde aus der Zeit im Getto hat uns erzählt, dass Liviu sich abends an die Wagen der Deutschen schlich und die Luft aus den Reifen ließ“, erzählt sein Sohn.

Einmal erwischten die Wachen das Kind und verfolgten es bis nach Hause. „Seine Mutter hat sich vor ihn gestellt und gesagt: ‚Wenn Sie jemanden erschießen, dann bitte mich!‘, sagt Joe Librescu.

Die Soldaten schossen nicht. „Unser Vater hat immer erzählt, dass sie damals jeden Tag damit rechneten, in ein Vernichtungslager geschickt zu werden“, sagt der Sohn. „Aber für ihn hat der Krieg gerade noch rechtzeitig geendet.“ Librescu überlebte eine Zeit, in der Leben und Tod so nah beieinander lagen, dass man sie kaum noch unterscheiden konnte.

Der Krieg ist vorbei, die Unterdrückung geht weiter. Im kommunistischen Rumänien studiert Librescu, um Flugzeugingenieur zu werden. Er trifft Marlena, die Tochter eines Mannes, den sein Vater im Arbeitslager kennengelernt hat. Der junge Ingenieur Librescu konstruiert Jets für das rumänische Militär – und träumt von Israel. „Die meisten unserer Nachbarn damals in Bukarest haben uns gehasst. Entweder, weil wir Juden waren. Oder weil wir keine Kommunisten waren“, erzählt Marlena Librescu. „Wir wollten weg. Wir haben uns in unserer Wohnung überwacht gefühlt, wie im Gefängnis. Aber wir bekamen keine Ausreisegenehmigung.“

Zwei Söhne werden geboren. Die schwarz-weißen Fotos von damals zeigen den Vater Librescu, stolz und ernst.

„Er hat seine Kinder sehr geliebt“, sagt seine Witwe. „Aber er war auch streng. Einmal kam Joe mit einer guten Mathe-Note nach Hause. Liviu sah sich die Arbeit an und sagte: ‚Die Note ist zu gut.‘ Er ging zum Lehrer und ließ sie umändern. Er glaubte fest daran, dass man nur lernt, wenn man es schwer hat.“

Dann endlich, 1978, dürfen die Librescus nach Israel auswandern. An der Universität von Tel Aviv wird Liviu Librescu zu einem Star der Luftfahrtindustrie.

„Ich wäre gern in Israel geblieben“, sagt seine Frau. „Aber Liviu suchte irgendwann nach einer neuen Herausforderung. Deswegen sind wir in die USA gegangen.“ Am 1. September 1985 unterrichtet er seinen ersten Kurs in den USA. An einem beschaulichen Ort, auf den die Welt einmal blicken wird. In Blacksburg, Virgina.

Der Morgen des 16. April 2007. Professor Librescu unterrichtet in Raum 204 des Uni-Gebäudes Norris Hall.

Seine Frau hat ihn früh zur Arbeit gefahren. „Er hat dieses Jahr zum ersten Mal in seinem Leben einen Morgen- kurs unterrichtet“, sagt seine Frau. „Sonst hat er nur nachmittags Kurse gegeben, weil er immer bis in die Nacht arbeitete. Aber ausgerechnet dieses Jahr..:“

„Go! Go! Go!“, schreit der Professor und stemmt sich gegen die Tür, als auf dem Flur Schüsse hallen. Seine Studenten springen aus dem Fenster im zweiten Stock. Sie landen lebend in einem Busch.

„Mein Mann wurde nicht durch die Tür erschossen“, sagt Marlena Librescu.

„Irgendwann schaffte der Mörder es in die Klasse. Er war wütend, weil die Studenten weg waren. Er hat Liviu gepackt, an eine Wand gestellt und hingerichtet.“

Aus dem Fernsehen erfährt Marlena Librescu vom Amoklauf. Sie hört, dass ihr Mann verletzt sein soll. „Ich rief alle Krankenhäuser an, aber er war nirgends eingeliefert worden.“

Abends wird sie in ein Hotel gerufen. Als sie das Zimmer betritt, sieht sie den Vize-Präsidenten der Uni und einen Arzt.

„Da wusste ich, was geschehen war.“

Professor Liviu Librescu ruht nah bei seiner Familie, auf einem stillen Friedhof, den Palmen beschatten. Der Erdhügel auf seinem frischen Grab ist braun und ausgetrocknet von der Sonne seiner Heimat. „Wir sind lange durch die Welt gezogen“, sagt seine Frau weinend. „Nun ist die ganze Familie wieder hier vereint. Wenn ich Liviu fragen könnte, wo er beerdigt sein möchte, würde er sagen: ‚In Israel.’“

Man steht am Grab und hofft, dass es schön ist, ein toter Held zu sein.

Die folgenden deutschen Zeitungen fanden Professor Librescu ebenfalls einer Würdigung wert:

FAZ

Hamburger Abendblatt

Spiegel

» an BILD




Warum sind Sie beim Thema Antisemitismus auf einem Auge blind, Herr Reiniger?

wolfgang_reininger.jpg Die Leiterin der Alten Synagoge Essen, Dr. Edna Brocke, beschreibt beeindruckend die Verlogenheit deutscher Gutmenschen beim Thema Antisemitismus. Während auf Betroffenheitsbekundungen wie „Essen stellt sich quer“ gegen die Auferstehung der Gespenster der Vergangenheit von rechts demonstriert wird, werden die antisemitischen Aktivitäten der zugewanderten Gespenster der Gegenwart, wie die der gebürtigen Libanesin Elvia Khalil, konsequent ignoriert. Handlungsbedarf sieht der Essener CDU-Oberbürgermeister Reiniger (Foto bei seiner Rede) hier nicht.

„Essen stellt sich quer“

Wann?

Am letzten Wochenende haben etwa 1000 Bürger/innen gegen knapp 100 NPD’ler und ihre Anhänger demonstriert. Ein breites Aktionsbündnis aus Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und Verbänden hatte dazu aufgerufen, sich „quer zu stellen“. 11 Redner waren aufgeboten, um, wie es u.a. hieß, „die Gespenster der Vergangenheit nicht wieder auferstehen zu lassen“.

Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus mobilisiert. Und sie ist auch nach wie vor notwendig. Müssen aber nicht neben den „Gespenstern der Vergangenheit“ die mindestens so gefährlichen von heute benannt und wirksam bekämpft werden? Solche, die in ganz anderem Gewande ins öffentliche Leben einwabern? Eben nicht blond, blauäugig, nicht „bis auf die Knochen deutsch“, nicht männlich-strotzend und die Hitlerzeit verklärend?

Keine Gespenster nur, sondern ein realer Mensch, der ein antisemitisches Pamphlet aus der Stadtverwaltung heraus in Migrantenkreise verbreitete?

Wo sind da jene, die wortmächtig ihre demokratische Gesinnung zum Ausdruck bringen? Gab/gibt es hier ein Pendant zur machtvollen Gegendemonstration in Borbeck?

Da bleibt einem nur noch der Hinweis:
Stell Dir vor, Antisemitismus kommt weiblich, zugewandert und christlich integriert daher, aber kaum einer „stellt sich quer“.

» oberbuergermeister@essen.de