Die türkischstämmige Islamkritikerin und Buchautorin Necla Kelek hat dem neu gegründeten Koordinierungsrat der Muslime vorgeworfen, eine Scheindebatte zu führen, um von den wirklich wichtigen, den entscheidenden Fragen abzulenken. (Wir nennen diese Form der Gesprächsführung gerne DiaLÜG.) Es sei vollkommen zweitrangig, ob der Islam als Religionsgemeinschaft anerkannt würde. Es gibt grundlegende Dinge zu klären.

Auf der Islam-Konferenz müsse statt dessen etwa über die Voraussetzungen für den Bau von Moscheen, über die Möglichkeit eines Kopftuchverbots an deutschen Schulen oder darüber diskutiert werden, ob eine muslimische Frau frei und unbehelligt darüber entscheiden könne, wann und wen sie heiraten möchte. Kelek nannte es unakzeptabel, dass nach Auffassung der KRM-Funktionäre sich die deutsche Gesellschaft heraushalten solle, wenn es um elementare Aspekte von Familie und Gesellschaft gehe. Die fundamentalistischen Kräfte hierzulande wollten durchsetzen, dass ihre islamischen Traditionen gesellschaftlich wie auch privat gelebt werden könnten.

Grundsätzlich lobte Kelek das Konzept Islamkonferenz als einzige Möglichkeit, auf nationaler Ebene Gespräche zu führen.

Wir denken allerdings, wenn die „heißen Eisen“ zugunsten von allgemeinem Blabla geopfert werden, wenn die Gespräche also nicht Weg, sondern Ziel sind, dann ist das Ganze reine Zeitverschwendung und die wirklichen Probleme zementieren sich weiter.

(Spürnase: Urs Schmidlin)

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12 KOMMENTARE

  1. nun, derweil schreitet die Schariarisierung unserer Gesellschaft fort, aber schön, dass man auch mal auf einem Gipfel geplaudert und miteinander Kaffee getrunken hat ..

    —-

    „Ich bin tief betroffen und auch ein Stück weit traurig ….“

  2. Hier tappt leider auch die sonst so scharfsinnige Necla Kelek in die Falle.

    Auf der Islamkonferenz muss absolut nicht „darüber diskutiert werden, ob eine muslimische Frau frei und unbehelligt darüber entscheiden könne, wann und wen sie heiraten möchte“.

    Es ist bereits gesetzlich geregelt, dass sie das hierzulande darf. Wer dieses Gesetz missachtet, macht sich strafbar. Punkt. Weiterer Diskussionsbedarf darüber besteht nicht.

    Ebenso wenig besteht Diskussionsbedarf über das Kopftuch an Schulen. Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass das in die Länderhoheit fällt und es wird daher in den gewählten Landtagen entschieden und nicht auf dem Kapitulationsbazar ausgehandelt.

    Auch der Bau von Moscheen wird von Organen dieses Staates geregelt. Falls daran etwas geändert werden sollte, wird das im gewählten Bundestag entschieden und nicht auf Islamkonferenzen.

    Es besteht keine Notwendigkeit, auch nur eines dieser Themen oder irgend ein anderes auf einer Islamkonferenz zu besprechen.

    Wir haben bereits funktionierende Systeme, um alle Entscheidungen, die in einer Demokratie notwendig sind zu treffen.

    Was irgendwelche Islamorganisationen darüber denken, ist irrelevant.

  3. Eisvogel

    Danke für die Hinweise. Du hast natürlich recht.

    Ich habe allerdings Frau Kelek so interpretiert, dass diese Frage aufs Tapet kommen müssen. Das hat den Effekt, dass die Windelköpfe dazu Stellung beziehen müssen.

  4. Sehr gut gesagt. Denn D-Land ist eben kein islamischer Gottesstaat.

    Klares gradliniges Statement.

    ca

  5. Wollte grade dasselbe sagen:

    „Die fundamentalistischen Kräfte hierzulande wollten durchsetzen, dass ihre islamischen Traditionen gesellschaftlich wie auch privat gelebt werden könnten.“

    Selbstverständlich können islamische Traditionen hier gelebt werden. Sofern sie nicht deutschem Recht widersprechen. Punkt.

    Noch was OT:
    bei Fatima Rotz glaube ich nicht mehr an Dummheit, es ist jetzt Landesverrat.
    Also: die Linksextremistin und Demokratiefeindin „Claudia Roth bezeichnete die Warnungen des türkischen Militärs als „höchst demokratiefeindlich und brandgefährlich“. Sie riefen „furchtbare“ Erinnerungen an die jüngere Vergangenheit der Türkei hervor.“ (aus einer Meldung)

    Parteien, welche die Demokratie abschaffen wollen, sind nicht zur Teilnahme an demokratischen Wahlen berechtigt.

  6. Wenn das türkische Militär jetzt mal, für ein paar Jahre die Entwicklung zur Allahisierung der Türkei bremsen würde, wäre das so verkehrt nicht.

    ca

  7. Hier neue Beweise zum aktiven Landesverrat:

    http://www.claudia-roth.de/Home.29049.0.html?&no_cache=1&expand=50422&displayNon=1&cHash=81b2100c03

    Claudia Roth | Home
    „Integrationspolitischer Unsinn“
    Während in Deutschland viel von Integration geredet werde, errichte das neue Zuwanderungsgesetz neue Mauern, warnte Claudia Roth. Die Grünen-Bundesvorsitzende demonstrierte heute gemeinsam mit Kenan Kolat, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde, gegen eine Verschärfung des Gesetzes.

    Roth kritisierte bei der Aktion vor dem Bundesinnenministerium in Berlin insbesondere die von der großen Koalition geplanten Änderungen zum Familien- und Ehegattennachzug. Familienangehörige aus bestimmten Ländern sollen dann nur noch nach Deutschland nachreisen dürfen, wenn sie bereits über Deutschkenntnisse verfügen. Nach Ansicht der Grünen ist dies ein „verfassungsfeindlicher Vorschlag, denn die Bundesrepublik kann nicht die Sprache vorschreiben“, so Roth. Heftige Kritik übte sie insbesondere daran, dass diese Bedingung nicht für alle gelte, sondern visafreie Staaten wie die USA oder Australien ausgenommen seien. „Das ist als Signal zu verstehen: Ihr gehört nicht hierher und habt nicht die gleichen Rechte“, betonte die Budnesvorsitzende. „Integrationspolitischer Unsinn“ sei außerdem, dass das neue Zuwanderungsgesetz die Einbürgerung erschweren werde, so Roth.

    Laut Kenan Kolat, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), konterkariere eine Verschärfung des Zuwanderungsgesetzes die positiven Ergebnisse der Arbeitsgruppen zum Integrationsgipfel. Denn der Gesetzentwurf enthalte drei Botschaften: „Nachzug stoppen, keine Einbürgerung mehr und entweder ihr integriert euch oder wir tun es“, brachte es Kolat auf den Punkt. Unverständnis äußerte er vor allem dafür, dass die Regelungen zur Einbürgerung junger Menschen verschärft werden sollen. Bisher können unter 23-jährige auch eingebürgert werden, wenn sie ihren Lebensunterhalt nicht selbst verdienen – beispielsweise weil sie sich in der Ausbildung befinden. Gerade junge, gut ausgebildete Migranten, so Kolat, seien ein wichtiges Kapital.

    Kolat: „Zwangsintegration“ mittels Sanktionen ablehnen

    Kolat betonte, dass wer in Deutschland lebe, selbstverständlich möglichst schnell Deutsch lernen solle. Doch eine „Zwangsintegration“, die mittels Sanktionen durchgesetzt werde, sei abzulehnen: „Mit der Keule kann niemand integriert werden.“ Statt Bußgelder für jene, die keine Integrationskurse besuchen, müsse es Anreize geben wie beispielsweise die Aussicht auf eine schnellere Einbürgerung bei entsprechenden Deutschkenntnissen.

    Die Argumentation, strengere Regeln zum Familiennachzug könnten Zwangsverheiratungen verhindern, nannte Roth „doppelbödig und reine Heuchelei“. Denn ein wirksamer Schutz für die Opfer von Zwangsverheiratung – wie ein eigenständiges Aufenthalts- oder Rückkehrrecht – sei im neuen Gesetz nicht vorgesehen. Die Grünen-Vorsitzende forderte eine moderne Einwanderungspolitik mit einer Nachzugsregelung, die sich an EU-Vorgaben orientiert, sowie ein liberales Staatsbürgerschaftsrecht.

    Oder hier:

    PM Frau Böhmer lässt die Menschen im Regen stehen
    PM Nr. 139/07 vom 26.04.2007

    Zur Rechtfertigung des Zuwanderungsänderungsgesetzes durch die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer erklärt Claudia Roth, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen:

    „Es ist einmalig in der Geschichte der Integrationsbeauftragten, dass eine Amtsinhaberin sich derart in den Dienst des Innenministeriums stellt. Nach Integrations-Gipfelei und viel Theaterdonner ist die tatsächliche Bilanz der Arbeit von Frau Böhmer bisher mehr als dürftig. Sie taucht nur noch dort auf, wo sie als Rechtfertigungsinstanz für die Sicherheitspolitiker des Innenministeriums gebraucht wird.

    Statt ein integrationsfeindliches und diskriminierendes Zuwanderungsänderungsgesetz zu verteidigen, das von vielen Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen und Wohlfahrtsverbänden scharf zurückgewiesen wird, würde die Integrationsbeauftragte gebraucht als Vertreterin für Flüchtlinge und Migranten, als Gegengewicht zu Innenminister Schäuble und zu einem Kurt Beck, der immer noch immer im Gastarbeiterdiskurs festhängt, und Millionen Muslime in Deutschland als „Gäste bei uns“ bezeichnet. Stattdessen lässt sie die Menschen, für die sie eine Fürsorgepflicht hat, im Regen stehen. Sie betreibt keine Integrationspolitik, sondern rechtfertigt Integrationsverhinderungspolitik.

    Geradezu zynisch ist die Behauptung, mit diesem Gesetz würden die Rechte von Frauen gestärkt. Der Entwurf verwehrt Frauen eine Rückkehroption nach Deutschland, wenn sie als Opfer von Zwangsverheiratungen ins Ausland verschleppt wurden. Ein erleichtertes eigenständiges Aufenthaltsrecht für in Deutschland zwangsverheiratete Frauen ist ebenfalls nicht vorgesehen.

    Das Zuwanderungsänderungsgesetz baut neue Mauern auf für Ehegatten und Familien. Nachziehende Ehegatten müssen vor der Einreise nach Deutschland über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Sie ist diskriminierend, weil sie für den Türken gelten soll, nicht aber für den japanischen Banker und den amerikanischen Manager. Und im Gegensatz zu dem, was Frau Böhmer behauptet, kritisieren auch türkische Regierungsstellen dieses Vorhaben sehr wohl als diskriminierend.“

    _____________________-

    Ich glaube, es ist eine Ehre, auf eine Schule zu gehen, auf die auch Kinder japanischer Banker oder Amerikanischer Manager gehen, oder?

  8. naja, eine Ehre wohl nicht, die Schulgebühren zahlen schließlich die Eltern .. aber eine Schande, wie Claudia Roth, die mal wieder zutiefst betroffen und auch ein Stück weit traurig ………….. ist, uns eintrichtern will, sicher auch nicht.

    @ #2 B. Kant

    ja, diese neokonservativen Schwester-Blogs kenne ich, vielleicht können italienischsprachige Freunde den einen oder anderen interessanten Eintrag auch mal übersetzen … u.U. auch ich mal.

  9. Manchmal wünsche ich mir in Deutschland ein paar Generäle, die Fatima Roth und Ayatollah Beck hin und wieder ein Ultimatum stellen.

  10. Claudia Roth ist mir total unheimlich, sowohl gruselig als auch ostentativ unheimlich.

    Diese Frau ist, gelinde gesagt, komplett wahnsinnig.

    Das Militär in der Türkei ist die letzte Bastion für die Türken einen laizistischen Staat beizubehalten, obwohl das wohl nich klappen wird, ähnlich sehe ich es auch in Pakistan und das ist noch weitaus krasser, wenn Musharraf dort die Macht an die orthodoxen Moslems verliert.

    Manchmal ist Gewalt sinnvoll.

  11. *Ironie an*
    Nein also hier hat PI völlig Unrecht! Es ist selbstverständlich viel wichtiger zu debattieren, ob man Muselmannen überhaupt „Moslems“ nennen darf, anstatt das arabische „Muslime“ zu verwenden. Ob im Islam das Züchtigen von Frauen erlaubt ist, das kann ja wohl gar nicht zur Debatte stehen, in der Religion des Friedens. Und schon gar nicht unter den Augen der Ungläubigen. *Ironie aus, Musels raus!*

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