Nur für uns? Verkaufsverbot am Ostersonntag

web_ditib_400.jpgViel Aufregung gab es um ein generelles Verkaufsverbot am Ostersonntag in Köln. Der Kölner Express berichtete ausführlich, die Kioskbesitzer schimpften, aber die Stadt blieb hart. Am höchsten christlichen Feiertag sollte jeglicher Handel aus Respekt vor dem religiösen Fest unterbleiben, egal ob Kiosk, Bäckerei oder Blumenladen. Nur die Geschäfte im Hauptbahnhof sowie Tankstellen sollten von der Regel ausgenommen sein und bei Verstößen drohen hohe Geldbußen. Das wollten wir uns mal genauer ansehen und unternahmen einen kleinen Osterspaziergang zu unseren muslimischen Mitbürgern.

Der Express beschreibt die Lage eindeutig:

An diesem hohen kirchlichen Festtag dürfen – im Gegensatz zu anderen Sonn- und Feiertagen – nicht einmal Büdchen, Bäckereien und Blumenläden für einige Stunden öffnen. Heißt: keine Brötchen und Kuchen, keine Blümchen für Oma.

Nur Tankstellen und die Läden am Hauptbahnhof dürfen am Sonntag verkaufen. So sieht es das neue Ladenöffnungsgesetz des Landes NRW vor.

Ob so ein Verkaufsverbot nun zeitgemäß ist oder nicht, darüber lässt sich streiten. Tatsache ist, am heutigen Ostersonntag gilt es, und deutsche Bäcker, Kioskbesitzer und Blumenhändler halten sich daran und haben die Verluste hinzunehmen.

Aber an diesem Ostersonntag gilt es. Und das Amt für öffentliche Ordnung – dort stehen die Telefone nicht mehr still – muss über die Einhaltung wachen. Macht ein Büdchen auf, drohen je nach Verstoß hohe Bußgelder.

Soweit die Theorie. Heute mittag, zwischen 12:30 und 13:30 machten wir ein paar Stichproben. Fazit: Türkische und arabische Händler pfeifen auf das Landesgesetz. Bei Muselmanns gibt es auch am Ostersonntag, was das Herz begehrt. Von frischen Backwaren über Zeitschriften, Getränke, Tabakwaren bis zu frischem Obst und Gemüse. Letzteres wird dreist auf einem Markt auf dem Gelände der Ehrenfelder DITIB-Moschee an der Venloer Straße angeboten.

Die folgenden Bilder sind nur ein kleiner Ausschnitt muslimischen Handels am Ostersonntag 2007 in Köln. Auf Anfrage stellt PI gerne die Originalbilder in hoher Auflösung und mit genauen Ortsangaben zu Verfügung.

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„Bei uns liest man Express„, wirbt dieser Kiosk im rechtsrheinischen „Araberviertel“, der Taunusstrasse in Köln-Gemberg. Den Artikel zum Verkaufsverbot hat man anscheinend nicht gelesen. Oder doch?

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Moscheegrund ist Allahs Land. Auf dem Gelände der DITIB-Moschee der türkischen „Anstalt für Religionsangelegenheiten“, für deren Moscheeneubau Pfarrer Meurer aus Köln Ostheim die Kollekte verschenkte, kennt man keinen Respekt vor dem christlichen Osterfest. Frisches Obst und Gemüse für Rechtgläubige, damit alles halal ist.

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Ziemlich dreist aber anscheinend ohne Risiko. Schräg gegenüber der Ehrenfelder Polizeiwache an der Venloer Straße kann man hier einkaufen, was das Herz begehrt.

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Deutsche Bäcker haben Zwangsurlaub, aber für Kölner Muslime gibt es auch am Ostersonntag frische Backwaren. Ein Service der türkischen Bäckerei „Simitland“ an der Venloer Straße.

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Wenige Meter weiter richtet der türkische Besitzer des „Blitz Kiosk“, Venloer Straße 302, seine Auslagen für das gute Geschäft am christlichen Feiertag.

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Sollten arabische Kulturbereicherer ausgerechnet heute eine neue Telefonkarte benötigen oder die neuesten Al Kaida Botschaften aus dem Internet anonym abrufen wollen, kein Problem. Der Telefonkartenladen an der Taunusstraße in Gremberg hat geöffnet.

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Auch abseits der bereits zum „Haus des Friedens“ zu rechnenden Strassen haben Händler mit Migrationshintergrund keine Verträge mit dem Ladengesetz. Reiches Angebot an einem Kiosk in der Mozartstraße.

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Keine Lust blau zu machen hatte auch der türkische Besitzer des „Cafe Blu“ in der Roonstraße, Ecke Richard-Wagner-Straße. Es handelt sich natürlich nicht um ein „Cafe“, sondern um einen gut sortierten Kiosk einschließlich Internetangebot.

Wie gesagt, nur eine zufällige Auswahl von Rechtsverstössen am heutigen mittag. Unwissenheit kann nicht der Grund sein, denn nach der Express-Veröffentlichung war das Thema Stadtgespräch. „Die haben alle geöffnet“, war ein oft zu hörender Kommentar staunender Kölner Bürger.

Da muss die Stadt Köln ja jetzt steinreich sein, nach der Einnahme so vieler „hoher Ordnungsgelder“. Wenn Sie sich erkundigen wollen, wieviel der Feiertag eingebracht hat, hier ist die Adresse des zuständigen „Amtes für öffentliche Ordnung“:

» Amt für öffentliche Ordnung
Postfach 10 35 64
50475 Köln
Telefon: 0221 / 221-35099
Fax: 0221 / 221-26146

» ans Ordnungsamt der Stadt Köln

» an den Kölner Express

UPDATE: Auch um 18 Uhr ging der Verkauf in allen hier dokumentierten Fällen weiter. Teilweise, so vor der türkischen Bäckerei „Simitland“, hatten sich inzwischen Schlangen gebildet. Obwohl die Rechtsverstösse deutlich zu erkennen waren, haben Ordnungsamt und Polizei über den ganzen Tag keinen Versuch unternommen, die Einhaltung der Gesetze zu erwirken.
Keiner der uns bekannten deutschen, griechischen oder italienischen Kioskbesitzer hatte heute geöffnet, obwohl viele die Regelung persönlich ablehnten.