Zweite Islamkonferenz: Moslems verlangen mehr Respekt

koran_moslems.jpgWenn eine Medizin falsch ist, muss man die Dosis erhöhen. Nach dieser Devise scheint Innenminister Schäuble vorzugehen und lädt Anfang Mai zur zweiten Islamkonferenz. Er sollte sich für ein gutes Gelingen an zwei Spielregeln halten: 1. Moslems werden nicht kritisiert und 2. der Islam wird nicht kritisiert. Die Verbände nörgeln schon im Vorfeld, verlangen mehr Respekt und wollen nicht „oberlehrerhaft erzogen“ werden. Schützenhilfe bekommen sie postwendend vom Vorsitzenden des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy (SPD).

Der Islamrat für die Bundesrepublik erhofft sich von der zweiten Islamkonferenz am 2. Mai deutliche Fortschritte auf dem Weg zu einem „respektvollen“ Umgang mit den Muslimen. Der Islamrats-Vorsitzende Ali Kizilkaya betonte, die muslimischen Verbände engagierten sich sehr intensiv für die Integration. Undifferenzierte Äußerungen von Politikern erschwerten aber diese Arbeit, weil sie Misstrauen förderten. Auch von den christlichen Kirchen gebe es zahlreiche Versuche, „die Muslime oberlehrerhaft zu erziehen“.

Damit ist in erster Linie der neue Leitfaden der evangelischen Kirche für den Umgang mit Muslimen gemeint, der den Verbänden wie ein Stein im Magen liegt. Darin werden sie zum Beispiel aufgefordert, ihr Verhältnis zur Gewalt und zum Grundgesetz zu überprüfen. Gemeinsamen Gebeten wird eine Absage erteilt, weil Christen „ihr Herz schwerlich an einen Gott hängen können, wie ihn der Koran beschreibt und wie ihn Moslems verehren.“ Bereits im Vorfeld der Konferenz sagen die Moslemvertreter auch klar und deutlich, worauf es ihnen einzig und allein ankommmt: Nicht auf gute Zusammenarbeit, sondern allein darauf, dass ihnen mehr Respekt entgegengebracht wird, die Unterwerfungsgesten der Mehrheitsgesellschaft sich also noch verstärken sollen.

Kizilkaya fügte hinzu, die Muslime müssten nicht alle zwei Monate aufgefordert werden, die Grundwerte in Deutschland zu achten. Dies sei „eine Selbstverständlichkeit“. Er hoffe, dass es bei der zweiten Islamkonferenz deutliche Fortschritte gebe. Er kritisierte, die Debatte über den Islam sei „leider immer noch sehr negativ geprägt“. Sowohl von Politikern als auch von den christlichen Kirchen gebe es zahlreiche Versuche, „die Muslime oberlehrerhaft zu erziehen“. Der fügte hinzu: „Das kommt nicht gut an bei den Muslimen.“

Das können wir uns gut vorstellen. Also, Herr Schäuble, keine Kritik, keine klaren Grenzen und etwas mehr Respekt! Viele Sprechblasen gibt’s derweil von Sebastian Edathy.

Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy, warb für den Abbau von Vorurteilen gegenüber Muslimen. Die Diskussion über den Islam müsse „entemotionalisiert und versachlicht“ werden. Der SPD-Politiker fügte hinzu: „Es gilt, seitens der Nicht-Muslime Verständnis zu fördern und mögliches Misstrauen abzubauen – und seitens der Muslime Zugehörigkeitsgefühle zu fördern.“ Dies bedinge aber insgesamt, „den Dialog auf Augenhöhe und in dem Wissen zu führen, dass Religion letztlich Privatsache ist, die Werte des Grundgesetzes aber die gemeinsame und verbindliche Grundlage des Zusammenlebens sind“.

Also wir, die Mehrheitsgesellschaft, die Ungläubigen, sollen unser Misstrauen abbauen und uns um Verständnis bemühen, das heißt, keine Angst vor Terror und Verständnis für Geschlechterdiskriminierung, Zwangsehen und Ehrenmorde haben. Die Moslems dagegen sollen nur Zugehörigkeitsgefühle fördern, was immer das auch heißen mag. Wahrscheinlich soll es mehr Tage der offenen Moschee und gemeinsames rituelles Schächten geben. Das Ganze nennt sich dann „Dialog auf gleicher Augenhöhe“.

(Spürnase: Holger M. und Oleg)