Der Europaparlamentspräsident Hans-Gert Pöttering (CDU) hat vor dem israelischen Parlament eine Rede gehalten, in der er von Israel unter anderem verlangte, „für den Frieden“ den kürzlich gefangen genommenen palästinensischen Bildungsminister Nasser al-Din Schaer wieder frei zu lassen. Die Knesset-Vorsitzende Dalia Itzik empfahl ihm daraufhin, sich besser zu informieren.

Die Welt gibt sich empört:

Anstatt sich für die Ansprache und die darin geäußerten Friedensvorschläge wie „Land für Frieden“ zu bedanken, antwortete die Knesset-Vorsitzende Dalia Itzik dem EU-Parlamentspräsidenten: „Sie sollten sich etwas besser informieren.“

und steht damit in Heuchelei Pöttering in nichts nach. Wer sich wirklich informieren möchte, ist auf der Website von Gudrun Eussner einmal mehr bestens aufgehoben. Ein Beitrag der Extraklasse, der die völlige moralische Verkommenheit und die bodenlose Heuchelei europäischer Politiker in einer Weise offenlegt, wie das nur wenige können. Gudrun Eussner gehört dazu!

» hans-gert.poettering@europarl.europa.eu

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34 KOMMENTARE

  1. Da ging quote nicht so wie ich dachte. Hier das Zitat der Frau

    Die Knesset-Vorsitzende Dalia Itzik empfahl ihm daraufhin, sich besser zu informieren.

  2. „Ich spreche heute zu Ihnen als Präsident des Europäischen Parlaments, das nahezu 500 Millionen Bürgerinnen und Bürger aus 27 Mitgliedstaaten vertritt[…]“

    wie kommt der dazu in meinem namen zu sprechen?
    und warum verzapft der solch einen unsinn?

  3. Hat jemand einen Link zur Knesset oder D.Itzik, damit man sich für Pöttering entschuldigen Kann?
    Pöttering(CDU)steht für das Durchsetzen der Partnerschaft-Politik der EU mit den islamischen Mittelmeer-Anrainerstaaten, EU-Mediterranien-Dialog(Barcelona-Prozess). Diese Politik hat aus Europa Eurabia gemacht. Zudem hat Pöttering immer mit den Linken im EU-Parlament gekungelt, um Präsident zu werden. Er ist schlimmer als die immerhin unverfälschten linken Stuss abgebenden Schulz(SPD)oder Cohn-bendit(Grüne).

  4. Ich empfehle Dalia Itzik zur Frau des Jahres zu erklären.
    Oder gibt es nicht einen sinnvollen Preis den man ihr verleihen könnte?

    Herr Bundespräsident übernehmen Sie!

  5. @omameume:
    Danke für die Info. Obwohl ich die CDU bei den etablierten Parteien immer noch als das geringste Übel ansehen, kann man durchaus behaupten, dass Pöttering für all das steht, was ich (und wohl viele hier bei PI) verachten.
    Und jetzt noch dieser Knesset Auftritt.

    Danke Dalia Itzik, es zeugt von gesunden Menschenverstand, dass Sie sich nicht auch noch bedankt haben bei diesen Trottel.

  6. Eine Politik nach der Formel „Land für Frieden“, wie sie Pöttering den Israelis empfiehlt, kann das Land langfristig nur ins Verderben führen, denn ihr finales Ziel ist doch erst erreicht, wenn es kein (israelisches) Stück Land mehr gibt, auf welches von palästinensischer Seite Anspruch erhoben wird. Dieser Fall tritt nach der Logik von Hamas, Hisbollah etc. aber erst ein, wenn Israel aufgehört hat, zu existieren. Diese suizidale Formel – die den Europäern natürlich ausgesprochen gut gefällt – muss wieder durch die in diesem Zusammenhang einzig vernünftige Maxime „Frieden gegen Frieden“ ersetzt werden.
    Wäre doch interessant zu sehen, wie man in Europa reagieren würde, wenn die israelische Regierung den Spaniern empfehlen würden, im Konflikt mitden Basken Land für Frieden anzubieten?

  7. Der Vorsitzende der EVP-ED-Fraktion, Hans-Gert Pöttering, wird am 27. und 28. November (2005) an dem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs in Barcelona anlässlich des 10. Jahrestages des Barcelona-Prozesses (EUROMED) teilnehmen. Dabei wird er das Europäische Parlament bei einem Arbeitsessen der Außenminister am Sonntagabend vertreten und an der Plenarsitzung des Gipfels am Montagmorgen teilnehmen.

    Pöttering, der auch an der Sitzung der parlamentarischen Versammlung EUROMED am 21. November in Rabat teilgenommen hatte, erklärte: „Der Barcelona Prozess spielt eine bedeutende politische Rolle im Dialog und der Verständigung zwischen Europa und der Mittelmeerregion, insbesondere auch mit den arabischen Ländern und leistet einen wichtigen Beitrag für die wirtschaftliche Entwicklung und den Frieden in der Region“.

    http://www.epp-ed.eu/Press/showpr.asp?PRControlDocTypeID=1&PRControlID=4271&PRContentID=7836&PRContentLG=de

    Das paßt zu seiner Heuchelrede.

  8. Das Beste war dann die Freilassung des palästinensischen „Bildungsministers“ zu fordern. Jemand, der verantwortlich ist für die Indoktrination per Djihad Mickey Mouse, daß den Schulkindern beigebracht wird, daß Spanien wieder ans Kalifat zurück müsse usw.
    Wo kommen bloß die Legionen von Trotteln her? Auf der Straße trifft man die fast nie.

    ——————————————

    Arbeitskreis kritischer Mastdarmexplorateure innerhalb der EU Kommission

  9. „…any statement you make in similar tones to those used today will be taken out of the records.“

    Noch so ein „lupenreiner Demokrat“.

  10. Wenn es um Israel geht, tauchen Trottel immer in großer Zahl auf.
    Einer davon heißt Christoph Schult und hat heute auf Spon folgende Bemerkung in einem Essay über den Sechs-Tage-Krieg vom Stapel gelassen:
    „Auch die Hamas fordert einen Rückzug Israels aus den 1967 besetzten Gebieten und hat sich längst von ihrer Rhetorik verabschiedet, „die Juden ins Meer zu treiben“.“

    Niemals hat die Hamas auch nur eine Sekunde lang das Ziel aufgegeben, Israel vollständig zu vernichten.

    Die Täter als Bewährungshelfer der Opfer.

  11. Mein Brief vom 30.04.2007 blieb unbeantwortet.

    Sehr geehrter Herr Brok,
    Nachdem wir hoffentlich einen konservativen Präsidenten im Elysee in einer Woche haben werden, beginnt für die
    EU eine neu Phase der Ausrichtung. In die deutsche Vorliebe, der Türkei zu hofieren, würde ich nicht mehr viel Energie stecken. Erfreulicherweise setzt “ Sarko“ auf ein Europa der Nationen und nicht in ein multikulturelles Luftschloss, von dem ihren Kollegen aus Berlin oder Düsseldorf sprechen. Da Ihre Zeit und Mitarbeiterzahl begrenzt sind, möchte ich Sie mit meinen Einschätzungen nicht langweilen und auf meine eigentliche Frage kommen:
    Kann man Freundschaft kaufen?
    Ich denke, die Antwort liegt auf der Hand aber für die EU sieht dies anders aus. Die EU möchte einen “ ring of friends“
    gestalten und finanzieren.
    http://ec.europa.eu/world/enp/documents_en.htm
    Dafür ist kein Geld zu schade, dass wir als Nettozahler berappen müssen,
    http://ec.europa.eu/world/enp/pdf/action_plans/communication_commission_enp_action_plans.pdf
    damit in Palästina noch mehr Kinder über Schulbücher indoktriniert werden, um unsere Feinde zu werden.
    http://pmw.org.il/bulletins_feb2007.htm
    Nachdem die deutschen Ratspräsidentschaft viel warme Luft produziert hat, müsste wieder handfeste Politik gemacht werden. Und dazu zählt die Steuergelder sinnvoll ein zusetzen. Im übrigen hätte OWL keine Zahlungen aus Brüssel nötig, wenn Berlin wieder fiskalische Macht über die eigenen Steuereinnahmen hätte.
    Ich wünsche Ihnen und Ihren Mitarbeitern einen schönen 1. Mai mit viel Sonne.
    Mit freundlichem Gruss

  12. Ich glaube, die „besondere moralische Verantwortung“ gegenüber unserem Lieblingsstaat, die man den Deutschen auf’s Auge drücken will, löst bei manchem Mitbürger eine gewisse Trotzreaktion aus, die sich darin äußert, Israel erst recht zu kritisieren, nur eben in „Verantwortungs-konformer“ weise.

  13. Es stimmt schon: Die Union tut wirklich eine Menge dafür, NICHT mehr als das kleinere Übel gelten zu können. Andererseits – Grüne und Linke können sie doch immer wieder leicht mit noch bodenloseren Ekelhaftigkeiten übertreffen (siehe nächster Artikel).

  14. Der Deutschlandfunk hat heute morgen einen Bericht über diese Heuchelei gebracht, diese Rede auch durchaus als Entgleisung gekennzeichnet.

    Danke für den link zur e-mail von Frau Itzik- eine Entschuldigung mit dem Hinweis, daß Pöttering durchaus nicht in unser aller Namen gesprochen hat, ist angebracht, denke ich.

  15. Hier meine mail an Frau Itzik:

    Hallo, Mrs. Itzik

    I think, it is necessary to beg your pardon.
    I am shocked about Mr. Pöttering – at the same time I enjoy your courage.

    Mr. Pöttering told you, he represents the European people – I don´t think, that this is true! My friends and I are ashamed
    of Mr. Pötterings statement –
    we only can beg your pardon.

    Best wishes,

    xxx

  16. @ UncleSamDavid
    vielen Dank für den Link, ich habe mich bei Dalia Itzig für diese pathetische, heuchlerische pötterische Rede entschuldigt, und ihm selber einen netten Brief geschickt.Elmar Brok hat alles satt, der wollte früher auch mal was Ehrlicheres machen, jetzt will er nur noch seine Rente sichern und ab nach ??? Rußland, weil dort bald die Meinungsfriheit besser geschützt wird als in der EU.

  17. @“i&g“

    Ich glaube, es würde vielen Israelfreunden schon völlig ausreichen, wenn „unsere“ Politiker und „Journalisten“ dem Staat Israel gegenüber einfach nur fair sein würden – und nicht permanent viel höhere Forderungen erheben würden als jedem anderen Staat gegenüber.

  18. Habe ihm gerade folgende email geschickt:

    Welch eine Schande für uns als Deutsche und EU-Bürger von Ihnen, Herr Pöttering, bei einer Rede in der Knesset vertreten zu werden.

    Sie sollten sich lieber dafür einsetzen, dass die EU sofort die Unterstützungszahlungen der terroristischen Vereinigungen Hamas und Fatah einstellt.

    Sie sind für diesen neuen Holocaust mit modernen Mitteln direkt mitverantwortlich.

    Als Mitglied einer konservativen, christdemokratischen Partei sollten sie sich doppelt schämen.

    Als gegen den hohlen Zeitgeist gerichteten Vorschlag empfehle ich Ihnen ein vergleichendes Forschen in Koran und Bibel.

    Das hat schon vielen die Augen geöffnet.

    Gute Besserung
    tape

  19. PS: Eine der “Verantwortungs-konformen” Trotzreaktionen mancher Mitbürger dürfte exakt darin bestehen, den Islam zu unterstützen – in der vagen Hoffnung, die Moslems würden die „Drecksarbeit“ zuende bringen. Ich für mich möchte weder mit diesen Moslems noch mit diesen Mitbürgern auch nur das geringste zu tun haben!

  20. @ #17 i&g

    Wenn diese Menschen erwachsen werden, lernen sie hoffentlich auch Verantwortung zu übernehmen.

    Es gibt auch Antisemiten, die keine Aufforderung benötigen, um über Israel herzuziehen.

    Trotzdem ist Israel höchst gefährdet und verdient jede Unterstützung die es kriegen kann. Und Pöttering hat sich gefälligst zu Schämen.

    Ich bin zu blöd um zu verstehen, was du mit „Verantwortungs-konform“ meinst.

  21. „Ich glaube, es würde vielen Israelfreunden schon völlig ausreichen, wenn “unsere” Politiker und “Journalisten” dem Staat Israel gegenüber einfach nur fair sein würden – und nicht permanent viel höhere Forderungen erheben würden als jedem anderen Staat gegenüber.“

    Tja. Davon kann Felix Germania ebenfalls ein Lied singen.

  22. hat dazu schonmal jemand den Kommentar der FAZ gelesen??
    ich war richtig erstaunt. von einer Kritik an seiner Rede kine Spur. Es wurde nur von seiner ‚großartigen‘ Rede berichtet, dass sie auf Deutsch war und dass er ‚gute‘ Vorschläge für den Frieden habe.
    Ich bin erstaunt, was PI so alles rausfindet. Da seit ihr genauer wie die allbekannte FAZ… 🙂

    viele grüße aus dem osten!!
    der feldherr

  23. @#26 i&g

    „Tja. Davon kann Felix Germania ebenfalls ein Lied singen.“

    Richtig. Und dennoch ist es richtig Israel zu unterstützen – und sei es aus Eigennutz. Und zum x-ten Male, warum sollte Kritik an Israel (oder auch dem Zentralrat der Juden, obwohl das etwas völlig anderes ist) für Deutsche „Tabu“ sein? Da gibt es einiges, und ja, auch in den Entschädigungsdebatten. Aber wie gesagt, keine doppelten Maßstäbe, kein „die machen auch Schei**“, also muß man uns Auschwitz nachsehen…

  24. Welt: „Anstatt sich für die Ansprache und die darin geäußerten Friedensvorschläge zu bedanken …“

    Frechheit siegt, oder was?

    Als hätte Israel Bedarf an wohlfeilen Vorschlägen für die Lösung seiner Probleme! Israel kann sich kaum retten vor lauter schlauen Vorschlägen. Bedanken würde es ich für wirkungsvolle Hilfe.

  25. Was täte Israel nur ohne das Europaparlament und seine tollen Vorschläge! „Land gegen Frieden“ ist meines Wissens das (fehlgeleitete) Konzept, auf dessen Grundlage seit PM Rabin mit den Palästinensern über die „Rückgabe besetzten Territoriums“ verhandeslt wird. Pöttinger schlägt also der Israelischen Regierung vor, das zu tun, was sie seit Jahren ohnehin tut, und erwartet offenbar, dass sie sich auf Knien bei ihm dafür bedankt?!

  26. Die EU soll erst mal ihre eigenen Probleme lösen (Islamisierung, desolate Außenpolitik , organisierte Kriminalität und Korruption, agressive und diktatorische Politik des EU-Nachbarn Rußland, noch´n paar?), eh´sie Israel ungebeten Ratschläge erteilt!

  27. Herr Pöttering ist ein deutsches Provinzwürstchen aus dem Senioren-Luftkurort Bad Iburg in Niedersachen. Von der CDU vor Ort wurde er nach „oben“ abgeschoben frei nach dem altbekannten Motto „hast Du einen Opa, schick ihn nach Europa“ Keiner konnte schließlich ahnen, dass dieser Provinzhansel solche Mandate erhält. Als Vertreter für Trekker wäre er prima. Aber als Vertreter des EU-Parlaments. Gott erbarme. Die Knesset ist unfair – Sie hätte Pöttering gar nicht erst reinlassen sollen…

  28. In SWR/Dutschlandfunk hat Bettina Marx gegeifert: „Wenn Pöttering ein Franzose oder ein Ungar wäre, hätte israelische Parlamentspräsidentin nicht gewagt, ihn im solchen Ton anzusprechen!“
    Nicht nur solche Politiker hat dieses Land, auch solche Nahostkorrespondenten, die in Tel-Aviv im Saus und Braus leben und auf ein Auge blind sind. Solche hat mal Claudio Casula in seinem fabelhaften Essay „Wie wird man Nahostkorrespondent“ beschrieben.

    „Setz dich am Ufer des Flusses und warte bis die Leiche deines Feindes vorbei schwimmt“.

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