ehrenfeld_200.jpgNach dem derzeitigen Stand unserer Informationen wird es in Sachen Moscheestreit in Köln am kommenden Samstag, 16. Juni, zwei Großveranstaltungen geben. Gegner wie Befürworter des Moscheebaues werden ihre Positionen in öffentlichen Kundgebungen und Umzügen im Herzen des Kölner Stadtteils Ehrenfeld, wo die neue Moschee gebaut werden soll, zum Ausdruck bringen.

Um 11 Uhr treffen sich die Befürworter des Moscheebaus unter dem Motto „Gemeinsam für Religionsfreiheit und den Neubau der Moschee“ zu einer Kundgebung auf dem Neptunplatz an der Venloer Straße in Köln-Ehrenfeld. Die Veranstaltung wird vom DGB organisiert und es werden Redebeiträge von Vertretern der SPD, Grüne, PDS, Verdi, DITIB u.a. angekündigt. Das genaue Programm kann man auf der Homepage des DGB einsehen. Im Anschluss an die Kundgebung ist ein Demonstrationszug über die Venloer Straße zur Bartholomäus-Schink-Straße am Bahnhof Ehrenfeld geplant.

Ebenfalls um 11 Uhr startet ein Schweigemarsch von Moscheegegnern an der Fuchsstraße (Ecke Venloer Straße/ Innere Kanalstraße) der über die Venloer Straße zum Bezirksrathaus Ehrenfeld führen wird, wo eine Abschlusskundgebung vorgesehen ist. Der Schweigemarsch wurde von der Anwohnerinitiative gegen den Moscheebau und der Partei Pro Köln angemeldet. Bei der Kundgebung werden als Gastredner u.a. ein Vertreter des Vlaams Belang aus Belgien und der Vorsitzende der FPÖ, HC Strache, aus Österreich, erwartet. Der Vlaams Belang, der bei den Wahlen am letzten Wochenende in Belgien mit 20% abschnitt, wird außerdem mit einer großen Zahl von Anhängern mit mehreren Bussen anreisen, um an der Veranstaltung teilzunehmen.

Durch die Teilnahme Straches, der auch Fraktionsvorsitzener der FPÖ im österreichischen Nationalrat ist, und dessen Teilnahme der Polizeiführung wie üblich durch die österreichische Botschaft angekündigt wird, werden die Veranstaltungen unter besonders hohen Sicherheitsbedingungen stattfinden. Wir alle erinnern uns an die empörenden Bilder, die jedes Jahr um die Welt gehen, wenn ein deutscher Parlamentarier in Moskau demonstriert und dort attackiert wird. Ähnliche Bilder wird die Kölner Polizei unbedingt verhindern wollen, denn schließlich herrschen in Deutschland keine russischen Verhältnisse.

Keine gesonderte Veranstaltung können wir leider für Islamkritiker anbieten, die zwar gegen den Moscheebau sind, gleichzeitig aber nicht gemeinsam mit Vetretern der genannten rechten Parteien gesehen werden möchten. Eigentlich wäre es eine schöne Aufgabe für die Kölner CDU gewesen, so etwas anzubieten, denn nachdem man die Moscheebaupläne im Rat befürwortet hat, stellt man sich jetzt in der Öffentlichkeit neuerdings dagegen.

Ursprünglich war ein Vertreter der CDU als Redner auf der DGB Veranstaltung für den Moscheebau angekündigt. Wie uns aus CDU-Kreisen mitgeteilt wurde, hat die CDU ihre Teilnahme aber inzwischen abgesagt, da man nicht mit der PDS gemeinsam auftreten möchte. Weiterhin heisst es, die CDU Ehrenfeld und die Junge Union Ehrenfeld, die noch im März das Bürgerbegehren der Anwohner und von Pro-Köln öffentlich unterstützt haben, werden auch nicht offiziell an dem Schweigemarsch gegen die Moschee teilnehmen. Was einzelne CDU-Mitglieder als Privatpersonen am Samstag unternehmen, könne man natürlich nicht wissen.

Beste Aussichten bestehen also für alle, die gerne über die CDU schimpfen hören. Denen empfehlen wir, zunächst auf den Neptunplatz zu gehen, wo die Moscheebefürworter über die fahnenflüchtigen Christdemokraten herziehen werden, und sich anschliessend die fällige CDU-Kritik der Moscheegegner am Bezirksrathaus anzuhören.

Es gilt eben immer noch die alte Weisheit: Man liebt den Verrat, aber nicht den Verräter.

UPDATE: Durch einen Fehler hatten wir zunächst im obigen Text für den Schweigemarsch der Moscheegegner 12 Uhr als Anfangszeit angegeben. Wie wir jetzt erfahren, beginnt der Schweigemarsch aber bereits um 11 Uhr. Wir bitten um Entschuldigung!

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