Islamist KöhlerDie Diskussion auf dem Kirchentag zwischen dem Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche, Bischof Wolfgang Huber, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Ayyub Axel Köhler (Foto) und Bekir Alboga, dem Dialogbeauftragten der DITIB, veranlasste unseren Leser Steffen B., dem Islam-Konvertiten einen offenen Brief zu schreiben.

Sehr geehrter Herr Köhler,

bezugnehmend auf Ihre Diskussionsbeiträge am 07.06.2007 auf dem ev. Kirchentag in Köln, in denen Sie die mangelnde Religionsfreiheit für Muslime in Deutschland beklagen, möchte ich mich mit ein paar Gedanken zu diesem Thema an Sie wenden.

Sie unterstellen uns Christen in Deutschland, dass wir mit Ihrer Religionsgemeinschaft im „Krieg“ leben, oder warum wollen Sie einen „Berliner Frieden“, ähnlich dem Westfälischen Frieden vom 24.10.1648 in Münster. Schließlich ist dieser Frieden nach 30 Jahren Krieg zustande gekommen. Sie unterstellen, dass Ihre Religionsgemeinschaft keine Glaubensfreiheit in Deutschland hat. Können Sie denn konkret belegen, wo Ihrer Religionsgemeinschaft die freie Ausübung des Glaubens verboten wird? Religionsfreiheit ist in Deutschland grundgesetzlich festgeschrieben und wird auch gewährleistet.

Längst nicht alle christlichen Gemeinschaften haben große Kirchen. Sehr viele treffen sich sogar in angemieteten Räumen. Diese sind gar nicht sakral und Glocken haben sie schon gar nicht. Trotzdem fühlen sie sich nicht benachteiligt. Im Gegenteil, dort blüht oft das geistliche Leben besonders gut.

Ich schreibe Ihnen diesen Brief, weil ich viel mehr befürchte, dass eines Tages die Religionsfreiheit in Deutschland nur noch auf dem Papier existiert und meine Kinder ihren christlichen Glauben nicht mehr frei leben können. Warum ich das befürchte? Ich kann Ihnen das erklären.

Zuvor habe ich aber noch ein paar Fragen an Sie. Sie haben in Köln inhaltlich folgendes gesagt: „Auch wir Muslime, seien Sie versichert, stehen zu unserer Verfassung.“ Welche Verfassung meinten Sie eigentlich? Warum konnten Sie denn unser deutsches Grundgesetz nicht beim Namen nennen? Meines Wissens haben Sie bei der Berliner Isamkonferenz Ihre Unterschrift nicht unter diesen Passus gesetzt. Sie haben stattdessen einen der ägyptischen Muslimbruderschaft zugerechneten Mann, der nicht eingeladen war, mitgebracht. Ich vertraue Ihnen nicht. Das liegt daran, dass Ihre Taten nicht mit Ihrem Reden zusammenpassen. Wenn Ihre Religion friedenbringend ist, warum stiften Sie dann nicht zuerst Frieden? Wir Christen werden dazu angehalten. Wir müssen zuerst den Balken aus unserem Auge ziehen, bevor wir den Splitter im Auge unseres Nächsten operieren.

Übrigens haben wir uns für die Schandtaten der Vergangenheit, auch an Muslimen entschuldigt. Sie in Ihrer Position können eine Menge tun und damit beweisen, das der Islam friedlich ist. Wenn Sie das tun, werden Sie in Deutschland keinen Widerstand mehr gegen den Bau von Großmoscheen befürchten müssen. Im Gegenteil, Ihnen wird mit Sicherheit von der breiten Bevölkerung Unterstützung entgegengebracht. Wann fahren Sie also in die Türkei und verlangen eine Entschuldigung für den tausendfachen Mord an den Armeniern 1915? Sie könnten ja auch mit einem Brief an den türkischen Ministerpräsidenten beginnen. Sie könnten auch nach Teheran fahren und Herrn Ahmadinedschad erklären, dass Israel ein souveräner Staat in der UNO ist, also ein uneingeschränktes Existenzrecht hat, und der Iran deshalb diplomatische Beziehungen zu Israel als Geste des Friedens aufnehmen sollte. Bei dieser Gelegenheit könnten Sie sich auch gleich für die Freilassung aller politischen Gefangenen und der wegen ihres christlichen Glaubens Inhaftierten einsetzen. Bitte tun Sie das öffentlich und medienwirksam, denn Herr Ahmadinedschad tut es bei seinen Auftritten auch. Sie könnten auch in Kairo vorstellig werden und mit Nachdruck die ägyptische Regierung an ihre Pflicht erinnern, die christliche Minderheit zu schützen. Damit endlich Schluss ist mit der Entführung von minderjährigen koptischen Mädchen und deren Zwangsverheiratung mit Moslems. Vielleicht glauben Ihnen ja die Moslems in Ägypten, dass so etwas unislamisch ist. Es gäbe noch etliche solcher Möglichkeiten für Sie im Sudan, in Eritrea, im Jemen und natürlich in Saudi-Arabien. Sie könnten den Sponsoren der Moscheebauten sagen, dass Sie deren Geld solange nicht nehmen werden, bis die Christen mit europäischen Mitteln dort Kirchen bauen und sich versammeln dürfen.

Das sind die Gründe, warum ich Ihnen nicht vertraue. Sie tun genau solche Dinge nicht. Also muss ich vielmehr befürchten, dass Sie die Verhältnisse in den Ländern, die ich genannt habe, auch in Deutschland hergestellen wollen. Diese Länder werden alle vom Islam politisch beherrscht. Keines dieser Länder kennt Religionsfreiheit. Kennen Sie vielleicht ein Land, das politisch vom Islam beherrscht wird und Religionsfreiheit gewährt? Wenn ja, wäre ich für eine Information dankbar. Ich kenne nämlich keins.

Wir müssen uns immer wieder Forderungen von Seiten der moslemischen Religionsgemeinschaften anhören, unser Selbstverständnis des Glaubens wird aber nicht akzeptiert. Wissen Sie, Jesus sagt in der Bibel in Matthäus, Kapitel 28, Verse 19 und 20, dass wir Christen in alle Welt gehen sollen und alle Menschen zu seinen Jüngern machen. Das ist ein echter Auftrag, den wir Christen ernst nehmen und der von Ihnen im Rahmen der Religionsfreiheit zu tolerieren und zu akzeptieren ist. Sie missionieren schließlich auch und das ist Ihr gutes Recht. Auf dieser Basis ist an einen Dialog auf Augenhöhe zu denken. Jeder Mensch sollte sich doch ganz und gar persönlich für den Glauben, den er leben will, entscheiden können. Niemand wird als Christ geboren, und niemand wird als Moslem geboren. Zu einem Glauben muss man sich bekennen. Unter Umständen wechselt man auch das Bekenntnis, wenn es geboten erscheint, was Sie ja auch getan haben. Das ist eine ganz und gar persönliche Sache. Die nötigen Informationen sollten aber doch allen Menschen gleichermaßen zur Verfügung stehen. Bibeln sind aber in islamischen Ländern immer noch unerwünscht bis verboten. Setzen Sie sich doch dafür ein, dass Moslems überall auf der Welt auch Bibeln besitzen dürfen. Das wird Sie glaubwürdig machen. So wie Sie allerdings bisher agieren, kann kein Vertrauen wachsen. Ich jedenfalls möchte auch in Zukunft überall in Deutschland singen und beten dürfen, möchte essen und trinken was mir gefällt und möchte, dass meine Frau in Minirock und Top nicht als „unbedecktes Fleisch“ gilt. Vor allem möchte ich, dass meine Kinder und deren Kinder in Deutschland immer noch uneingeschränkte Religionsfreiheit vorfinden! Tun Sie also etwas dafür, Herr Köhler!

Mit freundlichen Grüßen

Steffen B.

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