UntergrundDer islamkritische Beitrag von Michael Spreng vom 11. Juni hat nun auch Ralph Giordano dazu bewogen, einen Leserbrief – süffisant als „Meldung aus dem Untergrund“ umschrieben – an das Hamburger Abendblatt zu schicken. Wir fragen uns: Ist das Abendblatt womöglich die erste deutsche Zeitung, die das Thema „Islam“ künftig nicht mehr aus der gutmenschlichen Perspektive behandelt?

Hier nun aber Ralph Giordanos Antwort auf Michael Spreng:

Meldung aus dem Untergrund: Gratulation, lieber Michael Spreng, zu Ihrem Artikel „Islam – das Ende der Toleranz“, und volle Übereinstimmung mit ihm: Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem – er steht auf dem Prüfstand der Geschichte!

Doch ehe heraus ist, was das Ergebnis sein wird, hat uns das Dilemma einer total verfehlten Immigrationspolitik und der knieweiche Relativismus der politischen Klasse mit ihrer falschen Toleranz vor die Schicksalsfrage der Nation gestellt: Sind das patriarchalische Menschenbild und das Staats- und Religionsmodell des Islam überhaupt einverträglich mit der Offenen Gesellschaft und ihren demokratischen Errungenschaften wie Rechtsstaatlichkeit, Säkularität und Meinungsfreiheit?

Also mit dem, was der Fatwa-bedrohte Salman Rushdie einmal salopp so beschrieb: „Küssen in der Öffentlichkeit, Schinken-Sandwiches, offener Streit, scharfe Klamotten, Kino, Musik, Gedankenfreiheit, Schönheit, Liebe“. Wunderbar! Man muss aber wohl ein großer Optimist sein, um das in Übereinstimmung zu bringen mit dem politischen Islam. Die unbequemste aller unbequemen zeitgenössischen Wahrheiten: Er ist ein Angriff auf unsere Lebensform – und die Diskussion darüber endlich in vollem Gange.

Kuriosum meiner späten Tage: Ich musste 84 werden, um mich zum ersten Mal mit einer deutschen Mehrheit einig zu wissen . . .

Dr. phil. hc. Ralph Giordano

(Spürnase: Hojojutsu)?

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