Totgeschwiegen: Staatsterror gegen Iraner

iran_frauen.jpgMenschenrechtsverletzungen sind für Linke und ihre Medien nur dann interessant, wenn sie sich im Sinne der eigenen politischen Ziele instrumentalisieren lassen. Besonders also, wenn sie sich anbieten, um Stimmung gegen die USA oder Israel zu machen. Die Zustände im Iran sind keine Meldung wert, denn wer diese anspricht, gilt als Unterstützer amerikanischer Kriegspläne, die wiederum in der verqueren Logik die inneriranische Unterstützung für das islamische Terrorregime nur wachsen ließen.

Auf der von Regimekritikern gestalteten Nachrichtenseite „Iranzukunft“ finden sich dagegen die Meldungen, die sonst verschwiegen werden. Es gibt einen wachsenden Widerstand gegen das islamfaschistische Regime der Mullahs und im Gegenzug einen geradezu paranoiden Staatsterror zur Vernichtung jeden Freiheitswillens.

Schon seit Monaten läuft eine brutale Kampagne zur Durchsetzung der islamischen Kleiderordnung für Frauen in der Öffentlichkeit. Durchgeführt von der gefürchteten weiblichen Polizei werden Frauen, deren Kleidung als unangemessen angesehen wird, weil vielleicht eine Haarsträhne aus dem Kopftuch hängt, auf offener Strasse drangsaliert, geschlagen und in Gefängnisse verschleppt. Das Vorgehen der muslimischen Ordnungshüterinen ist dabei so brutal, dass es immer wieder zur Solidarisierung von Passanten kommt, die gelegentlich zur erfolgreichen Befreiung festgenommener Frauen führen.

Auch an den Universitäten brodelt es. Auch hier ist der Auslöser die verschärfte Kleiderordnung für weibliche Studierende. Studenten reagieren mit Hungerstreiks und stellen ihre Essenstabletts entlang des Weges von der Mensa zur Universitätsverwaltung ab. Die Polizei reagiert mit Verhaftungen und Staatsanwälte fordern die Todesstrafe wegen „Rowdytums“.

Ganz allgemein misstrauen die Terrorgreise des Regimes allem, was jung ist und keinen Vollbart trägt. In letzter Zeit häufen sich wahllose Verhaftungen von Jugendlichen, die besonders nachts auf den Straßen von maskierten Schlägertrupps der Polizei überfallen und in Gefängnisse verschleppt werden. Der Terror ist so schlimm geworden, dass Jugendliche sich abends kaum noch auf die Straße trauen, was nicht immer hilft. Denn inzwischen verschleppen die Maskierten Jugendliche auch aus Wohnungen.

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Iranische Widerstandsgruppen rufen für den 30. Juni zu einer Protestkundgebung in Paris auf. Obwohl es sich insbesondere bei den betroffenen Studenten hauptsächlich um Linke handelt, wird die Aktion bislang lediglich von den französischen Sozialisten unterstützt. Deutsche Linke zeichnen lieber in Übereinstimmung mit deutschen Rechtsextremisten das Bild einer solidarischen Volksgemeinschaft im Iran, die an der Seite ihres Präsidenten gegen die amerikanische und israelische Bedrohung steht.

Die Genossen, die derweil im Iran sterben, sind egal und werden dem guten Zweck des Antiimperialismus gern geopfert. Nach linkem Kulturrassismus gilt, dass die kulturelle Prägung islamisierter Völker zu einer Art Schmerzfreiheit gegenüber Steinigungen und Folter zu führen hat. Die Iraner selbst scheinen das anders zu beurteilen. Immerhin gehört ihr Land zu den wenigen muslimisch vergewaltigten Ländern, die tatsächlich einmal eine zivilisatorische Hochkultur entwickelten. Das scheint das Schmerzempfinden zu steigern.