parishilton_200.jpgNichts als Ärger hat Queen Elizabeth dieses Jahr mit den anlässlich ihres Geburtstages neuernannten Rittern. Wegen dem einen, Sir Salman Rushdie, randaliert der Muslimmob in Iran, Pakistan, Kashmir, Indonesien und Ägypten. Ein anderer, der Unterhosenschneider Joseph Corre lehnt die Auszeichnung jetzt glattweg ab, um gegen den Irakkrieg zu protestieren. Dabei halten wir seine Kreationen, mit Verlaub, für typische Luftnummern.

Die Netzzeitung berichtet in der äußerst delikaten Angelegenheit:

Unterwäsche-Designer Joseph Corre, zu dessen Kundinnen Paris Hilton und Kate Moss gehören, hat seine Erhebung in den Ritterstand aus Protest gegen den Irak-Krieg zurückgewiesen. Er könne eine Auszeichnung auf Veranlassung der «moralisch korrupten» Regierung von Premierminister Tony Blair nicht akzeptieren, erklärte der Gründer des Labels Agent Provocateur britischen Medienberichten zufolge.

Der 39-jährige Sohn der Modedesignerin Vivienne Westwood war in der vergangenen Woche von der Regierung aus Anlass des offiziellen Geburtstages der Queen zur Aufnahme als Mitglied des Order of the British Empire (MBE) vorgeschlagen worden. Corre hatte diesen untersten Rittertitel, der noch nicht mit dem Titel «Sir» verbunden ist, zunächst angenommen, dann jedoch seine Meinung geändert.

Soso, für Paris Hilton schneidert der verweigerte Ritter also Unterhosen. Paris Hilton? Mit Verlaub, Majestät, sowas finden Sie so gut, dass Sie den Kerl gleich zum Ritter schlagen wollen? Da ging doch kürzlich ein Bild (siehe Bild) durch die seriöse Boulevardpresse. Wir haben die peinliche Stelle mit Rücksicht auf unsere sehr konservative Leserschaft selbstverständlich übermalt. Aber vorher haben wir ganz genau hingeguckt, und schwören deshalb jeden Eid: Majestät, schicken Sie uns dafür aufs Schafott, aber wie einst der mutige Knabe in „des Kaisers neuen Kleidern“ müssen wir darauf bestehen:

Paris Hilton trägt überhaupt keine Unterhose!

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18 KOMMENTARE

  1. naja, sie wollte ihm doch auf diese weise nochmal dafür danken, dass sie dank der neuen unterwäsche wieder mehr spaß in der kiste hat.

  2. …es wäre doch auch noch nobel und sehr
    solidarisch von ihm gewesen, wenn er
    als Begründung der Ablehnung neben dem Inrakkrieg auch noch die Krise in der Nähmaschinenindustrie mit aufgeführt hätte.
    Zumindest besässe die ganze Aktion dann auch noch etwas verwandte Bodenhaftung. Irgendwie
    wirkt er nun damit, wie ein etwas zu spät gekommener Micheal Moore, nur eben jetzt auch noch etwas tumber als der ….

  3. Zwar habe ich keine Ahnung, wer Paris Hilton ist (beide Namensteile als Einzelbegriffe sagen mir demgegenüber schon etwas), aber nach meiner Ansicht hat sie unser Mitgefühl verdient, wenn sie so arm ist, dass sie sich noch nicht einmal ein Unterhöschen leisten kann. Immer dann, wenn die Sonne scheint, erschüttert mich der Anblick ebenso armer Frauen, die offenbar nur viel zu kurze Hemdchen besitzen und deshalb ihren Bauchnabel zeigen müssen, weil ihre finanziellen Mittel so weit unter dem Existenzminimum liegen, dass sie noch nicht einmal ihre Blöße decken können. Ob es dieses Phänomen ist, das man als „neue Armut“ bezeichnet?

  4. SPÜRNASEN-NEWS:

    Heribert Prantl hat wieder ganze Arbeit geleistet!

    http://www.sueddeutsche.de/,tt6m3/muenchen/artikel/918/119772/

    Das darf man nicht unterdrücken“
    Eine Schülerin schreibt das erste Abitur mit dem Fach Türkisch in Bayern – und das in Pasing. „Kutlu olsun, on iki puan“: Herzlichen Glückwunsch, 12 Punkte!
    Von Christa Eder

    vergrößern Hat dafür gekämpft, dass sie Türkisch wählen durfte: Buket Babacan, 20.
    Foto: ahed

    Türkischunterricht an bayerischen Gymnasien ist eine Seltenheit. In München gibt es eine einzige Schule, an der Türkisch als Wahlfach angeboten wird: Das Elsa-Brändström-Gymnasium in Pasing. In der vergangenen Woche hat dort eine Schülerin das erste Abitur mit dem Fach Türkisch in Bayern abgelegt.

    „Ich wollte in erster Linie meine Muttersprache verbessern und etwas mehr über mein Land erfahren“, sagt Buket Babacan, 20. „Und weil es von der Kombination her ging, konnte ich das Fach fürs Colloquium wählen.“

    Verlangt wurde ein Referat über die Probleme von Jugendlichen an deutschen Schulen, die Interpretation einer Karikatur sowie eine Erläuterung über unterschiedliche Erzählformen in der türkischen Literatur. „Das war schon anspruchsvoll, aber machbar“, sagt Buket, die mit ihrer Note, 12 Punkte, ganz zufrieden ist.

    Wie viele jugendliche Türken spricht auch Buket mit ihren Eltern türkisch, mit ihren Geschwistern und Freunden „halb-halb“. Und das sei das Dilemma, sagt Susanna Happ, ehemalige Direktorin am Elsa-Brandström-Gymnasium und Initiatorin des Wahlfach-Angebots.

    „Die Schüler kennen den Hintergrund ihrer Sprache nicht. Sie können weder richtig Deutsch noch richtig Türkisch. Doch es ist wichtig, über das eigene Land und seine Kultur Bescheid zu wissen – auch fürs Selbstbewusstsein. Das geht nur über die Muttersprache, und das darf man nicht unterdrücken“, mahnt Happ.

    „In der Türkei gibt es auch Literatur?“

    Vielen jungen Türken, die hier aufwachsen, erscheint ihre Heimat wie ein anderer Planet. Als 2004 der ersten Wahlkurs am „Elsa“ startete, habe sie eine junge Türkin ganz baff gefragt, „Was? In der Türkei gibt es auch Literatur?“, erinnert sich Happ. „In dieser Hinsicht kriegen sie von zu Hause nichts mit.“

    Freilich bringt das Wahlfach im Abitur einen kleinen Heimvorteil, wie ihn auch die spanischen und italienischen Abiturienten haben. Zudem können die Absolventen in der Türkei studieren, ohne eine weitere Prüfung ablegen zu müssen. „Das sprachliche Level reicht aus“, sagt Happ.

    Allerdings muss jeder, der Türkisch später als Abiturfach wählt, in der Schule eine Feststellungsprüfung ablegen. Derzeit nehmen 24 Gymnasiasten aus allen Teilen Münchens an einem Wahl- und Grundkurs in Türkisch teil. Im kommenden Schuljahr soll ein weiterer am Werner-von-Siemens-Gymnasium eingerichtet werden.

    Und auch für die Abiturprüfung im nächsten Jahr haben sich schon zwei neue Kandidatinnen angemeldet. Weil das Elsa-Brändström-Gymnasium für die meisten Teilnehmer zu weit entfernt ist, gibt es eine „Zweigstelle“ am zentraler gelegenen Klenze-Gymnasium. Dort findet auch der Grundkurs zur Vorbereitung des Abiturs statt.

    In München leben etwa 52000 Türken. Sie sind die stärkste Ausländergruppe, eine eigene Schule haben sie aber nicht. Selbst ihre Sprache wird an kaum einer Schulen gelehrt. Zwar gibt es an den Grundschulen vereinzelt muttersprachlichen Ergänzungsunterricht, doch der soll vom Schuljahr 2008/2009 an ganz abgeschafft werden und nur noch außerschulisch stattfinden. „Ich finde das sehr bedauerlich“, sagt Happ. „Da wird den Kindern die Möglichkeit genommen, eine Verbindung zu ihrer Identität und zu ihren Traditionen aufzubauen.“

    Aus eigenem Budget

    An den Gymnasien ist Türkisch als Wahl- und Grundkurs schon seit 1999 in den Lehrplänen festgeschrieben, nur: Es wurde nirgendwo ein solcher Kurs angeboten. Erst als Buket Babacan an ihrer Schule nachfragte, kam der Stein ins Rollen. „Letztlich kam alles auf ihre Initiative hin zustande“, sagt auch Ex-Direktorin Happ.

    Bis zur ersten Unterrichtsstunde mussten allerdings noch bürokratische Hürden genommen werden. Das Kultusministerium bewilligte zunächst keine zusätzliche Stunde, weil der Antrag über ein staatliches Gymnasium gestellt werden musste, was dann auch vom Klenze-Gymnasium übernommen wurde.

    Zum Glück war der Schulleiter des Elsa – als einziger in München – bereit, eine Stunde aus seinem eigenen Budget zur Verfügung zu stellen. Viel Unterstützung kam auch von der Bildungs- und Erziehungsplattform, eine Interessensgemeinschaft türkischer Eltern, Schüler und Lehrer.

    Yasemin Hücel leitet den Türkischkurs. Eigentlich ist sie Vollzeitlehrerin am Luisengymnasium und unterrichtet dort Deutsch und Geschichte. Als Susanna Happ anrief, musste man sie nicht lange überreden. „Ich habe selbst immer wieder versucht, einen Türkischkurs einzurichten, aber es hat nicht geklappt“, sagt Hücel.

    Für ihre Klasse, zwölf Mädchen und ein Junge, ist sie Lehrerin und Vertrauensperson. „Die Schülerinnen haben zu ihr einen ganz anderen Zugang als zu einer deutschen Lehrkraft“, sagt Happ.

    Noch hat sich kein deutscher Schüler für den Kurs angemeldet, doch das könnte sich bald ändern, meint Hücel: „Die Bedeutung der Türkei als Handelspartner für Deutschland wächst. Türkisch wird dann auch für deutsche Schüler interessant.“ Zudem sei Türkisch eine „sehr schöne, logische Sprache“, bekräftigt Happ.

    Hücels Schüler scheinen jedenfalls gern in den Unterricht zu kommen: Auf die Tafel haben sie vor Unterrichtsbeginn „Turkce’yi seviyoruz“ geschrieben, das heißt: „Wir lieben das Türkische.“ Und das trifft auch auf Buket zu. Auf die Frage, was sie denn studieren will, sagt sie: „Auf jeden Fall etwas, was mit meiner Heimat zu tun hat.“

  5. #6 Bei der SZ funktioniert die Prantlsche Gutmenschenschere im Kommentarbereich reibungslos – widerlich diese erziehungsdiktatorische Ideologie, ungetrübt von jeglichem Widerspruch schmoren sie vor sich hin in ihrem linken Spießersaft.

    ———————————————

    Arbeitskreis kritischer Prantladepten am Gotzinger Platz

  6. Zitat: „Vielen jungen Türken, die hier aufwachsen, erscheint ihre Heimat wie ein anderer Planet. Als 2004 der ersten Wahlkurs am „Elsa“ startete, habe sie eine junge Türkin ganz baff gefragt, „Was? In der Türkei gibt es auch Literatur?“, erinnert sich Happ.“

    Hoppla, DAS wundert mich aber auch 🙂

  7. “Vielen jungen Türken, die hier aufwachsen, erscheint ihre Heimat wie ein anderer Planet.“

    Ja, das geht auch zunehmend vielen Deutschen so.

  8. Guido Westerwelle ist seit seiner letzten Rede vor der Versammelten FDP um einiges sympathischer. Wie hat er es formuliert: Hier steht die Freiheitsstatue von Deutschland oder so ähnlich.

    Wir übernehmen dies gleich und vermelden, dass bei uns die Freiheitsstatue von und für Paris Hilton steht! Punkt. Wir von der Realität ware nicht erfreut über das radikalen Vorgehen gegen die Hotelerbin. Nicht dass ein Rechtssystem nicht entschieden gegen Trunkenheit am Steuer vorgehen sollte, doch ein Gesetz, dass nur des Gesetztes Willen durchgedrückt wird, hat nichts mit dem Schutz des Bürgers zu tun. Während Mörder und Vergewaltiger, Pädophile (O.J. Simpson, Michael Jackson etc.) mit grossem Budget frei rumlaufen, darf man am Kind einer reichen Familie zwanghaft ein Exempel statuieren?!

    Es verwundert daher auch nicht, dass gerade die Freunde von Michael Jackson die Islamic Society in Nord America gegen die kurze Freilassung von Paris Hilton amok liefen und Feuer und Asche gegen die vermeintliche kapitalistische Zweikastenzivilisation liefen.

    Selbstverständlich kann man über andere Lästern und Paris Hilton bietet viel zu lästern, das ist ja ihr Job, doch man sollte nicht auf einen pseudo Hass verfallen, der einem das Bild auf den Menschen verzerrt. Sind wir ehrlich – was gibt es schon an Paris Hilton als Person zu „hassen“??

    Und die meisten der wahren Ritter sind sowieso im Irak stationiert – egal was die High Society rauslässt. 😉

  9. Quatschkopp!

    Orhan Pamuks Bücher sind einfach gut!!!

    Nazim Hikmet war einfach gut!!

    Es gibt viel Literatur in der Türkei, und wie auch in Deutschland, das sind die ersten und besten Kritiker des Islam.

  10. Während Paris Hilton im Knast sitzt, bleiben in Deutschland Rütli-Borats, die mit 120 Sachen in 30er-Zone jemanden totgefahren haben (PI hat berichtet) in der Freiheit. Das zeigt die Vorzüge der amerikanischen Justiz.

  11. @6 Eurabier
    „Doch es ist wichtig, über das eigene Land und seine Kultur Bescheid zu wissen – auch fürs Selbstbewußtsein. […] Vielen jungen Türken, die hier aufwachsen, erscheint ihre Heimat wie ein anderer Planet.“
    Ob diese jungen TürkInnen deutsche Staatsbürger sind ? Wenn ja, warum ist „ihr eigenes Land“ und ihre Heimat dann die Türkei ?
    Immerhin hat die junge Türkin/Deutsche(?) Abitur gemacht – das hebt sie auf jeden Fall positiv von den Rütli-Borats ab.

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