Rütli pinkSchon im Vorfeld war sie über die Grenzen der Schweiz hinaus in aller Munde, die offizielle 1. Augustfeier 2007 zum Geburtstag der Schweizerischen Eidgenossenschaft auf der Rütliwiese am Urnersee. Der Wiese, auf der die Eidgenossen 1291 den Eid geschlossen haben sollen: „Zu sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not sich zu trennen und Gefahr.“

In diesem Jahr wurde diskutiert, ob sie überhaupt stattfinden solle, die Rütlifeier. Unklar war auch lange, wer dafür bezahlen soll, die Rechtsextremen von der Rütliwiese fern zu halten. Außerdem fragten sich viele, ob es sinnvoll und machbar sei eine „reine Frauenfeier“ auf dem Rütli zu veranstalten, wie sie die beiden „höchsten Schweizerinnen“ Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey und Nationalratspräsidentin Christine Egerszegi-Obrist geplant hatten.

Dann am Morgen des ersten August, war im Schweizer Radio von „Fernduellen“ zwischen Bundesrat Christoph Blocher, der seine Rede auf einer Bundesfeier im ebenfalls urnerischen Skiort Andermatt hielt, mit Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey (SP) zu hören. So habe Blocher angezweifelt, „ob eine Sozialdemokratin überhaupt würdig sei, auf dem Rütli zu sprechen“. Calmy-Rey dagegen attestierte den Worten ihres SVP (Schweizerische Volkspartei) Bundesratskollegen Blocher soviel Wahrheitsgehalt, wie wenn jemand behaupten würde, „das Monster von Loch Ness im Urnersee gesichtet zu haben“.

Was dann am Nachmittag auf der Bundesfeier tatsächlich geschah – der Bericht einer Augenzeugin:

RütliÜbervolle Kursschiffe brachten die 2000 offiziellen Gäste, das bedeutet Menschen, die sich im Vorfeld um Gratistickets bemüht hatten, von Luzern aus auf dem Seeweg zur Rütliwiese. Dass nicht jede und vor allem nicht jeder ein Ticket bekam, der eins haben wollte, ist kein Geheimnis. Die Polizei hat alle Ticketbesteller überprüft und alle Ausweise kontrolliert – rechtsextreme Aufmärsche auf dem Rütli sollten in diesem Jahr der Vergangenheit angehören. Auch der Landweg wurde von der Polizei schon seit dem Vorabend lückenlos überwacht. So gingen der Urner Polizei denn auch tatsächlich einige Skins ins Netz, die mit 12 Schlauchbooten versucht hatten „ihre Nationalwiese“ zu erreichen.

Die Gäste selber waren anders zusammengesetzt als in anderen Jahren: Die fünf Glatzköpfe, die es trotz allem auf die Wiese geschafft hatten, wurden sofort wieder verwiesen. Das übrige Publikum setzte sich aus Familien zusammen und tatsächlich kamen sehr viele Frauen: Nicht nur die üblichen Trachtendamen, sondern vor allem auch auffällig pink gekleidete Frauen von den Schweizerischen Frauen- und Friedensorganisationen, die Postkarten zur Solidaritätsbekundung mit Micheline national verteilten.

RütliObwohl auf der offiziellen, allen Festbesuchern ausgehändigten „Ordnung für die 1. August-Feier auf dem Rütli“ ausdrücklich vermerkt war, es sei verboten Transparente, Propagandamittel und Fahnen – mit Ausnahme der Schweizerfahne und den offiziellen Kantonsfahnen – mitzubringen, galt diese „Ordnung“ anscheinend nur für Gruppierungen des Rechten und Linken äußeren Rands. So konnten die Pink-Solidarität-Damen denn auch ungestört Propagandamaterial verteilen, abgeänderte Micheline-Schweizerfahnen schwenken und ungehindert mit „Danke / Merci Micheline“ Transparenten herumlaufen. Was pink ist und solidarisch kann ja wohl auch nicht gewalttätig sein, oder? Schließlich war die Feier ja auch so einmütig, so friedlich. Mit dem Kinderchor neben den Trachtendamen, den Pink-Aktivistinnen neben den Schweizer Familien und den Fahnenschwingern und Alphornbläsern neben den Politikerinnen. Idyllisch, nicht wahr?

Die Frau im Zentrum selber, Bundespräsidentin Micheline Camly-Rey, sprach in ihrer Rede denn auch davon, dass die Rütliwiese keinen extremen Gruppierungen von rechts und links gehöre, sondern den (pinken) Anwesenden. Den Menschen, die für eine solidarische, pazifistische, demokratische Schweiz stehen. Eine multikulturelle, „moderne“ Schweiz, in der Werte, wie Glaubensfreiheit, Redefreiheit und Versammlungsfreiheit Grundpfeiler sind. Sie dachte dabei vermutlich vor allem an ihren festen Glauben, auf dem Rütli eine Rede halten zu dürfen, zu der sich die versammeln sollten, die zu ihrer Fan-Gemeinde gehören. Wer im Vorfeld gegen diese Versammlung war, hatte gemäß Aussagen der Präsidentin der Rütlikomission Dr. Judith Stamm sowieso bloß „Angst vor starken Frauen“.

Rütli MichelineTrotz der vielen Frauenpower auf dem Rütli unter anderem mit Aufmarsch der Bundespräsidentin, der Nationalratspräsidentin, der Bundeskanzlerin und der Präsidentin der Rütlikomission – alles Frauen – beklagte sich Micheline national in ihrer Rede, in der Schweiz hätten die Frauen in der Politik nichts – oder doch zu wenig – zu sagen. Zudem verteilte Calmy–Rey ganz nebenbei ein paar Seitenhiebe gegen die von der SVP lancierte „Volksinitiative zur Ausschaffung krimineller Ausländer“: es gehe nicht darum auszugrenzen, sondern einzuschließen und zu integrieren, meinte sie. Diese Integrationspolitik sei Teil der „schweizerischen Identität“. Für diese Wort erhielt die Bundespräsidentin einen nicht enden wollenden Applaus von der Pink-Frauen-Front mit stehenden Ovationen.

Mit etwas weniger Enthusiasmus wurde die Rede der Nationalratspräsidentin Egerszegi-Obrist aufgenommen. Sie war nüchterner, weniger Energie geladen, weniger auf den Applaus des Publikums ausgerichtet. Egerszegi betonte die Stärken der schweizerischen Konsenspolitik und stützte mit ihren Worten das System der direkten Demokratie. Sie wolle „Stimmbürgerinnen und Stimmbürger statt Stummbürgerinnen und Stummbürger“. So sind die Schweizerinnen und Schweizer nach Egerszegi denn jetzt auch ein „einig Volk“, nicht mehr, wie es in Friedrich Schillers Drama „Wilhelm Tell“ heißt „ein einig Volk von Brüdern“, jedoch immer noch eins, das „in keiner Not sich trennen will und Gefahr“.

Zum Abschluss der Bundesfeier stimmten die meisten Anwesenden in die Schweizer Nationalhymne ein. Selbstverständlich nicht alle, heißt es doch da: „betet, freie Schweizer, betet“ – nicht „betet freie Schweizerinnen“ und „eure fromme Seele ahnt, Gott im hehren Vaterland“ – nicht „Mutterland oder Mutter Erde“. Hier besteht offenbar, zumindest von pink-Seite her, noch Handlungsbedarf.

Rütli KompassUnd wie soll es jetzt weitergehen? Das weiß niemand so genau, vermutlich enthält deswegen das offizielle 1. August-Abzeichen zum schweizerischen Nationalfeiertag 2007 auch gleich einen eingebauten Kompass (Foto links). Die pinkrosa Seifenblase zerplatzte jedoch bereits als sich die Rütli-Besucherinnen und Besucher auf den Heimweg machten. Eine vorher von Rechtsextremen platzierte Bombe ging mit lautem Knall hoch. Verletzt wurde dabei niemand. Nach der offiziellen Bundesfeier gehörte das Rütli wieder den Glatzköpfen. Sie kamen mir bei meinem Rückweg durch den Wald entgegen und grüßten mich beim Vorbeigehen freundlich, trotz Schlagstöcken und grimmigen Blicken.

Hier die Reden von Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey und Nationalratspräsidentin Christine Egerszegi-Obrist:

Teil 1:

Teil 2:

Teil 3:

Teil 4:

» SF-Tagesschaubericht übers Rütli Teil 1 und Teil 2
» SF-Tagesschaubericht über das Fernduell Blocher – Calmy-Rey

(Gastbeitrag von Christine Dietrich)

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25 KOMMENTARE

  1. Ganz großartiger Beitrag, dessen mutiger Widerstand gegen die Mutterkuh der Political Correctness wahrscheinlich nur von ganz wenigen geschätzt werden kann.

    Es ist nicht ganz leicht, sich gegen Islamophilie zu stellen. Das ist politisch inkorrekt und man befindet sich in einer Minderheit damit, aber es ist eine gemütliche Minderheit.

    Sich gegen den Feminismus zu stellen, ist so maßlos politisch inkorrekt, dass ich mich das nur selten öffentlich traue. Ich habe Angst, damit Mitstreiter zu verprellen.

    Er ist eine Katastrophe! Nicht Frauen in der Politik sind eine Katastrophe … Maggie Thatcher und Golda Meir haben sich ihre Positionen verdient und auch richtig ausgefüllt.

    Pink-Femi-Quoten-Nörgel-Kühe mit ihrem Bemutterungskomplex, den sie besser an einem Stall voll Gören oder im Fall, dass sich verständlicherweise keiner bereit findet, ihnen die zu machen, an einem Stall voll Zwergkaninchen ausleben würden anstatt an „Pazifismus“…

    oh mein Gott, es gibt dunkle Momente, in denen ich als Frau dafür stimmen würde, das Frauenwahlrecht abzuschaffen!

    Diese Femi-Dummtussen haben gar nichts mit weiblichem Selbstbewusstsein zu tun. Sie sind das krasse Gegenteil davon und es ist nicht gut, dass sie mittels Quoten in Positionen kommen, in die ein Mann mit vergleichbarer Intelligenz nicht käme (obwohl auch männliche Politiker oft zum Kotzen sind, die allergrößten Dummbatzen sind nunmal leider frauenbewegte Quotenfreaks).

    Du hast das alles sehr subtil ausgedrückt, Christine. Wunderbar beschrieben.

    Ich habe es verstanden … glaube ich. Ich finde, dieser Artikel ist eine der ganz besonderen Perlen auf PI.

    Thx. Ich habe jedes Wort genossen.

  2. Ja, ein guter Beitrag. Ich habe bei @kewil von „Fakten und Fiktionen“ ofter über Frau Calmy–Rey gelesen und es kann einen nur grausen, wie diese Frau in ihr Amt gekommen ist und vor allem was sie da macht. Dummtusse ist da noch sehr vornehm ausgedrückt.

    http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=16593&CategoryID=66

    „«Departementschefin schlägt vor, dass ein Seminar zur unterschiedlichen Perzeption des Holocausts an einem der Genfer Zentren organisiert werden könnte.»

    Der Vorschlag, der in einem Dokument mit dem Vermerk «Vertraulich» festgehalten ist und der Weltwoche vorliegt, ist ein diplomatischer Fehltritt erster Güte. Sowohl der iranische Präsident Achmadinedschad als auch andere Vertreter der iranischen Regierung haben den Genozid an den Juden wiederholt in Abrede gestellt. Unmittelbar vor dem Treffen in Bern hatte das iranische Aussenministerium in Teheran eine Konferenz organisiert, an der auch weltbekannte Holocaust-Leugner zu Wort kamen. Indem die EDA-Chefin und Bundespräsidentin persönlich anregte, die «unterschiedliche Perzeption des Holocausts» zu diskutieren, erweckte sie gegenüber den Iranern den Eindruck, es gäbe in Bezug auf den Massenmord an den Juden Interpretationsspielraum. Weiter noch: Indem sie ihnen in der Schweiz eine Plattform anbot, um ihre Holocaust-Leugnung zu artikulieren, legitimiert sie sie die Relativierer des Massenmordes.“

  3. #1 Starhemberg (01. Aug 2007 22:03)
    – Erster –

    Welch Zufall mit dem Namen “Rütli”.
    Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

    —-

    Das hat einen Zusammenhang. Die Rütli – Schule war mal eine Musterschule. Der Name war bewusst gewählt.

  4. Jaja dankt der Micheline nur! Ist doch lächerlich, wenn Sie sich auch für andere politische Themen, wie für die Feier auf dem Rütli so einsetzen würde, säh es vielleicht in der Schweiz etwas besser aus.

    Was hat die Schweiz davon, wenn die Leute auf dem Rütli stehen können? Ich würde es begrüssen, wenn Sie sich mal auf Ihr Amt konzentrieren würde und aufhören würde, sich für etwas so unwichtiges wie eine Feier, als Heldin vergöttern zu lassen (ich meine das nicht abwertend für die 1. August Feier).

    Ihr Amt sieht folgendes vor:

    Die Wahrung der Unabhängigkeit und Wohlfahrt des Landes ist das oberste Ziel der schweizerischen Aussenpolitik. Um es bestmöglich zu erreichen, engagiert sich die Schweiz für das friedliche Zusammenleben der Völker, für die Bekämpfung der Armut, für Menschenrechte und Demokratie sowie für den sorgsamen Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen. Zudem unterstützt sie die Tätigkeit der Schweizer Wirtschaft im Ausland.

    „Na Micheline nun wieder zum Tagesgeschäft, bald schon ist der nächste 1. August und dann kannst du dich wieder von neuem für den Kampf um die Rütlifeier bemühen.“

  5. Die Rosa-Grünen-Linken sind doch einmal angetreten, etwas Neues einzuführen, gegen die alten Strukturen, aber seit dem Anfang haben sie ihr Programm offensichtlich für alle Zeiten festgeschrieben und sind nicht bereit, auch nur ein Wort daran zu ändern – gut ist demnach:

    Gegen Rechts – gegen Frauenunterdrückung – gegen Fremdenfeindlichkeit – gegen Umweltverschmutzung …

    Erstens haben sie hauptsächlich „Gegen“-Positionen, „Für“ sind dann irgendwelche verschwommenen, unrealistischen Paradiesvorstellungen. Zweitens sind sie jetzt die neuen verkrusteten Strukturen, die sich weigern, auch nur ein Jota von ihrem Glaubensbekenntnis abzuweichen: Und das Wort ist Programm geworden, wer dagegen ist, ist ein Ketzer!

  6. Beeindruckender Bericht.

    Ich wusste schon immer, dass Frauen mit Doppelnachnamen mit Vorsicht zu genießen sind…

    Es ist sehr erstaunlich, was für Leute in Positionen kommen, die eigentlich von altruistischen, nicht gierigen, Leuten ausgeübt werden sollte, zumindest im demokratischen System.

  7. Die Linken sind:
    – für den Frieden
    – für Schwule und Lesben
    – für Religionsfreiheit
    für den Islam

    Der Islam ist:
    – gegen den Frieden
    – gegen Schwule und Lesben
    – gegen Religionsfreiheit

  8. Ich schätze PI ausserordentlich, muss mich nun aber doch sehr über die Kommentare an dieser Stelle wundern.

    Ein wahre liberale, den Werten der Aufklärung verbundene Haltung zu vertreten, heisst auch, eine feministische Haltung zu vertreten. Denn Feminismus ist nichts anderes als auf das Ziel Gleichstellung der Geschlechter hin zu arbeiten. Eine Alice Schwarzer oder eine Ayaan Hirsi haben das genau so begriffen wie vor ihnen auch ein John Stuart Mill.

    Frauen (darunter oft linke), die sich zwar Feministinnen nennen, aber gleichzeitig dem Kulturrelativismus frönen, sind letztlich nur vermeintliche Feministinnen. Und diese werden wohl tatsächlich auf der Rütli-Wiese in nicht geringer Zahl zugegen gewesen sein.

    Dass Bundesrätich Calmy-Rey indes bemängelt, dass Frauen in der Schweiz noch immer 20% weniger für gleichwertige Arbeit verdienen, ist mehr als berechtigt. Man stelle sich vor, Menschen einer bestimmten Religion würden für gleichwertige Arbeit ein Fünftel weniger verdienen. Was gäbe es für einen Aufschrei – und dies zu Recht.

    Frauen sind in der Schweizer Wirtschaft und in der Politik noch immer deutlich untervertreten, auch wenn die Weltwoche etwas anderes behauptet. Weltwoche-Chef-Redaktor Roger Köppel ist im Übrigen ein bezahlter Laufbursche der Bank am Bellevue Truppe. Köppelchen setzt vor allem auf die Strategie Provokation – ein klassisches Provozierer-Würstchen. Aber Provokation um der Provokation willen hat die Menschheit noch selten weitergebracht.

    dana

  9. #2 Eisvogel (02. Aug 2007 02:47)

    Dein Kommentar: -) 🙂

    Der Beitrag Christines? – nunja, damit kann sich wohl niemand recht anfreunden.
    Wundert mich nicht, siehe dana(#12)

    Nicht verwunderlich ist, dass es überall, vor allem auch in der EU(dSSR) immer wieder die Quotentussis sind, die kein Fettnäpfchen auslassen, um sich besonders negativ, lächerlich und etatistisch zu profilieren.

    Die Schweiz hat über Jahrhunderte mit großem Erfolg eine liberale Politik verfolgt.
    Resultat:
    eine Insel des Friedens, der Sicherheit, der wohlverstandenen Toleranz und des Wohlstands.
    Ein Modell für ein Europa, wie es besser nicht sein könnte.

    Seit ab 1971 zunehmend Frauenwahlrecht und Feminismus eingeführt und hofiert wurden geht es aber auch mit der Schweiz unaufhaltsam den nur allzu bekannten Bach hinab.

    Ich wünsche allen Schweizern, daß sich ihr zunehmend korrumpierter Staat nicht auch noch der EUdSSR unterwirft.

    Mit Männern vom Format eines Ueli Maurer (SVP) wird sich das nicht machen lassen. Mit den linken Quotentussis und Quotenfreaks allerdings sehr wohl.

    Zwischen Sozialismus, Feminismus, Korruption, Quotenfreaks, Muselinvasion muß wohl ein Zusammenhang bestehen. 🙁

    Ich werde mich zum Schwachsinn danas nicht äußern und empfehle allen desgleichen.

  10. Danke für die Smilies, Redneck und Ratio.

    Feminismus hat mit Liberalität nichts zu tun. Er ist einer der widerlichen Totalitarismen des 20. Jahrhunderts. Eine Hassideologie, die von Gruppenmoral anstatt individueller Moral ausgeht.

    Und sie macht uns wehrlos. Das so genannte Patriarchat hätte es nicht zugelassen, dass ihm ein aggressives fremdes Patriarchat ins Revier pinkelt. Das Feminat (dem sich auch viele Männer unterworfen haben!) schwafelt von „Toleranz“ und „Einbinden“ und vor allem von „Quoten“ …

    Man frage eine Feministin, warum Frauen so wenige Nobelpreise haben.

    Und dann frage man einen Moslem, warum Moslems so wenige Nobelpreise haben.

    😉

    Und in fast allen anderen Dingen gleichen sich die Argumente auch.

    Man kann natürlich auch noch einen Nazi fragen, warum Juden so viele Nobelpreise haben…

  11. Verfasser von Kommentar #13 scheint das Frauenstimm und -wahlrecht am liebsten abschaffen zu wollen. Das passt ganz gut zur Gesinnung der Muslimbruderschaft.

    Abgesehen davon sind Feministinnen wie Schwarzer oder Hirsi alles andere als links und wehren sich seit Jahren gegen eine vermeintliche Integration von Leuten aus Kulturen, die westliche Werte zu unterlaufen versuchen und deren Grundhaltung ganz einfach nicht mit der hiesigen kompatibel ist; nix von Toleranz gegenüber intoleranten Gesellschaften.

    Was Ueli Maurer betrifft: Mit seinen Forderungen nach einer strikten Rollenzuteilung zwischen den Geschlechtern stellt er sich gegen den Individualismus – und gegen Individualismus ist auch der Islam.

    dana

  12. Eisvogel, du sprichst mir aus dem Herzen.

    Lieber Ratio, lieber Dana – so einfach ist die Sache wirklich nicht. Gegen übertriebenen Feminismus zu sein, bedeutet noch lange nicht, gegen Gleichberechtigung von Frauen zu sein.

    Ich bin selber in einem „Männerjob“ und weiss, wie hart der Kampf sein kann, allerdings waren meine härtesten Auseinandersetzungen immer mit anderen Frauen nicht selten selbsterklärte Feministinnen… das politische Herkunftsspektrum spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

    Um islamische Zustände geht es hier wirklich nicht, wenn ihr ehrlich seid wisst ihr das doch auch.

    Wir haben die Gleichberechtigung von Mann und Frau erkämpft (ich auch) und ich finde das (immer noch) gut so. Gleiche Rechte bedeuten aber auch gleiche Pflichten und gleiche Anforderungen.

    Eine Frau sollte keine Stelle und kein Amt bekommen, nur WEIL sie eine Frau ist, sondern weil sie qualifiziert ist. Wenn wir auf Quoten pochen, nehmen wir uns doch selber nicht ernst!

    Der pinke Aufmarsch auf dem Rütli hat mich wütend gemacht, weil ein Grossteil der dort versammelten Frauen meinte, etwas besonderes zu sein, nur weil sie pink und starke Frauen sind. Meine lieben, hat eine starke Frau denn so etwas nötig???

    Micheline, nun ja, sie geniesst den Applaus des Punlkums wirklich sehr…

    Christine

  13. Ich gestehe, während geschlagenen 20 Jahren die Sozialdemokratische Partei der Schweiz gewählt zu haben. Was war ich beispielsweise stolz, als 18jähriger diese Partei mit meiner Stimme zu unterstützen.Mittlerweile habe ich gegenüber dieser Partei eine Aversion, die sich in Worten nicht mehr beschreiben lässt.

    Die 1. August-Rede von Madame Calmy-Rey habe ich gestern in vollem Wortlaut gelesen und danach ist mir fast das Kotzen gekommen. Für diese Rede ist sie von den Mainstream-Medien Helvetiens (oder soll ich Hellvetien schreiben?) dermassen abgefeiert worden, dass man sich fragen muss, ob sich in den Redaktionsstuben wirklich nur noch Opportunisten aufhalten.
    Besonders schön finde ich die Passage, wo uns Calmy-Rey den Islam wieder schmackhaft machen will und alle Menschen, die die Situation ein bisschen realistischer einschätzen, indirekt als Idioten bezeichnet, die sich von den Angstmachern beeinflussen lassen. Die immer mehr zunehmende Gewalt auf unseren Strassen bezeichnete sie als „soziales Problem“. Mit dem kulturellen Hintergrund der Täter habe dies alles NICHTS zu tun. So spricht die höchste Politikerin der Schweiz. Im Antlitz dieser Person erblicke ich Satan.

  14. Ciao Christine

    Mir gehen Frauen, die in Birkenstöcken oder was auch immer, an Kundgebungen zum Beispiel für die Rechte der Kurden einstehen, genauso auf den Senkel wie dir wohl auch.

    Von denen wird es auf dem Rütli sicherlich einige gegeben haben.

    Aber die Werte der Aufklärung konsequent zu Ende denken und in einem liberalen Sinn argumentieren (philosophisch wie ökonomisch) heisst nicht, sich die Dinge einfach machen. Das bedeutet für mich vielmehr, in der Argumentation und Werthaltung an das Individuum anknüpfen. Und punkto Feminismus meint dies, so wie ich ihn und andere Feministinnen aus dem nicht-linken Lager verstehen, eine Haltung zu vertreten, die eben gerade von der Gruppenideologie auf Grund des Geschlechts losgelöst ist. Das Gegenteil propagieren jedoch Köppelchen und Co.

    zu Eisvogel, er schreibt:
    Man frage eine Feministin, warum Frauen so wenige Nobelpreise haben.

    Und dann frage man einen Moslem, warum Moslems so wenige Nobelpreise haben.

    Was meinst du – was kann man – dazu meinen?
    Mal ehrlich?

    dana

  15. Ich verstehe was du meinst, Dana

    Im Grundsatz sind wir uns einig. „Loslösung von der Gruppenideologie auf Grund des Geschlechts“ würde ich sofort unterschreiben. Ich würde mich selber aber nicht als Feministin bezeichnen, gerade weil dieser Begriff leider zu sehr mit Birkenstöcken besetzt ist 😉

    Christine

  16. Was meinst du – was kann man – dazu meinen?
    Mal ehrlich?

    Man könnte zum Beispiel – wenn man eine Feministin ist – die erste Frage beantworten.

    Einen Moslem für die zweite müssen wir dann noch suchen.

  17. Also ich hab noch nie eine Feministin in der DDR getroffen. Oder gehört, wie sich Mutter oder Schwester beklagt, dass sie von den Männern unterdrückt würden. Beide haben gearbeitet. Ob es daran lag? Nicht mal in der FDJ-Gruppe war Feminismus ein Thema. Keine meiner Klassenkameradinnen, die zur Uni gingen, haben demonstrativ ihren BH verbrannt, obwohl uns Jungs das sehr gefallen hätte. Keiner von uns Burschen wäre auf die absurde Idee gekommen, Frauen oder Mädchen als minderwertiger anzusehen.
    O.K. im Sport waren sie etwas unbeholfen in einigen Disziplinen aber im Lernen immer vorneweg.

    Was ist schiefgelaufen im Westen, dass nach Quote statt nach Leistung beurteilt wird?

  18. @D.N.Reb: Ich weiß es auch nicht recht. Aber ich glaube, es könnte daran liegen, dass in einer Gesellschaft, in der das Individuum ein hohes Maß an Freiheit hat, viele (keineswegs alle) Frauen zu der Verhaltensweise tendieren, die von Feministinnen als „Rolle“ bezeichnet wird.

    Spätenstens wenn man ein Baby hat, kommt bei vielen Frauen der Wunsch, dieses zu bemuttern. Bei manchen kommt der Wunsch, lieber zumindest teilweise zu Hause zu bleiben und dem Mann den Rücken für die Karriere, deren Bezahlung beiden zu Gute kommt, frei zu halten, sogar ohne Baby. Männer haben diesen Wunsch umgekehrt nur in extrem seltenen Fällen.

    In der DDR war das nicht oder nur schwer möglich. Im Westen war’s möglich und deshalb haben Frauen es getan.

    Feministinnen haben sich daran gestört, weil sie Statistik-Freaks mit totalitärem Gruppendenken sind. Sie sehen die Gesamtheit der Frauen in der Statistik und wenn diese ergibt, dass Frauen als Gesamtheit weniger verdienen als Männer, dann fällt ihnen dazu als Begründung nur „Unterdrückung“ ein. Dass es individuelle Lebensentwürfe von Einzelpersonen und Paaren sind, kommt denen nicht in den Kopf.

    Das Glück des Einzelnen interessiert solche Leute nicht. Die freie Entscheidung des Einzelnen finden sie beängstigend.

    Dazu kommt vielleicht noch, dass die feministische Bewegung eng mit der sozialistischen verbunden war. Dass eine gleichmacherische Absicht dahinterstand, der Wunsch, Individualität zu zerstören.

    Es ist wahrscheinlich noch viel komplizierter.

  19. #16 #19 Amerasu alias Christine

    Fundamentale Kleinigkeiten sind keine Kleinigkeiten.

    Also werden wir mal ein wenig genauer und weniger laienhaft.

    Es geht NICHT um „Gleichberechtigung“. Das Wort kommt im GG zwar vor, war aber auf das Familienrecht gemünzt (und insoweit vertretbar).

    Es ist schon logisch unmöglich, daß Vermieter und Mieter, Käufer und Verkäufer gleichberechtigt sind, also dieselben Rechte und Pflichten haben.

    Wie sollte denn das wohl gehen? 🙂

    Erst recht geht es NICHT um die raffinierte ideologische Wortverfälschung „GLEICHSTELLUNG“ (was uns dana mitsamt heutigen Feminismus unterjubeln will). Gleichstellung ist nichts weiter als Sozialismus und bedeutet nichts weiter als Gleichschaltung.

    Unseres Rätsels Lösung findet sich in Art. 3 III GG:

    Niemand darf wegen seines Geschlechts bevorzugt oder benachteiligt werden.

    Das ist ein Differenzierugsverbot und damit hat wohl niemand Problem.

    Quoten und andere allein am Sex anknüpfende Privilegien (oder Diskriminierungen) sind damit absolut unvereinbar.

    Der Feminismus propagiert in aller Welt zudem recht einseitig im Sinne von Privilegien für ein gewisses Geschlecht das Gegenteil, nennt es auch dreist erwünschte oder „positive“ Diskriminierung (der Herrenwelt).

    Resultat sind u.a. die unsäglichen Quotentussis, auserlesen allein WEGEN irgendwelcher Verhältnisse im Unterhöschen.

    Was sich bei uns und jetzt auch in der Schweiz abspielt ist so evident und eklatant verfassungs- und menschenrechtswidrig, daß ich mich hier jetzt lieber selbst zensiere.

  20. Lieber Ratio

    Ich habe niemals beauptet es gebe keine Unterscheide zwischen Frauen und Männern. Zum Glück gibt es sie! Zum Glück gibt es die Männer. Die Unterschiede machen doch die gegenseitige Anziehung aus. Da brauchen wir gar nicht erst auf ein (anatomisch) so tiefes Niveau zu gehen. Was wäre der Mensch, wenn Frauen keine Frauen und Männer keine Männer mehr sein dürften?

    Den Begriff „Gleichberechtigung“ habe ich bewusst und nicht lauenhaft gewählt, weil es mir nicht um rechtliche Correctness geht. Ich finde den Begirff inhaltlich richtiger und vertretbarer als „Gleichstellung“, die zugegebenermassen wie „Gleichschaltung“ klingt.

    Wenn wir jedoch bestimmte Eigenschaften von Männern und Frauen als „typisch“ abstempeln, verfallen wir tatsächlich der von Dana befürchteten „Gruppenideologie auf Grund des Geschlechts“, selbst wenn die Gruppenideologie einem Grossteil der Bevölkerung entsprechen sollte. Die gängigen klischees eben… Es gibt immer Menschen, die diesem Bild nicht entsprechen, die nicht „typisch“ sind. Sie zu Schubladisieren, wäre in der Tat gegen ihre Rechte als Menschen.

    Das Problem liegt jedoch eigentlich an anderer Stelle: D.N. Reb macht auf Richtiges aufmerksam. Das Problem liegt in der Gesellschaft. Da könnten wir von der ehemaligen DDR auch ruhig mal was lernen. In unserer Gesellschaft ist es heute anscheinend möglich, dass sich Leute in eine Richtung entfalten, die Eisvogel bereits prägnant und treffend beschrieben hat.

    Es geht um das Gefühl vieler Frauen, sich Familie und Kindern „geopfert“ und dadurch etwas verpasst zu haben. Um dieses Versäumnis zu kompensieren, entwickeln sie nicht selten egoistische Selbstverwirklichungstendenzen bis hin zur extremen Selbstdarstellung und Geltungsdrang.

    Ein wahres Beispiel: Eine Frau hatte Mann und Kinder. Sie ist unglücklich, weil sie glaubt, ihr Leben verpasst zu haben. Aus diesem Grund macht sie noch ein Studium, trennt sich von ihrem Mann und der Familie, lebt fortan mit in der Beziehung mit einer Frau zusammen. Von da an kleidet sie sich nur noch „alternativ“ und ist (selbst?)bewusst ungepflegt. Sie arbeitet heute in einer Friedensorganistation und ist selbstbezeichnete „Feministin“. In ihrer Tätikeit als Friedensaktivistin hat sie sich die Palästinenser zum bemuttern auserkoren. Alles Böse kommt in ihren Augen von Israel…

    Wie glaubt ihr, reagieren solche Frauen (und solche Frauen waren auf dem Rütli versammelt)auf Reden, wie die von Micheline Calmy-Rey? Auf ihre Israel- und Nahostpolitik?

    Das sollte uns wirklich beunruhigen.

  21. Liebe Christine/Amarasu,

    der Feminismus beunruhigt mich in der Tat – und zwar SEHR.

    Im übrigen halte ich es mit dem alten Fritz.

    Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden.

    Die Gewaltmaschine namens Staat hat in Privatangelegenheiten wie dem Inhalt von Unterhöschen nichts zu suchen.

    Er hat sich da rauszuhalten wie in 3 III GG geschrieben steht.

    In diesem Sinne
    grüßt Dich
    Ratio

    Gewisse „Gefühle“ kann ich seich wußte erst n

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