Frankfurt: Moschee mit zwei Minaretten geplant

HausenUnd noch eine neue Moschee… Wie die FAZ berichtet, will eine türkisch-pakistanische Gemeinde schiitischer Muslime auf einem Gelände im Frankfurter Stadtteil Hausen eine Moschee und ein Wohnhaus errichten.

Nach Angaben von Ünal Kaymakci, Sprecher der Gemeinde, habe man sich bewusst entschieden, ein neues Gebetshaus einen neuen Eroberungsstützpunkt des Islam nicht in einem Gewerbegebiet zu errichten. „Wir wollen mitten in der Gesellschaft sein. Ich hoffe, dass die Hausener Bevölkerung uns als Gewinn sehen wird.“

Doch in der Hausener Bevölkerung regt sich inzwischen Protest:

Von „kritischen Stimmen“ spricht Christian Wernet (CDU), der Ortsvorsteher im zuständigen Ortsbeirat. Er rechnet sogar damit, dass sich eine Initiative gründen werde, die den Bau verhindern wolle. Seiner Meinung nach ist die geplante Moschee „sehr mächtig“. Sie liegt unweit der russisch-orthodoxen Kirche direkt an der Ludwig-Landmann-Straße und der Straße Am Industriehof.

Noch nutzt die Gemeinde in Griesheim eine Moschee. Nach Angaben von Kaymakci ist diese aber zu klein geworden. Bewusst habe man sich entschieden, ein neues Gebetshaus nicht in einem Gewerbegebiet zu errichten. „Wir wollen mitten in der Gesellschaft sein.“ Wer ein Haus wie dieses baue, zeige, dass er sich heimisch in der Gesellschaft fühle. Für den neuen Standort habe auch dessen Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr gesprochen.

Geplant ist eine Moschee mit zwei Minaretten. „Einen Muezzinruf soll es aber nicht geben“, so Kaymakci. Das jetzt auf dem Gelände stehende Wohnhaus soll abgerissen und an anderer Stelle durch ein neues ersetzt werden. Mit den Einnahmen aus der Miete, dem Verkauf von zwölf Wohnungen und der Ansiedlung von Kleingewerbe will die Gemeinde den Neubau finanzieren. Investieren will sie rund drei Millionen Euro. 300.000 Euro hätten die Mitglieder des türkischen Vereins der Hazrat Fatima Moschee und der pakistanischen Pak Haidry Association – aus diesen Organisationen setzt sich die Gemeinde zusammen – schon gespendet, so Kaymakci. Der Rest werde über Kredite finanziert.

Nach den Gesprächen mit dem Planungsamt sei die Höhe der Minarette auf 16 Meter festgelegt worden, sagte Kaymakci weiter. „Vielleicht lässt sich aber aus Kostengründen nur einer realisieren“, meint Darioush Sattari, Architekt des mit der Planung beauftragten Offenbacher Gesamtplanungsbüros. Gebaut werden solle eine „moderne“ Moschee. „Wir wollen viel Glas verwenden, was für unsere Transparenz sprechen soll“, so Kaymakci. Die Gebetsräume für Männer und Frauen in der Moschee sollen Sattari zufolge zusammen 400 Quadratmeter umfassen.

Der Ortsbeirat ist von Vereinsvertretern über den Bau informiert worden. Im September will er eine öffentliche Diskussion veranstalten. Auch der Frankfurter Magistrat und das Stadtparlament dürften sich mit dem Bauvorhaben beschäftigen. Davon geht einerseits von Lüpke aus, andererseits hat die Fraktion BFF angekündigt, das Moscheeprojekt „zum Anlass für eine grundsätzliche Diskussion“ nehmen zu wollen, und die Republikaner haben eine „Anfrage“ an den Magistrat gestellt. Integrationsdezernent Jean Claude Diallo (Die Grünen) sagt, Moscheen gehörten heute „zur Landschaft dazu“, er hält sich mit einer Bewertung des konkreten Projekts aber noch zurück. Erst wolle er mit dem Bau- und dem Planungsamt sprechen.