vischer_daniel.jpgDaniel Vischer (Foto), Nationalrat der Schweizer Grünen, hat eine Online – Petition gestartet, die in ihrer Einseitigkeit nicht mehr zu überbieten ist. Unser Leser Oliver S. hat diese in einem offenen Brief hinterfragt. Eine Antwort der Grünen (Schweiz) steht noch aus.

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Erstaunen habe ich die so genannte Palästina-Petition von Nationalrat Daniel Vischer gelesen. Darin sind kurzerhand drei Punkte aufgelistet, welche die Petition umfassen:

1. Die Wiedergutmachung des Unrechts, das dem palästinensischen Volk zugefügt wurde
Wer leistet Wiedergutmachung am israelischem Volk, dass seit 2004 von mehr als 3000 Kassam-Raketen angegriffen wurde und seit Jahren hunderte Bombenanschläge gegen öffentliche Einrichtungen erleiden musste. Kein anderes Land auf Erden ist dem Terrorismus so stark ausgesetzt wie Israel. Wer bringt den israelischen Familien Mitgefühl entgegen, welchen Söhne, Töchter, Väter und Mütter gewaltsam entrissen wurden

2. Sanktionen gegen Israel, bis dieses die UN-Resolutionen 242 erfüllt
Hier meint Herr Vischer, dass Israel sich auf den Friedensvertrag von 1967 rückbesinnen müsse und sich auf die Grenzen von eben solchem Friedensvertrag zurückziehen müsse. Weder seitens Palästinas noch Israels wird die Grenze so gezogen werden, wie anno 1967 abgemacht wurde. Dies ist absolut unrealistisch. Das sich der Staat Israel in der momentan verfahrenen Situation nicht einfach zurückziehen kann, ist wohl verständlich, denn zu gross sind die Ängste über weitere Selbstmordanschläge. Solange die Lage in diesem Masse instabil ist, würde selbst die Schweiz alles tun, um ihr Volk zu schützen und die Grenzen entsprechend dicht zu halten. Ausserdem kann der Gazastreifen als aktuelles Beispiel genommen werden, wie sich dieses Land seit dem Rückzug Israels entwickelt hat. Mord, Korruption und Verfall der Werte sind an der Tagesordnung

3. die internationale Anerkennung der gewählten palästinensischen Behörden
Die Schweiz akzeptiert ja die gewählte palästinensische Regierung. Das die Hamas von einigen Nationen, wie bspw. den USA nicht anerkannt wird, ist meiner Ansicht nach verständlich, zumal der Hamas selbst terroristische Aktivitäten gegen Israel und anderen westlichen Einrichtungen nachgewiesen wurden

Ich möchte Ihnen zu dieser Petition folgendes sagen: Ich empfinde Sie als überaus einseitig. Alle Schuld wird beim Staat Israel abgeladen. Des Weiteren wird den Besuchern auf der Internetseite von Herrn Vischer überhaupt keine Hintergrundwissen zum Nahostkonflikt geliefert. Es wird nur behauptet, was Israel alles falsch mache und was wir als Schweizer Bürger/innen dagegen unternehmen können. Für einen gewählten Repräsentanten unserer Regierung, empfinde ich diese einseitige Meinungsmache überaus befremdend und meiner Meinung nach grenzt diese ganze Petition an antisemitisches Gedankengut.

Es ist für mich ausserdem unverständlich, wie die Grünen eine solche Petition gut heissen, zumal Sätze auftauche wie:

„Mit seiner Besatzung- und Siedlungspolitik zerstört Israel dem palästinensischen Volk vollends die Existenzgrundlagen. Doch vergangenes Unrecht, von den Juden und Jüdinnen in Europa erlitten, kann nicht dadurch gut gemacht werden, dass wir EuropäerInnen nun neues Unrecht schaffen oder zulassen, indem wir den von uns einst Verfolgten in blinder Parteinahme ein ungeschriebenes Recht auf völkerrechts- und menschenrechtswidrige Praktiken einräumen“

Es erstaunt mich immer wieder, wie Menschen und hier geht es sogar um eine Persönlichkeit, die ein öffentliches Amt bekleidet, indirekt behaupten, dass Juden und Jüdinnen von Ihrer Vergangenheit profitieren. Ersten hätte ein Volk, dass über 6 Millionen Mitbürger/innen verloren hat, alles Recht der Welt über Jahrhunderte eine Besserstellung zu verlangen. Dies wird aber in keinster Weise von Israel verlangt. Der Bevölkerung Israels, der so viel Unrecht in ihrer von Kriegen erfüllten Geschichte angetan wurde, hat dennoch nur einen einzigen Wunsch, nämlich endlich in Ruhe und Frieden ihr Leben leben zu können.

Und diesem Volk wird von Herrn Vischer nachgesagt, es profitiere vom Unrecht, dass Ihm angetan wurde.

Ausserdem gebe ich Ihnen gerne noch ein Gegenargument zu Herrn Vischers genannten Existenzgrundlage. Ich zitiere aus dem Spiegel Online:

“SPIEGEL ONLINE: Sie sind die Leidtragenden des Konflikts.
Schueftan: Ja, aber bis zur Wahl der Hamas konnten sie sich darauf verlassen, dass sie nicht zur Verantwortung gezogen werden, egal was sie machen. Ich gebe ihnen ein kleines Beispiel. Bei den Demonstrationen in Gaza werden Unmengen von Munition in die Luft verschossen, mindestens zehntausend Kugeln. Jede Kugel kostet so viel wie vier Kisten Tomaten. Das heißt, sie verschießen bei einer Demonstration den Gegenwert von 4o.ooo Kisten Tomaten. Am nächsten Tag sagen sie: “Wir haben Hunger!” und die Europäer kommen und sagen: “Wie können wir ihnen helfen?”…

SPIEGEL ONLINE: Weil es ein zentraler Konflikt ist, der die Welt seit fast 6o Jahren beschäftigt.
Schueftan: Der Nahost-Konflikt wird gewaltig überschätzt. Die halbe Welt glaubt, es werde Frieden im ganzen Nahen Osten geben, wenn der Palästina-Konflikt gelöst wird. Also fließt viel Geld. Seit Oslo haben die Palästinenser acht Milliarden Dollar Hilfe erhalten. Das ist das Sechsfache pro Kopf dessen, was die Europäer im Marshall-Plan bekommen haben. Und sie haben jeden Cent dieser Summe vergeudet auf zwei Sachen: Korruption und Krieg. In jeder Gesellschaft gibt es Inseln von Korruption, auch in Israel, auch in Deutschland. Bei den Palästinensern gibt es einen Ozean von Korruption und keine Insel.”

Gerne bitte ich Sie, zu diesem Brief Stellung zu beziehen und mir mitzuteilen, wie die Grünen zu diesem Thema stehen. Im Hinblick auf die kommenden Wahlen spielt Ihre Antwort für mich eine fundamental wichtige Rolle. Besten Dank für Ihre bevorstehende Stellungnahme.
Mit freundlichen Grüssen

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20 KOMMENTARE

  1. GRUEN. Was soll man von denen auch anderes erwarten? Passt doch gut ins Bild. Claudia wird sich freuen wenn sie es liest. Mir ist so schlecht….

  2. Doch vergangenes Unrecht, von den Juden und Jüdinnen in Europa erlitten, kann nicht dadurch gut gemacht werden, dass wir EuropäerInnen nun neues Unrecht schaffen oder zulassen, indem wir den von uns einst Verfolgten in blinder Parteinahme ein ungeschriebenes Recht auf völkerrechts- und menschenrechtswidrige Praktiken einräumen

    Diese Argumentation scheint 1:1 den Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad entnommen worden zu sein. Dies sollte Hr. Visser insofern sauer aufstoßen, als das es sich bei Hr. Ahmadinedschad um einen Holocaust-Leugner handelt – eine argumentative Gesellschaft, die sicher nicht jeder schätzt.

  3. OT

    Der Uli ist wieder da!

    (Man beachte die 4 Video-Kurzsequenzen!)

    http://www.svp-wahlen.ch/

    Am 21. Oktober 2007 finden die Eidgenössischen Wahlen statt. Wir alle stellen an diesem Tag die Weichen für die Zukunft unseres Landes. Die SVP setzt sich dafür ein, dass unsere Schweiz für uns und unsere Nachkommen auch in Zukunft noch ein Zuhause ist. Das Programm der SVP ist in allen Punkten auf dieses Ziel ausgerichtet.

    ————
    Erklärungen für Deutsche et. al.:

    * National-Rat: Das ist das Schweizer Parlament.
    * Der Uli spricht hier Schweizer-Deutsch, also so wie wir Schweizer reden, nicht Hochdeutsch oder Schriftdeutsch. (Ich nehme an, ihr werdet ihn auch so verstehen… die Graphiken sagen hier eigentlich schon fast alles.)

    PS: Bin in keiner Partei. Mich interessieren einfach die Themen.

    Thema Sicherheit z.B. in Bezug auf Arbeitsplätz-Verluste müsste eigentlich auch die politisch Linke in der Schweiz interessieren.

  4. Wirklich erstaunlich, wie einseitig man die Welt doch betrachten kann. Auch wenn viele Grüne sich so gern das Toleranz-Mäntelchen umhängen, hier spricht aus meiner Sicht lediglich ein kaum versteckter Antisemitismus und der ewige Kniefall vor dem Islam.
    Shame on you!

  5. Ok, der Grüne, den kann man eh nicht ernst nehmen.

    Fragen wir doch mal die Leute vor Ort, und fragen wir die Menschen in Palästina selbst:

    Die neueste Ausgabe des „Israel Heute“-Magazins zeigt ein ganz anderes Bild (Nr. 347, August 2007, S.11 und andere):

    „GAZA: Wo Israel abzieht, zieht radikaler Islam ein.“

    Und: Das sehen auch die Palästinenser SELBST so. (Siehe Arabische Polit-Graphiken im Magazin!)

    http://www.israelheute.com/default.aspx?tabid=118

  6. dumm, dümmer, Grüner
    (von mir aus auch Grün/in oder GrünIN oder so)

    weitere Steigerungsmöglichkeiten ausgeschlossen..

  7. Daniel Vischer hat einfach keine Ahnung. Der hat jetzt ein paar Punkte hingeschmiert, um weiß Gott wie progressiv und mutig zu wirken. Dabei ist er Durchschnitt, Schweizer Politiker-Staffage. Fragt mich, welche Beatles-Platte die beste ist, ich würde auch irgendwas nachschwätzen, was ich von jemand anderem gehört habe. Genau so geht es Vischer. Null Plan von Israel, Nahost oder Politik überhaupt.

    Daß es solche Leute so weit schaffen, ist schlimm. Wie hat schon Churchill gesagt: Das beste Argument gegen Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit dem Durchschnittswähler.

  8. Hauptsache der Idiotolgy wird genüge getan. Also ist auch die Schweiz durch solche Menschen „beglückt“. Mein Beileid!

  9. Übrigens er heisst Vischer nicht Visser. Bitte entsprechend korrigieren, sonst gibt es wieder eine Angriffsfläche gegen die PI. Gruss


    done, danke fuer den Hinweis – Jens

  10. #11 Philipp (08. Aug 2007 16:07)

    Zur Erinnerung:

    » In Dresden wurde eine Mullah-Schule der SS eingerichtet. Himmler schwärmte von der “weltanschaulichen Verbundenheit” zwischen dem Nationalsozialimus und dem Islam.

    Mit dem Tantra-Buddhismus konnte es Himmler ob seiner kruden gemanischen Karma-Ideologie genauso gut – wenn nicht sogar noch besser:

    http://lizaswelt.blogspot.com/2007/07/der-freundliche-skinhead.html

    Auszug aus der Rezension Marcus Hammerschmidts von Colin Goldners Buch „Fall eines Gottkönigs“:

    Auch die Nationalsozialisten zeigten großes Interesse an Tibet; sie gingen dort nicht zuletzt einer angeblichen Ur-Verwandtschaft zwischen der „indo-arischen“ und der „germanischen Menschenrasse“ nach. Heinrich Himmler – ein Verehrer der Theosophin Helena Blavatsky und ihrer „Rassenlehre“ – finanzierte 1938 sogar eine Expedition in das Schneeland und stellte sie unter seine persönliche Schirmherrschaft. Federführend war dabei der Biologe und Tibetforscher Ernst Schäfer; begleitet wurde er unter anderem vom „Rassekundler“ Bruno Beger, der an hunderten Tibetern Schädelvermessungen durchführte (und diese Tätigkeit ab 1943 als Arzt im Konzentrationslager Auschwitz fortsetzte; der Dalai Lama pflegte zu Beger noch in den 1990er Jahren enge Kontakte).

    Das muss reichen…

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