TV-Tipp: Hübsch und Broder bei Maybrit Illner

Um 22.45 Uhr hat Maybrit Illner im ZDF zum Thema „Konvertiert und islamisiert – Terrorismus made in Germany?“ folgende Gäste zum Talk geladen: Justizministerin Zypries, den bayerischen Innenminister Beckstein, Claudia Roth, den Islamkonvertiten Hadayatullah Hübsch (Foto), Henryk M. Broder sowie den Terrorismus-Experten Theveßen.

Laut Wikipedia sah die Karriere des berühmten Islam-Konvertiten so aus:

Nachdem er den Wehrdienst verweigerte, war er während der Studentenunruhen der APO in der linken Szene aktiv, unter anderem der Kommune 1. Es folgten zahlreiche Drogenexzesse, vor allem mit LSD, Reisen nach Marokko, Psychiatrie-Aufenthalte. 1969 trat der Schriftsteller Hübsch in die Glaubensgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat ein. Er ist Imam Dschuma in der Nuur-Moschee in Frankfurt-Sachsenhausen, wo er die Freitagspredigt auf Deutsch hält.

Eine weitere Folge aus der Serie „Endstation Muslim„.

(Spürnasen: Monika R. und Diana)




Justiz setzt auf „ethnokulturelle Gutachter“

Seitdem sich die Empörungswellen über die Verhaftung, Inhaftierung und Verurteilung des Kurdenführers Abdullah Öcalan gelegt haben, ist es relativ still um die Kurden in Deutschland geworden. Nur ab und zu werden Anschläge in Anatolien oder in türkischen Urlaubsgebieten gemeldet. Oder das türkische Militär droht mit dem Einmarsch in kurdische Gebiete in Nord-Irak. Was für Zeiten waren es damals: Kurden paralysierten Autobahnen, besetzten die israelische Botschaft in Berlin, einige verbrannten sich auf öffentlichen Plätzen.

Andere haben wochenlang in Zelten gehungert oder zusammen mit deutschen Linken gegen die „unmenschlichen Bedingungen der Isolationshaft in der Türkei“ demonstriert. Und alles stramm militärisch organisiert, von PKK-Funktionären und ihren Vereinen beaufsichtigt, die alle ihre Schäfchen kennen und von ihnen „Revolutionssteuern“ kassieren. Als friedlichste Betätigung wurden sie zu den Wahlen des Ausländerbeirates oder Migrationsrates mit Bussen gefahren (gefolgt von Bussen mit Libanesen), um eine „angemessene“ Vertretung in diesen wichtigen Gremien der deutschen Städte zu erlangen.

Gestern haben mich die Erinnerungen eingeholt. Dank Gaby Mayr, die beim Deutschlandfunk eine hörenswerte Hintergrundreportage „Familienehre, Züchtigungsrecht, Zwangsehe: Wie Einwanderer die deutsche Rechtssprechung verändern“ veröffentlicht hat (hier das Skript)

Der Deutschlandfunk hat umgehend nach der Ausstrahlung die Verweise auf die Sendung aus der Reihe Hintergrund so gut versteckt, dass man sie mit der Lupe suchen muss.
Es geht am Anfang der Sendung um ein besonders grausames Verbrechen. Ein junger kurdischer ehemaliger Kämpfer, der behindert war und im Rollstuhl saß, und seine Frau wurden am Weser-Ufer in Bremen grausam umgebracht. Ihr Verschulden: sie haben sich ohne die Zustimmung der Familie des Mädchens und des örtlichen PKK-Vereins verliebt und geheiratet. Das habe eine gewisse Unruhe in die Kurden-Szene verursacht. Der örtliche PKK-Apparatschik verurteilte daraufhin die beiden zum Tode. Er beauftragte drei junge Kurden, die das Mädchen im Weser-Schlamm ertränkten und den Rollstuhlfahrer zwei Mal mit einem LKW überfuhren und anschließend zur Sicherheit mit Werkzeugen erschlugen.

Die Täter wurden gefasst, nur der PKK-Funktionär konnte sich absetzen. Damals konnte ich mir nicht vorstellen, dass die Verbrecher für etwas anderes als vorsätzlichen Mord zu verurteilen sind. Weit gefehlt: wie in der Hintergrundreportage zu hören, hat der Richter des Landgerichts Bremen und Strafvollstreckungsrichter Helmut Kellermann sie entgegen der Staatsanwaltschaft nur des Totschlages verurteilt. Dieser Richter, der in diesem Oktober dem „Fall Kevin“ vorsitzt, hat unumwunden zugegeben, dass diese zweifache Tötung für ihn vollkommen rätselhaft und absurd erschien. Deshalb brauchte er Hilfe.

Als Geheimwaffe zauberte er einen hochbezahlten ethnokulturellen Gutachter aus dem Hut, einen Psychologen, der an der Uni tätig ist und in interkulturellen Fragen fortgebildet ist.
Dieses Gutachten half ihm „die Täter zu verstehen“. Sie seien vollkommen abhängig und unter Druck von ihrer Volksgruppe und dem PKK-Funktionär gesetzt worden.

Der „humane, entgegenkommende“ Richter Kellermann bestreitet, dass durch die Hintertür des ethnokulturellen Gutachtens eine Zweiklassenjustiz eingeführt wird. Er beklagt vielmehr, dass die Zahl der Gutachten in Deutschland rückläufig ist und die Meinung sich durchsetzt, dass die Ausländer sich an die in Deutschland geltenden Gesetze zu halten haben.

Die Rechtsanwältin Manuela Landuris fordert sogar in jedem Fall mit interkulturellen Hintergrund einen Einsatz des ethnokulturellen Gutachters. Das ist verständlich, da sie unter anderem die Fälle behandelt, wo entschieden wird, welche von zwei Ehefrauen die Witwenrente bekommt. Sie begrüßt solomonische Weisheit der deutschen Gerichte, die in diesen Fällen die Rente teilen. Oder die zweite (oder dritte, vierte) Ehefrau nach Deutschland nachkommen lassen. Kein großes Problem für die deutsche Justiz.

Ferner entblödet man sich nicht, die muslimische Zwangsehe mit dem Argument zu relativieren, dass vor 100 Jahren auch in Deutschland in den Adelskreisen die arrangierte Ehe üblich war.
Auch die Stellungnahmen der Rechtsexpertin des Max-Plank-Instituts Nadjmaja Jasari und der Rechtsanwältin Seyran Ates sind interessant. Sie befürworten den Einsatz eines ethnokulturellen Gutachters eher zum Zwecke der Entlarvung des Täters und der Verurteilung der ganzen Familienverbände. „In der Falle eines Ehrenmordes oder einer Zwangsehe müsste man alle zum Gericht bringen und bestrafen, die dahinter stehen: Vater, Mutter, Onkel, Tante.“
In der Neuverhandlung des Falles Ehrenmord Sürücü in Berlin wäre das mehr als angebracht.

(Gastbeitrag von Marquis)




„Kirche im WDR III“: Ramadan achten

In der Sendung „Kirche im WDR III“ fühlte sich heute die evangelische Pfarrerin Dr. Barbara Schwahn verpflichtet, auf den Beginn des Fastenmonats Ramadan hinzuweisen. Sie bittet die Ungläubigen auf die Muslime Rücksicht zu nehmen und zum Beispiel keine Schulfeste in den Ramadan zu legen, damit den Muslimen das Fasten nicht so schwer fällt. „Ich empfinde es als Bereicherung, wenn jede Religion in ‚Reinkultur‘ vertreten ist“, lässt sie uns wissen. Hier eine kleine Probe Islam in Reinkultur – Sure 8,39: „Der Djihad ist der Kampf gegen jeden, der der Ausbreitung des Islam im Weg steht. Oder der Kampf gegen jeden, der sich weigert, den Islam anzunehmen.“

(Spürnase: newgelsen)




Der ZDF-Verschwörungstheoretikerfilm zu 9/11

Zum sechsten Jahrestag des Terroranschlags auf das World Trade Center hat es sich das ZDF nicht nehmen lassen, zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr einen Film zu zeigen, der alle dubiosen Verschwörungstheorien zu 9/11 zusammenfasst – natürlich ohne jegliches kritisches Hinterfragen (wir berichteten). Hier die Märchengeschichten von Michael Renz:

» Davids Medienkritik: On 9/11: German State-Sponsored Media Giant ZDF Fuels the Conspiracy Underworld




Sektenbeauftragte Schweiz: PI Grund zur Sorge

got-quran1.jpgDer Ehemann einer unserer Leserinnen war von deren Begeisterung für PI und ihrem Interesse an unseren Artikeln gar besorgt und wandte sich an die Schweizer Sektenbeauftragte. Allein schon die Nachfrage bei einer Sektenbeauftragten ist, gelinde gesagt, bescheuert, noch – uns fiel kein anderer Begriff ein – bescheuerter ist allerdings die Antwort. Wir haben es jetzt quasi halbamtlich: wenn sich jemand ernsthaft mit PI und unserer Arbeit beschäftigt, ist dies ein Grund zur Sorge.

Zuerst die Nachfrage des besorgten Ehemanns:
Am 12.09.2007 um 17:26 schrieb XXX:

Gute Tag
ich bin etwas unschlüssig, ob Sie zuständig sind.

Mich würde interessieren, falls Sie überhaupt sich dafür zuständig fühlen, was Sie von der Seite halten.
http://www.politicallyincorrect.de/

Wenn Sie wollen, schauen Sie sich einmal den Leittext an: http://www.politicallyincorrect.de/ueber-pi/

und dann die Antwort:

Von: Fachstelle infoSekta

Datum: Thu, 13 Sep 2007 11:14:09 +0200
An: xxx
Betreff: Re: Gefährliche Internet-Seite?

Sehr geehrter Herr XXX

besten Dank für Ihre Anfrage.

Ich habe mir die Website von Stefan Herre, die ich vorher nicht kannte, angeschaut. Auch wenn er einzelne wichtige Themen aufgreift, wird das meiste schwarz-weiss und polemisch beschrieben, mit verzerrter Wahrnehmung. Herre torpediert sämtliche Versuche zum Brückenschlag oder zum Dialog und bekämpft sie als „subversives Gutmenschentum“. Das rechtspopulistische Auftreten von Stefan Herre ist Thema verschiedener Websites:

– Arend – Art
– Telegehirn
– Mein Parteibuch
– Tageszeitung

(Anmerkung: auf die Verlinkung von linkspopulistischen Seiten verzichten wir)

Ich denke, wenn sich Menschen aus Ihrem Bekanntenkreis intensiv und ernsthaft mit der Website von Herre beschäftigen und sich mit den Aussagen identifizieren, besteht tatsächlich Grund zur Sorge. Die Website von Herre ist keine Diskussionskultur und es geht wohl auch nicht darum, eine gemeinsame faire Lösung für gesellschaftliche Probleme zu finden, sondern möglichst viele Personen für die holzschnittartige Weltsicht zu gewinnen.

Freundliche Grüsse
Susanne Schaaf

Fachstelle für Sektenfragen
infoSekta
Birmensdorferstr. 421
8055 Zürich
email: info@infosekta.ch

Zuerst dachten wir an einen verspäteten Aprilscherz. Leider allerdings meint diese Frau Schaaf es ernst – sie hält uns für gefährdet/gefährlich …

Vielleicht sollte man ihr mal ein wirklich gefährliches Buch schicken. Und um es einfach für sie zu machen, könnte man die gefährlichen Stellen auch ankreuzen. Oder – in diesem Fall und weil es schneller geht, die weniger gefährlichen und menschenverachtenden Stellen.




Schweizer Bundesrat: Grußbotschaft an Muslime

CouchepinDer Schweizer Innenminister Pascal Couchepin (Foto), der zuletzt die SVP des Faschismus bezichtigte, hat zum Beginn des Ramadan eine Grußbotschaft an die 350.000 Schweizer Muslime gerichtet. Er wünschte ihnen einen „segensreichen und friedvollen Ramadan und ein fröhliches Abschlussfest Eid al-Fitr“.

(Spürnase: Martin B.)




Video zur SIOE-Versammlung in Brüssel am 11.9.

(Quelle: Düsseldorf-Blog)




Regisseur Mark Weil in Usbekistan erstochen

Mark WeilNoch vor zwei Monaten war Regisseur Mark Weil (Foto) auf einer Theater-Tournee in Jerusalem und Hannover. Mit seinem Theaterstück „Weißer, weißer, schwarzer Storch“, das über Männerliebe in einer Koranschule handelt, hat er die Gemüter des interessierten Theaterpublikums erhitzt. Es wurde applaudiert und kontrovers diskutiert. Für ein Theaterfestival in New York war das Stück zu politisch (inkorrekt?), deshalb wurde Mark Weil ausgeladen.

In Kabul, wo das Kulturministerium nach den Taliban versucht, den Anschein des Wiederaufkommens des Theaterlebens zu erwecken, war das Stück aus „religiösen Gründen“ auch nicht willkommen. Jetzt ist der bedeutendste Theatermacher Zentralasiens tot. Auf dem Kopf geschlagen mit einer Flasche und erstochen von zwei unbekannten Männern vor seiner Wohnung in Taschkent. Seine Brieftasche und sein Handy ließen die Täter unbehelligt. Er starb einen Tag vor der Premiere seiner Inszenierung des Aischylos-Stückes „Oresteia“.

Seine jüdischen Eltern wurden von Stalin nach Zentralasien verbannt, er selber war unter Beobachtung des KGB, weil seine avantgardistischen Theateraufführungen nicht in das Bild der Zensur passten. Nur die aufkommende Perestroika hat sein Theater vor der Schließung bewahrt. Seitdem war sein Theater Ilchom ein willkommener Gast in über zwanzig Ländern der Welt. Auch bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen wurden er und seine Schauspieler herzlich empfangen. Insbesondere in den USA, wo Mark Weil einen Zweitwohnsitz und einige Gastprofessuren hatte, wurden oft Ilchom-Stücke aufgeführt. Bis auf „Weißer, weißer, schwarzer Storch“, das höchstwahrscheinlich dort der linken PC-Selbstzensur zum Opfer fiel.

Ein Opfer ähnlich dem Regisseur-Kollegen van Gogh wurde auch Mark Weil. Nur wird er nicht im Gedächtnis des westlichen Massenpublikums bleiben. Eine Kurzmeldung auf Seite 23 einer Tageszeitung oder eine Online-Nachricht an nicht prominenter Stelle werden gar nicht gelesen oder verschwinden sehr schnell aus dem Gedächtnis. Ohnehin ist Usbekistan sehr weit, rauh und gefährlich, wie ein deutscher Theaterkollege im Interview mit dem Deutschlandradio feststellt (so weit ist Usbekistan von Deutschland keineswegs entfernt: die verhinderten Selbstmordattentäter und Konvertiten gehörten der Islamischen Jihad Union, die aus Usbekistan stammt, an).

Zwischen den Zeilen hört man aber: „Selber Schuld, wenn du solche politischen Themen aufgreifst!“ In einem anderen Kommentar wird über die Homosexualität in seinen Stücken gesprochen und suggeriert, dass Mark Weil schwul war. Was nach allem menschlichen Ermessen kein Todesurteil wäre, abgesehen davon war Mark Weil verheiratet und hatte Kinder.

Aber auch jetzt wie immer: es wird in alle Richtungen ermittelt. Man darf keine Vorverurteilungen machen und eine Religion des Friedens nicht diffamieren. Am Ende werden wie in Russland und anderen GUS-Staaten die Mörder nie gefunden. Oder werden tatsächlich ein paar drogensüchtige Straßenstricher aufgegabelt, die so lange geprügelt werden, bis sie „gestehen“. Um dann gesteinigt oder aufgehängt zu werden.

Nun ist ein großer Regisseur, Intendant und Theaterlehrer tot. Bestialisch ermordet in der Mitternacht vom 7. September. Sein Theater war eine „Zelle des Widerstandes“ im autoritär regierten Usbekistan. Widerstandes auch gegen den Islam, seine Diktatur und seine Zensur. In Weils Schauspielschule wurden hunderte begabte Schauspieler aller Nationalitäten und Religionen ausgebildet. Die Mutigsten von ihnen werden seinen Weg fortsetzen.

(Gastbeitrag von Marquis)




PI-Amazone: Bericht aus Freddys Frauenknast

b4_titel.jpgPI-Leserin Amazone reiste am 11. September nach Brüssel, an ihrem Rucksack eine Israelfahne. Fernab des Demonstrationsgeschehens von Schumanplatz und Place du Luxembourg wurde sie bereits in einer Metrostation von Thielemans Polizei festgenommen und acht Stunden ins Gefängnis gesperrt (PI berichtete). Heute schickte sie uns den Bericht über ihre persönlichen Erlebnisse am Jahrestag der Terroranschläge in der europäischen Hauptstadt, den wir ungekürzt veröffentlichen.

Nach etwa sechs Stunden Fahrt in Brüssel angekommen begaben wir (meine drei Mitfahrer und ich) uns in die Metro, um von der Station Maelbeek zum Luxemburg-Platz zu gehen. Im oberen Bereich der Station wurden ich und einer meiner Mitfahrer von Polizisten angehalten und beschuldigt, an der Demonstration teilnehmen zu wollen. Die anderen beiden Mitfahrer gaben sich unauffällig und konnten dem Zugriff entgehen. Nach den Aussagen der Polizisten müssten sie uns dafür in Administrativ-Haft nehmen. Die Nachfrage per Funk bestätigte das. Nachdem wir noch einmal genauer nachfragten, waren der Grund für die Festnahme das Zeigen der Europafahne und Schwarz-Rot-Gold auf einem Schild sowie meine Israelfahne. Die ebenfalls am Rucksack befestigte Deutschlandfahne in Postkartengröße erfuhr keinerlei Beachtung.

Auch längere Verhandlungen mit den, zum Glück überwiegend flämischen Polizisten (die Anwesenden französisch sprechenden Polizisten, behandelten meinen Mitfahrer recht rüde), an der Metro führten zu keinem Ergebnis. Das Angebot, das Schild zu verdecken und die Fahne im Rucksack zu verstauen und wieder zu gehen, führte zu nichts. Es gab keinen Platzverweis, keine Belehrung, nichts. Man beachte: wir hatten zu diesem Zeitpunkt die Metro noch nicht einmal verlassen und waren weder am Schuman- noch am Luxemburg-Platz. Wenigstens konnten wir sie überzeugen, uns keine Handfesseln anzulegen und unsere persönlichen Sachen zu markieren, damit wir sie nicht „verlieren“.

b4_arrest.jpgVon der Station ging es im Gefangenentransporter mit Blaulicht zum Justizpalast. Dort hieß es erst einmal warten, da die Ankunft so vieler Verhafteter die Kapazitäten sprengte. Etwa zehn bis 15 Minuten später wurden wir aufgefordert, den Transporter zu verlassen und anderen Verhafteten zu folgen. Der Weg führte durch Reihen von Polizisten ähnlich wie bei einem Spießrutenlauf. Mit „schneller, schneller“ Rufen trieb man uns in den Zellenblock. Dieser war schon gut gefüllt.

Ich wurde in eine Zelle mit zwei älteren Damen gesteckt. Wir stellten uns vor. Die Ältere der beiden etwa 60 Jahre alt gehörte zu den Demonstranten des Vlaams Belang (übrigens mit einem Brasilianer indianischer Abstammung verheiratet, soviel zu den rechtsextremen Rassisten des Vlaams Belang) und die andere Dame, sehr zierlich, etwa 40-50 Jahre alt, vornehm angezogen, mit einem christlichen Hintergrund. Beide waren bei ihrer Verhaftung auf den Rücken mit Kabelbindern gefesselt worden. Die Spuren davon sah man besonders bei der Christin, deren Hände rot und angeschwollen waren und die Striemen, die durch die Kabelbinder verursacht waren, verblassten erst nach Stunden.

Von meinem Mitfahrer war ich nun getrennt, konnte ihn aber noch in einer anderen Zelle erkennen und mich durch rufen verständigen. Der gesamte Zellenblock war gut gefüllt – kaum eine Zelle (2m x 1,5m), die nicht mit drei bis sechs Gefangenen belegt war. Die Lautstärke im Zellenblock war fast unerträglich. Eine Bande von sieben bis acht französisch sprechender Neonazis produzierte sich durch Sprechchöre (die meisten zum Glück unverständlich für meine Ohren), schlug stundenlang gegen die Zellentüren. Die Inhaftierten Flamen ihrerseits übertönten diese mit flämischen Gesängen oder Anfeuerungen ihrer inhaftierten Parlamentsabgeordneten. Keiner der inhaftierten Flamen zeigte diesen Neonazis irgendwelche Sympathiebekundungen. Ich beschäftigte mich mit dem Singen der deutschen Nationalhymne, dem Beschimpfen der Neonazis, die direkt mir gegenüber eingesperrt waren und Diskussionen mit meinen Mitgefangenen. Nach mehreren Stunden gab es dann Wasser (trotz mehrmaliger Anfragen allerdings nicht für meinen Mitfahrer) und wieder eine Stunde später eine Waffel zu essen. Die Trinkflaschen nutzten die Neonazis nun, um noch mehr Lärm zu veranstalten. Die Flamen ignorierten diese mittlerweile. Denn ein älterer Herr war vermutlich durch den Stress zusammengebrochen. Ich konnte das nur quer durch Laufgitter beobachten, jedoch lag er eine ganze Weile auf dem nackten Fliesenboden der untersten Etage von mehreren Polizisten/Justizbeamten umringt, die sich um ihn kümmerten. Es dauerte noch eine ganze Weile, etwa eine Stunde, bis schließlich professionelle Sanitäter eintrafen. Diese versorgten den Mann mit Spritzen und Sauerstoff. Eine halbe Stunde später war er dann so weit transportfähig, dass sie ihn auf einer Bahre aus dem Trakt heraus trugen.

b4_ground_200.jpgGegen halb fünf erschien mein Mitfahrer an meiner Zellentür und teilte mir mit, dass er nun bald wieder entlassen werden würde. Der ihn begleitende Polizist oder Justizbeamte versprach sich darum zu kümmern, auch mich recht schnell zu entlassen. Gegen sechs Uhr wurde ich dann aus meiner Zelle geführt, durchsucht, vernommen und einer anderen Zelle mit jungen Frauen vom Vlaams Belang zugeführt. In Gesprächen erfuhr ich, wie diese auf dem Schuman-Platz festgenommen wurden. Wieder die kleinste und zierlichste (etwa 1,60 cm groß) von allen wurde gleich von vier Polizisten auf den Boden geworfen, sie musste ihre Hände hinter den Kopf nehmen und dann kniete sich erst einmal einer der Polizisten darüber. So eingeklemmt dauerte es eine Weile bis auch ihr die Kabelbinder angelegt wurden. Bei den anderen beiden Frauen, die gerade ihre Burkas abnahmen, um dieses Symbol der Unterdrückung mit Füßen zu treten, reichten wohl je zwei Polizisten, um sie unsanft zu überwältigen. Nun hieß es wieder warten. Ich bemerkte, dass den Schuhen die Schnürsenkel fehlten und sprach die Frauen darauf an. Ich wurde aufgeklärt, dass sie alle die Schnürsenkel, Gürtel, Ketten und BH’s abgeben mussten.

Ich fand das sehr ironisch, denn ich besaß alle diese gefährlichen Gegenstände noch. Bei keiner meiner Leibesvisitationen wurde ich aufgefordert mich dieser Gegenstände zu entledigen. Was mich vermuten lässt, dass diese Maßnahme recht willkürlich durchgeführt wurde. Meinen Mitfahrer hatte ich in der Zwischenzeit aus den Augen verloren. Im Zellentrakt war es ruhig geworden, die meisten Männer – auch die Neonazis – waren entlassen worden und lediglich die Frauen verblieben in Gewahrsam. Nach und nach wurden dann auch diese entlassen und ich saß als letzte in meiner Zelle. Kurz vor acht Uhr wurde auch ich endlich geholt. Zu diesem Zeitpunkt waren noch zwei Frauen mit mir im Zellentrakt. An einem Tresen sollte ich den Empfang meiner Sachen bestätigen. Ich war an der Metro durchsucht worden und dort wurden mir Ausweispapiere, mein Portemonnaie, mein Taschenmesser und mein Rucksack abgenommen. In einer Zweiten dann meine restlichen Gegenstände: Autoschlüssel, Kleingeld, meine Stichschutzweste und Haarband. Man legte mir zunächst die Sachen meiner ersten Durchsuchung vor. Ich weigerte mich einfach zu unterschreiben, da ich weder flämisch noch ausreichend französisch spreche. Zu dem fehlte ja noch einiges.

AmazoneDann brachte jemand die Sachen der zweiten Durchsuchung. Wieder weigerte ich mich zu unterzeichnen. Dann endlich bekam ich meinen Rucksack. Alles unterzog ich einer ordentlichen Prüfung. Bis ich sicher war das auch wirklich noch alles vorhanden war. Derweil beobachtete mich ein Pulk von Polizisten/Justizbeamten. Zum wiederholten Male an diesem Tag wurde ich beim Anblick der Israelflagge gefragt, ob ich etwa jüdisch sei und warum ich diese Flagge bei mir habe. In fast allen Gesichtern der Polizisten stand eindeutige Ablehnung – zwei von ihnen im Justizpalast murmelten etwas und deuteten auf die Flagge. Einer sagte auch etwas wie „Here comes trouble!“

Kurz nach acht Uhr konnte ich endlich den Justizpalast verlassen. Zu keinem Zeitpunkt wurde mir übrigens der Kontakt zum deutschen Konsulat oder ähnliches angeboten oder ich über meine Rechte belehrt. Am Aufgang warteten freundlicherweise die jungen Frauen vom Vlaams Belang auf mich und geleiteten mich zur Metro. Nicht eine von den Frauen, mit denen ich eingesperrt war, sprach negativ über die Flagge, Israel oder ähnliches. Allerdings gab man mir den Rat, die Flagge in Brüssel nicht so offen zu zeigen, wenn ich nach dem Umsteigen alleine in der Metro weiterreisen würde. Ich ließ mich natürlich nicht belehren, aber ich erfuhr recht schnell, warum ich diesen Rat bekam.

In der Metro setzte ich mich auf einen der freien Plätze und stellte den Rucksack neben mich. Die Flagge Israels war außen an den Rucksack gebunden und so raffte ich sie etwas zusammen, damit sie nicht mit dem dreckigen Boden der Bahn in Berührung kam. Dies erweckte die Neugier zweier etwa 40-jähriger Männer, die ich durch Kleidungsstil und Sprache als eindeutig muslimisch identifizierte. Ungefragt stand einer auf und griff zur Flagge an meinem Rucksack. Ich reagierte schnell mit einem kräftigen Schlag auf seine Finger und rief ein lautes und wütendes „Finger weg!“ Er schaute sich etwas irritiert um (die Bahn war recht gut besetzt) und setzte sich dann aber mit einem zweiten Mann auf die Sitze mir gegenüber und beide begannen sich auf Arabisch zu unterhalten, wobei ich mehrmals eindeutig das Wort „Jahud“ (arabisch: Jude) hörte. Dabei grinsten mich beide böse an und ich schaute wütend zurück.

Irgendwann stiegen sie dann aus. An meiner Haltestelle angekommen, machte ich mich auf den Weg zu meinem Auto. Dort begegnete ich, es war mittlerweile schon dunkel geworden, einem Halbstarken auf seinem Mofa, der zunächst ’nur‘ rücksichtslos zwischen Fußweg und Straße wechselte. Schnell entdeckte er mich und fuhr mehrere Runden um mich herum, wohl um mich genauer in Anschein zu nehmen. Erkennen konnte ich ihn nicht, da er einen Helm trug. Ich strafte ihn mit Nichtbeachtung. Als ihm das wohl zu langweilig wurde, raste er auf dem Bürgersteig weiter zwischen Passanten hindurch bis er schließlich verschwand. Um circa 21 Uhr traf ich dann endlich meine drei Mitfahrer an meinem Auto wieder und wir konnten den Heimweg antreten.

» Kontakt (Freddy Thielemans): cabinet.bgm.thielemans@brucity.be, Tel.: 0032-2-279 50 10, Fax: 0032-2-279 50 21

(Fotos: Claus C. Plaass)




Lale Akgün: Ein Herz für Islamisten

Als Schutzpatronin der Islamisten outete sich jetzt die SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün (Foto). Auf die Forderung des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU), die in Deutschland lebenden Muslime sollten Islamisten bei der Polizei anzeigen, reagierte sie empört.

„Das ist kein Aufruf zur Zivilcourage, sondern zu Denunziantentum. Wir haben in Deutschland für solche Dinge einen sehr gut arbeitenden Verfassungsschutz und ein ebenso gutes Bundeskriminalamt.“

Gleichzeitig beklagte sie in perfektem Orwell’schen Zwiedenken, dass jeder Taxifahrer oder Dönerimbiss-Betreiber sich dauernd dafür rechtfertigen müsse, Muslim zu sein und dennoch mit Extremisten nichts am Hut habe.

Uns ist bisher von dauerndem Rechtfertigungsdruck für’s Muslim-Sein nichts bekannt. Vielleicht wäre dieses, in der Welt der Lale Akgün offenbar ständig stattfindende Ereignis, aber seltener erforderlich, wenn man die Friedlichkeit der Muslime einmal an ihren Taten messen könnte, zum Beispiel durch die Mithilfe beim Enttarnen potentieller Gewalttäter.

» Email: lale.akguen@bundestag.de

(Spürnase: Bernd v. S.)

Update:

PI-Leser Michael M. schrieb der SPD-Frau folgenden Brief:

Sehr geehrte Frau Akgün,

laut aktuellem SPIEGEL (ddp) bezeichnen Sie die Anzeige eines geplanten Verbrechens von sog. „Islamisten“ als „Denunziantentum“.

M.E. geht es keineswegs um „Denunziantentum“, sondern um den Straftatbestand der Mitwisserschaft nach §138 StGB.

Ich erbitte Ihre Stellungahme.

Auch im Namen meiner (säkularen) türkischstämmigen Feundinnen und Freunde frage ich Sie nach Ihrer Einschätzung des Statements des Staatsgründers:

Seit über fünf Jahrhunderten haben die Regeln und Theorien eines alten Araberscheichs und die unsinnigen Auslegungen von Generationen schmutziger und unwissender Pfaffen in der Türkei (bzw. Osmanisches Reich) sämtliche Einzelheiten des Zivil- und Strafrechts festgelegt. Sie haben die Form der Verfassung, die geringsten Handlungen und Gesten im Leben eines jeden Bürgers festgesetzt, seine Nahrung, die Stunden für Wachen und Schlafen, den Schnitt seiner Kleidung, was er in der Schule lernt, seine Sitten und Gewohnheiten und selbst die intimsten Gedanken. Der Islam, diese absurde Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen (gemeint ist der islamische Prophet Mohammed), ist ein verwesender Kadaver, der unser Leben vergiftet. Er ist nichts anderes als eine entwürdigende und tote Sache. Die Bevölkerung der türkischen Republik, die Anspruch darauf erhebt, zivilisiert zu sein, muss ihre Zivilisation beweisen, durch ihre Ideen, ihre Mentalität, durch ihr Familienleben und ihre Lebensweise.

Mustafa Kemal Pâscha „Atatürk“ (Jacques Benoist-Méchin, „Mustafa Kemal. La mort d’un Empire“, 1954″)

Mit freundlichen Grüßen

Michael M.

Einer Antwort sehen wir gespannt entgegen.




Wachsende Empörung über Thielemans Schläger

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Allen Unkenrufen zum Trotz behaupte ich, dass die merkwürdigste Manifestation von Bürgerwillen und dessen Unterdrückung in Westeuropa seit dem Tod Francos ein ungewöhnlicher Erfolg war. Zwar üben sich die meisten Medien, allen voran die deutschen, in Schweigen und horten Kilometer bespielter Videobänder in den Giftschränken. Dadurch ist die Brüsseler Stehdemonstration bisher nicht zum Thema an den Stammtischen geworden. Aber wann hat die bloße Anwesenheit von einigen Hundert einfachen Bürgern je soviel Betriebsamkeit auf höheren Ebenen bewirkt, wie die einer bis dato weitgehend unbekannten und kaum organisierten Bewegung am 11. September 2007?

Da fühlen sich plötzlich bislang unsichtbare EU-Kommissare genötigt, verräterische Statements über die denkbare Verweigerung von Menschenrechten gegenüber „religiösen Fanatikern“ loszulassen.

Auf der anderen Seite führt der paranoide Großeinsatz paramilitärischer Polizeieinheiten durch den offenkundig durchgedrehten Provinzbürgermeister Fat Freddy Thielemans gegen ein Häuflein friedfertiger Stehprotestler zu Verwicklungen auf höchster Ebene. Die italienische Regierung protestiert bei der belgischen gegen die Festnahme und Misshandlung eines EU-Parlamentariers und in der fernen Slowakei bekommt der belgische Botschafter Alain Cools unangenehme Post. Absender ist, nach einem Bericht des Brussels Journal, der ehemalige Innenminister und heutige Führer der christdemokratischen Opposition der Slowakei, Vladimir Palko.

3bfrau_200.jpgIn dem zur Erhöhung der Peinlichkeit für Brüssel auch noch als offenem Brief gehaltenen Schreiben vergleicht Palko die Brüsseler Ereignisse mit Zuständen bei Demonstrationen gegen den Kommunismus in der ehemaligen CSSR. Ebenso wie damals seien die Demonstranten absolut friedfertig gewesen, die behauptete Teilnahme von Neonazis Unfug und die Islamisierung Europas ein ernstes Problem, über das man verschiedener Meinung sein, aber nicht die Diskussion darüber verbieten könne. Wie damals in der CSSR seien friedliche Demonstranten in Brüssel niedergeknüppelt worden. Das damalige kommunistische Regime aber, so Palko wörtlich, „brach im folgenden Jahr zusammen“.

Gerade Worte aus der Slowakei, die sich nach dem Ende der kommunistischen Gewaltherrschaft so erfolgreich vom ungeliebten tschechischen Zwangspartner trennte, mögen in Belgien aufmerksames Gehör finden. Der auseinanderstrebende Zweivölkerstaat ist das Musterbeispiel einer „failed Society“ durch eine hoffnungslos fehlgeschlagene Integration zweier kulturell nicht einmal allzu verschiedener Volksgruppen. Verschärft wird der wachsende Konflikt durch eine hohe Zahl ebenfalls traditionell integrationsunwilliger marokkanischer Muslime, die die wallonisch-sozialistische Seite, der auch Thielemans zuzurechnen ist, um jeden Preis auf ihre Seite ziehen will.

Hier finden die Ereignisse vom 11. September, besonders im flämischen Fernsehen, naturgemäß eine viel größere Beachtung als bei uns in Deutschland. Denn es mehren sich die Anzeichen, dass Thielemans bewusst versucht hat, die Karte des nationalen Konfliktes zu spielen, um den politischen Gegner zu schädigen. Er hat dabei hoch gepokert, falsch gespielt und, wie es scheint, grandios verloren.

Während bei unserem touristischen Treffen bei der SIOE Kundgebung der Ausländer auf dem Luxemburgplatz eine zwar auch provokant agierende Polizei aus Brüssel mit vielen flämischen Beamten bei aller Härte doch wenigstens öffentliche Misshandlungen von Festgenommenen unterließ, kam es auf dem Schumanplatz, wo Anhänger und Politiker des Vlaams Belang ihre Kundgebung hielten, zu unglaublichen Szenen empörender Polizeigewalt.

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Jetzt wird bekannt, dass Thielemans zu diesem Zweck eigens Polizeitruppen aus dem wallonischen Lüttich anforderte. Die traditionell flamenfeindlichen Polizisten, die ausschließlich französisch sprachen, gingen mit besonders demonstrativer Härte gegen bekannte Politiker des Vlaams Belang vor. Neben öffentlichen Misshandlungen und Prügelorgien in den Polizeibussen kam es dabei auch immer wieder zu rassistischen Beleidigungen wie „Separatistenschweine“.

Solche Szenen, und darüber ist sich Thielemans klar, heizen den Konflikt zwischen den Volksgruppen zusätzlich auf. Denn, man mag es gutheißen oder nicht, der Vlaams Belang ist seit der letzten Wahl vor einigen Wochen zweitstärkste politische Partei in Flandern. Wer deren demokratisch gewählte Politiker, darunter der Vizepräsident des flämischen Parlaments, in dieser Weise öffentlich demütigt, provoziert damit bewusst einen Großteil der belgischen Bevölkerung.

Erschwerend kommen nun Vorwürfe dazu, dass den Demonstranten auf dem Schumanplatz eine regelrechte Falle gestellt wurde. Schon unmittelbar nach den Ereignissen hatten die Veranstalter sich über den unerwarteten Überfall der wallonischen Polizisten beklagt, denn die Brüsseler Polizei habe noch am Morgen zugesagt, die Teilnehmer nicht zu behelligen, solange man am Ort bleibe und nicht versuche, einen Demonstrationszug in Bewegung zu setzen, was auch nicht geschah. Dennoch prügelten die Polizisten unerwartet auf die friedlichen Demonstranten ein, die sie zuvor umstellt und am Verlassen des Platzes gehindert hatten.

Die Polizei bestritt anschließend die Zusage, und so stand Aussage gegen Aussage, bis sich nun eine unabhängige Journalistin des flämischen Fernsehens zu Wort meldete. Auch sie hatte am Morgen mit der Polizeiführung gesprochen, um Informationen zu erhalten, und dabei war ihr genau diese Auskunft erteilt worden: Kein Eingreifen der Polizei, wenn die Demonstration am Ort bleibt. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen, hieß das früher mal.
3binterview_200.jpg Viel zu erklären für Freddy Thielemans, der doch nur mal zeigen wollte, dass wir ihn zu Unrecht „Maneken Schiss“ getauft hatten. Auch sein Gabentisch, auf dem normalerweise den Journalisten allerlei Baseballschläger, Messer und Pistolen präsentiert werden, die man den Festgenommenen abgenommen hat, fällt etwas ärmlich aus. Einsam liegen darauf eine israelische und eine tschechische Fahne, ein Kruzifix und ein Büstenhalter, dessen Rückgabe man der festgenommenen Besitzerin nach der Leibesvisitation verweigert hat. Auch die sonst so verlässliche Presse kann nicht viel helfen. Zwar berichtet man unter Berufung auf ominöse „Medienberichte“ von „kahlgeschorenen Krawallmachern mit nationalistischen Symbolen“, aber keiner der hunderten von Pressefotografen war in der Lage, auch nur eine Springerstiefelspitze der marodierenden Horden im Bild festzuhalten und zum Beweis vorzulegen.

Stattdessen füllt sich das Internet mit tausenden Fotos und Filmen, die touristische Besucher Brüssels am 11. September aus zahllosen Perspektiven von den Ereignissen gemacht haben. Gruppen gewalttätiger Glatzenträger konnten wir darauf weder am Place du Luxembourg noch am Schumanplatz entdecken. Allen Brüsseltouristen, die mit kleinen und großen Kameras und Handys zu dieser überzeugenden und wichtigen Dokumentation der wahren Ereignisse beigetragen haben, einen besonders herzlichen Dank. Leider nicht im Namen des Bürgermeisters.

»Brüssel geht um die Welt: Michelle Malkin: Rumble in Brussels mit diesem Video

»Brussels Journal: Capital of the EUSSR 4: Slovak Christian-Democrat Says Belgian Violence Reminds Him of Communism