Erwischt: Zwei Päpste im Puff!

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Ein Papst im Puff wäre schon ein dolles Ding. Aber gleich zwei zusammen? Sensationell! Natürlich würden diese beiden, Faruk Sen vom Institut für Türkeifragen und Henryk Modest Broder von der Achse des Guten, niemals leibhaftig in den Puff gehen. Erst recht nicht zusammen, weswegen die PI-Grafik da etwas nachhelfen musste. Aber erwischt wurden sie doch. Der eine, wie er Wasser predigt und Wein trinkt, der andere, wie er es gerade anders herum macht.

Faruk Sen (Foto links) geriet in die Schlagzeilen, nachdem der Bundesrechnungshof sich für den Verbleib zweistelliger Millionenbeträge an Steuergeldern interessierte, die dem Direktor des „Instituts für Türkeifragen“ mit einem Gruß vom Steuerzahler zur Verfügung gestellt werden. Die Westdeutsche Allgemeine berichtet:

Erster Vorwurf des Landesrechnungshofes: Das Führungspersonal des Zentrums sei zu gut bezahlt worden. „Das Gehalt und die Nebenleistungen (Direktversicherung, Firmenwagen, Altersvorsorge, Urlaubsübertragung) für den Direktor und seinen Stellvertreter liegen deutlich über der vergleichbaren Vergütung für Bedienstete des Landes.”

So sei der unbefristete Anstellungsvertrag mit dem Direktor am 31. Juli 2001 rückwirkend zum 1. Januar 1991 geschlossen worden: 8180 Euro monatlich brutto. Direktor und Geschäftsführer hätten einen Firmenwagen zur Verfügung (je ein BMW 525d zum Wert von 58.000 Euro). Obwohl beide den Pkw auch privat benutzten, führten beide kein Fahrtenbuch, bemerken die Prüfer. 2002 habe der Direktor noch eine Pensionszusage erhalten: Für zehn Jahre müssten 835.000 Euro Beitrag in eine Versicherung gezahlt werden, um dem Direktor eine Rente von 60.000 Euro jährlich ab 65 zu ermöglichen. Dies sei insgesamt ein Verstoß gegen das Besserstellungsverbot. Sen sagt dazu, das Problem sei aktuell mit dem Finanzministerium geklärt, seine Rente sei gesenkt worden.

Zweiter Vorwurf: Viel zu hohe Spesenrechnungen. Von 1998 bis 2005 wendete das Zentrum 1,26 Millionen Euro nur für Reisekosten, Veranstaltungen und Bewirtungen auf – 40 Prozent der Ausgaben der Projekte. „Viele Belege weisen einen erstaunlichen Anteil alkoholischer Getränke – inbesondere im Verhältnis zu den bewirteten Personen _ auf”, heißt es. So seien beim Besuch des türkischen Konsuls 14 Personen bewirtet worden, darunter fünf Zentrums-Angehörige. Sie tranken 17 Flaschen Wein, 2 Pils, 3 Campari und 1 Martini (Kosten: 1127 Euro). Das Weihnachtsessen des Zentrums kostete 2165 Euro und wurde im Projekt Retra Essen (Regionale Transferstellen – Beratung ausländischer Firmen) verbucht.

Sen rechtfertigt die hohen Spesenausgaben: „Ohne solche Veranstaltungen hätte kein Migrant als Investor im Ruhrgebiet investiert.”

Wer hätte das von unseren muslimischen Investoren gedacht – Wasser predigen, wie es der Prophet schon tat, aber auf deutsche Steuerzahlerkosten schon mal ausgiebig vom süßen Wein probieren, der doch erst im mohammedanischen Paradies von den 72 Jungfrauen kredenzt werden soll?

Ganz genau anders herum hält es anscheinend der zweite, Henryk M. Broder (Foto rechts), der als Gegenpapst zur Political Correctness gerne Wein predigt, aber immer wieder Wasser serviert, wenn es zum Schwur kommt. Erst kürzlich hatte er in der 3sat-Kulturzeit PI bescheinigt, teilweise sehr gute Beiträge zu schreiben. Einer war so gut, dass Vera Lengsfeld ihn sogar wörtlich für Broders Achse übernahm:

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Mit der uns eigenen Diskretion wiesen wir auf die fehlende Quellenangabe hin, worauf tatsächlich für kurze Zeit der Hinweis „von PI“ an unauffälliger Stelle und ohne Verlinkung unseres Schmuddelblogs erschien.

Selbst das muss Achse-Chef Broder zuviel Nähe zum Fußvolk der Islamkritik gewesen sein und die Achse kapitulierte mit einem leisen „Hurra“. Jetzt führt der ehemalige Steinmeier-Link zu einem Beitrag von Hannes Stein mit dem Titel „Happy Thanksgiving“. Dabei geht es aber nicht um ein Dankeschön an PI, sondern um Fress- und Saufgelage zum amerikanischen Erntedankfest:

Morgen stehen dann alle reumütig auf der Waage, weil sie schwer wider den Kaloriengott gesündigt haben. Aber das gehört dazu.

Womit elegant der Kreis zum „Institut für Türkeifragen“ geschlossen wäre.

UPDATE: Da einige Leser es offenbar falsch verstanden haben: Wir befinden uns mit niemandem „im Krieg“ und denken daher auch nicht in Kategorien von „Fronten“, die wir aufmachen. Es geht hier auch nicht generell gegen Broder, dessen Bücher wir sehr schätzen, sondern darum, dass man auf seinem Blog einen Text so gut fand, dass man ihn in voller Länge übernommen hat, und ihn wenig später, als man gewahr wurde, wer ihn geschrieben hat, wieder verschwinden ließ. Das ist die Form von Kapitulation vor Denkvorschriften, die Broder bei anderen mit Recht kritisiert und lächerlich macht, weswegen es uns zu diesem deutlich als Satire gekennzeichneten Text herausgefordert hat. Wir sind überzeugt, dass Broder als alter Spötter das richtig verstehen wird. Alles andere würde uns sehr enttäuschen.