Leyendecker: Bild ist neuer Fall für Presserat

Hans Leyendecker (Foto) ist Leitender Politischer Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung und als Islamschönredner auch gern gesehen bei islam.de, wo er hin und wieder Gastspiele zu geben pflegt. Heute nun thematisiert er mit Schaum vor dem Mund den Umgang der Bild-Zeitung mit ihrem Tadel vom Zentralorgen des Zeitungsgewissens, dem Presserat.

Der Deutsche Presserat beschäftigt sich mit unterschiedlichsten journalistischen Gräueln

so beginnt Leyendecker seinen Beitrag und man bekommt eine Gänsehaut. In erster Linie geht es aber, wie sich schnell herausstellt, gar nicht um die „Gräueltaten“ der Bild-Zeitung, sondern ausschließlich um die Reaktion der Zeitung auf den Rüffel vom Presserat. Statt mit unterwürfiger Zerknischung um Vergebung zu bitten, zeigt die Bild dem Presserat den Stinkefinger.

Jetzt erklärt Bild unter Bezug auf die Rüge: „Wir stehen zu unserer Darstellung.“ Bild kämpft: „Wir werden unsere Berichterstattung nicht weichspülen – so wenig wie bei Hasspredigern, Nazis oder sonstigem durchgeknallten Gesindel“.

Das findet der Leyendecker nun wirklich ungeheuerlich. Offenbar eine neue journalistische Gräueltat.

Diese sehr spezielle Berichterstattung über eine öffentliche Rüge könnte, theoretisch zumindest, ein neuer Fall für den Presserat sein.

Schade nur, dass der Presserat so gar keine Macht hat, nicht wahr, Herr Leyendecker?

» hans.leyendecker@sueddeutsche.de