TerkessidisFrüher war sie die Heldin der Frauenrechtsbewegung, heute rümpfen die Linken die Nase über sie. Alice Schwarzer hat sich mit dem Anprangern der Menschenrechtsverletzungen von Frauen im Islam viele ihrer ehemaligen Bewunderer zu Feinden gemacht. Die wollen zwar die eigenen Freiheiten nicht missen, Muslimas sollen aber gefälligst nicht davon profitieren, sondern unter ihrer Burka kulturelle Besonderheiten pflegen.

Der Tagesspiegel gibt dem Erfinder der Wortkreation des „rassistischen Wissens“, Mark Terkessidis (Foto), heute breiten Raum, über Menschenrechtlerinnen herzuziehen und schwere Menschenrechtsverletzungen als Einzelfälle zu bagatellisieren.

Eine Koalition aus Ex-Feministinnen, an der Spitze Alice Schwarzer, bestimmten Organisationen wie Terre des Femmes und einer Reihe von „authentischen“ Gewährsfrauen türkischer Herkunft wie Necla Kelek befindet sich seit einiger Zeit zusammen mit konservativen Politikern und Publizisten auf einem Kreuzzug zur Befreiung der „muslimischen Frau“ aus den Fängen eines unterdrückerischen, islamisch geprägten Patriarchats.

Ehrenmorde, Zwangsheiraten, islamisches Patriarchat – alles nicht so schlimm, wie diese üble Koalition von denen, die man normalerweise hofiert: Eine linke Frauenrechtlerin, eine Menschenrechtsorganisation und eine Migrantin, deren Authentizität aber nur in Anführungszeichen anerkannt wird, also gar nicht, obwohl Necla Kelek in der Türkei geboren wurde.

schrill waren die Töne in den Debatten über „Ehrenmord“ und „Zwangsheirat“. Muslimische Frauen, so hieß es, würden gezwungen, in „Parallelgesellschaften“ außerhalb „unseres Rechtssystems“ zu leben.

Wenn Frauen mit Migrationshintergrund bei Diskussionsveranstaltungen darauf hinwiesen, dass solche Vorstellung übertrieben sei und die Lage differenzierter, dann mussten sie sich von einheimischen Frauenrechtlerinnen oftmals als Büttel von Patriarchat und Islamismus beschimpfen lassen. Als Kronzeuginnen fungierten Autorinnen wie Serap Cilelei, Seyran Ates oder eben Kelek, die primär mit Erzählungen aus der eigenen Biografie zu „Expertinnen“ avancierten.

Das ist schon eine unglaubliche Unverschämtheit. Migrantinnen, die alles nicht so schlimm finden, sind automatisch glaubwürdig, Migrantinnen, die als Zeuginnen der Anklage fungieren, automatisch unglaubwürdig. Seyran Ates, die sich als Anwältin tagaus tagein mit den Opfern von Multikulti und Islam beschäftigt, wird ebenso als „Expertin“ lächerlich gemacht wie Necla Kelek, die sich mit Sicherheit mehr in der türkischen Community aufgehalten hat als Terkessidis. Und der legt nach: Nachdem er halbherzig zugegeben hat, dass es tatsächlich so etwas wie Frauenunterdrückung unter Muslimas gibt, fällt ihm nichts Intelligenteres als die Feststellung ein, in Deutschland sei ja auch nicht alles bestens – jedenfalls im europäischen Vergleich. Gut, dass das mal so klar gesagt wurde. Zwangsehen und Ehrenmorde – da sollen wir uns mal an die eigene Nase fassen. Und so lange sind unsere Hexenverbrennungen ja auch noch nicht her …

Und eh wir es noch vergessen:

niemand spricht etwa darüber, dass Mädchen arabischer Herkunft auch deswegen nicht mit auf Klassenfahrten fahren, weil sie als Flüchtlinge der „Residenzpflicht“ unterstehen und schlicht ihren Wohnort nicht verlassen dürfen.

Genau, nicht der Islam verhindert die Teilnahme an Klassenfahrten, sondern deutsche Gesetze sind als Ursache ausgemacht worden. Und gegen das neue Zuwanderungsgesetz ist man konsequenterweise auch.

» mark.terkessidis@isvc.org

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42 KOMMENTARE

  1. Nun, auch auf die Gefahr hin, als Bastard zu gelten möchte ich doch sagen: Er ist Diplom-Psychologe. Und wenn ich meine eigene Erfahrung mit dieser Gruppe Menschen zur Beurteilung seiner Aussage hinzuziehe, dann muss ich doch sagen: seine Statement überrascht mich nicht im geringesten. Ich hatte mehrmals mit Psychologen zu tun, mindestens sechs Jahre unter verschiedenen Vorraussetzungen. Und ich sage es ehrlich: keiner der vielen Psychologen die ich traf hat mir auch nur das geringste Vertrauen eingeflößt oder erschien auch nur ansatzweise kompetent. Somit kommt seine Realitätsferne, zumindest für mich, gar nicht als Überraschung.

  2. Hmm… dem Tagesspiegel wäre aber auch zuzutrauen, einen solchen Artikel mal ganz „gezielt“ gestreut zu haben… Wenn dem dann so wäre, dann kann man nur gratulieren, es ist wieder mal gelungen, gewisse Sichtweisen zu entlarven.

    Erinnert mich an die Islamkonferenz, die hatte ja ein ähnliches Ziel. Als Folge ließ sich ja das Zuwanderungsgesetz ohne großen öffentlichen Widerstand durchsetzen.

  3. Nun, auch so einer mit Migrationshintergrund.
    Und Diplom-Psychologe, über die haben wir
    schon als Studenten gelächelt. Von der Sorte
    haben wir in D 30 Stück aufs Dutzend, von
    Sozialpädagogen 35. Was die mittlerweile
    als „Gerichtssachverständige“ auf dem Gewissen
    haben ist nur noch kriminell zu nennen.

  4. Da fällt mir Folgendes wieder ein:

    Mehmet Daimagüler, einer der Unterzeichner des Anti-Kopftuch-Appells, sollte eine Kolumne über türkische Frauen und das Kopftuch schreiben.

    Und das tat er, wenn auch etwas anders, in der Welt – und zwar richtig gut:

    Ich wurde gebeten, einige Zeilen über die türkische Frau in Deutschland zu schreiben. Das will ich gerne tun.
    Will man die türkische Frau verstehen, muss man zunächst den türkischen Mann kennen. Das Sein bestimmt das Bewusstsein, das gilt auch für Türken.
    Das Sein der türkischen Frau heisst Mehmet, Ali oder Mustafa.
    Die Geschichte des türkischen Mannes ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Türkische Männer sind beispielsweise überzeugte Frauenrechtler, was viele hier in Deutschland nicht wissen.
    Als ich neulich vorschlug, muslimische Frauen sollten als Zeichen der Integration das Kopftuch ablegen, hagelte es Proteste.
    Und zwar ausschließlich von türkischen Männern, die sich für das „Recht“ der Frau auf ihr Kopftuch einsetzten.

    Selbstlos warfen sie sich in die Bresche, immerhin geht es um die Entscheidungsfreiheit der Frau.
    Die meisten Deutschen missverstehen auch die Ritterlichkeit türkischer Männer. Während sich der Knigge endlos darüber auslässt, ob der Mann auf der Straße zur Rechten oder zur Linken der Frau schreiten solle, gehen türkische Männer vorneweg, im Drei-Schritt-Abstand gefolgt von der Frau.

    Das ist eine klare Regel für alle Situationen und dient einzig dem Schutz der Frau. Man muss schließlich die Augen aufhalten nach streunendem Gesindel, das die Ehre der Frau beschmutzen könnte.
    Überhaupt bestimmt die Verteidigung der Ehre der Ehefrau/ Mutter/ Großmutter/ Schwester/ Tochter/ Base große Teile des Tagesablaufs des türkischen Mannes.

    Diese Ehre ist immer und überall gefährdet. Sie zu verteidigen erfordert hohe und höchste Abwehrbereitschaft. Don Juan, oder in diesem Fall Don Ali, macht das ungefragt und wiederum völlig selbstlos.

    Diese verweichlichten deutschen Männer versagen doch auf ganzer Linie und wenn, sind sie nur bedingt abwehrbereit.

    Türkische Männer jedenfalls sind grosse Förderer der Emanzipation.
    Sie unterstützen das Karrierestreben ihrer ehrgeizzerfressenen Gattinnen.

    Anders als viele deutsche Männer fühlen sie sich überhaupt nicht in ihrem Stolz verletzt, wenn sie den ganzen Tag im Café hocken und Backgammon spielen, während ihre Frauen den lieben langen Tag am Fliessband verbringen, abends kochen, die Kinder versorgen, dann den Zweitjob als Putzfrau antreten und den Rest der Zeit perfekte Gattinnen sind.

    Türkische Männer sind emanzipiert genug, kein Problem damit zu haben, wenn ihre Frauen den Lebensunterhalt für die Familie verdienen.
    Deutsche Männer hingegen rennen in der gleichen Situation gleich zu Britt am Nachmittag und heulen sich aus („Hilfe, ich habe keinen Job und meine Frau verdient das Geld. Bin ich noch ein Mann?“). (Anm.: Oder lesen Eva Herman’s Weichei-Geschmiere Lektüre)
    Türkische Männer sind da entschieden weiter. Sie stellen sich nicht selbst ständig in Frage oder machen sich unendlich Gedanken über ihre Rolle.

    Sie sind sich ihrer ziemlich sicher. Cogito ergo sum gilt nur für weichlappige deutsche Männer. Türkischen Männern reicht das ergo sum völlig aus, um unbeschadet durchs Leben zu kommen.
    „Bist Du schwul oder was?“
    Ist regelmäßig die erste Frage, die dem türkischen Mann beim Anblick seines bemitleidenswerten deutschen Artgenossen durch den Kopf schiesst. Auch bei der Manneskraft sind die Rollen klar verteilt: der deutsche Mann von Heute ist metrosexuell – der türkische Mann hingegen nur sexuell und das zu 100 Prozent.
    Ob am Bosporus oder in Kreuzberg.
    Ich fasse zusammen: Türkische Männer sind ritterlich, emanzipiert, selbstlos, frauenverstehend-aber-nicht-warmduschend, stolz und ehrenhaft.

    Herbert Grönemeyer würde – mit dem Refrain von „Männer“ – singen:

    „Türken haben Muskeln…
    Türken sind furchtbar stark!
    Türken können alles,
    Türken kriegen gern ‚nen Herzinfarkt
    Oh Türken sind einsame Streiter,
    müssen durch jede Wand
    müssen immer weiter.“

    Was soll ich da noch gross über türkische Frauen schreiben?
    Sie sind gesegnet. Mit uns. Manche vergessen es zuweilen, aber wir erinnern sie an diesen Umstand.

    Schliesslich haben wir doch all diese schlagkräftigen Argumente auf unserer Seite, oder?
    Türkische Männer gehören angebetet, nicht kritisiert.
    Unsere türkischen Frauen wissen das und die deutschen Frauen werden es noch lernen, jawohl!

    Der Autor ist Lucius N. Littauer Fellow der Harvard University und ehemaliges FDP Bundesvorstandsmitglied
    Artikel erschienen am 18.10.2006

  5. Mein Frau hatte mal einen Psychologen auf einem Lehrgang, der sich dann später selber erhängte.
    Sah ungepflegt aus, wie ein 68’er langhaariger Bombenleger!

    Psychologen sind oft die Allerschlimmsten (unerkannten) Psychopaten: Sie können sich in die Abgründe und Pfründe der menschlichen Seele hineinversetzen, ein normal denkender Mensch kann gar nicht so abartig sein, also müssen Psychologen und Psychopaten doch seelenverwandt sein!
    Der eine kann sich nicht beherrschen, der andere sehr wohl!

  6. Ich kannte mal einen dieser, der war Betriebspsychologe bei einem großen Kölner Unternehmen, das Dieselmotoren herstellte.

    Abgesehen davon,daß er starker Alkoholiker war, hatte er auch seine Marotten.

    Eine davon war: Vor seinem Bett standen mehrere Fernseher über- und nebeneinander mit mechanischer Bedienug, die er mit einem Billardstock schaltete.
    Fernbedienungen paßten halt nicht in sein Weltbild.

  7. Ähnliches hat der Herr auch in der Sendung Roche&Scobel während der ZDF Integrationswoche gesagt. Muhabbet war da als Vorzeigetürke natürlich auch dabei.

  8. Mit der Groß- und Kleinschreibung hab ich es heut nicht so. 🙂

    @#12 talkintome: Genau, da war ja auch der Muhabbet, plus jede Menge Menschen die sich nicht flüssig artikulieren konnten.

    Ich fands amüsant.

  9. @JFK Jo, beispielsweise als der eigentlich multikultifreundliche deutsche Kreuzberger erzählte das er Rassismus persönlich nur als Rassismus gegen Deutsche kenne und ihm darauf von einem Mitbürger mit MH erzählt wurde, in Kreuzberg befände er sich quasi in Feindesland.

  10. Alberner Vogel. zu seiner zentralen These, das nämlich „Ausländer“ Quasi als experten der eigenen Situation ein „verborgenes wissen“ über Rassismus hätten, fällt mir nur der Spruch über Literaturkritik von M.R.R. ein: „Schriftsteller haben soviel Ahnung von der literatur, wie Vögel von der Ornithologie“.

    Aber, dieser denkfehler ist zentraler eckpfeiler seines tuns, es geht ihm nämlich um die „Rassismusforschung“. die er für sträflich falsch hält, da sie eben nicht auf jenes „verborgene wissen“ setzt, was ja nur ein „Fremder“ haben kann (was ein uneigennütziges Glück, das er ja in diese kategorie fällt).

    Um es abzukürzen, was will der Typ? ganz klar den Lehrstuhl für Rassismusforschung, nebst Professorengehalt und Titel. Mehr stellt seine ganze schaumschlägerei nicht dar.

    Schade nur, das eine Zeitung wie der Tagespiegel wertvollen Platz jemandem für solch durchsichtige Manöver zu verfügung stellt.

  11. Mark Terkessidis verfaßte im Februar 2006 zusammen mit Yasemin Karakasoglu die Petition von 60 „Migrationsforschern“. Gegen die zunehmende Rezeption mutiger, moslemischen Autorinnen wie Necla Kelek, Ayaan Hirsi Ali und Seyran Ates.

    Er hat ein griechisches Elternteil, ist aber in Deutschland geboren. Dies macht ihn zum Rassismusexperten und islamischen Religionswächter.

    Im März 2006 stellt Alice Schwarzer in ihrer sehr lesenswerten Offenen Antwort auf die Petition fest:

    Mark Terkessidis … kommt aus der radikalen Linken. … Diplom-Psychologe in Köln, Ex-Spex-Redakteur und Mitglied von Kanak Attak, seine Themen: Populärkultur, Identitätsbildung, Rassismus.

    Zu letzterem liefert Terkessidis auch gleich eine wissenschaftliche Definition: „Ich möchte Rassismus als eine Verbindung von sozialer Praxis und gleichzeitiger Wissensbildung fassen“. Noch ein Zitat? „Die wenigen Merkmale, mit denen der Islam dargestellt wird, ergeben eine Art Syndrom, das wie ein Spiegel funktioniert – eine glatte Fläche, in der wiederum in strategischem Sinne das Fremde umgekehrt das Eigene reflektiert.“

    Genug der Quälerei. Terkessidis gehört also zu dieser Sorte postmoderner, selbstreferenzieller, pseudoradikaler Intellektueller, die viel mit ihrer Selbstdarstellung und wenig mit dem Begreifen der Welt zu tun haben.

  12. Lehrstuhl für Rassismusforschung, um Himmels Willen Gott verschone dieses gebeutelte Land.

    Die Vorschläge, die von diesem unnötigen Zweig des akademischen Forschungsbaumes, entspringen werden, sind mit Sicherheit so sinnvoll, wie die der Elitenforschung. Die mir dann erzählen wollen, in Deutschland sei das Bildungssystem nicht durchlässig genug für Sozialschwacher etc.
    Die dreist behaupten wir hätten zu wenige Akademiker, und dann allen ernstes die USA als Vergleich ranziehen, obwohl sie wissen sollten, dass der Vergleich gar nichts aussagt. Denn in den USA gibts für alles ein College. Eine Friseurin geht dort aufs Beauty-College, der plumber aufs technical installer College etc.

    Wenn die nur die UniversitätsZahlen nehmen würden, sehe das schon wieder ganz anders aus.

  13. Seht euch mal den Wikipedia-Eintrag dazu an:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Residenzpflicht_(Asylverfahrensgesetz)

    Da wird die Residenzpflicht mit den Gesetzen in der Nazizeit verglichen. Und Deutschland will dieses „Nazigesetz“ auch noch im Rest von Europa durchsetzen. Da werden böse Erinnerungen wach.

    Ist es schon wieder so weit? Schnell auf die Strasse! Das muss verhindert werden. 😆

    Und am Schluss wird erklärt, warum ein Vergleich der Straftatenstatistik zwischen Deutschen und Asylbewerbern keine Aussagekraft hat. Ja richtig, weil Deutsche keine Residenzpflicht haben und somit für weniger Dinge bestraft werden.
    Genau das ist der Grund für die Auffälligkeiten in der Statistik. 😆

    Aber das Beste sind die Quellenangaben. Den linken Dreck, den die als Absicherung angeben kann man wirklich kaum unterbieten. Da fehlt eigentlich nur noch die Antifa als seriöse Quelle.

    Übrigens: Flüchtlinge unterstehen nicht der „Residenzpflicht“, wie der Quacksalber oben schreibt. Asylbewerber tun dies. Also die Menschen, die (noch) kein Asyl genehmigt bekommen haben. Also Menschen, die genau genommen gar kein Recht haben hier zu sein.
    Ich finde es nur verständlich, dass man wissen will, wo die Stecken, damit man, falls der Antrag abgelehnt wird, sie auch direkt vor die Türe setzen kann.

    Stichwort: Asylbewerberleistungsgesetz

  14. Ich sehe gerade der Link zu dem unsäglichen Wiki-Artikel funktioniert nicht richtig. Ich probiere es nochmal so:

    wiki: Residenzpflicht

    Nicht vergessen: Flüchtling ist nicht das selbe wie Asylbewerber. Flüchtlinge bekommen Asyl. Asylbewerber werden erstmal eine kurze Zeitspanne überprüft und man muss wissen, wo sie zu finden sind, wenn man sie gegebenfalls abschieben will. Sonst könnte man sich das überprüfen sparen und einfach jeden rein- und drinne lassen.

  15. @ #1 Badger
    „psychologen … vertrauen … kompetent“
    es gibt leider viele psychologen die lieber einen anderen beruf ausüben sollten. ich glaube aber nicht, dass psychologen allgemein inkompetent sind.
    mir ist erst kürzlich im gespräch mit einer sehr kompetenten psychologin, die in einem wiener krankenhaus für die betreuung von unfallopfern oder opfern von sexueller gewalt zuständig ist, aufgefallen, dass sie einen sehr individualistischen zugang zu den problemen ihrer kleintel hat. mit individualistisch meine ich den umstand, dass in der analyse den direkten persönlichen umständen der oder des analysierten das größte gewicht zukommt, nicht aber massenpsychologischen phänomenen wie dem kollektivneurotischen charakter des islam. das ist in diesem tätigkeitsbereich durchaus nachvollziehbar und sinnvoll.

    @ #18 JFK

    rassismusforschung: stimmt, in unserem klima der politischen hysterie kann leider vermutet werden, dass der rassismusbegriff zB den offenen arabischen antisemitismus nicht miteinbezieht und so ein institut ein reines linkspropagandainstrument darstellt. die webseite des isvc geht eindeutig in diese richtung und das institut erscheint mir nicht als besonders vertrauenswürdig oder beachtenswert.

  16. „Mark Terkessidis weiß, was Frauen wünschen.“

    Der Bauknecht „Terkessidis“ arbeitet auf den „Lehrstuhl“ für „inflationär“ verwendete „Anführungszeichen“ und „moralischen Relativismus“ hin. „Ziel“ ist eine Gutschreibreform „Rechtschreibreform“.

    Folgende „Begriffe“ müssen künftig in Anführungszeichen „geschrieben“ werden:

    „Ehrenmord“, „Zwangsverheiratung“,
    „Deutschland“, „Necla Kelek“, „Terrorismus“, „Gewalt“ (nur von links); Gewalt von rechts schreibt man auch nach der Reform weiterhin ohne Anführungszeichen.

  17. Man muß es auch mal aussprechen dürfen:
    Zu meiner Zeit (in den 68ern..) hat man Psychologe meist nur studiert, um die eigenen Macken besser zu analysieren und in den Griff zu bekommen…

  18. Um mal die Alice Schwarzer auf gleicher Augenhöhe (von Eva Herman) zu begegnen:

    Die Alice hetzt gegen den Islam und kann nur ein Rassist sein.

    Na Frau Schwarzer, wie fühlen sich die eigenen Argumente an?

  19. „Einzelfälle“

    http://www.tirol.com/wirtschaft/innsbruck/71982/index.do
    Ein Drittel der türkischen Mädchen in Tirol verschwindet laut einer Studie des Arbeitsmarktservice (AMS) Tirol in den zugewanderten Familien.

    Nur 67 Prozent der 16-jährigen türkischen Mädchen seien in Arbeitsmarkt und Bildung integriert. „Ein Drittel fehlt also, wo sind sie?“ fragte die stellvertretende Landesgeschäftsführerin des Arbeitsmarktservice (AMS) Tirol, Karin Klocker, am Donnerstag vor Journalisten.

    Nicht an mangelnden Deutschkenntnissen, sondern an traditionellen, soziokulturellen Zwängen der zugewanderten Familien hake die Integration, erklärte Klocker im Rahmen einer Tagung zum Thema Jugendliche mit Migrationshintergrund „jung – zuagroast – arbeitslos“ in Innsbruck.

    Generell arbeiten von den 15-64 jährigen Türkinnen nur 26.7%, währenddessen Österreicherinnen zu 65.7% und Ex-Jugoslawinnen zu 60.3% arbeiten.
    http://www.statistik.at/dynamic/wcmsprod/idcplg?IdcService=GET_NATIVE_FILE&dID=53818&dDocName=026404
    Seite 21

  20. Ich habe hier ein Interview gefunden, in dem Mark Terkessidis die muslimischen Organisationen kritisiert. Er wirft diesen vor, den Deutschen gegenüber zu sehr auf Dialog zu setzten und zu wenig auf Konfrontation zu gehen.

    Was die muslimischen Organisationen und auch die Migrantenorganisationen betrifft, so muss man natürlich auch immer Kompromisse machen, aber es wird immer noch zu sehr auf Dialog gesetzt. Ich glaube durchaus, dass es nicht immer Sinn macht, auf Konfrontation zu gehen, aber für mich gibt es ein bisschen zu wenig Konfrontation. Man muss die Dinge noch deutlicher beim Namen nennen, muss sagen, „das ist rassistisch“, „das ist eine Unverschämtheit“, „da reden wir gar nicht mehr weiter“. Das öffentliche Interesse ist ja mittlerweile da, und ich denke, da sollte man etwas offensiver sein.

    http://www.islamische-zeitung.de/?id=7226

    Knapp ein Jahr nach diesem Interview in der Islamkonferenz haben die muslimischen Verbände sich geweigert, sich auf die „deutsche Werteordnung“ zu verpflichten. Darüber hinaus haben sie angekündigt, weiter für die Geschlechtertrennung beim Schwimmunterricht in den Schulen zu kämpfen und gefordert, als Religionsgemeinschaften und als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt zu werden – was eine Gleichstellung mit den 2 großen christlichen Kirchen bedeuten würde. Und genau diesen muslimischen Verbänden hat Mark Terkessidis hier vorgeworfen, gegenüber den Deutschen zu entgegenkommend zu sein.

    So sträubte sich der Koordinierungsrat der Muslime heute, die Ergebnisse der Arbeitsgruppe I anzunehmen, die sich mit „Werten und der Gesellschaft“ befasst. Es ging um die Formulierung, dass sich alle Muslime auf die „deutsche Werteordnung“ verpflichten sollen. Der Koordinierungsrat sieht da noch Gesprächsbedarf.
    (. . . . . .)
    Der Zentralrat hatte zuvor angekündigt, Eltern zu unterstützen, die ihre Töchter nur getrennt von Jungen schwimmen lernen lassen.
    (. . . . . .)
    Kaum Bewegung gab es auch bei der Anerkennung muslimischer Verbände als Religionsgemeinschaft und als Körperschaft des öffentlichen Rechts. Der neu gegründete Koordinierungsrat sei ein „interessanter“ Verband, aber noch keine „religiöse Gemeinschaft“, sagte Schäuble. Er könne nicht für sich in Anspruch nehmen, alle Muslime zu vertreten. Außerdem müssten die Bundesländer entscheiden, wer wie die christlichen Kirchen als Religionsgemeinschaft anerkannt wird.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,480484,00.html

  21. @ #29 Walter M

    Man muss die Dinge noch deutlicher beim Namen nennen, muss sagen, „das ist rassistisch“, „das ist eine Unverschämtheit“, „da reden wir gar nicht mehr weiter“.

    Ja, aber Herr Terkessidis spricht hier doch genau das aus, was wir auch sagen wollen:

    Macht’s gut, lasst euch nie wieder hier blicken – und danke für die Bereicherung!

  22. Na, der Terkessidis scheint nicht nur unseriös sondern auch gemeingefährlich zu sein. Anders kann man jemanden der solche Hetzreden führt nicht nennen.

  23. Es lohnt sich wirklich, mal in die Bücher dieses Terkessidis hineinzuschauen. Rassismus ist für ihn eine Erfindung der westlichen Kultur, die sich zuerst bei der Vertreibung der Araber aus Spanien 1492 manifestierte; Nichteuropäer können also grundsätzlich keine Rassisten sein, auch wenn sie sich so verhalten. Die Bemerkung eines Deutschen gegenüber einem Ausländer „Sie sprechen aber gut Deutsch“ ist Ausruck des reinen rassismus, denn sie unterstellt ja, dass der Betroffene sich in igrnedwelcher Weise von Deutschen unterscheidet, usw. usw.

    Höchts absurd das ganze, wie alles was auf dem Mist von Michel Foucault gewachsen ist.

  24. Warum müssen sich Männer immer vordrängeln, wenn es um Frauen geht?

    „Terkessidis gehört also zu dieser Sorte postmoderner, selbstreferenzieller, pseudoradikaler Intellektueller, die viel mit ihrer Selbstdarstellung und wenig mit dem Begreifen der Welt zu tun haben.“ Alice Schwarzer, EMMA, März/April 2006 [2]

  25. @ #23 Frek Wentist (24. Nov 2007 09:26): Danke für die Gänsefüßchen.

    @ #29 Walter M (24. Nov 2007 17:13): Danke für das unglaubliche Interview.

    Man muß die Dinge noch deutlicher beim Namen nennen, muß sagen, „das ist rassistisch“.

    Zum „Rassismusverständnis“ des Qualitätspsychologen „Terkessidis“ kann man das „Vorwort“ seiner „Dissertation“ heranziehen:

    Vor einigen Jahren stieg ich am Kölner Hauptbahnhof zu später Stunde aus einem Zug, der in den Niederlanden gestartet war. Da die Polizei mittlerweile dazu berechtigt ist, an Bahnhöfen verdachtsunabhängige Kontrollen durchzuführen, werden Reisende aus den Niederlanden schon mal auf Drogenbesitz überprüft.

    Ein junger Polizist nahm mit geschultem Blick die Ankömmlinge ins Visier und verlangte schließlich Ausweise zu sehen: den eines ziemlich dunkel pigmentierten Mannes mittleren Alters und meinen. Als ich ihn fragte, ob seine „Auswahl“ nicht ein wenig selektiv sei, wollte er – bereits leicht aggressiv – wissen, wie ich das denn meinen würde. Also fragte ich ihn, ob er uns auch kontrolliert hätte, wenn wir blond und blauäugig gewesen wären. Er erwiderte: „Wollen Sie damit sagen, ich bin ein Rassist?“ Ich konnte mich nicht zurückhalten: „Das will ich sagen.“ Woraufhin er seinen Block zückte und mir mit einer Anzeige wegen Beamtenbeleidigung drohte.

    Der Polizeibeamte verhält sich korrekt und rational. Die veröffentlichten Kriminalitätsstatistiken verbieten ihm geradezu, sich anders zu verhalten. Für „Dr.“ „Terkessidis“ ist er ein Rassist. Seine Rassismuskeule verschont nur Traumtänzer.

  26. Der Satz bringt es auf den Punkt. Andererseits mutet eine Publikation wie der Tagesspiegel seinen Lesern die Ergüsse dieses Herrn zu.

  27. @ #30 Fensterzu

    Man muss die Dinge noch deutlicher beim Namen nennen, muss sagen, „das ist rassistisch“, „das ist eine Unverschämtheit“, „da reden wir gar nicht mehr weiter“.

    http://www.islamische-zeitung.de/?id=7226

    Ich glaube, Du hast Mark Terkessidis nicht richtig verstanden. Mark Terkessidis wollte nicht, daß wir dies sagen; Mark Terkessidis wollte , daß die muslimischen Verbände dies sagen.

  28. #33 brazenpriss (24. Nov 2007 18:29)

    Der vollständige und sehr gute Text von Alice Schwarzer, welchem das wikipedia-Zitat entnommen wurde, findet sich in ihrer EMMA. Sie antwortete damals auf die tolldreiste Petition der 60 „Migrationsforscher“ (vgl. #18 pschmidt (24. Nov 2007 00:33)).

  29. Aus dem Schwarzer-Artikel:

    „Seit den 90ern ist die Erziehungswissenschaftlerin politisch sehr aktiv, seit 2004 hat sie eine Professur in Bremen für „interkulturelle Bildung“. WissenschaftlerInnen, die es wagen, auf die Gefahr von Identitätsstörungen und Gewaltbereitschaft islamischer Jugendlicher in Deutschland aufmerksam zu machen, wie Prof. Wilhelm Heitmeyer in einer Studie, greift sie als „rassistisch“ an.“

    Ich hätte nicht gedacht dass es möglich ist Heitmeyer links zu überholen.

  30. „Als ich ihn fragte, ob seine “Auswahl” nicht ein wenig selektiv sei, ..“

    Herr Tekessidis scheint nicht über grosse Kenntnisse von Fremdwörertn zu verfügen. Selektion heisst Auswahl. Eine Auswahl ist per definitionem selektiv.

    Pfeifen sind per definitonem laut und schrill. Und sie funktionieren dank heisser Luft.

  31. Auch, wenn seine zeitweilige Publizität darüber hinwegzutäuschen scheint, glaube ich, dass sich Terkessidis mit seinen fragwürdigen Äußerungen auch von ehemaligen Mitstreitern mittlerweile weitgehend isoliert hat. Was Terkessidis da in letzter Zeit formuliert, das kommt einer intellektuellen Bankrotterklärung gleich.

    Terkessidis hat in den 90ern viel für die SPEX gearbeitet. Vieles von dem, was er heute absondert, ist mit den Erkenntnissen, die man sich dort schon vor zehn Jahren erarbeitet hat, nicht mehr kompatibel. Ich zitiere aus dem von Tom Holert und Mark Terkessidis herausgegebenen „Mainstream der Minderheiten“, ein Beitrag mit dem Titel „Schmutzige Fakten“ von Ruth Mayer, die mit Terkessidis auch mal den Band „Globalkolorit“ herausgegeben hat: „Ein geradezu klassisches Beispiel für solch ein unergiebiges Wechselspiel zwischen tentativer Kritik und spekulativer Rechtfertigung bot hierzulande ein Bericht über die Geto Boys in Spex, der sich in immer komplexer Reflexionen über die mögliche Legitimität homophobischer, sexistischer und antisemitischer Positionen innerhalb bestimmter Kontexte schraubt und dann in dem abenteuerlichen Schluß zu enden scheint, Bushwick Bill von den Geto Boys dürfe, weil schwarz, kleinwüchsig und aus dem Ghetto, ‚eher noch‘ faschistische und sexistische Parolen vertreten als andere (weiße Amerikaner und blonde Deutsche?)“ (S. 166).

    Herr Terkessidis sollte sich etwas beruhigen, mal wieder die alten Bücher rauskramen, aufmerksam lesen, und dann selbstkritisch reflektieren, zu was er sich da heute, mehr als zehn Jahre später, überhaupt verstiegen haben könnte.

  32. Oh, Herr T. und Freunde der – was ist das, was ihr seid? Die dogmatische Linke?
    Höherer Unfug wie die Residenzpflichtgeschichte und ähnliche Dinge werden gebetsmühlenartig wiederholt und dass dieser Herr T. von schrillen Tönen spricht ist eine Frechheit. Jeder PI Leser kennt die wahrhaftig schrillen Töne ebenjener Linken, zu hören in jeder Stadt wo sich Anwohner gegen Großmoscheen wehren… und nicht nur dort …

    Natürlich existiert an einigen Lehrstühlen – die sind unter Studenten und Absolventen wohlbekannt – ein Geist an linkem Gesinnungsgehorsam. Im Zuge des Skandals um Eva Herman gab es einen Professor, der in einer Talkshow andeutete, er habe Eva Hermans „Denke“ in einer Prüfung thematisiert und der Prüfling habe eine „1“ bekommen. Für das Nachplappern der Geisteshaltung des Professors – hat er nicht gesagt, ging aber klar aus Wortwahl und Unterton hervor.

    An solchen Lehrstühlen wachsen Leute wie der Herr T. heran. Eine andere Geisteshaltung als seine wird dort wahrscheinlich mit schlechten Noten sanktioniert. Gewiss nicht mit einer „1“ gewürdigt.

    Neben speziellen Argumentationsschemata gibt es bei den feinen Akademikern auch einen eigenen Sprachcode, sehr schön bei Herrn T. und seinen Thesen à la “rassistisches Wissen” nachzuvollziehen, nicht in seinem Tagesspiegel-Artikel, aber auf der Internetseite seines Instituts.

    Es gibt umgangssprachlich die Begriffe „Linksfaschismus“ und „Polit-Sekten“. Ob und wieweit man Herrn T. in dieser Richtung einordnen kann, wie er dann bezeichnet werden würde, das überlasse ich dem geneigten PI Leser, auch wenn diesem vielleicht das Wissen über die Präsenz von „rassistischem Wissen“ fehlt.

  33. Eine wie ich finde sehr zutreffende Kritik an Terkessidis‘ Abhandlung „Psychologie des Rassismus“, die wohl eine Art Manifest für seine derzeitige unkritische publizistische Arbeit darstellt, ehedem veröffentlicht in der Jungle World:

    Dabei wäre es – psychologisch – durchaus interessant, wie die vom Diskurs durchtränkten Subjekte ihr „Wissen“ ausagieren: nicht nur durch Handeln (Gewalt) und Sprechen (Vorurteil), sondern auch in den grobsoziologisch weniger relevanten körperlichen und intersubjektiven Reaktionen: Schweigen, Idiosynkrasien, Angstzustände, Vermeidungshandlungen, Symptombildungen, Verschiebung der Wahrnehmung [sic!, Hervorhebung von ampulsderzeit] usw. Eine solche Psychopathologie des rassistischen Alltagslebens würde, wie Frantz Fanon anhand der kolonialistischen Deformierung gezeigt hat, einiges umfassen, das keine „expression in talk“ findet.

    http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_98/43/23a.htm

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