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Mügelten die Guten mit Rechtsextremisten?

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Nach den bis heute auf eine gerichtliche Aufklärung wartenden Ereignissen um eine Schlägerei zwischen sächsischen und indischen (Foto) Dorfbewohnern in Mügeln war Empörung angesagt, denn alle Finger, jedenfalls die der Medien, zeigten nach rechts. Da hieß es Flagge zeigen gegen den gefühlten Rassismus der Deutschen. Und selbst als 2 Monate später bereits hier und da Zweifel am ursprünglich angenommenen Tathergang laut geworden waren, hieß es, jetzt erst recht das Süppchen am kochen zu halten.

Im Bemühen, in der Entrüstung nicht nachzulassen, schaute man möglicherweise nicht genau genug hin, wer der Veranstalter einer Demo war, die die „exakte strafrechtliche Aufklärung und Bestrafung der (deutschen) Täter“ forderte.

Schon das Motto der Veranstaltung, das eine etwas eigenwillige Interpretation rechtstaatlicher Prinzipien offenbart, hätte Verdacht erregen können. Aber wer will schon nörgelnd abseits stehen, wenn es doch für die gute Sache gegen rechts geht. Und so folgten dem Aufruf am 8. Oktober rund 200 meist deutsche Empörte.

Der sächsische Verfassungsschutz ging die Sache mit etwas mehr deutscher Beamtenlässigkeit an und fand nach intensivem Nachdenken heraus, dass die Guten bei dieser Gelegenheit im besten Glauben ausgerechnet denen hinterher trotteten, die man, wären es Deutsche gewesen, wohl mit gutem Grund Rechtsextremisten nennen würde.

Jetzt berichten die Leipzig-Seiten:

Wie der Verfassungsschutz mitteilt, war die Demonstration von dem als extremistisch beeinflusst eingestuften Chemnitzer Tempelverein „Gurdwara Singh Sabha e. V.“ für den 8. Oktober 2007 angemeldet worden. Zwischen 150 und 200 Menschen folgten dem Aufruf. Verschiedene Redner und diverse Plakate forderten die Bestrafung der Täter von Mügeln und wiesen auf fremdenfeindlich motivierte Übergriffe in Sachsen hin. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde auf dem Theaterplatz eine Petition an eine Mitarbeiterin des Landtages übergeben.

Dem Verfassungsschutz liegen nach eigenen Angaben Hinweise darauf vor, dass die Veranstaltung Bezüge zu den beiden auf der EU-Terrorliste stehenden extrem-nationalistischen Organisationen „Babbar Khalsa International“ (BK) und „International Sikh Youth Federation“ (ISYF) aufweist.
BK und ISYF seien extrem-nationalistische indische Sikh-Organisationen. Sie kämpfen mit militanten und terroristischen Mitteln für die Errichtung eines unabhängigen Staates „Khalistan“ auf dem Gebiet des indischen Bundesstaates Punjab. Der von beiden Organisationen befürwortete Einsatz von Gewalt zur Durchsetzung ihrer politischen Ziele bezieht sich ausschließlich auf das indische Staatsgebiet.

Und so leuchtet es ein, dass die Guten am 8. Oktober gemeinsam mit rechtsextremistischen Terroristen gegen Gewalt in Mügeln demonstrieren konnten. Denn Mügeln ist ja nicht indisches Staatsgebiet.

(Spürnase: Haiduk)