Buchrezension: „Blauer Planet in grünen Fesseln“

Blauer Planet in grünen FesselnWas ist bedroht: Klima oder Freiheit? Diese Frage zieht sich – rhetorisch gemeint – durch das ganze Buch von Vaclav Klaus. Rhetorisch deswegen, weil der Autor in jedem Kapitel auf fast jeder Seite überzeugend darlegt, dass der Environmentalismus immer stärker und (leider) auch erfolgreicher, die individuelle Freiheit bedroht und den vermeintlichen Klimaschutz dazu als willkommenes Werkzeug einsetzt.

Der Autor – kein geringerer als der Hochschullehrer für Volkswirtschaft und Staatspräsident Tschechiens – versucht gar nicht erst die These vom anthropogenen Treibhauseffekt (THE) naturwissenschaftlich zu widerlegen. Es reicht ihm und sollte uns auch reichen, dass es für diese These vom THE keinen einzigen, naturwissenschaftlichen Beweis gibt. Es reicht ihm, dass er fähig und in der Lage ist, die überreichlich vorhandene Literatur zu diesem Thema zu lesen, zu verstehen und seine eigenen Schlüsse daraus ziehen kann, weil, so schreibt er im Vorwort:

Die Problematik der globalen Erwärmung ist nämlich mehr eine Angelegenheit der Gesellschaftwissenschaften als eine der Naturwissenschaften. Es geht mehr um den Menschen und um seine Freiheit, als um die Veränderung der Durchschnittstemperatur um ein paar Zehntelgrad Celsius.

Das ist der Kernpunkt, darum geht es. In den folgenden Kapiteln wird klar, übersichtlich und auch für den interessierten Laien verständlich, erst das Problem definiert und anschließend jede einzelne Behauptung der Environmentalisten bspw. zur Begrenztheit der Ressourcen, zu Fragen des Reichtums und des technischen Fortschritts, der (z.B. im Sternreport unterlassenen) Diskontierung und deren zeitlicher Prämissen auf ihre Aussage und Wahrheitsgehalt untersucht und einer kühl rationalen Analyse unterzogen. Die Ergebnisse sind nachvollziehbar und allgemein verständlich. Sie widersprechen im Ergebnis klar den Untergangsszenarien der meinungsmachenden Environmentalisten, die dem ideologisch motivierten totalitären Machtanspruch dieser Leute entsprungen sind. Untermauert wird dies durch Zitate wie z.B. von einem der Begründer dieser Bewegung, dem Nobelpreisträger Paul Ehrlich (Anfang der 70er Jahre):

Die Geburtenkontrolle müsse sowohl in den überproportional hoch entwickelten, wie auch in den weniger entwickelten Ländern eingeführt werden

und

Die überproportional hoch entwickelten Länder müssen sich zurück entwickeln. (Ehrlich empfahl sogar die Einwohnerzahl der USA – damals gerademal 205 Mio – zu reduzieren, da er diese Zahl als unerträglichen Zustand erachtete. Über das Wie ließ er sich nicht aus)

Diese Forderung Ehrlichs machen sich gerade viele Regierungen, darunter als selbst ernannter Vorreiter die deutsche, zu eigen und verkünden jede Menge Gesetze, die genau dies zum Ziel haben. Rückentwicklung, verkauft als Verminderung des CO2-Ausstoßes. Natürlich mit dem üblichen euphoristischen Politsprech verbrämt, aber unerbittlich in ihrer Zerstörungskraft.

In den dann folgenden Kapiteln wird mit dem Märchen von der Endlichkeit der Ressourcen aufgeräumt, auf den ersten Blick eine unplausible – für manche sogar gotteslästerliche – Behauptung. Klaus macht das an vielen Beispielen klar, so mit der simplen (von B. Lomborg entlehnten) Feststellung, dass die Steinzeit wohl nicht deswegen zu Ende ging, weil den damaligen Menschen die Steine ausgingen. Oder auf die – aus heutiger Sicht – gar nicht so dumme Frage, wann wohl die Wellen des Meeres als Ressource angesehen würden? Dazu gibt er die Antwort von P.H. Aaronson…

dass dies genau dann der Fall sein wird, wenn eine Technologie entwickelt sein wird, die weiß wie man damit umgehen kann.

Und fährt fort:

Der Vorrat an Ressourcen wächst mit unserem Vorrat an Wissen.

Eigentlich eine plausible, durch die reiche jahrtausendelange Erfahrung der Menschen gestützte Erkenntnis, leider wird sie von viel zu wenigen verstanden. Angst und Panik erzeugen ist allemal ertragreicher.

Streng nach der volkswirtschaftlichen Theorie, aber immer nachvollziehbar und auch für uns Laien verständlich, folgt eine Analyse von Kosten und Erträgen – angewendet dann auch auf das Rigorosum: Vorsorgeprinzip! Der Leser ahnt es, Klaus schreibt und erklärt es sehr, sehr deutlich an vielen, vielen Beispielen: Kosten/Nutzenanalyse: ja, Anwendung des rigorosen Vorsorgegedankens: Nein. Dieser führt in die Unfreiheit. Zur Freiheit gehört eben auch das Recht auf Risiko.
KarikaturKarikatur aus dem Buch „Blauer Planet in grünen Fesseln“ von Vaclav Klaus.

Da ist es dann schon fast nicht mehr so wichtig, aber zur Abrundung doch erforderlich, am Schluss nochmal den Blick auf die Realitäten des Klimawandels zu werfen. Diese sind beruhigend, eben normal, es wurde etwas wärmer. Mehr nicht. Dieser Temperaturanstieg, um ein paar Zehntel Grad ist in keinster Weise alarmierend, außer wenn man sich gewahr wird, in welchem unerträglichen Maße wir von den Offiziellen des IPCC und seiner Unterstützer manipuliert werden. Beispielhaft demonstriert am Hockeyschlägerdiagramm, welches über 70 x im dritten Bericht des IPCC 2001 dargestellt – den imponierenden Anstieg der Globaltemperatur just mit dem Einsetzen der Industrialisierung, zeigt. Diese Grafik war die Basis für die alarmistische Behauptung vieler „Klima-Wissenschaftler“ und ihrer Verstärker in den Medien: Auf der Erde war es in den vergangenen 1000 Jahren – manche machten daraus 1300 Jahre – nie so warm wie heute. Und wir sind schuld! Leider stellte sich diese Kurve – ermittelt vom jungen Doktor Michael Mann und seinen Mitarbeitern – als statistische Fälschung heraus. Eine Entschuldigung seitens des IPCC gab es aber dazu nicht. Wozu auch? Sie hatte ihren Zweck erfüllt.

Im letzten Kapitel benennt Klaus eine kleine Auswahl der extremen Übertreibungen, zum Teil auch glatte Fälschungen, die den Environmentalisten jeder Partei als Begründung dienen, alle Menschen dieser Welt – bevorzugt die Menschen des Westens – zu gängeln und einem neuen planwirtschaftlich gesteuerten CO2-Regime zu unterwerfen. Erschreckend. Nur der Schluss stimmt versöhnlich. Hier versucht Klaus Antworten auf die Frage: Was sollen wir tun? Und gibt schon in der ersten Zeile die umfassende Antwort:

Statt um die Umwelt, sollten wir um die Freiheit ringen.

Dass damit nicht ein bedenkenloser Umgang mit der Umwelt gemeint ist, hat der Autor vorher in vielen Passagen dieses Buches belegt.

» „Blauer Planet in grünen Fesseln“: Carl Gerold`s Sohn Verlagsbuchhandlung, ISBN 978-3-900812-15-7, 25 €.
» Morgen, am 10. Dezember um 12 Uhr, stellt Vaclav Klaus in Berlin (KulturKaufhaus Dussmann, Friedrichstraße 90) die deutsche Ausgabe seines Buches vor.

(Gastbeitrag von Argus)