zbibel.jpg2007 wurde die erste Auflage eines religiösen Buches in Windeseile ausverkauft, die zweite Auflage kommt erst gegen Ostern. Wer jetzt denkt, es handle sich um eine besondere Ausgabe des Korans, irrt – es handelt sich um die neue „Zürcher Bibel„. Die Tradition der Bibelübersetzungen geht auf die Reformationszeit zurück. Im Mittelalter verwendete man die für das gemeine Volk unverständliche lateinische Vulgata, welche selbst eine Bibelübersetzung war.

1531 wurde nach der Lutherbibel (ab 1522) die erste vollständige Zürcher Bibel mit Altem und Neuem Testament herausgegeben. Schon damals war in Zürich die Übersetzung aus den hebräischen und griechischen Originaltexten in die Landessprache keine Zwingli-Bibel sondern ein Gemeinschaftswerk.

Ziel des Werks: Das Volk sollte die Bibel selber lesen, sich eigene Gedanken machen, selber mündig werden. Die Bibelübersetzungen des späten Mittelalters waren daher auch die Grundlage für so manche neuzeitliche Revolution.

Ein Gemeinschaftswerk in dieser Tradition ist auch die Zürcher Bibel 2007. Mehr als zwanzig Fachleute aus Theologie, Textauslegung und Germanistik haben gemeinsam intensiv daran gearbeitet. Diese Aufgabe dauerte 23 Jahre. Am 24. Juni 2007 wurde die neue Übersetzung im Zürcher Großmünster in einem feierlichen Akt der Öffentlichkeit übergeben.

Die neue Zürcher Bibelübersetzung geht seitdem weg wie warme Semmeln, darüber berichtet auch die NZZ. Die erste Auflage ist nach einem halben Jahr praktisch ausverkauft. Die Neuübersetzung habe die Quadratur des Kreises geschafft, freuen sich die Herausgeber.

„Damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Marianne Stauffacher. Sie ist Leiterin des Theologischen Verlags Zürich (TVZ), welcher die neue Zürcher Bibel herausgibt. Man wäre schon sehr zufrieden gewesen, wenn man die erste Auflage innert zweier Jahre verkauft hätte. Nun sei dies schon innerhalb von sechs Monaten gelungen. „Die neue Zürcher Bibel hat die Quadratur des Kreises geschafft“, freut sich Stauffacher. Die Übersetzung sei theologisch präzis und dennoch gut lesbar, sie sei geeignet für mündige Leser, aber auch für die Schule und den Gottesdienst sowie als Studienbibel. Dem pflichtet Niklaus Peter bei, Fraumünster-Pfarrer und Programmberater beim TVZ: „Die Übersetzung verzichtet darauf, schwierige Wörter mundgerecht zu machen. Sie ist nah am Urtext und gleichzeitig von einem schönen Rhythmus getragen. Das überzeugt viele.“

(Spürnase: Martin aus Zürich)

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23 KOMMENTARE

  1. Es gab auch bereits vorreformatorische Bibelübersetzungen in die Volkssprache; dies wird meist (wie oben) übersehen.

  2. Ich habe im Laufe meiner Bloggerzeit die Erfahrung gemacht, daß man über alles Mögliche schreiben kann, daß man sehr konservative oder anderswie „inkorrekte“ Ansichten in Artikeln und Kommentaren vertreten kann – überall gibt es Resonanz.

    Das einzige, wirklich völlig „Inkorrekte“ ist die Erwähnung der Bibel oder dezidiert biblischer Positionen. Wo auch immer man auf dieser Grundlage argumentiert, herrscht betretenes Schweigen. Auf derartige Kommentare wird nirgends reagiert. Das ist nämlich das Feld, wo tatsächlich gilt:

    „Bibel geht gar nicht.“

    Auf PI ist das anders, wie man sieht. Sehr schön. Ich vermute, das Lüftchen im Kommentarwald wird sehr lau sein und schnellstens einschlafen. Auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, daß hier ein hoher Anteil konservativer Christen mitliest.

  3. Eine tolle Sache ,die einen wirklich hoffnungsvoll stimmen kann.
    Kann man doch hinter der Korananbiederden Titelstory des letzten SPIEGEL:
    DER KORAN DAS STÄRKSTE BUCH DER WELT
    einige berechtigte Fragezeichen stellen.

  4. nur soviel zur bibel….

    Er nährt sich nicht von Werken und Gebeten, und wenn die Zauberer vor den Altar treten, schreitet er tiefer in den Wald hinein, wo Bäume, Blumen, Tiere, wo die seinen noch aufgereckt um seine Hoheit stehn und, ohne ihre Augen zu verdrehen, sich schweigend mit dem Ewigen vereinen; wo sich nicht Büßer unterm Beichtstuhl bücken und kein Gewürm sich vor der Gottheit suhlt – im Sündenwahn, das mit gekrümmten Rücken schandbar zerknirscht um seine Gnade buhlt….“
    Otto Bangert – Der Gottesfreie

  5. und noch einen…..

    „Wer nicht weiß, woher er kommt, weiß auch nicht, wo er steht, noch weniger, wohin er geht.(…)Wir können nur einen Weg machen: zu uns zurück.(…)Wir sind fremd geworden in unserer Welt und das kommt einzig und allein daher, weil wir über unser Eigenstes, unsere Herkunft, unser besonderes Wesen nichts mehr wissen, weil wir unseres Lebens Strombett seit rund tausend Jahren, ja noch länger, nicht mehr aus eigenen geistigen und körperlichen Quellen gespeist haben und es darum versiegen mußte, wie ein Strom, dem man den Oberlauf abgräbt, ableitet. Heimkehr, Einkehr heißt darum die Losung! Meister sein, unwidersprochener Meister in unserem Eigenen, das ist die Forderung.“

    Rudolf John Gorsleben

  6. Im strengen Islam verwendet man noch heute den für das gemeine Volk unverständlichen Koran, dessen Übersetzung bis heute verboten ist.
    Aber Hauptsache das gemeine Glaubensvolk gehorcht und stellt keine falschen Fragen.
    Wer sich das gefallen lassen will, hat selbst Schuld.
    Die Sache mit dem Gehorchen und den „falschen Fragen“ wird aber in diesen Tagen schleichend und von zahlreicheneuropäischen Machthabern gefördert auch in Europa eingeführt. Die Mittel sind die gleichen: Denkverbot, Zensur und Manipulation der Meinung, Diffamierung von Kritikern und durch Terror verursachte Einschüchterung.

    „Echter“ Islam halt…

    Prosit!

  7. Ein vielleicht etwas elitärer Tip für Leute die mal Latein lernen mussten: es gibt 2-sprachige Vulgata-Ausgaben – es macht richtig Spass zu testen, was man noch nicht vergessen hat. Es muss ja nicht unbedingt die Ausgabe von 1792 sein (Ebay)

  8. Vor einiger Zeit war ich mal im Buchladen unserer Stadt. Da fiel mir auf, daß es da nicht einmal eine Bibel gab. Nicht eine einzige! Daraufhin die angesprochene Verkäuferin:“Bibel haben wir nicht, aber da steht ein Koran.“
    So weit ist es schon im „gut sortieten“ Fachhandel gekommen. Was ich kann, bestelle ich eben seit dem online.

  9. @ zehozwei

    Das mag daran liegen, dass relativ viele Buchläden von Alt-68ern betrieben werden, die oft keine christlichen Bücher anbieten wollen.

    Mir hat neuliche eine Buchhändlerin erzählt, dass ca. ein Drittel aller bei ihr verkauften Bücher einen Bezug zum Christentum haben, also entweder christliche Bücher für Laien, aber auch christliche/theologische Fachbücher sind, christliche Romane usw. usw. Ein Drittel!

    Sie meinte, das würde sie selbst vollkommen überraschen, dass die Nachfrage da so heftig ist. Also entweder profitiert die davon, dass bestimmte Buchhändler keine christlichen Bücher anbieten – die Interessenten müssen dann halt zu ihr gehen. Oder aber Christen sind besonders lesefreudig. Oder aber man sieht hier ein neuerwachtes Interesse an solchen Themen.

    Also ich war schon ziemlich überrascht, muss ich gestehen.

  10. #1 D Mark (31. Dez 2007 12:07)

    Ist nur die Frage, wieviele wirklich auch darin lesen.

    Wer in der Bibel liest, der sollte sich auch mal anschauen, wie viel aus dem AT sich, teils in modifizierter Form, im Koran wiederfindet !

    Richard Dawkins’s Buch
    Der GotteWAHN gibt dazu einiges an Hilfestellung !

    Und auch Michel Onfray’s Buch „Wir brauchen keinen Gott“ kann den Horizont sehr erweitern.

    Echnaton

    „Der Verstand ist der größte Feind des Glaubens
    Dr. Martin Luther, „Reformator“

  11. Das einzige Buch, was gelesen werden *muss*, ist Nietzsches „Also sprach Zarathustra“!

    Nebenbei verstehe ich nicht, was das mit PI zu tun hat oO …

  12. @ #12

    Rein empirisch dürfte das ins Schwarze treffen, daß Christen mehr lesen als der Rest. Die Lesekultur dürfte durch die Rolle der Bibel und durch religiöse Vorbehalte gegen den TV-Mainstream gut gefördert werden – wer sich mit seinem Galuben beschäftigt, liest halt. (na gut, könnte auch Wunschdenken sein!).

    Fakt ist aber, daß es durchaus ein wachsendes religöses Interesse gibt – man schaue auf die Bestsellerlisten. Hape Kerkelings Jakobsweg-Bericht ist seit vielen Monaten der einsame Spitzenreiter. Spirituell muß es halt sein, von allem etwas.

    @ #15 Echn Aton:

    Es sollte allgemein bekannt sein, daß die Substanz des Koran größtenteils aus umgedeuteten, nicht verstandenen und verdrehten Bibeltexten besteht. Mohammed hat schließlich anfangs mit dem Judentum geliebäugelt, wo er aber nicht recht ankam. So ist der Koran eben auch eine Frust-Reaktion auf die jüdische Ablehnung.

    Gleichzeitig zeigt sich damit, was tatsächlich die Basis des Islam darstellt: er ist in seinen theologischen und sozialen Ideen praktisch durchgängig der Gegenentwurf zum Judentum/Christentum, egal um es Fragen der Erlösung, der Ehe, der Frauen, des Wesens des Galubens, um Gesetz oder Geist oder um sonstwas geht. Es ist generell der Gegenentwurf.

    Und das dürfte dann auch als Antwort auf die Frage von #16, nemini , sein.

    Die Aussage von Luther ist leider Käse. Es wäre sehr wichtig, dafür einen Zusammenhang bzw. Kontext anzugeben. So pauschal ist es Quatsch.

  13. „Wer liest denn hier welche Übersetzung, und aus welchem Grund?“

    @ (#9) Baschti (31. Dez 2007 14:52)

    Ich lese die Revidierte Elberfelder Bibel zum x-sten mal. Ich versuche während meiner Arbeitspausen die Bibel regelmäßig weiter zu lesen.

    http://www.bibelstudium.de/index.php?structure/44/Matth%E4us

    Diese Bibelübersetzung wurde meiner Frau, und mir am Anfang von einem Bibelschüler aus Bad Gandersheim empfohlen. Heute habe ich mehrere Übersetzungen zum Vergleich.
    Als hilfreich hat hat sich die Interlinearübersetzung Hebräisch-Deutsch nach der Biblia Hebraica Stuttgartensia 1986, und die Interlinearübersetzung Griechisch-Deutsch nach dem griechischen Text in der Nestle-Aland-Ausgabe, erwiesen.

    Inzwischen habe ich auch mehrere Übersetzungen des Koran. Die islamischen Arbeitskollegen haben den Mund kaum zugekriegt, als ich ihnen eine Koranübersetzung in deutscher Sprache Sprache zeigen konnte. Ich hatte den Eindruck, als hätten sie den Koran teiweise zum ersten mal gesehen. Und auch weil sie wußten, daß ich zum biblischen Jesus Christus, als meinen Erlöser, offen bekenne.

    Ich wünsche allen Lesern, auf diesen Seiten, Gottes Segen im Neuen Jahr.

    Paulchen

  14. Korrektur:

    „Wer liest denn hier welche Übersetzung, und aus welchem Grund?“

    @ (#9) Baschti (31. Dez 2007 14:52)

    Ich lese die Revidierte Elberfelder Bibel zum x-sten mal. Ich versuche während meiner Arbeitspausen die Bibel regelmäßig weiter zu lesen.

    http://www.bibelstudium.de/index.php?structure/44/Matth%E4us

    Diese Bibelübersetzung wurde meiner Frau, und mir am Anfang von einem Bibelschüler aus Bad Gandersheim empfohlen. Heute habe ich mehrere Übersetzungen zum Vergleich.
    Als hilfreich hat hat sich die Interlinearübersetzung Hebräisch-Deutsch nach der Biblia Hebraica Stuttgartensia 1986, und die Interlinearübersetzung Griechisch-Deutsch nach dem griechischen Text in der Nestle-Aland-Ausgabe, erwiesen.

    Inzwischen habe ich auch mehrere Übersetzungen des Koran. Die islamischen Arbeitskollegen haben den Mund kaum zugekriegt, als ich ihnen eine Koranübersetzung in deutscher Sprache zeigen konnte. Ich hatte den Eindruck, als hätten sie den Koran teilweise zum ersten Mal gesehen. Und auch weil sie wußten, daß ich mich zum biblischen Jesus Christus, als meinen Erlöser, offen bekenne.

    Ich wünsche allen Lesern, auf diesen Seiten, Gottes Segen im Neuen Jahr.

    Paulchen

  15. @Paulchen

    Auch sehr gut, sind jüdische Exemplare der Bibel, die meist sehr ausführlich kommentiert werden. Leider haben die Juden aber nicht das Neue Testament. 😉

  16. „Auch sehr gut, sind jüdische Exemplare der Bibel, die meist sehr ausführlich kommentiert werden. Leider haben die Juden aber nicht das Neue Testament.“

    @ (#21) LeKarcher (31. Dez 2007 20:05)

    Danke für Deinen Tip. Ich habe meine beiden jüdischen Bibelausgaben angeschaut. Sie sind in hebräischer Schrift geschrieben. Ich habe sie von meinem Dänemarkurlaub, aus irgendeinem Antik-Shop in Ribbe mitgebracht.

    Die eine Bibelausgabe ist ist aus Tel Aviv, „SINAI“ Publishing.
    Die zweite Ausgabe, leider nur noch zwei Bände, das zweite Band Jesaia bis 2.Chronik (die Reihenfolge anders als in deutschen Ausgaben?), von 1925. Stuttgart Privileg. Württ. Bibelanstalt. Sie hat mal dem stud. Theol. Kristian Eskildsen (handschriftlicher Eintrag) gehört. Es sind viele marginale Einträge mit Bleistift, sowie farbliche (rot, grün und blau) Markierungen vorhanden. Leider kann ich sie noch nicht für mich verwerten. Aber ich habe die Interlinearübersetzung, da könnte ich bei Gelegenheit mal vergleichen, welche Worte und Abschnitte markiert wurden.

    Vielleicht kannst Du mal einen Tip über Deine Ausgaben geben, wenn sie in deutscher Sprache geschrieben wurden, dann weiß ich demnächst, worauf ich achten muß beim Stöbern nach Bibeln, bzw. nach Kommentaren.

    Paulchen

  17. Ich lese auch zumeist in der rev. Elberfelder. Für den schnellen Abgleich verschiedener Übersetzungen kann ich mybible.de empfehlen. Ich empfinde es übrigens als sehr angenehm, dass PI dieses Thema aufgreift.

    scaso

  18. „Das einzige Buch, was gelesen werden *muss*, ist Nietzsches “Also sprach Zarathustra”!
    Nebenbei verstehe ich nicht, was das mit PI zu tun hat oO …“

    @ (#16) nemini (31. Dez 2007 18:23)

    „Wenn Sie in der Klemme sind, dann hilft Ihnen auch kein Nietzsche. Nietzsche ist tot, aber Jesus lebt.“

    http://www.jesusrulez.de/texte/lernen/gott.htm

    Jesus Christus ist auferstanden.
    Ist Nietzsche auch auferstanden?

    „[….] was das mit PI zu tun hat oO …“

    Versuch mal statt der Evolutionstheorie, die biblische Schöpfungslehre in der Schule im Unterricht zu behandeln, dann erfährst Du sofort durch die humanistische Gesellschaft, was PI ist.

    http://www.schwengeler.ch/wFactum_de/downloads/fac07_2005_S28_37_Urheber.pdf

    Paulchen

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