Brennende Kirchen und ethnische Säuberung

kenia.pngViele kennen Kenia als Urlaubsparadies und Safari-Land. Zu Beginn des Neuen Jahres kommt Kenia jedoch noch wegen anderen Gründen in die Schlagzeilen. Dutzende Menschen – unter ihnen vor allem Frauen und Kinder – die vor der zunehmenden Gewalt nach der umstrittenen Präsidentenwahl in einer Kirche in Eldoret Zuflucht gesucht hatten, sind vom wütenden Mob der Wahlverlierer bei lebendigem Leibe verbrannt worden.

Nach Angaben der Polizei sind bis zu 40 Frauen und Kinder gestorben. Bei den Gewaltausbrüchen nach der Wiederwahl von Präsident Mwai Kibaki am vergangenen Donnerstag sind insgesamt rund 200 Menschen ums Leben gekommen.

Der Pastor in Eldoret, Boaz Mutekwa, sagte, hunderte Menschen hätten sich in das Gotteshaus geflüchtet. Die meisten Opfer gehörten wie der wiedergewählte Präsident Kibaki der Volksgruppe der Kikuyu an. Nach Angaben des Roten Kreuzes wollten viele aus der Flammenhölle fliehen, seien aber auch außerhalb der Kirche von den Odinga-Anhängern attackiert worden.

Der Herausforderer Raila Odinga wies das Wahlergebnis als gefälscht zurück und forderte eine Neuauszählung. Vor allem die EU- Wahlbeobachter sprachen sich am Dienstag für eine unabhängige Untersuchung des Ergebnisses aus – auch die USA und Großbritannien haben eine Untersuchung der umstrittenen Wahl gefordert. N-tv und die Welt beichten wie viele andere über die tragischen Vorfälle.

Transatlantic Conservative weiß mehr über die Hintergründe: Kibaki sei von den USA stärker unterstützt worden als sein Gegenspieler Odinga, der vor allem bei der zahlreichen und unzufriedenen muslimischen Bevölkerung in Kenia Wählerstimmen zu gewinnen suchte. In Eldoret, wo das Massaker an den in die Kirche geflohenen Schutzsuchenden stattfand, hat er besonders viele Anhänger. Zu den Anhängern welcher friedlichen Religion mögen die Angreifer wohl gehört haben, die es über sich gebracht haben, eine Kirche voller Frauen und Kinder anzuzünden?

Der Wiedergewählte Präsident Kibaki strengt sich an, den muslimischen Terrorismus in seinem Land nicht zum Ausbruch kommen zu lassen, während die muslimische Minderheit, immer mehr Einfluss zu gewinnen versucht und die Scharia in Kenia einführen möchte.

Auffällig ist, dass die EU offensichtlich ein gewisses Interesse an Odinga zeigt. Bei der Auszählung sei es zu „schweren Anomalien“ gekommen, sagte beispielsweise Alexander Graf Lambsdorff, der deutsche Leiter der Beobachtermission, in Nairobi. Am Dienstag führte er im vorläufigen Bericht der Beobachtermission weitere Unregelmäßigkeiten auf. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich ebenfalls besorgt. Er betonte:

„Die zurückliegenden Wahlen waren aufgrund der hohen Wahlbeteiligung und des friedlichen Verlaufs ein Nachweis des demokratischen Selbstbewusstseins der Menschen in Kenia. Ihre Durchführung entsprach aber nicht internationalen Standards“.

Christian Today“ schreibt demgegenüber:

„Raila Odinga, der Herausforderer in den Kenianischen Präsidentschaftswahlen, hat versprochen, er werde die Scharia als Gesetz einführen, wenn er die Stimmen der muslimischen Wähler im Land erhält und gewählter Präsident ist, dies gemäß Angaben der Verfolgungs-Überwachung von „International Christian Concern“ (ICC). Ein Memorandum dazu wurde von Scheich Abdullahi Abdi unterschrieben, Vorsitzeder des „National Leaders Forum“ (Namlef), und von Raila Odinga, Präsidentschaftskandidat des „Orange Democratic Movement“ (ODM). Der Vorsitzende der Evangelischen Allianz in Kenia, Pfarrer Dr. Wellington Mutiso sagte gegenüber ICC: “Kenia sollte auch in Zukunft ein säkularer Staat bleiben. Die Christen wollen ein ebenes Spielfeld, auf dem [Christen und Muslime] gleich behandelt werden. Zudem sagte der regionale Vorsitzende des ICC in, Afrika Darara: “Dieses Abkommen mit den Muslimen unterwandert die säkulare Natur Kenias und öffnet eine Pandora-Büchse des Chaos – einen Konflikt, ähnlich zu dem, was in Nigeria und im Sudan passiert ist.“

Falls in Kenia Neuwahlen durchgeführt werden und Odinga sich durchsetzt, könnte es in Kenia bald ein zweites Darfur geben. Die Urlaubszeiten wären dann vorbei, gewichen einem Schrecken für unbestimmte Zeit. Die Anhänger Odingas haben bereits gut ausgearbeitete Projekte für ethnische Säuberungen.

Doch welche Interessen verfolgt dabei die EU?

Schon seit den 70er Jahren gab es konkrete Pläne in Paris und Brüssel, die EU und Teile Afrikas zu einem „Gegengewicht zur Superpower USA“ zu machen. Um die Macht zu gewinnen wird so mancher blind und erkennt nicht mehr, wer seine wahren Freunde sind.

(Spürnasen: Transatlantic Conservative (Quelle), Magnificat, Krzysztof und Richard M.)