Islamisierung Ost: Schloss wird Moschee

Schloss KöchstedtGalt der Osten Deutschlands bislang (im Vergleich zum Westen) als wenig islamisiert, so ändert sich dieser Zustand sukzessive. Dabei wird auch vor alt-ehrwürdigen Gebäuden wie dem Schloss Köchstedt (Foto) in der Gemeinde Teutschenthal nicht halt gemacht, das zu einer Moschee umgebaut werden soll. Stephan Frey, Projektleiter des „Interessenkreis Islamischer Osten“, sieht darin eine „Offensive gegen rechtsradikale Tendenzen“ in der Region.

Die Volksstimme berichtet:

Aus Schloss Köchstedt bei Teutschenthal (Saalekreis) soll eine muslimische Begegnungsstätte werden. Innerhalb der kommenden ein bis zwei Jahre solle das jahrelang ungenutzte Schloss saniert werden, sagte der Projektleiter des Interessenkreises „Islamischer Osten“, Stephan Frey, am Wochenende der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er hat das Schloss für 99 Jahre gepachtet.

Das Schloss soll nach Angaben von Frey als Zentrum der muslimischen Gemeinde und als Gästehaus genutzt werden. Er verstehe die Moschee als „Offensive gegen rechtsradikale Tendenzen“ in der Region, sagte Frey. Für die Einwohner des Teutschenthaler 200-Seelen-Ortsteils Köchstedt kam die Nachricht am Wochenende völlig überraschend. Sie fürchten nun um ihre Ruhe.

Der Interessenkreis wolle mit der Einrichtung der Begegnungsstätte auch Vorurteile über den Islam in der Bevölkerung abbauen, sagte Frey. Der Osten Deutschlands diene, „was Toleranz betrifft, nicht gerade als Paradebeispiel“. Die Menschen hätten Nachholbedarf in der Auseinandersetzung mit fremden Religionen und Kulturen. „Ein derartiges Gebäude, zumal so nah an Halle und Sachsen, wäre ein Glücksfall für die Verbreitung des muslimischen Glaubens im Osten Deutschlands“, sagte der Sprecher des Interessenkreises, Mohamed Abdulmalik Hasan Bilezik. Die Mitglieder des „Islamischen Ostens“ wollen in naher Zukunft Gespräche mit der Gemeinde Teutschenthal und Einheimischen führen.

Die Einwohner des Ortsteils Köchstedt fühlten sich „wie vor den Kopf gestoßen“, als sie die Nachricht am Wochenende im Radio hörten, sagte Gemeinderatsmitglied Rainer Krebs gestern der dpa. Krebs wohnt gegenüber der künftigen Moschee. Bei den Einheimischen bestehe die „Befürchtung, dass es nun mit der Ruhe vorbei ist“. Die Nutzung sei den Köchstedtern „eigentlich egal“. „Das Schloss ist eine verkommene Baustelle, das sieht furchtbar aus.“ Krebs wies Probleme mit Rechtsradikalismus zurück. In der Gemeinde seien „bisher keine Probleme mit der rechten Szene “ bekanntgeworden.

Die Verwendung des Schlosses als Moschee sei durch die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit juristisch einwandfrei, sagte Frey. Er rechne aber mit Widerständen einzelner Bürger. Das Landratsamt des Saalekreises sei über den Umbau informiert worden.

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(Spürnase: Yami)