MSM – die Inquisition der Gegenwart

inquisition.jpgWer hat Angst vor der spanischen MSM-Inquisition? Bestsellerautor Manfred Lütz schreibt:

„Menschen haben offensichtlich ein unvermeidliches Bedürfnis nach Orthodoxie und Inquisition – Die Inquisition ist die öffentliche Meinung, die über Sie herfällt, wenn Sie nur ein falsches Wort verwenden.“

Die Inquisition (eigentlich Befragung) entstand in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als kirchliches Verfahren, mit dem man sogenannte „Ketzer“ aufspüren wollte. Im Mittelalter diente sie der Verfolgung von allem, was als „Irrlehre“ angesehen wurde. So wurden bis in die frühe Neuzeit hinein Hexen verfolgt. Das Religionsgericht wurde von einem geistlichen Vorsitzenden, dem sogenannten Inquisitor geleitet.

Besonders gefürchtet war die spanische Inquisition, bei der auch die Folter gern mal als Zungenlösungsmittel eingesetzt wurde. Diese Art der Verfolgung ist heute zum Glück überwunden, zumindest in der Kirche.

Doch anderswo gibt es eine neue Orthodoxie, eine neue Rechtgläubigkeit – die „Political Correctness“. Wer gegen diesen allgemein als richtig anerkannten „Glauben“ verstößt, gilt als Häretiker und bekommt den Hexenhammer der MSM-Inquisition zu spüren.

Der römisch-katholische Bestsellerautor Lütz hat nach Angaben von kath.net in einem Interview mit der „Presse“ begrüßt, dass in der Öffentlichkeit wieder mehr von Gott die Rede ist. Gerade heute werde die Gottesfrage von außen wieder an die Kirchen herangetragen. So meint Lütz:

„Gregor Gysi, der Chef der deutschen Ex-Kommunisten, hat bei der Vorstellung meines Buches in Berlin gesagt, er sei Atheist, habe aber Angst vor einer gottlosen Gesellschaft, weil ihr die Solidarität abhandenkommen könnte. Die Linke sei für die Wertefrage auf Jahrzehnte diskreditiert, glaubwürdig seien hier nur die christlichen Kirchen.“

Für Lütz haben die Kirchen jedoch ein Sprachproblem in ihrer Art, über Gott zu reden:

„Das klingt immer gleich so feierlich und pathetisch, dass man den Eindruck hat, da ist jemand gestorben. Dabei ist da doch jemand auferstanden. Mein Buch hat daher auch das Ziel, die Frage nach Gott allgemeinverständlich und unterhaltsam, aber ohne Fremdwortgeklingel zu beantworten.“

Auf die Frage, ob es in einen Art neuen europäischen Wertekanon gäbe meinte Lütz:

„Die Menschen haben offensichtlich ein unvermeidliches Bedürfnis nach Orthodoxie und Inquisition. Die Political Correctness ist die neue Orthodoxie, und die Inquisition ist die öffentliche Meinung, die über Sie herfällt, wenn Sie nur ein falsches Wort verwenden. Was wir brauchen, ist respektvoller existenzieller Dialog. Ein Christ, der nur Phrasen drischt, ist weniger überzeugend als ein Atheist, der echte Fragen hat.“

(Spürnase: DocJones)