Die verpasste Chance der Kirche

VatikanIn ganz Europa macht sich Unsicherheit breit. Mainstream-Medien und Politik versuchen mit stetig abnehmendem Erfolg die explodierende Gewalt und all die anderen Probleme, die wir der Multikulti-Ideologie zu verdanken haben, zu leugnen oder von ihr abzulenken. Aber was nutzt der gesellschaftlichen Elite die gleichgeschaltete Medienlandschaft, wenn immer mehr Menschen die brutale Realität in ihrer direkten Umgebung oder gar am eigenen Körper zu spüren zu bekommen. Diese Leute sind fortan immun gegen gutmenschliches Pseudotoleranz-Gelaber.

Immer mehr Europäer verlieren ihr Vertrauen in die staatlichen Institutionen und in die etablierten Medien. Die Säulen unserer demokratischen Gesellschaftsordnung beginnen zu bröckeln. Meinungs- und Pressefreiheit, Demonstrationsrecht oder Rechtssicherheit, all das ist akut gefährdet. Scheinbar fest gefügte Strukturen lösen auf, die staatliche Ordnung beginnt zu wanken, auf den Straßen übernehmen immer mehr jugendliche Gangs das Kommando, immer mehr Stadtteile werden zu rechtsfreien Zonen, das Gewaltmonopol liegt längst nicht mehr bei der Polizei, Politik und Justiz verlieren immer mehr an Glaubwürdigkeit und Autorität. In diesem sich abzeichnendem Chaos suchen immer mehr Menschen nach Anhaltspunkten und nach Orientierung. Nur, wer kann sie ihnen geben? Die Kirche wäre eine oder sogar die logische Antwort.

Schließlich sind die Probleme Europas unübersehbar religiös-ideologischer Natur und die Kirche hat diesem Kontinent seit nunmehr zwei Jahrtausenden ihren Stempel aufgedrückt. Die christlichen Kirchen könnten oder besser müssten sich jetzt klar und eindeutig positionieren, sozusagen ihren USP herausarbeiten und für ihre Traditionen und Werte einstehen, auch wenn das zwangsläufig zu Konflikten führt. Jede andere Haltung bedeutet für die Kirchen nichts anderes, als ihr rasches und vermutlich endgültiges Ende – und das zu Recht.

Niemand braucht eine Kirche, die sich an Religionen anbiedert, die das genaue Gegenteil von dem verkünden, wofür das Christentum steht. Niemand braucht alte Männer in seltsamen Gewändern, die jedem Disput und Konflikt aus dem Weg gehen und deren so genannte Toleranz nichts anderes als Feigheit ist. Niemand braucht eine Kirche, der zur weltweiten Christenverfolgung nichts anderes einfällt, als Schweigen. Niemand braucht eine Kirche, die für nichts mehr steht und sich täglich selbst verleugnet. Niemand braucht eine Kirche, die nicht mehr in der Lage ist Aufbruch und Hoffnung zu vermitteln. Niemand braucht eine Kirche, die nicht mehr an sich selbst glaubt.

Nicht nur viele gläubige Christen warten auf klare und starke Worte vom Papst bis hinunter zu den Priestern. Den christlichen Kirchen Europas bietet sich wahrscheinlich die letzte Chance sich zu erneuern, für viele und vor allem auch junge Menschen wieder attraktiv zu werden und wieder zu einer wichtigen Größe in Europa zu werden. Doch es steht zu befürchten, dass sie den anderen Weg wählt.

(Gastbeitrag von A. Wappendorf)