Götz Aly: 1968er wesensverwandt mit 1933ern

Götz AlyIm Rahmen der Funkhausgespräche des WDR äußert sich heute Abend um 20:05 Uhr (WDR 5-Hörfunk) der Historiker und Publizist Götz Aly (Foto) zu den 68ern. Könnte eine kurzweilige Sendung werden, denn in seinem Buch „Unser Kampf“, in Anlehnung an Hitlers „Mein Kampf“, vertritt Aly die provokante These, dass die 1968er in ihrem radikalen Denken und Handeln wesensverwandt mit den 1933ern sind.

Zur Sendung schreibt der WDR:

1968 gilt als Schicksalsjahr der bundesdeutschen Geschichte und als Jahr der Abrechnung mit der (nationalsozialistischen) Vergangenheit. Studenten und andere Bewegte vertrieben nicht nur unter den Talaren den Muff aus 1000 Jahren. Der Protest spaltete die Gesellschaft.

Heute, vierzig Jahre später, ist 68 wieder heftig umstritten. Die provokanteste These hierzu vertritt der Historiker Götz Aly in seinem Buch „Unser Kampf“: In ihrem radikalen Denken und Handeln, so Aly, seien die 1968er wesensverwandt mit den 1933ern. Deshalb auch der Buchtitel „Unser Kampf“, in Anlehnung an Hitlers „Mein Kampf“.

Alys Indizien für seine steile These: Der antibürgerliche Impetus, die Gewaltbereitschaft, der Antiamerikanismus, der latente Antisemitismus, das Ausblenden von Kritik an „linken“ Despoten. Außerdem jede Menge Quellenmaterial, das der Historiker neu entdeckt und ausgewertet hat.
Die 1968er, so Götz Aly, waren als „Spätausläufer“ nicht die Lösung, sondern ein Teil des Problems Totalitarismus. Und auch bei der viel genannten Liberalisierung der Sitten seien die 1968er nicht die Auslöser, sondern lediglich die Nutznießer eines Prozesses gewesen, der schon in den 50er Jahren begonnen habe.

Hinweis:

Öffentliche Veranstaltung am Donnerstag, 20. März 2008, 20.05 Uhr im Kleinen Sendesaal in Köln, WDR Funkhaus Wallrafplatz, Eintritt frei, Gesprächsleitung: Jürgen Wiebicke, Wiederholungen auf WDR 5: Sonntag, 23.3.2008, 23.05 bis 24.00 Uhr und Mittwoch, 26.3.2008, 3.03 bis 4.00 Uhr

» Interview mit Götz Aly in der taz

(Spürnase: Andreas)