„Satanische Verse“ im Theater Potsdam

Satanische Verse„Die satanischen Verse“ von Salman Rushdie werden an diesem Sonntag im Hans Otto Theater (HOT) in Potsdam uraufgeführt. Initiator der mutigen Weltpremiere ist der 48-jährige Intendant Uwe Eric Laufenberg. Falls es vor oder während der Aufführung zu Zwischenfällen komme, werde die Polizei verstärkt Kräfte im Einsatz haben, bestätigte eine Polizeisprecherin am Donnerstag entsprechende Medienberichte.

In der HOT-Vorankündigung heißt es:

Die Satanischen Verse erlangte seine Bekanntheit vorrangig aus der Fatwa, mit der führende Vertreter der islamischen Geistlichkeit den Autor nach der Erstveröffentlichung belegten. Vor dem Hintergrund einer von Fundamentalismus und Terrorangst verunsicherten Welt wird dieses große, anspielungsreiche Werk erstmals in einer Theaterfassung für 12 Schauspieler von Uwe Eric Laufenberg und Marcus Mislin vorgestellt. In den Erlebnissen der Hauptakteure Gibril Farishta und Saladin Chamcha, die den Absturz eines von Terroristen gesprengten Flugzeugs überleben, spiegeln sich der Konflikt zwischen westlicher Welt und islamischem Fundamentalismus sowie die Frage von Kompromisslosigkeit und Anpassung. Chamcha entwickelt die körperlichen Attribute des Teufels, Farishta hingegen mutiert zum Ebenbild des Erzengels Gabriel. Als solcher wird er zum willenlosen Werkzeug all derer, denen er sich als Engel „offenbart“ – zum Beispiel innerhalb eines Traums bei der Verkündung einer neuen Religion an einen Propheten namens Mahound. Dabei erweist es sich, wie leicht man unversehens Engel und Teufel miteinander verwechseln kann.

Wie wahrscheinlich schätzen unsere Leser es ein, dass das islamkritische Stück wirklich am Sonntag uraufgeführt wird?