Türkische Paranoia

TürkeiEin klassisches Lehrbeispiel, wie man von sich selbst auf andere schließt, gibt es derzeit aus der Türkei. Genauer: Der türkische Ministerpräsident und „Führer“ der Türken – Erdogan, und die türkische Presse. Erdogan verbreitet allen Ernstes, der Westen wolle die Türken demografisch „auslöschen“, und im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe von Ludwigshafen halten etliche türkische Medien an der These fest, dass es sich um ein Attentat handeln muss. Fakten spielen keine Rolle in solchem Denken. Doch wer sich so äußert, sagt vor allem viel über sich selbst aus.

In der BILD-Zeitung erneut ein absolut treffender Kommentar von Dr. Fest zum Gebaren der türkischen Medien, die anstatt die Fakten anzuerkennen, und somit den Fehler des voreiligen, vorurteilsvollen Propagierens eines Brandanschlages zuzugeben, sich nun in die krude Welt von Verschwörungsdenken hineinsteigern.

Absoulut treffend fragt Dr. Fest, warum der Deutsche Presserat schweigt

„in einem Fall an der Grenze zur Volksverhetzung, wo durch vorsätzlich falsche Berichterstattung Türken und Deutschen gegeneinander aufgebracht wurden.“

Erdogan zeigt geradezu die Charakteristika einer ausgewachsenen Phobie vor dem „bösen Westen“. Er warnt, weil dieser angeblich versucht „unsere Wurzeln auszutrockenen, diese auszulöschen“. Als Gegenstrategie empfiehlt er, mindestens drei Kinder pro Familie, und bedauert, dass seine vier eigentlich zu wenig wären.

Erdogan für einen pathologischen Fall zu halten, wäre fahrlässig naiv. Vielmehr verfolgt er als fundamentalistischer Moslem eine Strategie der demografischen Eroberung Europas durch den Islam, vorzugsweise unter Führung der Türkei. Sein Bekenntnis zum Islam („unsere Religion ist ohne Fehler“) ist zugleich seine politische Zielsetzung. Passend dazu ein Zitat Erdogans:

„Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“

Da jeder Moslem zum Dschihad verpflichtet ist, der von fundamentalistischen Moslems verharmlosend mit „Anstrengung“ übersetzt wird, bedeuten hohe islamische Geburtenraten eine entsprechend proportionale Anzahl von potentiellen Dschihadisten. Teil des Dschihad ist neben der konditionierenden „Anstrengung“, das ansonsten sinnlose und menschenrechtsfeindliche Regelwerk des Islam zu befolgen, auch die globale Islamisierung voran zu treiben. Unter anderem durch einen „demografischen Dschihad“, der andere Völker zahlenmäßig unterlegen machen, und Auswanderer in die Welt des Unglaubens bereit stellen soll.

Zu diesem „friedlichen Dschihad“ äußerte sich bereits im Klartext der in Deutschland lebende türkische Unternehmer Öger (der nichtsdestotrotz hoch angesehenes SPD-Mitglied ist).

„Das, was Sultan Süleyman mit der Belagerung Wiens 1683 begonnen hat, werden wir über die Einwohner, mit unseren kräftigen Männern und gesunden Frauen, verwirklichen“, zitiert die türkische Zeitung „Hürriyet“ den türkischstämmigen Öger, der einen deutschen Pass hat.

Diese Aussagen Erdogans und der türkischen Medien zeigen eine schizophren anmutende Denkweise türkisch-islamischen Denkens.

Ständig sieht man sich in der Opferrolle, und betreibt zugleich, was man den Ungläubigen vorwirft. Sieht sich als Opfer von Gewaltverbrechen, während Türken/Moslems überproportional diese in Deutschland verüben. Warnt vor Assimilation in Deutschland, während man von Kurden und Aleviten totale Unterordnung unter den türkischen Nationalismus einfordert. Man fordert von den Deutschen, was man den Minderheiten in der Türkei selbst nicht zugesteht und behindert das Christentum in der Türkei, während man trotz ausgeprägtem Wohlwollen von deutscher Seite sich selbst als benachteiligt in Deutschland darstellt.

Man sieht sich selbst stets in der Opferrolle, aber nie in der des Aggressors und Unterdrückers, egal wie offensichtlich die hierfür sprechenden Sachverhalte auch sind. Es fehlt massiv an der Fähigkeit objektiv und interkulturell mit den selben Maßstäben zu messen, und eine Fähigkeit zur Selbstkritik ist kaum vorhanden. Wo sie dennoch vorkommt, erfahren Kritiker wie der Schriftsteller Pamuk oder türkische Menschenrechtlerinnen massive Schmähungen und werden als Nestbeschmutzer angesehen. Finden sich keine Anhaltspunke für die eigene Opferrolle, wie beim Brand in Ludwigshafen, flüchtet man sich in Verschwörungstheorien, um diese Rolle aufrecht erhalten zu können.

Dieses Denken reicht bis hinauf zum Minsterpräsidenten Erdogan. Er behauptet ohne jeden Beleg, „der Westen“ wolle die Türken durch Propagierung niedriger Geburtenraten in eine Position der Unterlegenheit bringen, und malt Angstszenarien von „Austrockung unserer Wurzeln“ an die Wand.

In den Unterstellungen gegen den Westen und Deutschland offenbaren sich die eigenen türkischen Denk- und Deutungsmuster. Sie zeigen, dass eine rationale, sachliche Auseinandersetzung im Sinne eines Dialogs auf Augenhöhe kaum möglich ist, da die hier vertretenen türkischen Denkweisen von der Realität entkoppelt sind. Auf sie von westlich-deutscher Seite einzugehen bedeutet, ebenfalls nicht länger auf Basis realer Verhältnisse zu agieren und dem türkisch-islamischen Irrationalismus Raum zu geben.

Da sich im Westen immer fester etabliert, dass für alle Probleme mit Moslems und dem Islam alleinig der Westen verantwortlich ist, verfolgt man eine Strategie des Nachgebens, um die türkisch-islamische Seite zufrieden zu stellen. Vor dem Hintergrund der gezeigten türkisch-islamischen Paranoia bedeutet dies für die westliche Position, dass man sich von der Grundlage der Fakten verabschieden muss und sich islamisch-türkischer Befindlichkeiten unterzuordnen hat. Da die Politik und die meisten Medien sich klar um die Anerkennung von türkisch-islamischen Repräsentanten bemühen, übernehmen und/oder akzeptieren sie weitgehend unkritisch deren Standpunkte. Sie sehen in deren Aneignung sogar einen Beweis ihrer Toleranztugenden und liefern sich somit der türkisch-islamischen Irrationalität aus, ohne eine ernsthafte Gegenposition einzunehmen.

Wie sicher sich z.B. Erdogan der Dhimmi-Haltung der Deutschen inzwischen ist, zeigt sein provokativer, fremdenfeindlicher Auftritt in Köln, wo er die Abgrenzung von der westlich-menschenrechtlichen Kultur aggressiv zum Ideal erhob. Trotz der offenen Absage an die bisherigen Integrationsbemühungen Deutschlands um die Türken, war eine Ablehnung dieser Programmatik nur bei vereinzelten Politikern und Medien vorhanden.

Es ist Teil des islamischen Selbstbildes, sich stets als Opfer zu sehen, selbst wenn man als Aggressor agiert. Was dem aufgeklärten Betrachter als irrational erscheinen mag, ist aus islamischer Sicht dennoch logisch. Die islamische Denkweise basiert auf den Prägungsmustern des Islam. Schon der Prophet empfand sich als Opfer ungerechtfertigter Aggression, sobald sich Widerstand gegen seinen Machtanspruch zeigte. Als Opfer trotz eingenommener Aggressorenrolle kann man sich nur dann sehen, wenn man die eigene Position verabsolutiert und für die einzig legitime überhaupt hält. Die Opferrolle dient als Rechtfertigung für die eigene Aggressivität, für die eigenen kolonialistischen und imperialen Machtansprüche. Man will sich einerseits guten Gewissens in der Aggressorenrolle einrichten und zugleich Schuldkomplexe beim Gegner ausnutzen, indem man diesem Schuld zuweist, wo keine vorhanden ist.

Die türkisch-islamische Beanspruchung der Opferrolle ist somit ein Indikator für den tatsächlichen Grad der eigenen Aggressivität und offenbart die türkisch-islamischen Ziele. So gesehen redete Erdogan Klartext, wie er sich die Eroberung Europas vorstellt.