Eigentliche Macht der 68er ist die Deutungshoheit

Vor zwei Tagen haben wir auf die ZDF-Sendung „Die 68er – Befreier oder Zerstörer?“ hingewiesen. Im Vorfeld der Sendung hat Maybrit Illner ein erstklassiges Telefoninterview mit der Publizistin Bettina Röhl (hier ihr Blog) geführt, das es sich lohnt, noch einmal anzuhören. Auszug: „Die eigentliche Macht der 68er ist die Deutungshoheit in der Gesellschaft. Sie waren auch unter Helmut Kohl an der Macht und sie sind auch jetzt noch in der Kultur, in den Geisteswissenschaften, in unseren Denkstrukturen ist sozusagen 68 immer noch Normal-Null.“




Papst-Besuch in einer US-Synagoge


Als erstes Oberhaupt der katholischen Kirche hat Papst Benedikt XVI. eine Synagoge in den USA besucht. Er sagte in der New Yorker Park-East-Synagoge: „Schalom! Es ist mir eine Freude, nur wenige Stunden vor den Feierlichkeiten zum Pessach-Fest hier zu sein“. Er sei gekommen, um der jüdischen Gemeinde seinen Respekt und seine Hochachtung zu erweisen.

Rabbiner Arthur Schneier nannte den Papstbesuch am Vorabend des Pessach-Festes, dem jüdischen Osterfest, nach Tagesschau-Angaben ein „historisches Ereignis„:

Schneier, ein aus Österreich stammender Überlebender des Holocaust, lobte in seiner Ansprache die Verbesserung der Beziehungen zwischen Juden und Christen. Seit dem zweiten Vatikanischen Konzil vor 40 Jahren seien „viele Fortschritte erzielt worden“. „In unserer Lebzeit haben wir beide die Verwüstungen des Krieges erlebt, aber auch die Freude der Freiheit genossen“, wandte sich Schneier an Papst Benedikt.

Natürlich erwähnt die Tagesschau ebenfalls die durch die Qualitätspresse gezogenen, angeblich antisemitischen Karfreitags-Fürbitten, die wie man unter den Journalisten als fleißigen Kirchgängern „weiß“, eine „Bitte nach Bekehrung der Juden zum Christentum“ enthielten. Man wundert sich denn auch, dass „der jüngste Konflikt um das vom Papst geänderte lateinische Karfreitagsgebet“ nicht zur Sprache kam. Dabei klang diese „böse“ Bitte, welche die meisten Vertreter der Qualitätspresse vermutlich im Original gar nicht gehört haben, ganz anders:

“Die Juden, die du als erstes Volk erwählt hast: Möge der Herr ihnen auf ihrem Wege die Erfüllung gewähren, die ihnen verheißen wurde”.

Erst später kam eine weitere Bitte, die sich aber nicht speziell auf die Juden bezog, sondern auf “alle, die nicht an Christus glauben”. Dort wurde dann um Erleuchtung gebetet. Kein Wunder also, dass sich Rabbi Schneier darüber gar nicht aufgeregt hat und es auch nicht ansprechen musste.

Zum Abschluss seiner sechstägigen USA-Reise wird Papst Benedikt morgen am „Ground Zero“, dem Ort der schweren Terroranschläge vom 11. September 2001, beten.

» Papst-Botschaft zum Pessachfest im englischen Wortlaut




Irland – letzte Hoffnung für ein freies Europa

Free IrelandPI-Leser Masu hat ein äußerst interessantes Video irischer Freiheitsliebender gefunden, das wir unseren Lesern nicht vorenthalten möchten. Thema ist das am 12. Juni ausschließlich in Irland stattfindende Referendum zum Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags. Masu schreibt: „Die Iren sind unsere letzte Hoffnung, ein autoritäres Europa zu verhindern, unterstützen wir sie, wo wir nur können!“

Hier das Video (Dauer: 1 Std. 22 Min.):

» Handelsblatt: Europas Schicksal entscheidet sich in Limerick




Lionheart im Griff der britischen Justiz

Der britische Blogger Lionheart (Paul Ray) aus Dunstable, dem bei seiner Rückkehr nach Großbritannien die Verhaftung wegen „Volksverhetzung“ angedroht worden war, ist nach seiner Rückkehr aus den USA, wo er um politisches Asyl ersucht hatte, tatsächlich festgenommen worden. Zu hoffen ist, dass er diesen „Sieg der Gerechtigkeit“ überlebt.

Lionheart, der sich mit den muslimischen Drogendealern von Luton angelegt und dabei geholfen hatte, diese hinter Gitter zu bringen, wurde festgenommen und vorläufig gegen Kaution freigelassen. Dies zu seinem Glück, denn säße er jetzt selbst dort, wo er die Dealer hingebracht hat, wäre das sicherlich für ihn nicht ganz ungefährlich. Ray hat auch schon mehrere Morddrohungen aus der Ecke erhalten. Dennoch nahm er den schweren Gang zur britischen Justiz auf sich.

Er sagte gegenüber Luton/Dunstable on Sunday:

„Ich spürte, dass es richtig war zurückzukommen. Ich stellte mich bei einer Polizeiwache in Bedford. Ich wurde verhaftet wegen des Verdachts auf Schüren von Rassenhass. Sie fragten mich über Teile meines Blogs aus. Im Vergleich zu dem, was da draußen was passiert habe ich kaum etwas getan. Ich bin ein Christ – das ist meine Verteidigung. Ich glaube, dass es mein Recht und meine Verantwortung ist, auszusprechen, was manche Leute vielleicht nicht mögen, was vielleicht Gefühle verletzt. Mein Blog ist eine Antwort auf das, was vor sich geht. Ich habe nicht zur Gewalt aufgerufen. Da gibt es einige Muslime, die von ihren Anhängern fordern, den Staat zu überwältigen, die Rekrutierung für den globalen Dschihad zu eröffnen und die Beschaffung von Mitteln dafür.“

Dass der Lionheart–Blog während der Bewährungszeit zum Stillstand verdammt ist, versteht sich von selbst. Es bleibt uns eigentlich nur, Lionheart viel Glück und alles Gute zu wünschen.

(Spürnase: Die Realität)




Hasspredigt oder Missverständnis?

Großbritannien kämpft heftig mit den Folgen seiner Toleranz. Wie schwer der Rechtsstaat sich dabei mit den Anhängern der Religion des Friedens™ tut, zeigt der Prozess gegen den Hassprediger Abu Izzadeen (Foto, PI-Bericht hier), wo man sorgfältig zu differenzieren versucht, wann eine Hasspredigt noch unter die Meinungsfreiheit fällt, und wann sie zu Gewalt und Terror führt.

„Allah wird alle Kufr (Ungläubige) von der Erde entfernen, und zwar wie?“, so predigte Izzadeen auf einer DVD. „Durch Gebete und ein paar Bücher? Nein, meine lieben muslimischen Brüder – mit Jihad für Allah. Wir sind Terroristen, wir terrorisieren die Feinde Allahs.“ Und weiter sagte er in Anlehnung an den U-Bahn-Anschlag vom 7. Juli 2005: „Seid ihr bereit für einen weiteren 7. Juli?“

Da muss man natürlich schon genau abwägen, ob es sich hier um einen Dialogversuch handelt. Wir wissen ja jetzt, dass im Islam manchmal „anders formuliert“ wird.

(Spürnase: Ghostwriter)




Drohsel kritisiert Antisemitismus im linken Lager

Franzi DrohselZugegeben, wir haben Franziska Drohsel (Foto) kurz nach ihrer Wahl zur Juso-Vorsitzenden wegen ihrer Aktivitäten für die vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestufte “Rote Hilfe“ hart attackiert. Jetzt hat Drohsel – und das verdient Respekt – die fehlende Distanz zum Islamismus und den Antisemitismus im eigenen politischen Lager scharf angegriffen. Es könne nicht angehen, dass „rechte Inhalte unter einem linken Etikett“ verkauft würden.

In einem Gastbeitrag für die WELT schreibt die Juso-Vorsitzende:

Es gab Zeiten, da war alles noch ganz einfach. Wer links war, der war gleichzeitig Antifaschist. „Nazis raus“-Rufe auf Demos gehören bis heute zum guten Ton derjenigen, die sich innerhalb des breit gefächerten linken politischen Spektrums bewegen.

Linke traten für die Schwachen der Gesellschaft ein, unabhängig von ihrer Herkunft. Der programmatische Spruch „Die Grenze verläuft zwischen oben und unten und nicht zwischen den Völkern“ war und ist Ausdruck dessen, dass das Konzept Nation in einer linken Politikperspektive nichts zu suchen hat.

Gibt es ein starres Lagerdenken bei den Linken?

Doch ist alles wirklich so einfach, wie es auf den ersten Blick aussieht? Nein, oftmals verstecken sich hinter vermeintlich linken Ansätzen reaktionäre Gedankenmuster, die mit der anfänglichen Intention, nämlich einer „Assoziation, worin die freie Entfaltung eines jeden die Bedingung für die freie Entfaltung aller ist“ (Karl Marx), wenig zu tun haben.

Diese Bestandsanalyse fällt Linken schwer. Allerdings ist die Stärke linker Theorie und Politik gerade, aus schonungslosen Analysen der Realität praktische politische Konsequenzen zu ziehen. Innerhalb der Linken hat in den 1990er Jahren und besonders um das Für und Wider des Irak-Kriegs 2003 eine Debatte stattgefunden, die richtig war und notwendig bleibt, da sie zu einer theoretischen Neufundierung des emanzipativen Ansatzes linker Politik beiträgt.

Im Kern geht es um die Frage, wo vermeintlich linke Antworten auf reaktionären, meist antisemitischen Annahmen basieren. Auf Transparenten sowohl linker als auch rechter Demonstrationen ist mittlerweile zu lesen, man sei „gegen das internationale Finanzkapital“. Wo es tatsächlich Ähnlichkeiten in der Argumentationsweise von links und rechts gibt, bewegt sie sich nahe an verschwörungstheoretischen Konstrukten.

Ein Beispiel ist die bereits erwähnte Kritik am internationalen Finanzkapital. In der Wortwahl steckt unausgesprochen die Behauptung, dem negativem internationalen stehe ein positives nationales Kapital gegenüber. Dies negiert zum einen die strukturellen Zwänge ökonomischer Akteure in kapitalistischen Wirtschaftssystemen, ganz gleich, ob sie nun „national“ oder „international“ agieren. Der dem Konkurrenzsystem Kapitalismus notwendig zugehörige Zwang zur Profitmaximierung wirkt immer, egal auf welcher Ebene sich ein Unternehmen bewegt.

Zum anderen sollte, so man bei dieser Argumentation einige Wörter austauscht, eine historische Ähnlichkeit auffallen, in deren Nähe ein links politisierter Mensch wahrscheinlich nicht gesehen werden möchte. Auch die Nationalsozialisten teilten das Kapital in „gut“ und „böse“ auf. Sie sprachen jedoch von „raffendem“, also spekulativem, und „schaffendem“, also produktivem Kapital. Das „raffende“ Kapital wurde dann mit den Juden als deren böse Agenten identifiziert, die für alles Schlechte verantwortlich gemacht wurden und deshalb aus der Welt geschafft werden sollten. Das historische Ergebnis dürfte bekannt sein.

Lehnt sich linke Politik an rechte Hetz-Parolen an?

Lehnt sich linke Politik an diese Redeweise an, muss sie sich den Vorwurf gefallen lassen, antisemitisch zu argumentieren oder zumindest einer solchen Argumentation Vorschub zu leisten. Es muss also aus einer linken kapitalismuskritischen Sicht klar sein, dass Produktions- und Zirkulationssphäre des Kapitals zusammengehören und sich gegenseitig bedingen. Hier gehts weiter…

» Kontakt: info@jusos-berlin.de

(Spürnase: Wolf Herbst)




Dhimmi-EU: Lieber tot als zu christlich


Bundesjustizministerin Brigitte Zypries steht, wie nicht anders zu erwarten war, der Initiative von Innenminister Wolfgang Schäuble für eine vorübergehende bevorzugte Aufnahme christlicher Flüchtlinge aus dem Irak äußerst kritisch gegenüber und stärkt damit die Dhimmi-Position der EU, die eine bevorzugte Behandlung irakischer Christen auf keinen Fall dulden will.

Würde man die irakischen Christen aufnehmen, müsste man damit ja eingestehen, dass im irakischen Regime doch nicht alles so rosig war und dass die USA vielleicht doch einen guten Grund haben, im Irak für die Freiheit zu kämpfen. Aber so ein Eingeständnis geht natürlich gar nicht.

Zypries sagte gemäß Tagesschau-Angaben in Luxemburg:

„Es ist ein sehr schwieriger Weg, wenn man anfängt zu sagen, jemand wird wegen seiner Glaubenshaltung aufgenommen.“

Auch Yahoo berichtet über die EU-Kritik an der „Schäuble-Initiative für irakische Christen“.

Dhimmi-Links-Europa hält von Christen natürlich nicht viel und von irakischen erst recht nichts, sonst wäre ja vielleicht an der eigenen Irak-Politik was nicht in Ordnung gewesen – und wir sind in Europa ja schließlich die Guten – also was Gutes aus dem Irak geht gar nicht:

„Wir sollten Flüchtlinge aufnehmen und Asylrecht gewähren ohne Anschauung der Religion oder Rasse“.

Die Tagesschau berichtet:

Seit Beginn des Irak-Kriegs sollen etwa die Hälfte der 1,5 Millionen Christen aus dem Land geflohen sein. Auch die christlichen Kirchen in Deutschland setzen sich für die Aufnahme der Flüchtlinge ein. Im vergangenen Jahr suchten laut Bundesinnenministerium über 4.300 Iraker aller Konfessionen in Deutschland Zuflucht, sie stellten damit die größte Gruppe unter den insgesamt 19.164 Asylsuchenden. Von den bereits entschiedenen Asylanträgen hatten nur 1,6 Prozent Erfolg, rund 72 Prozent der irakischen Antragsteller erhielten aber einen Flüchtlingsstatus und sind damit vorerst geduldet.

Doch so EU will, darf diesen Menschen auch nicht geholfen werden und einen deutschen Alleingang zur Aufnahme irakischer Christen schloss Schäuble aus.

(Spürnasen: Punctum und Bernd)




Islam ist Freiheit im Glauben

Der Islam als tolerante Religion des Friedens und der Barmherzigkeit stellt es jedem Menschen frei, zu glauben, was er möchte. So wird es uns tagaus tagein von den Befürwortern des Dialogs eingehämmert. Vermutlich deshalb hat die Nationale Ratsversammlung Saudi-Arabiens mit großer Mehrheit einen Antrag abgelehnt, der die Achtung nicht-islamischer Religionen und Symbole propagierte.

Die Nachteile überwögen die Vorteile, hieß es zur Begründung. Die Anerkennung nicht-monotheistischer Religionen stehe nicht im Einklang mit dem Islam, der in Saudi-Arabien Staatsreligion ist. Außerdem hätte der Antrag den Bau von Gotteshäusern für solche Religionen erlaubt. Saudi-Arabien gilt als das strengste islamische Land. Jedes christliche Symbol, der Kirchenbau sowie die Ausübung des christlichen Glaubens sind selbst in Privaträumen verboten. Allerdings hat sich König Abdullah, der als „Hüter der Heiligen Stätten“ von Mekka und Medina fungiert, Ende März öffentlich für einen Dialog des Islam, des Judentum und des Christentums ausgesprochen. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen kommt es in Saudi-Arabien immer wieder zu schweren Ausschreitungen der Religionspolizei und anderer Sicherheitskräfte gegen religiöse Minderheiten. Diskriminierung oder Verfolgung drohe allen, die nicht dem sunnitischen Islam wahhabitischer Prägung folgen. Besonders betroffen sind die acht Millionen Gastarbeiter in dem 27 Millionen Einwohner zählenden Land. Darunter sind mehr als eine Million katholische Filipinos. Sie müssen unter anderem den islamischen Fastenmonat Ramadan einhalten, dürfen aber hohe christliche Feste wie Weihnachten und Ostern nicht feiern. Wiederholt hat die Religionspolizei Gottesdienste in Privaträumen gestürmt, Christen verhaftet und ausgewiesen.

Die „Freiheit im Glauben“ ist im Islam einfach „anders formuliert“, orwellt Ahmad v. Denffer auf Al-Islam.

Lassen Sie mich mit der einleitenden Feststellung beginnen, daß es aus islamischer Sicht Religionsfreiheit nicht nur gibt, sondern geben muß. (…) Aber zweifellos ist es so, daß Religionsfreiheit im Islam anders formuliert ist als in anderen Religionen und Weltanschauungen, und wenn auch Gemeinsamkeiten bestehen mögen, hat doch der Islam seine ganz eigene Betrachtungsweise auch dieser Frage.

Religionsfreiheit sieht man aus der Sicht des Muslims unter zwei Gesichtspunkten, die ich Ihnen im Einzelnen vorstellen werde: Nämlich erstens die Freiheit, eine bestimmte Religion zu wählen, und zweitens die Freiheit, eine bestimmte Religion auch auszuüben. (…) Ein Einwand, der dem Islam gegenüber immer wieder gemacht wird – und es ist bei weitem nicht der einzige Einwand – besteht darin, daß es dort, wo der Islam vorherrscht, keine Religionsfreiheit geben könne, weil der Abfall vom Islam, d.h. wenn ein Muslim seine Religion verläßt und eine andere, z.B. das Christentum annimmt, mit dem Tode bestraft würde. Schauen wir uns diese Frage nun aber einmal sachlich und ohne große Emotionen an. Von der Freiheit zur Entscheidung, einen Glauben anzunehmen, haben wir bereits gesprochen. „Kein Zwang im Glauben“, heißt die Maxime. Also – wenn sie gültig ist – kann es im Islam keinen Glaubenszwang geben. Die Androhung der Todesstrafe andererseits ist nichts anderes als ein Zwangsmittel, und zwar das äußerste Zwangsmittel, das den einzelnen Menschen betreffen kann. Wie erklärt sich dieser Widerspruch?

Es ist ganz einfach: Es ist kein Widerspruch, sondern ein Mißverständnis.

Ist das so weit verstanden worden?

(Spürnase: Voltaire)




Der Koran: Ein Buch von Menschenhand

Von muslimischer Seite wird stets betont, der Koran sei nicht wie die Bibel ein Buch von Menschenhand sondern eine reine göttliche und deshalb unfehlbare Offenbarung. Der schiitische iranische Philosoph Abdulkarim Soroush (Foto) wagt sich jetzt auf gefährliches Terrain, indem er entgegen der allgemein anerkannten Lehrmeinung zugesteht: „Der Koran ist eine menschliche Schöpfung und potenziell fehlbar.“

Soroush sagte gemäß Telepolis in einem Interview:

„Der Prophet (Mohammad) hatte die Schlüsselrolle bei der Schaffung des Korans. Seine Persönlichkeit spielte eine wichtige Rolle bei der Ausformung dieses Textes; seine Lebensgeschichte, sein Vater, seine Mutter, seine Kindheit und sogar seine psychische Verfassung habe eine Rolle darin. All‘ das ist der absolut menschliche Charakter der Offenbarung.“

Soroush äußert seine Gedanken jetzt in einem reformistischen Buch in Farsi „Bast-e tadschrobe-he nabavi“ (Die Expansion der prophetischen Erfahrung):

Soroushs zentrale These in diesem Buch besteht in der strengen Unterscheidung zwischen Religion (din) und dem Wissen über Religion (marefat-e dini). Für Soroush ist din die offenbarte und unwandelbare Religion, die daher vollkommen ist. Das Wissen über die Religion jedoch ist tradiertes, theologisches Wissen und widerspiegelt damit die Meinungen und Interpretationen der Ulama und Forscher, die den religiösen Texten entnommen sind. Sie sind widerspruchsvoll und stets wandelbar.

Dies gilt sowohl für fiqh (islamische Jurisprudenz) als auch für kalam (Theologie), tafsir (Koran-Exegese) und t’awil (hermeneutische Interpretation) sowie akhlaq (Ethik und Moral). Nach Soroush wandelt sich das Verständnis vom Buch (Koran) und von der Tradition (Sunna und Hadith), wenn sich das Wissen über andere Disziplinen verändert. Die Wandelbarkeit des religiösen Wissens geht mit dem Wandel des Wissens außerhalb der Religion einher. Aus diesem Grunde beklagt Soroush umso mehr, dass die Ulama nur marginale Kenntnisse über nicht-religiöse Disziplinen besitzen.

Der (schiitische) Islam weist Soroush zufolge zwei Varianten auf: den fiqh-Islam (islam-e fuqahati) und den philosophischen Islam (islam-e falsafi). Ersterer basiert auf Nachahmung (taqlid) und Gehorsam (eta’at), der philosophische Islam jedoch auf Zweifel (schak), Kritik (naqd) und Forschung (tahqiq).

Im fiqh-Islam ist kein Raum für ein Wenn und Aber, der mu?tahid befiehlt und der muqaled (Nachahmer) leistet Gehorsam. Es kann dort keinen Platz für Zweifel und Kritik geben, weil der Gehorsam gegenüber dem mugtahid Pflicht ist. Der fiqh-Islam ist gleichsam Erzieher von Nachahmern, während dem philosophischen Islam die Rolle als Erzieher der mündigen Bürger zukommt. Den schiitischen Klerus macht Soroush als führenden Träger des fiqh-Islam aus. Soroush, der in der Tradition von Mullah Sadra steht, tritt für eine Versöhnung von aql (Vernunft) und wahy (Offenbarung) ein und möchte eine vernunftorientierte Re-Interpretation der Schari’a mit Hilfe der Prinzipien der Philosophie erreichen.

Hat Soroush zuvor das Wissen über die Religion als irdisch und menschlich-historisch bezeichnet, so schreibt er in seinem Buch „Die Expansion der Prophetischen Erfahrung“ (1999) diese Eigenschaften auch der koranischen Offenbarung zu. In dem einleitend zitierten Interview sagt er, dass die Offenbarung sich in diesseitigen, menschlich-gemeinschaftlichen Belangen irren kann. Was der Koran über die historischen Ereignisse, andere Religionen und andere praktische Dinge des Diesseits aussagt, muss nicht zwingend korrekt sein. Forderten die großen muslimischen Reformdenker wie Nasr Hamid Abu Zaid und Mohammad Arkoun bisher eine historisch orientierte Koranauslegung bzw. moderne Interpretation, so bricht Soroush explizit das größte Tabu der islamischen Koranexegese: Der Koran ist eine menschliche Schöpfung und potentiell fehlbar.

Die Reaktion auf diese Thesen war ein Aufschrei in der islamischen Welt. Es hieß, seine Aussagen seien „schlimmer als die Salman Rushdis“ und er wurde auch bereits als „Martin Luther des Islam“ bezeichnet. In seiner iranischen Heimat kann ein Mann wie er nicht mehr leben. Er lehrt seit Jahren an europäischen und amerikanischen Universitäten als Gastprofessor. Doch seine Kunde dringt auch in die islamische Welt vor.

(Spürnase: Bernd)




Einheitsfront demonstriert in Offenbach

Auf deutschen Straßen ist schon Realität, wovon Politiker wie Beck und Ypsilanti träumen. Nachdem bereits am vergangenen Wochenende Linksfaschisten in mehreren deutschen Städten ihren Anspruch auf die Herrschaft auf der Straße deutlich gemacht haben, ist für kommenden Montag eine Demonstration in Offenbach angekündigt. Dabei ist alles, was links ist, auch wenn die Gruppierungen in den Parlamenten noch versuchen, inhaltliche Distanz vorzutäuschen.

Das Bündnis reicht von der Gewerkschaftsjugend über Grüne und Jungsozialisten bis zur DKP nahen SDAJ, der Linksjugend der Stasipartei und den Linksfaschisten der Antifa. Motto der Demo: „Uns gehört die Zukunft“. PI würde sich freuen, wenn Leser aus der Region die Veranstaltung beobachten und uns als Bürgerreporter in Wort und Bild über die Aktivitäten berichten würden. Die Demonstration beginnt am kommenden Montag, 18 Uhr in der Kaiserstraße in Offenbach.

konkrete Verabredungen zum gemeinsamen Besuch, insbesondere Treffpunkte, sollten nur per privater E-Mail unter vertrauenswürdigen Lesern ausgetauscht werden.

(Spürnase: Carlo)




Heute beginnt Pessach – das Fest der Freiheit

PessachAm heutigen Samstag beginnt das einwöchige Pessach-Fest. Hiermit gedenkt man des Auszugs des jüdischen Volkes aus Ägypten, von der Sklaverei in die Freiheit. Indem Juden in der ganzen Welt die Geschichte nicht lediglich als historisches Ereignis begreifen, sondern so lesen, als wären sie selbst dabei gewesen, wird die Bedeutung der hart errungenen und kostbaren Freiheit unterstrichen.

Am diesjährigen Seder-Abend gedenkt der Staat Israel seiner entführten und vermissten Soldaten. Pessach ist das Fest der Freiheit, die acht Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) vorenthalten wird. Das Außenministerium des Staates Israel ruft dazu auf, in Solidarität mit den Soldaten und ihren Familien einen Stuhl am Tisch frei zu lassen. Eine Liste der entführten und vermissten Soldaten findet sich hier.

(Quelle: Newsletter der Botschaft des Staates Israel)